Wie gerne würde ich Zero Parades: For Dead Spies mit völlig frischen Augen betrachten. In einem glücklicheren Paralleluniversum freuen sich gerade sämtliche Fans von Disco Elysium auf den Quasi-Nachfolger von Entwickler ZA/UM. In unserer Realität klingt aber das Drama um Markenrechte und Rauswürfe unüberhörbar laut nach. Wie die Hauptfigur aus dem Ausnahme-Rollenspiel schleppe ich immer ein paar Stimmen in meinem Kopf mit, die mir ihre Meinungen darüber zuflüstern.
Für viele, die Disco Elysium und seine Erfinder lieben, stand das neue Rollenspiel Zero Parades schon bei seiner Ankündigung auf bröckelndem Grund. Kann es ohne Robert Kurvitz und Co. überhaupt nochmal ein vergleichbares Werk geben, das so tief in die Seele sticht wie der viel geliebte Vorgänger?
Für die einen steht fest: Nein, und allein der Versuch zeugt von vergessenen Prinzipien und eiskalter Profitgier. Auf der anderen Seite steht das Studio ZA/UM, das sich missverstanden fühlt und betont, viele Angestellte seien nach wie vor mit voller Leidenschaft an Bord, mitsamt ihrer Erfahrungen aus der Disco-Entwicklung. Nur eben ohne die bekannteren führenden Kreativköpfe, die sich nach bitterem Streit getrennt hatten.
All das kann ich nicht einfach vergessen, als ich mich zum ersten Mal selbst an Zero Parades setze. Als riesiger Fan von Disco Elysium habe ich natürlich eine persönliche Meinung zu all den Geschehnissen – wer aus der politisch und gesellschaftskritisch interessierten Community hat die nicht?
Doch für heute haben wir genug über das Disco-Drama geredet, das sicherlich zum Release von Zero Parades ganz von selbst nochmal aufflammen wird. Zeit für einen Blick in das eigentliche Spiel, das ihr ab dem 23. Februar 2026 als Steam-Demo selbst ausprobieren könnt. Es gibt nämlich viel zu erzählen.
Ist das jetzt Disco 2.0?
Was ist Zero Parades überhaupt? Das Rollenspiel mit Iso-Perspektive spielt sich ganz ähnlich, wie man es vom Quasi-Vorgänger kennt: Die Hauptfigur erkundet die Welt wie in einem Point&Click-Adventure, interagiert mit Gegenständen, sammelt Items und führt vor allem Gespräche. Entweder mit anderen Figuren oder mit der eigenen Psyche.
Texte machen den größten Teil des Spiels aus, aber diesmal gibt’s mehr und hübschere Animationen dazu, etwa wenn meine Figur jemanden aus einem Sessel hochhebt oder eine junge Skaterin an mir vorbei braust. Das sieht sehr hübsch aus und lässt die Umgebungen direkt lebendig wirken.
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