Ich habe den Xiaomi Electric Scooter 6 Max getestet und wollte nicht mehr absteigen

Kaum Tempoverlust an Steigungen, mehr Reichweite als gedacht und nützliche Komfortfunktionen: Der Xiaomi E-Scooter 6 Max ist eine Ansage. Aber lohnt er sich auch für 700 Euro?

Der Xiaomi E-Scooter 6 Max im Test. Der Xiaomi E-Scooter 6 Max im Test.

Nach meinem Test des Xiaomi Electric Scooter 6 Lite habe ich mir auch das größere Modell aus der neuen Scooter-Generation 6 des Herstellers angeschaut: den Electric Scooter 6 Max für 700 Euro (UVP).

Der große Bruder bietet eine bessere Federung, größere Reifen, einen doppelt so starken Motor und allerhand nützliche Funktionen. Und so viel vorweg: Er macht so viel Laune, dass ich nicht mehr absteigen wollte.

Xiaomi E-Scooter 6 Max
Xiaomi E-Scooter 6 Max
Der 6 Max liefert, was man von einem E-Scooter erwartet: kaum Tempoverlust an Steigungen, eine solide Reichweite von 50 Kilometern sowie einen Diebstahlschutz mit Ortungsfunktion. Der Motor ist flüsterleise, die Federung sehr komfortabel. Aufgrund des hohen Gewichts eignet er sich aber nur bedingt für die Mitnahme.
  • Sehr leiser, angenehmer Motorlauf
  • Steigungen praktisch ohne Tempoverlust
  • Komfortable Doppelfederung, 12-Zoll-Reifen
  • Diebstahlschutz mit Ortung (Find My)
  • Präzise Akku- und Restreichweitenanzeige
  • Traktionskontrolle, Bremsassistent, Automatiklicht
  • Hohes Gewicht (ca. 30 kg)
  • Falt-Haken rastet nicht sauber ein
  • 9 Stunden Ladezeit, Schnellladung nur mit optionalem Zubehör
  • Motor-Sperre schützt nicht vor Wegtragen
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Genügend Power für Stadt und Land

Wie auch schon der 6 Lite ist der 6 Max flüsterleise unterwegs. Vom Motor hört man quasi nichts, nur die Abrollgeräusche der 12-Zoll-Tubeless-Reifen bleiben übrig.

Auch die butterweiche Motorsteuerung gefällt mir. Das Gas lässt sich wunderbar dosieren, der Motor setzt die Beschleunigung geschmeidig um, ohne zu ruckeln.

Ob Asphalt oder feiner Schotterweg – der 6 Max meistert beides. Ob Asphalt oder feiner Schotterweg – der 6 Max meistert beides.

Zum Fahrkomfort tragen auch das breite Trittbrett sowie die Doppelfederung bei. Kopfsteinpflaster und Kanten filtert der 6 Max souverän weg.

Klar, bei Wurzeln auf Waldwegen und auf groben Schotterpisten wird's holprig und das ist nichts, was ich dauerhaft empfehlen würde. Für kleinere Touren abseits befestigter Wege ist der 6 Max aber ideal.

Der größte Unterschied zum eher gemächlichen 6 Lite ist aber der 450-Watt-starke Motor: Schon beim ersten Fahren merkt man den kräftigeren Anschub. Der Roller zieht vor allem im Sportmodus ordentlich an, das macht direkt Spaß.

Wer es zahmer möchte, schaltet in den D-Modus. Der lässt sich in der App erfreulicherweise von 15 auf 20 km/h stellen.

Das Trittbrett ist breit genug, damit ich bequem mit beiden Füßen parallel darauf stehen kann. Das Trittbrett ist breit genug, damit ich bequem mit beiden Füßen parallel darauf stehen kann.

Die zusätzliche Power (bis zu 1.100 Watt Spitzenleistung) kommt euch vor allem an Steigungen zugute. Wo sich viele günstigere E-Scooter den Berg hinauf quälen (wozu auch der 6 Lite zählt), gibt's hier beim 6 Max nichts zu meckern: Das Tempo bricht kaum ein, das Minimum lag bei mir bei 19 statt 20 km/h – natürlich abhängig vom eurem Gewicht und dem Anstieg.

