15 Kilo abgenommen: Eine VR-Brille ist das Beste, was meiner Gesundheit in den letzten Jahren passiert ist

Die meisten werden sich ein VR-Headset zum Zocken kaufen. Aber es gibt auch immer mehr Fitness-Apps, die für mehr Bewegung für Sesselhocker spielerisch ermöglichen.

Dennis hat es nicht so mit Steppern, Crosstrainern und Spin-Bikes aber wenn er ein (virtuelles) Schwert in die Hand bekommt, gibt es kein Halten mehr. Dennis hat es nicht so mit Steppern, Crosstrainern und Spin-Bikes aber wenn er ein (virtuelles) Schwert in die Hand bekommt, gibt es kein Halten mehr.

Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verkauften sich die beiden aktuellen Meta Quest-Headsets offenbar gut, in den USA stand die Meta Quest 3 sogar zwischenzeitlich bei Amazon auf Platz 1 der meistverkauften Konsolen. Und damit vor Playstation 5 und Nintendo Switch.

Ich habe mir die Frage gestellt: Warum kaufen Neueinsteiger eigentlich ein VR-Headset? Sind es immer noch primär Spiele zwecks voll-immersiver Realitätsflucht? Also habe ich in der VR-Community und in diversen Gruppen in den sozialen Medien und Discord herumgefragt.

Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke schreibt als freier Autor für GameStar. Er ist seit vier Jahren ein ausgewiesener Virtual-Reality-Experte, denn in seinem Haus lagert so ziemlich jedes VR-Headset, das jemals erschienen ist, von der Oculus Quest bis zur Valve Index. Dennis ist zudem der Gründer von VR-Legion.de und podcastet bei Realitätsflucht - der XR-Podcast der Zockstube über Virtual Reality.

Dabei gaben tatsächlich viele Neunutzer Gaming als Hauptgrund an. Allerdings antworteten auch nicht wenige der befragten Personen mit Ich will mich fit halten.

Geht das wirklich?

Ok, das ist eine rhetorische Frage, ich persönlich kenne die Antwort schon seit einem Selbstversuch vor ein paar Jahren. Aber heute dürft ihr daran teilhaben.

Dass ich bei GameStar längst nicht der Einzige bin, der sich näher mit VR auseinandersetzt, zeigt das folgende Video. Darin sprechen drei Experten aus unserem Team ausführlich über den generellen Stand der virtuellen Realität:

Video starten 42:31 Bis VR im Alltag ankommt, muss noch viel passieren

Meine Waage hat vor mir gemerkt, dass VR fit hält

Es war ein Frühjahr inmitten der Pandemie, wo selbst ich als begeisterter Stubenhocker mit einer bösen Wahrheit konfrontiert wurde.

So gar keine Extrabewegung am Tag und die Neigung zu Lebensmitteln, die Ernährungswissenschaftlern die Stirn in Falten legen, wurden in Kombination ein Problem für meine Waage.

Und wie das so ist, wenn ich ein Problem feststelle: Es ließ sich gut ignorieren.

Meine Motivation zu Ring Fit Adventure war nach kurzer Zeit nicht mehr sonderlich stark ausgeprägt, sorry an alle Nintendo-Fans. Wii Fit hat etwas länger durchgehalten damals. Meine Motivation zu Ring Fit Adventure war nach kurzer Zeit nicht mehr sonderlich stark ausgeprägt, sorry an alle Nintendo-Fans. Wii Fit hat etwas länger durchgehalten damals.

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich auch abseits von Pandemien kein Gast in Fitness-Studios bin. Überraschung. Da ich mich als durchaus introvertiert bezeichnen würde, fällt es mir aber vielleicht noch schwerer, diesen inneren Schweinehund aufs Laufband zu schubsen als anderen.

Warum diese Einleitung? Weil ich seinerzeit gar nicht bemerkt habe, dass ich mit so etwas wie einem Training begonnen habe.

Zugegeben, Training ist ein großer Begriff, ich habe damals einfach nur diverse sehr körperbetonte Spiele in der virtuellen Realität entdeckt und gesuchtet wie einst Diablo 1. Nur, dass sich die Schweißausbrüche bei Diablo auf schmerzhaft-beschämende Bosskämpfe beschränkten.

Fitness wird für VR ein immer wichtigerer Faktor

Damals habe ich, zugegeben, nicht nur VR für eine optimierte Gesundheit genutzt. Eigentlich hätte ich erwartet, durch die Bewegung hungriger zu werden, tatsächlich spielte ich offenbar ausgerechnet in den Pausen, die sonst in ungesundem Essen geendet wären.

