Authentizität sei dein Name

Maden statt Eier zum Frühstück, Hundefutter zum Abendessen.Max Rockatansky lebt den Albtraum eines Daseins in einer postapokalyptischen Welt, in der...

von D3nn15_M_10 am: 18.02.2017

Maden statt Eier zum Frühstück, Hundefutter zum Abendessen.
Max Rockatansky lebt den Albtraum eines Daseins in einer postapokalyptischen Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt.

Story
Irgendwann hat jeder alles verloren. Es ging so schnell, dass niemand Zeit hatte darüber nachzudenken, was überhaupt passiert war. -Max Rockatansky

Der Alleingänger Max (Rockatansky) muss im Ödland tagtäglich um sein Leben fürchten, welches durch das Aufeinandertreffen mit dem Tyrannen Scrabous Scrotus auf eine harte Probe gestellt wird. Nachdem er von der ihn verfolgenden Kolonne Prügel kassiert, wird sein Auto "The Big Chief" samt des V8-Motors gestohlen und unter Gewahrsam genommen. Mad Max macht seinem Namen alle Ehre, als er den Laster einholt und sich Scrotus im Kampf stellt.
Obwohl es ihm gelingt, Scrotus halben Kopf mit einer Kettensäge aufzusägen, stößt dieser ihn vom Wagen und Max hat wieder alles verloren.
Einige Zeit später erwacht er und hat, bevor er die Ebenen der Stille erreichen kann, nur noch ein Ziel vor Augen: Gastown. Denn dort wartet Scrotus und nicht zuletzt sein geliebter V8-Motor auf ihn. Einsatzfähig und bereit zum Abholen.

Der Inhalt dieses grandios inszenierten Intros legt den Grundstein für die folgende Geschichte von Mad Max. Allerdings findet man ziemlich schnell heraus, dass die Hauptstory sonst nicht viel zu bieten hat. Allgemein erlaubt man sich kaum Ausschweifungen und gibt der Hauptgeschichte nur ganz selten Tiefe.


Gameplay
Wie es sich für ein Open-World-Spiel gehört, ist im Ödland die Fülle an Missionen und sammelbaren Gegenständen gigantisch. 
Es zeichnet sich zudem recht schnell ab, dass der Fokus im Spiel auf dem Autofahren liegt. Es gibt nicht nur extrem viele Autos (Erzengel), die man herstellen kann, sondern ist in der Lage, sein eigenes perfektes Fahrwerk, den Magnum Opus zu optimieren.
Daneben lässt Max, im 3rd-Person Modus spielbar, in zahlreichen Lagern seine Fäuste sprechen oder jagt dieses gleich ganz in die Luft.
Die Entwickler Avalanche Studios haben zwischen den beiden Hauptaspekten "Fahren" und "Kämpfen" eine sehr gute Balance geschaffen, die sich nach eigenen Aussagen auf 60/40 beläuft.


Missionen
---Zu wenig Kreativität---
Am Ende bleiben nur wenige besondere Missionen im Gedächtnis und oft unterscheiden sie sich kaum von Nebenmissionen.
Generell steckt in der Missionsgestaltung zu wenig Individualität, was sich bei Lagern ändert, die einen Großteil des Spielspaßes ausmachen.
Entweder man kämpft sich in Stank Gums Lager durch eine große Gegnerzahl, zerstört zusätzlich Öltanks oder nimmt sich einen Topdog vor. 

Im Auto
---Fokus falsch platziert---
Das Fahren im Auto gestaltet sich als sehr schwierig und undynamisch.
Die Autos wirken sehr unbeweglich und fahren äußerst schwammig, was daran zu erkennen ist, dass keine Umdrehungen möglich sind. Welchen Schwerpunkt man beim Zusammenstellen des Magnum Opus setzt, entscheidet über das Handling, das anstrengend bis akzeptabel sein kann. Allgemein lässt sich sagen, dass die Autos auf den Kampf ausgelegt sind, da Schnelligkeit (Booster) und Stärke (Rammsporn) der Autos stark ausgeprägt sind.
Der Kampf im Auto ist ein weiterer wichtiger Aspekt des Spiels und ist durch eine Art Raketenwerfer, einer Harpune und einen Flammenwerfer spannend.

Kampf
---Aufgegriffen und optimiert---
Das Kampfsystem zu Fuß ist eine Mischung aus Box- und Wrestlingangriffen. Erfunden durch Batman: Arkham City und unter anderem fortgeführt durch Assassin's Creed Syndicate nur einen Monat nach dem MadMax-Release, weisen die Kämpfe der genannten Spiele signifikante Gemeinsamkeiten auf. 
Max selbst kann rammen, Schilder brechen, mit Waffen (sogar mehrere Gegner auf einmal) schlagen, Donnerstecher werfen, sowie harte und leichtere Schläge austeilen. Im Laufe des Spiels erlernt Max immer wieder neue Kombos, die nicht nur verrückt aussehen, sondern auch verdammt effektiv sind.

