Warum Kommunikation beim Fahren so wichtig ist: Lange Zeit fuhr ich ohne Headset Motorrad. Beim Solo-Fahren war das ohnehin kein Problem, denn ich wusste nicht, was ich verpasse. Beim Fahren mit Sozius bemerkte ich aber schnell, dass eine Besserung hermuss. Denn immer auf eine rote Ampel zu warten oder rechts ranzufahren, wenn man etwas Wichtiges zu erzählen hat, ist auf Dauer nervig. Daher habe ich jetzt das Sena Spider ST1 und das Sena Spider RT1 ausprobiert.
So war meine Motorrad-Situation bisher
Ich fahre seit knapp einem Jahr ein Cruiser-Motorrad. Damit bin ich nicht darauf aus, möglichst hohe Geschwindigkeiten auf offenen Autobahnen zu verfolgen, sondern fahre gerne gemütlich. Das hat für mich den Vorteil, dass ich viel mehr von meiner Umgebung wahrnehmen kann.
Fahre ich drei Stunden in eine Richtung, in der ich vorher noch nicht war, gibt es dort viel zu sehen. Üblicherweise bin ich an guten Tagen drei bis vier Stunden auf dem Motorrad. Dabei fahre ich nicht immer allein, sondern bin oft und gerne mit meiner Freundin als Sozius unterwegs. Und gerade hier bemerkte ich oft, dass ein Mittel der Kommunikation fehlt.
Wenn auf der Fahrt irgendetwas passiert, wir pausieren müssen oder vielleicht gerade ein süßer Esel auf einer Koppel an der Straßenseite zu sehen ist, dann klopft sie mir auf die Schulter. Um zu wissen, was los ist, muss ich den Helm öffnen und hoffen, dass ich ihre Stimme zumindest ansatzweise zwischen all den Windgeräuschen verstehe. Scheitert das, fahre ich rechts ran oder frage an einer roten Ampel nach. Das ist unschön.
Oft sind mir dadurch die süßen Esel
oder hübsche Autos auf einem Parkplatz
entgangen, die sich meine Freundin anschauen konnte.
Die Vorteile beim Fahren mit Headset
Der Einbau
Bevor ich mit dem Testen beginnen konnte, musste ich erstmal die Headsets in meine beiden Helme einbauen. Bei neueren Helmen ist das überhaupt kein Problem, denn hinter den Polstern, auf Höhe der Ohren, wurden bereits Ausbuchtungen eingearbeitet, in denen man die Lautsprecher des Headsets mit den beigelegten Klebe-Klettverschluss-Pads befestigen kann.
Trotz dieser Erleichterung ist der Einbau etwas fummelig. Jedenfalls, wenn man ein bisschen Wert auf Kabelmanagement legt. Für das anfängliche Testen bin ich mit meiner halb vorhandenen Kabelführung zufrieden. Da werde ich aber nochmal nachlegen.
Nachdem Lautsprecher und Mikrofon im Helm verklebt oder geklettet sind, verbindet man sie per Kabel mit dem Headset, das außen am Helm angebracht wird. Hier kann man sich aussuchen, ob man die Halterung für das abnehmbare Headset an den Helm klippt oder klebt - Ich habe mich fürs Festkleben entschieden und bin damit sehr zufrieden.
Ist alles befestigt, richtet man die Geräte per Sena-App auf dem Handy ein. Die Verbindung erfolgt dann über Bluetooth. Softwareseitig ist das Einrichten ein wahres Kinderspiel. Ist alles verbunden, kann es auch schon losgehen. Während der Fahrt kann man mit den Tasten dann noch problemlos die Lautstärke anpassen, wenn man den anderen doch nicht so gut versteht oder die Lautsprecher zu laut sind. Dafür nutzt man bequem die Tasten auf dem Headset und muss dafür nicht auf die Software im Handy zurückgreifen.
Die erste Fahrt mit Headset
Über die Sena-App haben wir uns in einem geschlossenen Kanal verbunden. Hier können andere Personen nur mit Einladungslink beitreten. Anders als im Mesh-Kanal, der offen für alle Biker in Reichweite ist.
Wir fuhren also los und schon bei der ersten Kreuzung, an der ich üblicherweise frage, ob alles gut ist, konnten wir einfach miteinander reden. Während der Fahrt musste ich nicht mehr raten, ob alles okay ist, sondern konnte einfach fragen. Und das zog sich durch einen großen Teil der Tour.
Wir machten uns gegenseitig auf andere coole Motorräder aufmerksam, freuten uns über süße Hunde entlang unserer Strecke und planten gemeinsam, welchen Ort wir als Nächstes anfahren. So hatten wir während der ersten Fahrt viel zu lachen - und das einfach beim Fahren.
Diese Verbindung machte die Fahrt noch viel besser. Klar redet man nicht die ganze Zeit und es gibt auch nach wie vor Streckenabschnitte, die man einfach in Ruhe genießt. Aber jederzeit miteinander reden zu können, während man gemeinsam auf Tour ist, bringt die Freude bei uns auf ein höheres Level.
Übrigens: Wenn ihr nicht mit Sozius, sondern mit anderen Fahrern verbunden seid, haben die Spider ST1- und RT1-Headsets in einer privaten Gruppe eine Reichweite von bis zu 1,6 Kilometern bis zum anderen Fahrer. Durch das Multi-Channel Open Mesh-System werden bis zu 8 Kilometer erreicht.
Die Wartung
Glücklicherweise sind die Headsets nicht nur beim Fahren bequem, sondern auch in der Wartung. Laut Hersteller beträgt die Sprechdauer bis zu 11 Stunden. Ich habe beide Geräte bisher immer nach zwei Touren aufgeladen und kam gut mit dem Akku hin. Zum Aufladen klemmt ihr das Headset einfach per USB-C auf USB-A-Kabel an eine USB-Buchse. Je nach Platz müsst ihr das Headset dafür nicht mal vom Helm abmontieren.
Selbst, als uns auf einer Landstraße der Regen erwischt hat, zeigten die Headsets keinerlei Probleme. Die Halterungen blieben fest und sicher am Helm. Nach der Tour habe ich sie einfach mit einem Tuch abgewischt.
Die Unterschiede zwischen dem ST1 und dem RT1 zeige ich euch hier genauer:
Fazit nach 2 Wochen
Nach zwei Wochen mit dem Sena Spider ST1 und RT1 will ich ehrlich zu euch sagen: Ich hatte nie gedacht, dass so ein kleines Gerät meine Motorradtouren so sehr verändern kann. Es ist nicht nur bequemer, sondern verbindet im wahrsten Sinne des Wortes.
Ob es um Smalltalk geht oder Absprachen zur Route - alles klappt nebenbei und macht die Fahrt noch spaßiger.
Vor der Nutzung der Headsets sah ich die Teile als Spielerei. Heute gehören sie für mich schon fast zur Grundausstattung. Zwar nicht so wichtig wie Helm und andere Schutzkleidung, aber sie heben Motorradfahrten auf das nächste Level.
Ich bin schon gespannt, wen ich auf meinen Touren im offenen Mesh-Kanal kennenlerne. Das habe ich bisher nur auf YouTube-Videos erlebt. So haben sich Solo-Fahrer kurzerhand zusammengetan und fuhren gemeinsam die Tour weiter, nachdem beide im Offenen Kanal
aufeinandergetroffen waren.
Fahrt ihr selbst auch mit Headset auf euren Touren oder genießt ihr lieber die Stille? Kommuniziert ihr lieber per Handzeichen? Schreibt uns eure Meinung doch in die Kommentare.
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