Seit Jahren sind Francsco Salicini und sein YouTube-Kanal Once Were Nerd eine feste Größe für alle, die sich für Retro-Handhelds, Emulatoren und vergessene Spieleperlen interessieren. Seine Testvideos dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern sind für viele auch eine wichtige Kaufberatung.
Doch seit dem 15. April ist für den italienischen YouTuber nichts mehr, wie es war: Die Guardia di Finanza, Italiens Finanzpolizei, durchsuchte sein Zuhause, beschlagnahmte 30 Handhelds und sogar sein Smartphone. Bis heute ist unklar, was Salicini konkret vorgeworfen wird – die Ermittlungen laufen, und erst ein Richter wird entscheiden, ob überhaupt Anklage erhoben wird.
Hausdurchsuchung beim Retro-YouTuber – was ist passiert?
Klar scheint aktuell nur: Es geht um einen möglichen Verstoß gegen das italienische Urheberrecht, speziell Artikel 171ter aus dem Jahr 1941. Bei schwerwiegenden Fällen drohen bis zu drei Jahre Haft und saftige Geldstrafen. Unter den Klägern tauchen laut Salicini auch große Namen wie Sony und Nintendo auf.
Die Hardware der getesteten Retro-Handhelds – etwa von Herstellern wie Anbernic – ist legal, Emulatoren ebenfalls. Doch das Problem sind die oft vorinstallierten Spiele-ROMs. Diese sind nur selten sauber lizenziert, auch wenn sie seit Jahrzehnten nicht mehr im Handel erhältlich sind.
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Wer solche Geräte testet oder bespricht, bewegt sich bislang in einer Art juristischer Grauzone. Viele gingen davon aus, dass Reviews toleriert werden – schließlich werden keine Spiele verkauft, sondern lediglich vorgestellt.
Der Fall Salicini zeigt aber, wie schnell aus Hobby und Leidenschaft ein ernstes rechtliches Risiko werden kann. Ein Urteil gegen ihn könnte bedeuten, dass auch andere Reviewer und Content Creator künftig im Visier der Behörden stehen, selbst wenn sie nie einen Cent mit illegalen Inhalten verdient haben.
Salicini selbst zeigt sich nach der Durchsuchung tief erschüttert: Noch am selben Tag zog er Konsequenzen und schaltete einen Anwalt ein. Zusätzlich startete er einen Spendenaufruf, um sich gegen die drohende Klage zu wehren.
In seinem aktuellen Video berichtet er zudem von einem weiteren Schlag: Die Behörden hätten ihn darüber informiert, dass sie nun auch eine Sperrung seiner Social-Media-Kanäle anstreben – und das, obwohl bislang kein Urteil gesprochen wurde.
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