A brilliant Link-Raziel-Kratos Cake. And no, it's not a lie!

Eine großartige Mischung bekannter Spielelemente, die am Ende etwas ganz Neues in einem tollen Setting schafft und eine wirklich ungewöhnliche Hauptfigur mit...

von TGfkaTRichter am: 30.10.2010

Eine großartige Mischung bekannter Spielelemente, die am Ende etwas ganz Neues in einem tollen Setting schafft und eine wirklich ungewöhnliche Hauptfigur mit tollen Bosskämpfen präsentiert. Ein Gamepad sollte allerdings dringend mit an Bord sein.

Eine gelungene Mischung

Man erkennt beim Spielen von Darksiders sehr schnell, dass sich das Spiel bei vielen anderen Titeln - wie soll man es nennen - ein wenig Inspiration besorgt. Das Kampfsystem erinnert an Spiele wie God of War oder Devil May Cry, erreicht jedoch nicht annährend deren Tiefe, die Itemjagd erinnert stark an Zelda, während das Dungeon Design und das Weltdesign hier und da an das grandiose Soul Reaver erinnert. Am Ende bedient sich Darksiders selbst bei Valves Portal. Eine ziemlich abstruse Mischung. Wer nun glaubt, dass Darksiders ein uninspirierter Eintopf (man entschuldige die abgegriffene Metapher) aus geklauten Spieleelementen darstellt, der irrt jedoch gewaltig. Darksiders gelingt es nämlich, all diese geliehenen Elemente sehr sinnvoll zu kombinieren und auf diese Weise etwas zu erschaffen, das gerade auf dem PC im Moment seines Gleichen sucht.

Die Handlung

Die Handlung von Darksiders hält sich nicht lange mit Geplänkel auf sondern beginnt gleich mal mit dem Weltuntergang. Im Gegensatz zu vielen anderen postapokalyptischen Spielen (ein Begriff, der bei Darksiders allzu gut passt), dürfen wir diesmal den Untergang der Menschheit spielend miterleben. Dabei schlüpft der Spieler in die Rolle von niemand Geringeren als Krieg, einer der vier biblischen apokalyptischen Reiter. Nachdem Krieg im apokalyptischen Gefecht der Engel und Dämonen ein wenig für Chaos gesorgt hat, muss er dummerweise feststellen, dass keiner seiner drei Kameraden ihm bei seiner Schlacht mit zur Seite steht und er gründlich betrogen wurde. Wenig später wird Krieg von seinen Meistern, einem neutralen Rat, der zwischen Himmel und Hölle steht, nämlich das Ende der Menschheit und der viel zu früh eingeleitete Weltuntergang angelastet. Darauf brennend, seinen Namen reinzuwaschen, kehrt Krieg hundert Jahre nach dem Ende der Menschheit auf die zerstörte Erde zurück, um die wahren Schuldigen an der Katastrophe zu finden und zu bestrafen. Muss man in diesem Kontext überhaupt erwähnen, dass Krieg vorher eines großen Teils seiner Kräfte beraubt wurde, oder versteht sich das von selbst?

Das Kampfsystem

In Darksiders wird viel gekämpft und leider ist das Kampfsystem, obgleich unterhaltend, nicht in der Lage mit Größen wie God of War oder Devil May Cry mitzuhalten. Dennoch werden die flotten Kämpfe nicht langweilig, man hätte sich eben nur hier und da mehr Manöver und vielleicht auch mehr Waffen gewünscht. Neben Kriegs Schwer gibt es zwar noch zwei andere Waffen, die jedoch im Kampf im Vergleich relativ nutzlos daherkommen. Dafür wissen die Bosskämpfe zu gefallen. Sie sind zwar alles andere als schwer, aber dennoch cool designed und eigentlich nie durch simples Draufhauen zu gewinnen. Rätselmuffel müssen nun aber nicht besorgt sein, ähnlich wie in Zelda ist die zuletzt gefundene Fähigkeit eigentlich immer der recht offensichtliche Schlüssel zum Sieg.

Die Dungeons

Wenn es einen Bereich gibt, in dem Darksiders wirklich glänzt, dann ist es das grandiose Dungeon Design. Jeder der Dungeons ist großartig designed und mit neuen Ideen versehen. Ein Dungeon befindet sich dabei sogar nahezu komplett unter freiem Himmel. Auch die Settings der verschiedenen Levels sind durch die Bank weg hervorragend gelungen und wundervoll abwechslungsreich. Dazu kommt eine tolle Mischung aus Rätseln und Kämpfen, angereichert mit versteckten Schätzen und den bereits erwähnten gelungenen Bossfights. In diesem Punkt kann Darksiders wirklich locker mit seiner größten Inspirationsquelle, Soul Reaver, mithalten und das ist kein geringes Kompliment.

