Windows 11: Warum Microsoft alte Systeme konsequent vom Upgrade ausschließt

Microsoft hat sich nun klar zu den hohen Systemanforderungen von Windows 11 geäußert und erklärt, warum es keine Chance für zu alte Rechner geben soll.

von Alexander Köpf,
27.07.2021 11:39 Uhr

Die Systemanforderungen von Windows 11 haben seit der Ankündigung von Microsofts kommendem Betriebssystem für Aufsehen und Frust gesorgt. Das lag nicht nur an den Systemvoraussetzungen selbst, sondern unter anderem auch an einem unzureichenden Update-Checker, der teils sogar PCs mit neuester High-End-Hardware vom Upgrade auf Windows 11 ausschloss.

Zudem ließ Microsofts Kommunikation mit Blick auf Sicherheitsfunktionen wie TPM 2.0 zu Wünschen übrig und sorgte für Verwirrung. Das führte zwischenzeitlich sogar zu einer Knappheit an TMP-2.0-Modulen für Mainboards, da Scalper Gewinne witterten und diese aufkauften.

Nun gibt es neue, offizielle Aussagen zu den Systemanforderungen. Wir fassen alles Wichtige dazu für euch zusammen. Was TPM 2.0 überhaupt ist und wofür ihr es braucht, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

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Keine Upgrade-Chance für zu alte Systeme

Microsoft hat sich im Rahmen einer Fragerunde zu Aufrüstpfaden und Bereitstellungsdiensten klar zu den relativ hohen Systemanforderungen geäußert und noch einmal betont, dass und warum man nicht davon abweichen werde (via Windows Latest). Konkret heißt es:

"Wir wissen, dass es schade ist, dass einige [Systeme] nicht für Windows 11 in Frage kommen, aber der wichtige Grund, warum wir das tun, ist, dass wir die Geräte produktiver halten und sicherstellen, dass sie sicherer als je zuvor sind, damit sie in der neuen Arbeitswelt geschützt bleiben."

Eine entscheidende Rolle nehme hierbei das Windows Update ein. Das soll selbständig überprüfen, ob ein System die nötigen Grundvoraussetzungen für Windows 11 mitbringt und erst dann ein entsprechendes Download-Angebot unterbreiten.

Zudem liegt offenbar besonderes Augenmerk darauf, sicherzustellen, dass die Mindestanforderungen für Windows 11 nicht umgangen werden können:

"Die Gruppenrichtlinie wird es nicht zulassen, Hardware-Voraussetzungen für Windows 11 zu umgehen. Wir werden Sie daran hindern, Ihr Gerät auf einen nicht unterstützten Zustand zu aktualisieren, da wir wirklich sicherstellen möchten, dass Ihre Geräte unterstützt und sicher bleiben."

Windows 11 Systemvoraussetzungen

Windows 11 setzt nach aktuellem Stand einen Prozessor aus Intels Core-i-8000- oder AMDs Ryzen-2000-Reihe voraus. Vollständige Listen unterstützter CPUs beide Hersteller findet ihr hier:

Microsoft hat allerdings bereits angekündigt, diese Listen nochmal zu überdenken. Welche Hardware genau als offiziell unterstützt angesehen wird, kann sich also bis zum Release noch ändern.

Die Systemanforderungen im Überblick:

  • CPU: Prozessor mit zwei Kernen und einer Taktfrequenz von einem Gigahertz
  • RAM: 4,0 GByte Arbeitsspeicher
  • Speicher (HDD/SSD): 64,0 GByte
  • System Firmware: UEFI, Secure Boot-fähig
  • Sicherheit: Trusted Platform Module (TPM) Version 2.0
  • GPU: DirectX-12-fähig, WDDM 2.x (Windows Display Driver Model)

Was bedeutet das für PCs, die die Mindestanforderungen nicht erreichen?

Sollte euer PC den Mindestanforderungen nicht entsprechen, könnt ihr zwar Windows 11 aller Voraussicht nach nicht nutzen (oder zumindest nicht ohne gewissen Aufwand, falls sich doch Umgehungsmöglichkeiten finden), aber Windows 10 bleibt euch erhalten. Microsoft wird beide Systeme mit Sicherheitsupdates versorgen.

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Daraus könnten sich Vorteile für alle Windows-Nutzer ergeben, da Microsoft künftig nicht mehr zwei, sondern nur noch ein großes Funktionsupdate pro Jahr ausrollen wird. Lest mehr dazu im oben verlinkten Artikel.

Eine gute Nachricht gibt es außerdem noch für alle Spieler mit Windows 10: Die neue DirectStorage-Technologie, die Nutzen aus besonders schnellen Datenträgern ziehen kann (etwa für das Wegfallen von Ladezeiten oder für einen höheren Detailgrad in Spielen) wird laut einem neuen Blog-Beitrag auch für Windows 10 kommen.

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