Zusammen mit der Traglast von 130 Kilogramm ist der 6 Max auch für schwereres Gepäck oder schwerere Fahrer eine solide Wahl.

💡 Wissenswertes zum Test
Technische Daten im Überblick
EigenschaftSpezifikation
Motor450 W Nennleistung, 1.100 W Peak
Höchstgeschwindigkeit20 km/h (Sportmodus)
Akku468 Wh, nicht wechselbar
Reichweite (Hersteller)bis 70 km
Ladezeitca. 9 Stunden (Schnellladung nur mit optionalem Zubehör)
Gewicht29,7 kg
Reifen12 Zoll, Tubeless, Vorderradfederung + Doppel-Dämpfer hinten
BremsenDoppelte Scheibenbremse + E-ABS hinten
Max. Steigung (Hersteller)ca. 24 %
Max. Zuladung130 kg
SchutzartIPX6
Preis700 Euro (UVP)
So habe ich getestet

Ich bin auch mit dem 6 Max zwei Wochen lang gefahren – auf glattem und holprigem Asphalt, über Schotter und durch Parks, mit diversen Steigungen auf der Strecke. Für den Reichweitentest habe ich den Akku im Sportmodus komplett leergefahren, bei rund 25 Grad Außentemperatur und meinen üblichen 60 Kilogramm Körpergewicht.

Geschwindigkeit: Strikt nach Gesetz, sogar beim Rollen

Wie jeder Roller mit deutscher Straßenzulassung ist auch der 6 Max bei 20 km/h elektronisch abgeriegelt. Die erlaubte Toleranz von bis zu 2 km/h nimmt Xiaomi hier aber leider nicht mit, obwohl man spürt, dass der Motor eigentlich mehr leisten will.

Nervig zudem: Bei über 22 km/h piept der Roller einmal kurz auf. Danach bremst er aktiv ab, sodass ihr diese Geschwindigkeit auf keinen Fall überschreitet – selbst wenn ihr nur ohne Motorunterstützung rollen lasst.

Das hat mich überrascht. Xiaomi hält sich beim 6 Max strikt an die gesetzliche Vorgabe, obwohl es meines Wissens nach keine Vorgabe für die reine Rollgeschwindigkeit gibt.

Andererseits: Somit seid ihr in Deutschland jederzeit sicher und legal unterwegs – auch dank der Blinker, die seit dem 1. Mai 2026 bei neuen Rollern vorgesehen sind und sich über das Bedienfeld aktivieren lassen.

In meinem kurzen Testvideo nehme ich euch live mit auf eine Fahrt inklusive Live-Eindrücken:

Wie hoch ist die Reichweite?

Ich habe den 6 Max von 100 Prozent komplett leergefahren. Ergebnis: 52 Kilometer im Sportmodus, bei rund 25 Grad, 60 Kilogramm Körpergewicht, mäßigen Steigungen und etwas Schotter dabei.

Bedenkt aber, dass die Reichweite von vielen Faktoren abhängig ist, darunter Gewicht, Temperatur, Reifendruck und Untergrund.

Geladen wird trotzdem langsam: Der mitgelieferte Standard-Lader braucht rund 9 Stunden. Schneller geht's nur mit dem separat erhältlichen Fast Charger 2, der die Ladezeit laut Xiaomi auf 3 bis 3,5 Stunden drückt – kostet aber extra und liegt nicht im Lieferumfang bei. Bei 700 Euro UVP unverständlich.

(Hinweis: Offenbar wurde der Schnelllader beim Kauf bis zum 31. März 2026 als Geschenk beigelegt.)

Der Xiaomi 6 Max auf dem Land vor einem Feld in seiner ganzen Pracht. Der Xiaomi 6 Max auf dem Land vor einem Feld in seiner ganzen Pracht.

Elektronische Zusatzfunktionen und Diebstahlschutz

Der 6 Max bringt einige elektronische Spielereien mit: eine Traktionskontrolle gegen durchdrehende Räder, elektronische Bremsunterstützung samt Antiblockierfunktion und automatisches Licht bei Dunkelheit. Auch eine Bremslichtfunktion ist an Bord.

