Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verkauften sich die beiden aktuellen Meta Quest-Headsets offenbar gut, in den USA stand die Meta Quest 3 sogar zwischenzeitlich bei Amazon auf Platz 1 der meistverkauften Konsolen. Und damit vor Playstation 5 und Nintendo Switch.
Ich habe mir die Frage gestellt: Warum kaufen Neueinsteiger eigentlich ein VR-Headset? Sind es immer noch primär Spiele zwecks voll-immersiver Realitätsflucht? Also habe ich in der VR-Community und in diversen Gruppen in den sozialen Medien und Discord herumgefragt.
Dabei gaben tatsächlich viele Neunutzer Gaming als Hauptgrund an. Allerdings antworteten auch nicht wenige der befragten Personen mit Ich will mich fit halten
.
Geht das wirklich?
Ok, das ist eine rhetorische Frage, ich persönlich kenne die Antwort schon seit einem Selbstversuch vor ein paar Jahren. Aber heute dürft ihr daran teilhaben.
Dass ich bei GameStar längst nicht der Einzige bin, der sich näher mit VR auseinandersetzt, zeigt das folgende Video. Darin sprechen drei Experten aus unserem Team ausführlich über den generellen Stand der virtuellen Realität:
42:31
Bis VR im Alltag ankommt, muss noch viel passieren
Meine Waage hat vor mir gemerkt, dass VR fit hält
Es war ein Frühjahr inmitten der Pandemie, wo selbst ich als begeisterter Stubenhocker mit einer bösen Wahrheit konfrontiert wurde.
So gar keine Extrabewegung am Tag und die Neigung zu Lebensmitteln, die Ernährungswissenschaftlern die Stirn in Falten legen, wurden in Kombination ein Problem für meine Waage.
Und wie das so ist, wenn ich ein Problem feststelle: Es ließ sich gut ignorieren.
Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich auch abseits von Pandemien kein Gast in Fitness-Studios bin. Überraschung. Da ich mich als durchaus introvertiert bezeichnen würde, fällt es mir aber vielleicht noch schwerer, diesen inneren Schweinehund aufs Laufband zu schubsen als anderen.
Warum diese Einleitung? Weil ich seinerzeit gar nicht bemerkt habe, dass ich mit so etwas wie einem Training begonnen habe.
Zugegeben, Training ist ein großer Begriff, ich habe damals einfach nur diverse sehr körperbetonte Spiele in der virtuellen Realität entdeckt und gesuchtet wie einst Diablo 1. Nur, dass sich die Schweißausbrüche bei Diablo auf schmerzhaft-beschämende Bosskämpfe beschränkten.
Fitness wird für VR ein immer wichtigerer Faktor
Damals habe ich, zugegeben, nicht nur VR für eine optimierte Gesundheit genutzt. Eigentlich hätte ich erwartet, durch die Bewegung hungriger zu werden, tatsächlich spielte ich offenbar ausgerechnet in den Pausen, die sonst in ungesundem Essen geendet wären.
Will sagen: Ich habe keine Ahnung, warum, aber meine Ernährung hat sich zumindest teilweise als etwas überlebensfreundlicher erwiesen.
Mir haben Spiele wie Hellsplit: Arena, Beat Saber, Pistol Whip und Blade&Sorcery geholfen, mich mehrmals am Tag zu verausgaben. Heute ist die Auswahl speziell für Fitness gedachter Apps in den Stores von Meta und Pico größer und, was besonders praktisch ist, die Headsets kabellos.
Ein regelmäßiger Teil des Workouts vieler VR-Schwitzender sind Anwendungen wie Les Mills Bodycombat, das euch mit Coaches angeleitet boxen lässt und inzwischen auch tanzen.
Begleitet von treibender Musik motivieren vor allem Leaderboards. So misst man sich mit Leuten aus der Freundesliste und freut sich diebisch über bessere Performances.
Link zum YouTube-Inhalt
FitXR bietet noch etwas mehr Abwechslung mit Kursen in Tanzen, Zumba, Sculpt oder auch hier Boxen auf heranfliegende Kugeln, in denen ihr den Anweisungen von Coaches folgt.
Ein XR-Modus verlagert das spielerische Training ins eigene Wohnzimmer mit darin eingeblendeten Coaches. Allerdings verlangen die Entwickler von FitXR eine monatliche Abogebühr in Höhe von 13 Euro (oder 99 Euro im Jahr). Wir kommen dem echten Fitness-Studio also immer näher.
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Optimierungspotential beim VR-Sport
Regelmäßige Trainingseinheiten mit einer der passenden Apps sorgen schon für Bewegung, wer sich etwas mehr fordern möchte, kann aber beispielsweise mit Gewichtsmanschetten an den Armen den Schwierigkeitsgrad spürbar erhöhen.
Besitzer einer Pico-Brille bekommen mit den optional erhältlichen Fußtrackern sogar die Möglichkeit, weitere Körperteile in die VR zu transferieren.
Final Soccer beispielsweise erlaubt üblicherweise nur das Abwehren von Bällen als Torwart, mit den Trackern könnt ihr aber auch selbst Kicken.
Was den Apps aber üblicherweise fehlt, ist eine Überwachung der Trainingseinheiten.
Geht ihr die Übung trotz virtuellem Vorturner falsch an, werdet ihr selten darüber aufgeklärt.
Bei Apps wie Club Pilates, die auf Controller verzichten, weiß die App aber sogar schlicht gar nicht, was ihr gerade tut. Und wie ihr es tut.
Games in VR können auch den Schweiß treiben
Als Studio-Ersatz sind die spezialisierten Fitness-Apps sehr praktisch, wenn auch nicht perfekt. Wer sich aber auch dazu nicht motivieren kann, findet vielleicht mit einem körperbetonten Spiel den richtigen Sparringspartner.
Die von mir bereits erwähnten Titel wie Blade&Sorcery, der Klassiker Beat Saber oder Pistol Whip reißen schnell mit und laden zu ausschweifenden Bewegungsabläufen ein.
Batman: Arkham Shadow würde jetzt vielleicht kaum jemand auf einer VR-Fitness-Playlist erwarten, die intensiven Boxkämpfe im Spiel können aber ebenfalls spürbar fordern.
Auch Rollenspiele wie Behemoth oder Asgard's Wrath 2 sorgen bei richtiger Anwendung für Muskelkater. Und das soll ja ein gutes Zeichen sein.
3:16
Batman ist zurück: Wir zeigen drei Minuten Gameplay aus Arkham Shadow
Schweinehunde spielen VR
VR ersetzt (noch?) nicht das Fitness-Studio, schon weil die dort installierten Geräte den Körper mehr fordern und es im Idealfall fachkundige Anleitung gibt.
Allerdings fällt die Überwindung, das eigene Hinterteil von der Couch zu wuchten, deutlich geringer aus, wenn das Headset nur einen Handgriff entfernt oder zumindest in der gleichen Wohnung ist.
Auch das Spielerische der VR-Apps und vor allem der Mixed-Reality-Versionen überzeugt und motiviert. Wer zudem noch generell ein Problem mit Treffen fremder Menschen hat, sollte sich meiner Ansicht nach VR-Fitness-Apps zumindest einmal anschauen.
Eine Meta Quest 3S gibt es zum Preis einer Nintendo Switch, ich persönlich rate aber dringend noch zur Investition in ein stabileres Headstrap. Die mitgelieferte Variante ist bestenfalls eine Notlösung.
Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch vorstellen könnt, mit einem VR-Headset was für etwas Fitness zu tun oder es sogar schon getan habt.





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