Will sagen: Ich habe keine Ahnung, warum, aber meine Ernährung hat sich zumindest teilweise als etwas überlebensfreundlicher erwiesen.

Meta Quest 3S
DER EINSTIEGSTIPP
Meta Quest 3S
Fresnell-Linsen, Mixed Reality, guter Preis
Die Meta Quest 2 hat einen Nachfolger: Die Quest 3S bietet die Leistung der Quest 3 mit den Linsen und Displays (und vor allem: dem Preis!) der Quest 2. Nur die 256GB-Version ist etwas teuer.
  • Sehr gute Leistung für den Preis
  • Ideal für den VR-Einstieg
  • PC-Verbindung kabellos möglich
  • inkl. Batman Arkham Shadow
  • Fresnel-Linsen
  • Komfort ohne Erweiterungen
  • Kein Kopfhöreranschluss mehr
ab 325 €
Meta Quest 3
BESTER ALLROUNDER
Meta Quest 3
Pancake-Linsen, Snapdragon XR2 Gen2
Der Store mit der größten Spieleauswahl, eine sehr gute Bildqualität und der interessante MR-Modus machen die Quest 3 zu unserem Kauftipp. Zumal gerade erst der Preis stark gesenkt wurde.
  • Pancake-Linsen für ein klares Bild
  • Viele Exklusivspiele im Meta-Store
  • PC-Verbindung kabellos möglich
  • Preissenkung für 512 GB
  • inkl. Batman Arkham Shadow
  • Akkulaufzeit
  • Komfort ohne Erweiterungen
ca. 550 €
Playstation VR2
SONYS EXKLUSIVES HEADSET
Playstation VR2
Fresnell-Linsen, OLED, PS5-exklusiv
Sony legt mit OLED, adaptiven Triggern, gutem Tracking und Headset-Gerüttel für mehr Immersion vor. Nach der jüngsten Preissenkung wieder interessant - auch als PC-Headset.
  • OLED mit fast perfekten Schwarzwerten
  • Hochwertige Controller und gutes Tracking
  • Eye-Tracking
  • PC-kompatibel mit optionalem Adapter
  • Softwareauswahl im PS-Store für VR-Veteranen enttäuschend
ca. 429 €
Pico 4 Ultra
FALLS IHR META NICHT TRAUT
Pico 4 Ultra
Pancake-Linsen, Snapdragon XR2
Der Herausforderer im Markt für mobile VR-Headsets bietet Leistung auf dem Niveau der Meta Quest 3, optional gibt es praktische Zusatztracker. Allerdings magelt es im Store an der Auswahl von Meta.
  • Pancake-Linsen mit guter Qualität
  • Schlankes Design und guter Tragekomfort
  • PC-Verbindung möglich
  • optionale Tracker sind sehr spaßig in VR-Chat
  • Auswahl im Store schwächer als bei Meta
  • Preis
ca. 479 €
Pimax Crystal Super
HIGHEND MIT TOP-BILDQUALITÄT
Pimax Crystal Super
Pancake-Linsen, Mini-LED, großes FoV
Ihr wollt euch nicht mit Kompromissen abgeben und sucht die beste VR-Bildqualität für Simulationen und co.? Dann kommt ihr kaum an der Pimax Crystal Super vorbei.
  • Erstklassige Bildqualität
  • Displaytechnik upgradefähig
  • Local Dimming und Mini-LED
  • Tragekomfort ungenügend
  • Tracking bei Meta besser (alternativ: Lighthouse-Faceplate kaufen)
1.999 €ca. 1.699 €

Mir haben Spiele wie Hellsplit: Arena, Beat Saber, Pistol Whip und Blade&Sorcery geholfen, mich mehrmals am Tag zu verausgaben. Heute ist die Auswahl speziell für Fitness gedachter Apps in den Stores von Meta und Pico größer und, was besonders praktisch ist, die Headsets kabellos.

Ein regelmäßiger Teil des Workouts vieler VR-Schwitzender sind Anwendungen wie Les Mills Bodycombat, das euch mit Coaches angeleitet boxen lässt und inzwischen auch tanzen.

Begleitet von treibender Musik motivieren vor allem Leaderboards. So misst man sich mit Leuten aus der Freundesliste und freut sich diebisch über bessere Performances.

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FitXR bietet noch etwas mehr Abwechslung mit Kursen in Tanzen, Zumba, Sculpt oder auch hier Boxen auf heranfliegende Kugeln, in denen ihr den Anweisungen von Coaches folgt.