Auch beim Diebstahlschutz macht der 6 Max vieles richtig. Über die Pfeiltasten am Terminal lässt sich ein Passwortschutz einrichten, zusätzlich zur Motorsperre per App. Wichtig: Eine Motorsperre hindert niemanden daran, den Roller einfach wegzutragen. Genau dafür gibt es aber die Ortungsfunktion über Apples Wo-ist-Netzwerk.

Android-Nutzer schauen allerdings in die Röhre. Der Roller lässt sich in naher Umgebung zwar auch via Bluetooth lokalisieren, bei größerer Entfernung bringt die aber nichts.

Xiaomi E-Scooter 6 Max
Komfort-E-Scooter
Xiaomi E-Scooter 6 Max
- 450-W-Motor (1.100 W Spitzenleistung)
- Doppelfederung und -bremse
- Diebstahlschutz, Motorsperre, ABS

Gewicht, Falt-Haken und Display

Mit rund 30 Kilo ist der 6 Max ein echter Klopper. Nichts, was ihr in die Treppe oder in die U-Bahn tragt. Selbst einen Bordstein hochzuhieven ist schon anstrengend. In den Kofferraum packen geht, aber täglich würde ich das nicht machen wollen.

Der Falt-Mechanismus selbst geht angenehm leicht von der Hand. Der Einrast-Haken hält aber nicht komplett – hier ist Vorsicht angebracht, damit er beim Tragen nicht ungewollt aufklappt.

Die Lenkerstange lässt sich übrigens nicht verstellen, ebenso wenig wie der Winkel des Displays. Laut Xiaomi soll der Roller aber für Fahrer von 1,20 bis 2 Meter Körpergröße geeignet sein.

Apropos Display: Der 6 Max zeigt den Akkustand auf das Prozent genau plus Restreichweite – so muss es sein. Bei direkter Sonne ist es immer noch halbwegs gut ablesbar.

Ein kleines Detail, das ich mir ehrlich gesagt für jeden E-Scooter wünsche: der Henkel zum Tragen von Taschen mit bis bis zu drei Kilo Zuladung. Bei mir hängt da oft der Rucksack meines Sohnes samt Trinkflasche dran, unterwegs auch mal seine Inlineskates oder ein kleiner Einkaufsbeutel.

Der Tragehenkel eignet sich für Gepäck bis zu 3 kg – ideal für Beutel oder kleine Rucksäcke. Der Tragehenkel eignet sich für Gepäck bis zu 3 kg – ideal für Beutel oder kleine Rucksäcke.

Mein Fazit

Der 6 Max ist der Roller aus der neuen Xiaomi-Generation, den ich ohne größere Einschränkungen empfehlen kann. Steigungen sind im Vergleich zum deutlich schwächeren 6 Lite kein Thema mehr, die Reichweite ist solide, und die zahlreichen Komfortfunktionen (ABS, Lichtautomatik, Antirutschsystem) tragen zum Fahrspaß bei.

Der Roller lohnt sich für euch, wenn ihr:

  • täglich 10 bis 20 Kilometer pendelt und auch mal abseits befestigter Wege fahrt
  • Komfort und Reichweite wichtiger sind als Portabilität
  • auch mal schwereres Gepäck oder ein höheres Körpergewicht transportieren wollt

Mehr E-Scooter-Tests:

Wer ihn nicht kaufen sollte: Wer nur gelegentlich fährt, in einer Wohnung ohne Aufzug lebt oder einen möglichst leichten Roller sucht, ist hier falsch. Der Segway Ninebot Max G3D wiegt mit 23,5 Kilo spürbar weniger, kostet aber auch 100 bis 200 Euro mehr. Der Joyor S5 ist deutlich günstiger, aber ähnlich komfortabel – dafür mit weniger App-Spielereien.

Für 700 Euro bekommt ihr kaum einen Kompromiss, den ihr nicht auch bei deutlich teureren Modellen findet. Der einzige echte Haken bleibt das Gewicht. Aber sobald ihr einmal losgefahren seid, relativiert sich selbst das.


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