Alte Karten können eine besondere Faszination ausüben, weil sie uns ein Stück weit einen Eindruck davon vermitteln, wie man die Welt in der Vergangenheit betrachtet hat.
Eine ganz besondere Karte dieser Art ist die Planisphäre
vom Italiener Urbano Monte, die die ganze Erde zeigt. Er hat sie im Jahr 1587 auf insgesamt 60 einzelnen Blättern erstellt – eine bemerkenswerte Leistung.
Ebenfalls darauf zu sehen: eine Zeichnung der Arche Noah. Sie befindet sich ungefähr dort, wo der ruhende Vulkan Ararat liegt, also ganz weit im Osten der heutigen Türkei. Doch warum schlägt das im Jahr 2026 auf einmal teils so hohe Wellen?
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Ein X-Beitrag als Ausgangspunkt
Sowohl die New York Post als auch die Daily Mail haben über die Karte von Monte im Zusammenhang mit ihrer Darstellung der Arche Noah berichtet.
Beide Artikel beziehen sich auf einen X-Beitrag von Jimmy Corsetti, der die Karte von damals mit der sogenannten Durupinar
-Formation in Verbindung bringt:
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Bei der Durupinar-Formation handelt es sich um eine Erhöhung, die ungefähr 40 Kilomenter südlich vom Ararat-Gipfel liegt und deren Form manche Menschen an einen Schiffsrumpf erinnert.
Sie wurde erst im Jahr 1948 durch ein Erdbeben in der Region freigelegt. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch eine Luftaufnahme des türkischen Luftwaffenkapitäns İlhan Durupınar, die im September 1960 im Life Magazine veröffentlicht wurde.
Seitdem ranken sich Mythen darum, dass dies der letzte Standort der Arche Noah sein könnte. Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es indes nicht und viel spricht dafür, dass es sich um eine natürlich und rein zufällig entstandene Formation handelt.
Monte setzte nur um, was er aus der Bibel kannte
Das Problem bei dem oben eingebetteten X-Beitrag besteht darin, dass er viel mehr aus der kleinen Zeichnung der Arche Noah auf der Planisphäre macht, als dahinter steckt. Dabei liefert Corsetti selbst die offensichtliche Erklärung für diese Zeichnung und ihre Positionierung.
Er zitiert die Bibel, die den Punkt des Aufsetzens der Arche Noah benennt. So heißt es etwa in der Einheitsübersetzung des Herder-Verlags aus dem Jahr 1980 im Buch Genesis, Kapitel 8, Vers 4:
Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.
Es dürfte also niemanden überraschen, dass auch Monte die Arche auf seiner Weltkarte ungefähr dort verortet hat, wo der Ararat liegt.
Inwiefern die Karte eine genaue Zuordnung der Zeichnung zu der damals noch unbekannten Durupinar-Formation erlaubt oder nicht, könnte ihr auf den folgenden Bildern auf Basis des Katalogs der David Rumsey Map Collection der Universität Stanford selbst beurteilen:
Montes Karte enthält übrigens auch Zeichnungen von Einhörnern, Drachen und anderen Fabelwesen.
Das schmälert nicht die bemerkenswerte Leistung, zu der damaligen Zeit eine solche Weltkarte in diesem Ausmaß zu erstellen. Insgesamt ist sie etwa neun Quadratmeter groß und damit die größte frühe Weltkarte, die wir kennen.
Doch es kennzeichnet die Planisphäre eindeutig als Zeugnis ihrer Zeit, das man auch entsprechend einordnen muss, wenn man sich darauf bezieht.


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