Auch wenn wohl in den allermeisten Endkunden-Rechnern heutzutage eine SSD (Solid State Drive) stecken dürfte, ist die Entwicklung klassischer Magnetfestplatten noch lange nicht stehen geblieben.
Ausschlaggebend ist hierfür die Entwicklung der »HAMR«-Technologie. Diese gilt etwa in den Augen des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineering) als wichtigster nächster Schritt für höhere Kapazität.
Festplattenhersteller Western Digital gab nun im Rahmen einer »Investor Day« genannten Konferenz (via ComputerBase) bekannt, dass die ersten HAMR-Festplatten Ende 2026 erscheinen sollen.
- Demzufolge sollen im kommenden Jahr zunächst HAMR-Festplatten auf Basis der konventionellen Magnetaufzeichnung (CMR) mit einer Kapazität von rund 36 TByte auf den Markt kommen.
- Im Anschluss werde auf »UltraSMR« gewechselt: Durch überlappende Datenspuren könne die Höchstkapazität auf bis zu 44 TByte ansteigen.
- Das aktuell genutzte ePMR soll bis zu diesem Zeitraum verbleiben und eine maximale Kapazität von 36 TByte erreichen.
Western Digital betont an dieser Stelle, dass die grundsätzlich schon länger angekündigten HAMR-Festplatten bereits jetzt auf den Markt gebracht werden könnten, sich aber wirtschaftlich noch nicht lohnen.
Der designierte CEO Irving Tan geht hier davon aus, dass »mindestens eine Million Einheiten pro Quartal« bei einem solchen Produkt lieferbar sein müssen, um sich zu rentieren. Diesen Punkt habe Western Digital nicht erreicht, zumal man »noch viel Arbeit bei HAMR vor sich« habe.
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MSI stellt eine praktische, magnetische SSD zum Mitnehmen vor
Seagate machte das Rennen um die HAMR-Premiere
HAMR steht übrigens für »heat-assisted magnetic recording« und befindet sich seit mehr als zwei Jahrzehnten (via Heise) in Entwicklung.
Vereinfacht formuliert wird hierbei ein Laser im Schreibkopf der Festplatte genutzt, um die magnetische Oberfläche kurzzeitig zu erhitzen. Dies ermöglicht es, Daten in kleineren Bereichen zu speichern und somit die Speicherdichte zu erhöhen. Auch angesichts der Empfindlichkeit des Materials musste lange geforscht werden, um HAMR-Festplatten zur Massentauglichkeit zu führen.
Den ersten Schritt in diese Richtung machte Seagate Ende 2023, als erste HAMR-Festplatten offiziell vorgestellt wurden. Die unter der »Exos«-Marke geführten HDDs sind in Kapazitäten von bis zu 36 TByte erhältlich. In dieser Produktgruppe muss sich Seagate derzeit übrigens auch einem unangenehmen Vorwurf stellen:
Western Digital gab im Zuge des Investorengesprächs indes auch einen Ausblick auf die Zukunft nach HAMR: Mit »HDMR« (Heat Dot Magnetic Recording) ist allerdings erst im kommenden Jahrzehnt zu rechnen, wie der Roadmap zu entnehmen ist. Hier werden Festplattenkapazitäten von über 100 TByte in Aussicht gestellt.
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