Xbox Scarlett: Angebliche Performance-Daten zur Premium-Variante »Anaconda« aufgetaucht

Ende 2020 sollen gleich zwei neue Microsoft-Konsolen erscheinen. Zum Xbox Project Scarlett / Anaconda soll es es nun erste detaillierte Details geben - wir fassen zusammen und ordnen ein.

von Alexander Köpf,
10.12.2019 16:10 Uhr

Die kommenden Konsolen-Generationen von Microsoft und Sony sollen Raytracing unterstützen. Doch reicht die Leistung dafür auch aus? Ein Blick auf die vermeintlichen Specs der Xbox Project Scarlett in der Version Anaconda gibt erste Hinweise. Die kommenden Konsolen-Generationen von Microsoft und Sony sollen Raytracing unterstützen. Doch reicht die Leistung dafür auch aus? Ein Blick auf die vermeintlichen Specs der Xbox Project Scarlett in der Version Anaconda gibt erste Hinweise.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2020 werden neben der PlayStation 5 von Sony gleich zwei neue Microsoft-Konsolen erwartet. Beide zählen zum Xbox Project Scarlett, die vermeintlich günstigere Variante wird zusätzlich unter dem Codenamen »Lockhart« geführt, das Premium-Modell wird »Anaconda« genannt.

Windows Central will nun aus verschiedenen Quellen Details zur Hardware-Ausstattung der Xbox Project Scarlett in der schnelleren Anaconda-Variante erfahren haben - wir ordnen die Spezifikationen im Vergleich zum PC ein.

Acht Kerne mit 3,5 GHz und 16 GByte GDDR6

Anaconda soll ebenso wie bereits die Xbox One X mit einem Achtkernprozessor ausgestattet werden. Allerdings soll dieser laut Windows Central mit 3,5 GHz takten und nicht mehr mit 2,3 GHz wie der modifizierte AMD Jaguar-Chip der Xbox One X.

Um welchen Chip genau es sich dabei handelt, ist zwar noch nicht bekannt, jedoch wurde bereits bestätigt, dass Microsoft (wie Sony) erneut mit AMD kooperiert. Zum Vergleich arbeitet der Ryzen 7 3700X mit 3,6 GHz in der Basis und 4,4 GHz in der Spitze, bietet jedoch neben acht Kernen auch noch acht virtuelle Kerne (insgesamt 16 Threads). Bei hohen Kernzahlen ergeben sich in Spielen praktisch jedoch meist kaum Vorteile durch die virtuelle Kernverdoppelung.

Bei der AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT kommen jeweils 8,0 GByte GDDR6-VRAM zum Einsatz. Bei der AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT kommen jeweils 8,0 GByte GDDR6-VRAM zum Einsatz.

Der geteilte Videospeicher (System + Grafikchip) von Anaconda soll gegenüber der Xbox One X von 12,0 GByte GDDR5-VRAM (3,0 GByte System, 9,0 GByte Games) auf 16,0 GByte GDDR6-VRAM angehoben werden, von denen 13,0 GByte exklusiv für Spiele reserviert sein sollen.

Gaming in 4K-Auflösung stünde seitens der Speichermenge also nichts im Wege, da selbst die 11,0 GByte GDDR6-VRAM einer Nvidia Geforce RTX 2080 Ti bei maximaler Detailstufe nur selten voll ausgenutzt werden.

GPU mit 12 TFLOPS FP32

Abgesehen vom Videospeicher ist aber vor allem die Leistung der Grafikeinheit entscheidend für die erreichbare Auflösung und Qualitätsstufe. Laut Windows Central steht Anaconda eine GPU (sehr wahrscheinlich auf Basis von 7nm Navi / RDNA 2.0) mit einer Rechenleistung von 12 Teraflops (TFLOPS FP32) zur Verfügung.

Gegenüber der Xbox One X (6 TFLOPS FP32) ist das zwar eine Verdoppelung, jedoch kann anhand dieses Wertes nur schlecht ein Vergleich gezogen werden. In der Regel lassen sich nur Grafikprozessoren der gleichen Architektur-Generation (also beispielsweise RX 5700 versus RX 5700 XT) anhand der Rohleistung sinnvoll miteinander in Relation setzen. Eine RX Vega 64 (GCN 5.0) beispielsweise bringt es auf rund 12,7 TFLOPS FP32 und ist dennoch einer RX 5700 XT (RDNA 1.0) mit 9,7 TFLOPS FP32 in Spiele-Benchmarks klar unterlegen.

Es könnte daher sein, dass der Leistungsvorteil von Anaconda gegenüber Xbox One X trotz einer (theoretischen) Verdoppelung der Compute-Power in der Spiele-Praxis sogar mehr als doppelt so hoch ausfällt - jedoch könnte er auch geringer sein.

Reicht das für Raytracing?

Nvidia versucht Raytracing durch spezielle Projekte zu forcieren. Den Durchbruch könnten jedoch die Konsolen schaffen. Nvidia versucht Raytracing durch spezielle Projekte zu forcieren. Den Durchbruch könnten jedoch die Konsolen schaffen.

Wie sich das auf den bereits angekündigten Raytracing-Support auswirkt, ist ebenfalls nur schwer einzuschätzen. Aktuell kämpfen selbst teure High-End-Grafikkarten mit oft massiven Framerate-Einbrüchen bei aktivierter Raytracing-Option.

Konsolenspiele sind in der Regel jedoch deutlich besser optimiert und es besteht zudem die Möglichkeit, nur ausgewählte Features der Echtzeit-Strahlenberechnung, wie Schatten oder Reflexionen, zu verwenden.

Für ein deutliches Leistungsplus von Anaconda soll außerdem eine NVMe-SSD (M.2) sorgen. Damit dürften die durch die HDD bei aktuellen Konsolen mittlerweile sehr langen Ladezeiten analog zu einem PC mit NVMe-SSD deutlich sinken.

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