Eigentlich will Blizzard mit dem neuen Ableger WoW Forever alles besser machen: keine klassischen Realm-Grenzen mehr, ein einheitliches Mega-Server-Fundament und genug Platz für alle, die das runderneuerte Vanilla-Azeroth erkunden wollen.
Damit die Startgebiete nicht im totalen Chaos versinken, setzt das Team auf sogenanntes Layering, verteilt die Spielerschaft also auf parallele Kopien derselben Spielwelt. Doch genau diese Technik entwickelte sich im Testlauf zum echten Ärgernis.
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Mit WoW Forever erfüllt Blizzard endlich den größten Fan-Wunsch!
Wenn das System Mitspieler ins Schattenreich verbannt
Was auf dem Papier zunächst nach einer guten Lösung für volle Questgebiete klang, sorgte im Live-Betrieb schnell für massive Probleme. Im offiziellen Forever-Podcast räumten die Entwickler nun selbst ein, wie chaotisch der Start verlief: In der ersten Woche der Beta waren zeitweise 17 verschiedene Systeme gleichzeitig damit beschäftigt, Charaktere zwischen den Weltschichten hin- und herzuschubsen.
Die Auswüchse waren teils bizarr: Gilden scheiterten an einfachsten Vorhaben, etwa ein gemeinsames Gruppenfoto aufzunehmen, weil Mitglieder trotz gleicher Gruppe auf unterschiedlichen Layern festhingen. Und an Zonenübergängen, etwa direkt vor den Toren von Orgrimmar und Sturmwind, ploppten andere Reisende unvermittelt aus dem Nichts auf oder verschwanden plötzlich.
Besonders brenzlig wurde es durch die sogenannten »Forced World Refreshes«: Spieler bekamen plötzlich einen Fünf-Minuten-Countdown eingeblendet, der einen unweigerlichen Schichtwechsel ankündigte. Wer Pech hatte, fand sich Sekunden später inmitten frisch respawnter Elite-Gegner wieder. Für künftige Hardcore-Charaktere wäre das naütrlich fatal.
Blizzards Rettungsplan für den Launch
Blizzard hat das Feedback registriert: Senior Game Designer Josh »Aggrend« Greenfield und das Entwicklerteam stellten im Podcast klar, dass diese erzwungenen Layer-Wechsel drastisch reduziert werden.
Vor allem sollt ihr künftig selbst die Kontrolle behalten:
- Wenn ihr einer Gruppe beitretet, werdet ihr nicht mehr sofort ungefragt umgesiedelt. Stattdessen erscheint ein Hinweis mit Zeitfenster, sodass ihr den Wechsel per Knopfdruck selbst auslöst, sobald ihr euch gerade sicher fühlt.
- Dass bereits die bloße Einladung in eine Gruppe – noch vor dem Annehmen – Charaktere auf einen anderen Layer verfrachtete, stufte Aggrend als Bug ein, der zum Release beseitigt ist.
- Das System merkt sich euer soziales Umfeld. Wenn ihr solo durch die Lande zieht, versucht das Spiel bevorzugt, euch auf derselben Ebene wie eure Gildenkollegen, Freunde und Leute mit eurer Spracheinstellung unterzubringen.
- Die auffälligen Phasing-Probleme an Gebietsgrenzen wurden laut Entwicklern bereits gegen Ende der Beta nahezu ausgemerzt.
Für die Server-Performance holte sich das Classic-Team zudem Hilfe aus den eigenen Reihen. Wichtige Optimierungen am technischen Unterbau, die später auch Massenschlachten im Open-World-PvP stabil halten sollen, stammen direkt vom Team, das am Housing-Feature für Retail-WoW arbeitet.
Ob die Maßnahmen dem echten Stresstest standhalten, zeigt sich in wenigen Tagen, wenn am 5. November um Mitternacht die Pforten öffnen und zehntausende, wenn nicht sogar hunderttausende Helden gleichzeitig auf die Startgebiete losgelassen werden.

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