Alan auf Abwegen

Rezension: Alan Wake's American Nightmare (V. 1.03.17.1781, Steam-Version)

von ModuGames am: 05.02.2020

Das Addon American Nightmare zum Actionspiel Alan Wake stellt eine Veränderung im Stil dar: Die Horrorelemente werden quasi über Bord geworfen, dafür steht das Shooter-Gameplay mehr im Vordergrund. Und das halte ich für einen durchaus richtigen Ansatz.

 

Alans Kampf gegen... sich selbst?

Alan Wake, im Spiel als der „Meister des Lichts“ bekannt, muss es erneut mit einem scheinbar übermächtigen Gegenspieler aufnehmen: und zwar sich selbst! Seinem bösen Doppelgänger Mr. Scratch, um genau zu sein - der „Bote der Dunkelheit“ genannt. Den Kampf gegen diesen bestreiten Sie innerhalb einer Zeitschleife, konkret heißt das: Auf Ihrer Reise durchqueren Sie insgesamt drei Mal dieselben Gebiete. Der Clou dabei ist jedoch, dass sich mit jedem Mal der Verlauf der Geschichte ein wenig verändert und Alan immer mehr Informationen sammeln kann, um es letztlich mit seinem Gegenspieler aufzunehmen. Die Vorstellung, jedes Mal dieselben Levels bewältigen zu müssen, ist natürlich alles andere als attraktiv. Gerade den zweiten Durchgang habe ich als sehr ermüdend empfunden, danach zog die Motivation jedoch wieder an.

Verbesserungen an allen Ecken und Enden

Dies lag vor allem daran, dass mit jeder Wiederholung neue Gegner und Dialoge eingeführt werden - zumal sich die Aufgaben auch ein wenig anders entwickeln. Weiterhin finden sich nun auf den Maps Kisten, welche sich durch eine gewisse Anzahl an gefundenen Manuskriptseiten (wir erinnern uns: Alan ist Autor) öffnen lassen. Auch wenn es frustrierend ist, dass man für manche Waffen explizit der Sammelei nachgehen muss: Die Scheißeisen können wesentlich mehr motivieren als noch im Hauptspiel. Endlich stehen Automatikwaffen zur Verfügung, der Nachladevorgang fällt während den Kämpfen sehr angenehm aus und die Batterie der Taschenlampe - die nach wie vor zum Verwunden der Monster gebraucht wird - lädt sich viel schneller auf. Dies aller führt zu einer viel flüssigeren Shootererfahrung.

Die Erweiterung glänzt aber noch an anderen Stellen: Das Repertoire an Gegnern wurde aufgestockt, so gibt es jetzt Monster, die sich in einen Vogelschwarm verwandeln können und somit noch schwieriger zu erwischen sind. Doch auch die großen Kerle, die einer Mischung aus Holzfäller und Left 4 Dead-Ungetüm nahekommen, hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Auch wurden die oftmals sehr schlauchigen Levels des Hauptspiels gegen drei größere Areale ausgetauscht, in denen Sie sich relativ frei bewegen können. Das mag minimal auf die Spannung drücken, dafür wirkt die Welt aber durchaus glaubwürdiger. Gegen Ende würde ich jedoch gerne einen recht kontroversen Punkt ansprechen - die kurze Spielzeit. Laut Steam habe ich nur etwas über zwei Stunden mit der Erweiterung verbracht, was ich jedoch als befriedigend erachte. Schon beim Hauptspiel habe ich angemerkt, dass die Erzählung von einer kürzeren Laufzeit profitiert hätte, und bei American Nightmare haben die Entwickler aus meiner Sicht einen annehmbaren Kompromiss getroffen.

Fazit

Alan Wake's American Nightmare ist eine - gegenüber dem Hauptspiel - in fast jeder Hinsicht bessere Erfahrung: Die Gegnervielfalt wurde erhöht, die Waffen spielen sich interessanter und die Gebiete sind nun weniger linear und fühlen sich organischer an. Doch trotz aller lobenswerten Neuerungen kann der Titel in Sachen Spielspaß nach wie vor nicht mit vergleichbaren Third-Person-Shootern/Action-Adventures mithalten.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Weniger als 5 Stunden



Kommentare(1)

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