Ein XR-Modus verlagert das spielerische Training ins eigene Wohnzimmer mit darin eingeblendeten Coaches. Allerdings verlangen die Entwickler von FitXR eine monatliche Abogebühr in Höhe von 13 Euro (oder 99 Euro im Jahr). Wir kommen dem echten Fitness-Studio also immer näher.

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Optimierungspotential beim VR-Sport

Regelmäßige Trainingseinheiten mit einer der passenden Apps sorgen schon für Bewegung, wer sich etwas mehr fordern möchte, kann aber beispielsweise mit Gewichtsmanschetten an den Armen den Schwierigkeitsgrad spürbar erhöhen.

Besitzer einer Pico-Brille bekommen mit den optional erhältlichen Fußtrackern sogar die Möglichkeit, weitere Körperteile in die VR zu transferieren.

Final Soccer beispielsweise erlaubt üblicherweise nur das Abwehren von Bällen als Torwart, mit den Trackern könnt ihr aber auch selbst Kicken.

Die kleinen Tracker bringen weitere Körperteile in die VR: Pico bietet für die hauseigenen VR-Brillen durchaus praktisches Zubehör, mit dem sich auch VR-Fitness optimieren lässt. Ein Paar der Tracker kostet 99 Euro. Die kleinen Tracker bringen weitere Körperteile in die VR: Pico bietet für die hauseigenen VR-Brillen durchaus praktisches Zubehör, mit dem sich auch VR-Fitness optimieren lässt. Ein Paar der Tracker kostet 99 Euro.

Was den Apps aber üblicherweise fehlt, ist eine Überwachung der Trainingseinheiten.

Geht ihr die Übung trotz virtuellem Vorturner falsch an, werdet ihr selten darüber aufgeklärt.

Bei Apps wie Club Pilates, die auf Controller verzichten, weiß die App aber sogar schlicht gar nicht, was ihr gerade tut. Und wie ihr es tut.

Games in VR können auch den Schweiß treiben

Als Studio-Ersatz sind die spezialisierten Fitness-Apps sehr praktisch, wenn auch nicht perfekt. Wer sich aber auch dazu nicht motivieren kann, findet vielleicht mit einem körperbetonten Spiel den richtigen Sparringspartner.

Die von mir bereits erwähnten Titel wie Blade&Sorcery, der Klassiker Beat Saber oder Pistol Whip reißen schnell mit und laden zu ausschweifenden Bewegungsabläufen ein.

Hellsplit: Arena gibt es nicht im Quest- oder Pico-Store sondern auch Steam. Dafür sieht es toll aus und sorgt, entsprechend enthusiastisch gespielt, für argen Muskelkater. Hellsplit: Arena gibt es nicht im Quest- oder Pico-Store sondern auch Steam. Dafür sieht es toll aus und sorgt, entsprechend enthusiastisch gespielt, für argen Muskelkater.

Batman: Arkham Shadow würde jetzt vielleicht kaum jemand auf einer VR-Fitness-Playlist erwarten, die intensiven Boxkämpfe im Spiel können aber ebenfalls spürbar fordern.

Auch Rollenspiele wie Behemoth oder Asgard's Wrath 2 sorgen bei richtiger Anwendung für Muskelkater. Und das soll ja ein gutes Zeichen sein.

Video starten 3:16 Batman ist zurück: Wir zeigen drei Minuten Gameplay aus Arkham Shadow

Schweinehunde spielen VR

VR ersetzt (noch?) nicht das Fitness-Studio, schon weil die dort installierten Geräte den Körper mehr fordern und es im Idealfall fachkundige Anleitung gibt.

Allerdings fällt die Überwindung, das eigene Hinterteil von der Couch zu wuchten, deutlich geringer aus, wenn das Headset nur einen Handgriff entfernt oder zumindest in der gleichen Wohnung ist.

Auch das Spielerische der VR-Apps und vor allem der Mixed-Reality-Versionen überzeugt und motiviert. Wer zudem noch generell ein Problem mit Treffen fremder Menschen hat, sollte sich meiner Ansicht nach VR-Fitness-Apps zumindest einmal anschauen.

Eine Meta Quest 3S gibt es zum Preis einer Nintendo Switch, ich persönlich rate aber dringend noch zur Investition in ein stabileres Headstrap. Die mitgelieferte Variante ist bestenfalls eine Notlösung.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch vorstellen könnt, mit einem VR-Headset was für etwas Fitness zu tun oder es sogar schon getan habt.

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