Bildgewaltige Kriegskulisse, technisch vereist !

„Luke, ich bin dein Vater“ - dieses Zitat und dessen Schallfrequenzen kennt jeder Star Wars-Veteran aus dem Eff-Eff.Diese Worte treffen, wie schon für den...

von - Gast - am: 20.07.2008

„Luke, ich bin dein Vater“ - dieses Zitat und dessen Schallfrequenzen kennt jeder Star Wars-Veteran aus dem Eff-Eff.
Diese Worte treffen, wie schon für den Erstling, nicht auf Star Wars Battlefront 2 zu – zumindest nicht in dieser Form. Hier ist der Sohn nicht Luke Skywalker, sondern Star Wars Battlefront, der Vater ist hier auch nicht Anakin Skywalker, also Darth Vader, sondern Pandemic.

Denn Pandemic ist das Entwicklerstudio, das nicht nur mit Star Wars Battlefront einen ernsten Konkurrenten zu Battlefield geschaffen, sondern auch leider nur auf Konsolen mit der tollen Kriegs-/Actionsimulation „Mercenaries“ für Auszeichnungshagel gesorgt hat.
Nun ist der zweite Star Wars-Ableger aus dem Hause Pandemic bereit, den grandiosen Vorgänger noch zu toppen und zur besten Actionhatz aus dem Star Wars-Universum zu werden – Mission acomplished ?

Jedi oder Sith ?

Oftmals wurde das Star Wars-Universum für Spiele-Software mehr oder weniger missbraucht, viele Genres nennen bereits einen Star Wars-Titel ihr eigen. Action-Adventure, Strategietitel, Space-Simulationen, Actionspiele, Rollenspiele oder sogar Rennspiele haben ihr Gesicht mit Elementen der berühmtesten Weltraum-Geschichte aller Zeiten geschmückt, mehr oder weniger erfolgreich.

Das qualitativ beste Star Wars-Spiel ist definitiv das grandiose Knights of the old Republic, das meistverkaufte allerdings ist der Massenschlacht-Simulator Battlefront – mehr Kino-Flair kann man sich abgesehen von den Filmen mit keinem anderen Star Wars-Titel ins Wohnzimmer holen.
Das erste Battlefront bestach bereits mit opulenten Effekten, großen Schlachtfeldern und einer Kino-Athmosphäre, die das überladene Interface sofort mental ausblendeten und für Stunden, immer wieder aufs Neue fanszinierten.
Jetzt stellt sich die Frage, ob Star Wars Battlefront 2 der Tugend des Vorgängers folgen und noch fester an den Bildschirmfesseln kann – mit dem nahezu gleichen, kaum veränderten Spielprinzip ? Zur Freude der Gemeinde : Ja, es kann ! Zwar kann man Battlefront im Extremfall als Karten-Add-On zum Vorgänger bezeichnen, allerdings haben die Jungs von Pandemic dieser Annahme mit einigen coolen Neuerungen erfolgreich vorgebeugt.

Musste man im ersten Battlefront im Storymodus noch ausschließlich eine vordefinierte Karten-Liste ohne jegliche Besonderheiten abklappern, präsentiert sich Battlefront 2 mit einer gut designten und unterhaltsamen Kampagne, die soger im Koop-Modus mit einem Mitstreiter ausfechtbar ist – großes Lob an Pandemic, das ist heute keinesfalls mehr selbstverständlich.

Die Kampagne lockt mit clever designten, abwechslungsreichen Einsatzzielen, die die Spieler regelmäßig zum Wechsel der glücklicherweise konsequenter als noch im Vorgänger differenzierten Einheiten verleiten, mit intelligent verteilten Showdown-Lokalitäten, die jederzeit anhand von taktisch wichtigen Angriffsrouten und Positionen stets gut zu bearbeiten und durch die glücklicherweise immer nahliegenden Respawnpunkte immer gut erreichbar sind – das sorgt für Motivation und dynamische Vielfalt.

Getreu dem Vorgänger besinnt sich das Spiel auf eine gute Balance, Ausnahmen sind selten, eine eindrückliche davon ist allerdings die Infanterie-Karte Yavin IV – wie im Vorgänger bereits ist sie extrem schwer zu knacken, gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad.

Besonders bei den beiden anderen großen Neuerungen muss sich das Balancing bewähren, denn nun ist es erstmals in Battlefront möglich, die Helden aus den Filmen zu spielen, ob Sith, Kopfgeldjäger Jango oder Boba Fett, Jedi oder Rebellen wie Han Solo, Chewbacca oder sogar Prinzessin Leia – bis auf Qui Gon Jin sind alle mit von der Partie, besonders die Spezial-Skills der Helden sorgen für schweißtreibende Manöver, leider sind die Infanterie-Helden wie Han Solo, Leia, Chewbacca oder die Fett-Brüder im Gegensatz zu den Lichtschwertschwingenden Sith und Jedi schon fast hinfällig, da reißt auch eine entsprechende Spielweise nicht viel raus – eine Balanceschwäche des Spiels.
Insgesamt ist die Balance, auch wenn sie etwas schwächer ist als im Vorgänger, nach wie vor top, wenn man sich die Komplexität des Spiels vor Augen führt. Die dritte große Neuerung betrifft den bereits aus dem Vorgänger bekannten Conquest-Modus, in dem man seine Flotte(n) mehr oder weniger strategisch durchdacht über ein Art Spielfeld schiebt und an bestimmten Stellen, an denen sich Planeten befinden, Infanterie-Schlachten schlägt.