Die Grafik

Grafisch weiß Darksiders zu überzeugen, ohne dabei richtig zu glänzen. Die Grafik ist stimmig und technisch sauber, aber eben auch nicht brillant. Es gibt keine Szene, die einem Spieler von heute die Kinnlade nach unten klappen lässt, aber eben auch keine, von der er sich mit Grauen abwenden muss. So oder so gefällt aber auf jeden Fall der extreme Abwechslungsreichtum der einzelnen Settings. Im Gegensatz zu anderen Endzeitspielen, besteht die Welt von Darksiders nicht nur aus trostlosen Ruinen und Wüsten. Neben gothischen Kathedralen finden sich sogar grüne, beinahe idyllische Täler (wenn nur die ganzen Dämonen nicht wären). Das leicht übertriebe Design der Charaktere und Waffen muss man natürlich mögen, seine Konsequenz und Stimmigkeit kann man ihm aber auf keinem Fall absprechen.

Der Sound und die Musik

Die Musik von Darksiders passt sich dynamisch der jeweiligen Situation an und erscheint nie unpassend. Allerdings ist sie auch nur selten auffällig. Wirklich einprägsame Themen und besonders dramatische oder schöne Melodien fehlen leider. Ich zumindest konnte mich nach den Spielen an keine Melodie mehr erinnern. Schade eigentlich. Für die Soundeffekte gilt ähnliches. Immer passend, nie herausragend. Bei den Sprechern sieht das hingegen ein wenig anders aus. Ich habe Darksiders nur auf Englisch gespielt und zumindest die Sprecher in der Sprache konnten voll und ganz überzeugen. Vor allem der mal wieder großartige Mark Hamill macht wie eigentlich immer einen großartigen Job. Zwar kann keiner der anderen Sprecher an die Leistungen Hamills anknüpfen, sie bringen aber dennoch eine sehr gute Leistung und bleiben durch die Bank weg in positiver Erinnerung.

Die Steuerung

Darksiders ist ursprünglich ein Konsolenspiel und das merkt man dem Titel bei der Steuerung auch deutlich an. Maus und Tastatur werden zwar unterstütz, können ein gutes Gamepad nicht ersetzen. Mit einem Gamepad spielt sich Darksiders flüssig und überaus angenehm, aber eben auch nur mit einem Gamepad. Aber hey, zeichnet es nicht uns PCler aus, dass wir uns nicht nur an ein Perepheriegerät klammern?

Das Fazit

Darksiders ist ein sehr gutes Spiel geworden, das sich zwar teilweise hemmungslos bei anderen Titeln bedient, aber eben dennoch etwas Eigenes erschafft. Die Technik ist okay, das Kampfsystem alles in allem gelungen, die Story interessant und das Dungeondesign einfach nur grandios. Dazu kommen viele sammelbare Goodies und ein gelungenes Grafikdesign. Nur auf ein Gamepad sollte man tunlichst nicht verzichten!

Wertungsphilosophie

Ich werte nur in Fünferschritten, wobei bereits eine 80 ein sehr gutes Spiel auszeichnet und eine 75 für Genreliebhaber noch eine klare Kaufempfehlung darstellt. Die 85 ist für Spiele reserviert, die mir besonders viel Spaß gemacht haben, während die 90 und die 95 für absolut herausragende Titel gedacht sind, von denen ich hoffe, dass man über sie noch in 100 Jahren sprechen wird. Ein 100 Titel ist mir leider noch nicht untergekommen. Die Gamestar typischen Unterpunkte benutze ich daher nur, um meine Wertung zu erreichen, weshalb sie kaum eine Relevanz haben. Die Plus/Minus Punkte kann man sich natürlich dennoch gerne ansehen.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Sehr stimmig, abwechslungsreich
  • Sound: immer passend, gute engl. Sprecher
  • Balance: guter Einstieg, nie unfair, nette Puzzles
  • Atmosphäre: Durchweg sehr stimmig, sehr abwechslungsreich
  • Bedienung: Toll mit Gamepad
  • Umfang: lange Spielzeit, hoher Wiederspielwert
  • Leveldesign: Geniale Dungeons, abwechslungsreiche Areale
  • KI: Bosse erfordern eigene Taktik
  • Waffen: Viele Items und Möglichkeiten im Kampf
  • Handlung: Interessantes Setting, gelungenes Ende
  • Grafik: tech. nicht brilliant, kaum Optionen
  • Sound: plätschert ein wenig vor sich hin
  • Balance: im Großen und Ganzen zu leicht
  • Atmosphäre: Das Design wird nicht jedem gefallen
  • Bedienung: Maus und Tastatur nicht empfehlenswert
  • Umfang: einiges an Backtracking
  • Leveldesign: Einige Gebiete sieht man einfach zu oft
  • KI: Standartgegner extrem doof
  • Waffen: Nur eine wirklich nützliche Hauptwaffe
  • Handlung: Krieg selbst bleibt leider blaß

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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