OpenWorld
Durch den Zugriff auf die Weltkarte erkennt der Spieler eine sehr weit gefächerte Landschaft, die sich in 7 Gebiet einteilt, davon 4 Hoheitsgebiete von Anführern, die mehr oder weniger gegen Scrotus arbeiten, das von eben jenem regierte Gastown, ChumBuckets (siehe: Max) Versteck und eine neutrale Buzzardzone. Möchte man sich eine 8. Zone dazudichten, könnte man noch das Große Nichts als diese bezeichnen, da aber der Zutritt zwangsläufig mit dem Tod endet, wird hier eher die Grenze gezogen.
Schnellreisepunkte sind genügend vorhanden, da man neben den Festungen zu (vorher erkundeten) Aussichtspunkten reißen kann, von wo man außerdem Dinge aus der umliegenden Umgebung langfristig auf der Karte markieren kann.
Alle Festungen können zudem durch Bauprojekte verbessert werden, was zudem Ansporn ist, die Welt genauer kennenzulernen. 
Eben diese Bauprojekte können neben unzähligen Schrottteilen und Historischen Relikten in sogenannten Suchbereichen gefunden werden.
In den einzelnen Sektoren gilt es, die Bedrohung seitens Scrotus zu verringern, was durch das Eliminieren von Fahrzeugkolonnen, das Entschärfen von Mienen, Abreißen von Vogelscheuchen und nicht zuletzt die Einnahme von Lagern erfolgt. Folglich steigt der Respekt der Ödländer vor Max und anstatt ihm den Tod zu wünschen, ehren sie ihn bald darauf als Heiligen. 

Atmosphäre
---Selten so was Hässliches gesehen---
Was soll man schon über eine Grafik sagen, deren Ziel es ist, etwas Hässliches darzustellen? Das was die Welt von MadMax darstellen soll, wird durch eine postapokalyptische und triste Einöde perfekt inszeniert. Die Lichteffekte sind grandios und der Blick in die Ferne kann sich immer wieder sehen lassen. Dazu gibt es auch atemberaubende Orte, wie ein Vulkan oder Schwefelsümpfe. 
Der Sound ist in Kämpfen zu hektisch und gibt in ruhigen Momenten (leider viel zu leise) ganz starke Töne von sich. 
Der Titelsong "Soul of a Man" kann sich hören lassen und ist selbstverständlich auf den Hauptcharakter bezogen.

Max
---Give that Man a beard!! (Omage an den Missverstandenen)---
Für viele unsympatisch aufgrund des Aussehens und seines Charakters hielt Max schon so manchen Gamer vom Kauf ab.
Die Lösung? Bart wachsen lassen! -Kein Scherz.
Ich weiß nicht genau was es ist, aber der Bart gibt Max eine Glaubwürdigkeit, die ich selten bei einem Hauptcharakter verspürt habe (vgl. Joel aus The Last of Us). Max wird von dem Spieler verstanden, da er Authentizität ausstrahlt und nicht mehr einen Draufgänger, sondern einen verkommenen, verlorenen Alleingänger darstellt. 
Neben dem Aussehen birgt Max Charakter mehr Tiefe, als man denkt.
Max will nicht vergöttert werden, wird es aber dennoch und lässt sich doch nicht von seiner Maxime abbringen, mit niemandem eine Freundschaft aufzubauen, da er den erneuten Verlust fürchtet.
Seine körperliche Entwicklung wird durch Griffazeichen vorangetrieben und durch einen Legendenrang bewertet.

Auf seinen Reisen trifft er einige Personen, unter denen vor allem ChumBucket hervorsticht. Der bucklige Mechaniker erweist sich nicht nur als ausgezeichneter Mechaniker, sondern auch als treuer Gefährte und absoluter Sympathieträger. Auch er kennt den Schmerz aus vergangenen Tagen, ist aber gleichzeitig sehr unterhaltsam, wenn er mit Max spricht und die Feinde verbal attackiert.

Fazit
Mad Max ist ein vielseitiges Open-World-Action-Adventure, dass eine grandiose Grafik, aber eine platte Geschichte darstellt. Der Langzeitspielspaß ist gegeben, aber der Wiederspielwert fraglich. Neben der beeindruckenden Atmosphäre liegt ein zu ihr passender Hauptprotagonist vor, der eine gnadenlose gerechte Härte ausstrahlt. Alles in Allem gibt es wenig Negatives zu sagen und viel Positives hervorzuheben.

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Wertung
Pro und Kontra
  • -Hauptcharakter
  • -Grafik
  • -Düstere Atmosphäre
  • -Kampfsystem
  • -OpenWorld-Elemente
  • -Fahrverhalten
  • -platte Geschichte

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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