Waren die Schlachten und dessen Teilnahmevoraussetzungen im Erstling noch bedeutungslos, gibt es im Nachfolger nun Boni, die von „Siegesprämien“ der gewonnenen Infanterie-/und Raumschlachten gekauft werden können und etwa mit „Bacta-Tanks“ die Energie der Einheiten langsam, aber kontinuierlich wieder auffüllen oder anhand des Sabotage-Bonus feindliche Fahrzeuge bereits zu 75% beschädigen.
Raumschlachten ? Die Raumschlachten sind die vierte und letzte große Neuerung von Star Wars Battlefront 2 im Bezug auf den Vorgänger. Sobald im Conquest-Modus die eigene und die gegnerische Flotte aufeinanderstoßen, findet ein hitziges Massengefecht im All statt – vor hübschen Hintergründen, wie gewohnt auch bei den Infanterie-Schlachten mit 40 Bots insgesamt.

Im zweiten Ableger funktioniert die KI erfreulicherweise wieder erstaunlich gut.
In direkten Feuergefechten ist sie nach wie vor verpeilt und nicht besonders treffsicher, unabhängig vom Schwierigkeitsgrad. Die Eigenständigkeit ist allerding wieder bewundernswert, alles läuft von allein, bis auf relativ häufige Aussetzer absolut verlässlich. Auch im All bemannen die KI-Einheiten selbstständig ihre Gleiter und nehmen die Jagd auf feindliche Jäger auf.
In Fahrzeugen ist sie allerdings gewohnt unflexibel, ihm Anbetracht auf den Rest aber völlig in Ordnung.

Technisch hat sich die „Serie“ allerdings in keiner Beziehung weiterentwickelt, nach wie vor besticht sie mit knalligen Effekten, schönen Animationen, riesigen Schlachtfeldern und bildgewaltigen Kulissen, andererseits trüben viele Grafikfehler, PopUps, verwaschene Texturen und extreme Detailarmut das Gesamtbild – zum Erscheinen des Erstlings noch nett, ist es heute eher durchschnitt für solch ein Mammut-Projekt.
Akustisch wagen die Entwickler keine Experimente und verwenden die starke Lizenz und somit auch die bekannten Star Wars-Klänge – mehr kann man sich bei dieser Kulisse nicht wünschen.
Technisch wurde Star Wars sicher von der Playstation 2-Variante gestoppt, die die Massengefechte zwar bewältigt, aber mit extremen Rucklern zu kämpfen hat – für den PC keine Hürde mit Playstation 2-Anforderungen.

Jeder, der optimistisch zum Erstling gegriffen hat und nicht enttäuscht wurde, erwartet hier auch keinesfalls einen Fallout. Star Wars Battlefront 2 ist eine sichere Bank für Action-Fans denen Battlefield zu groß und steril und das entsprechend andere Szenario zu langweilig ist.
Star Wars-Fans können blind zuschlagen.



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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Riesige Kulissen, nette Einheiten-Modelle, Animat.
  • Sound: Bekannte Star Wars-Akustik, toller Surround-Sound
  • Balance: Neutral gestaltete Levels, min. Vort. durch Boni
  • Atmosphäre: Schauplätze, Helden, Einheiten aus Filmen, Musik
  • Bedienung: Simple Bedienung, einfache Raumgleitersteuerung
  • Umfang: Großer Eroberungs-Modus, Kampagne, Schnellpartien
  • Leveldesign: Gewaltige Hintergründe, neutrale Voraussetzungen
  • KI: Eigenständig, gute Raumgleiterkontrolle, flott
  • Waffen: gut balanciert, Vor-/und Nachteile, keine Superwa.
  • Handlung: Gute Sequenzen, Schlachten aus der Story
  • Grafik: Detailarmut, üble Text., Farbarmut, Polygonarmut
  • Sound: Unmotivierte Sprecher
  • Balance: Manche Helden wenig wirkungsvoll
  • Atmosphäre: Recht häufige KI-Aussetzer
  • Bedienung: Hakelige Drehung mit Infanteristen und Vehikeln
  • Umfang: Manche Karten sehr ähnlich
  • Leveldesign: Teils sehr trist, viel Leere, kaum Landschaftsdet.
  • KI: Zielwasser leer ?, verhakt sich oft, Ausstzer
  • Waffen: Scharfschütze eher sinnlos, Minen selten nützlich
  • Handlung: Kaum In-Game-Gezug, schwer nachvollziehbar

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(3)

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