Immer wieder taucht die Größenfrage im gesellschaftlichen Diskurs auf. Wie wichtig ist sie wirklich? Kommt es wirklich auf jeden Zentimeter an? Oder kann man auch mal ein Auge zudrücken, solange der Spaß an der Sache stimmt?
Wovon wir sprechen? Na von Space Marine 2 natürlich, woran habt ihr denn gedacht?! Der Warhammer-40k-Shooter nimmt es bei der Größe nämlich sehr ernst, genauer gesagt der Lizenzinhaber und Lore-Wächter Games Workshop.
Die Rüstung ist zu klein!
Im Gespräch mit IGN hat sich Tim Willits, CCO des Space-Marine-Studios Saber Interactive, an einige interessante Details aus der Entwicklungszeit des Spiels zurückerinnert. Die resultierten zumeist daraus, dass die Warhammer-Chefs beim Umgang mit ihrer Welt und den Charakteren keinen Spaß verstehen.
So erzählt Willits unter anderem, dass die Entwickler ein wichtiges Detail der Servorüstung von Titus überarbeiten mussten, weil diese nicht die richtigen Maße hatte.
Der Knöchelschutz, den wir entworfen hatten, hatte die falsche Größe und [Games Workshop] sagte uns, dass das nicht korrekt sei.
14:53
Space Marine 2 - Test-Video zum effektreichen Warhammer-40k-Shooter
Jetzt könnte man natürlich sagen: Selbst Schuld, ihr habt doch eine Vorlage in Form von zahlreichen Figuren, Büchern und Comics, also haltet euch einfach dran!
Doch ganz so einfach ist es nicht. Wie Tim Willits hervorhebt, sei die Umsetzung der Rüstung als bewegliches Teil in einem Spiel ziemlich schwer:
Der Typ, der vor 45 Jahren den kleinen Space Marine auf dem Tisch erfunden hat, hat sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, dass [der Space Marine] 45 Jahre später in einem Videospiel animiert wird. Und ich kann Ihnen sagen, dass es schwer war, ihn umzusetzen.
Ich meine, wenn man als Titus läuft und rennt und kämpft, fühlt sich das so gut an. Aber du hast schon Leute gesehen, die sich als Space Marine verkleidet haben, oder? Die können nicht mal einen Gang entlanglaufen, ohne hinzufallen.
So attackieren Tyraniden nicht!
Die Praktikabilität der Rüstung war nicht der einzige Vorfall, in dem Saber Interactive einen Verweis der Lore-Wächter von Games Workshop erhalten hat. Auch in einem anderen Punkt gab es eine Rüge - und zwar zu Recht, denn hier hört der Spaß für Warhammer-Fans nun wirklich auf!
[Games Workshop] halfen uns dabei, das Projekt in die richtige Bahn zu lenken. Und selbst wenn wir uns Tyraniden-Angriffe ausgedacht haben, sagten sie: Oh, dieser Tyranide greift so nicht an, oder dieser Chaos-Marine kann dies und das nicht wirklich. Also mussten wir die Dinge anpassen. […]
Als Beschwerde über die hohen Ansprüche der Warhammer-Wächter möchte Tim Willits seine Aussagen übrigens keinesfalls missverstanden wissen. Für ihn ist diese Forderung nach Akkuratesse sogar löblich:
Sie sind sehr beschützerisch. Aber das müssen sie auch sein. Wenn man ein so großes Universum wie Warhammer hat, muss man es behüten, als wäre es das eigene Baby, denn das ist es auch. Und es gibt Millionen von Menschen, die dieses Franchise lieben, und wenn wir ein Emblem vermasseln oder ein Kapitel falsch machen, ist das einfach nur peinlich.
Worte, die Warhammer-Fans wohl vor Freude das Power Sword schwingen lassen. Wie schaut es bei euch aus? Versteht ihr, weshalb Games Workshop diese Aufgabe so wichtig nimmt?
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