Blood Knights - das Grauen der Neuzeit RPG's

Als ich Ende 2012 den ersten Trailer zu Blood Knights gesehen habe war ich aüßerst positiv überrascht. Deck13 sprach vorher von einer...

von - Gast - am: 16.11.2013

Als ich Ende 2012 den ersten Trailer zu Blood Knights gesehen habe war ich aüßerst positiv überrascht. Deck13 sprach vorher von einer "unverbrauchten, fantastischen Welt" und "Wir werden dem Spieler ein extrem rasantes, düsteres RPG bieten, das ihn so schnell nicht mehr loslassen wird.", und so sah es auch aus.


2 Jahre und mehrere Realeaseverschiebungen später, lade ich das Spiel bei Steam zu einem doch recht günstigen Preis von 15€ runter und freue mich bereits darauf den schurkischen Vampirschergen den gar aus zu machen. Die 2 GB an Setupdateien waren auch zügig geladen. Noch schnell den Xbox-Controller angeschlossen und los geht's!

 

Die Einführung in das Spiel hat bei mir jedoch bereits die ersten Sturnrunzler ausgelöst: Ohne jegliche Erklärungen bezüglich des anwesenden Priesters oder der hübschen Vampirin an die man "gebunden" ist, wird man direkt ins Kampfgetümmel gegen den Untoten Horden geschickt. Nicht das es verkehrt ist Storyelemente im Dunklen zu lassen, hier hat man eher das Gefühl, dass die Entwickler zu faul oder schlampig waren.  Die Inszenierung der Figuren im Verlauf des Spiels ist schlichtweg grottig. Anstatt die Abhängigkeit der beiden Charactere voneinaner dramaturgisch in Szene zu setzen, findet man nur platte Witze im Stil von The Incredible Adventures of Van Helsing - nur viel schlechter. Aber was solls! Das ist immerhin ein Hack&Slay, da steht die Geschichte (bei mir zumindest) sowieso eher an zweiter Stelle. Doch auch im gameplay und der Grafik selber hat Blood Knights deutliche Schwächen.

 

Man wird durch schlauchige, texturarme und schwammige Level gejagt für die sich Entwickler bereits vor 8 Jahren geschämt hätten. Gesichter sind ausdruckslos und Augäpfel rollen ziellos umher, die den wenigen ernsteren Szenen eine ungewollte Komik verleiht. Das Kampfsystem ist einfach gehalten. Man kann jederzeit zwischen Jeremy und Alysa mit (Y) umschalten, was cool ist, aber jeder der beiden hat gerade mal 3 "aktive" Fähigkeiten (und eine Blutsaug-Fähigkeit). Das war's dann aber auch schon mit Abwechslung. Die Kämpfe sehen dann immer so aus, dass man mit dem Nahkämpfer in die Gegnerhorde springt, einmal um sich rumwirbelt, buttonmashing auf den (X)-Knopf macht und dann mit dem Blutsaugen sein Leben wieder auf Maximum bringt, was sich nicht nur langweilig anhört, sondern auch noch jegliche Taktik vermissen lässt - mal abgesehen von den Gegnern die Schilde tragen, die man vorher mit einem "kräftigen Schlag" umhauen muss, bevor man Ihnen Schaden zufügen kann. Es gibt coole Bosskämpfe, aber die sind im Grunde genauso Anspruchsvoll wie das Mittagsprogramm von RTL. Das Inventar ist sehr überschaubar und es gibt keinerlei Indikatoren dafür wie stark die Ausrüstung ist die man findet. lediglich ein grüner (besser) oder roter (schlechter) Pfeil weisen daraufhin ob ich jetzt das neue Schwert aus der Kiste anziehen sollte oder nicht. Die wenigen Händler die man im Spiel findet bieten allesamt immer nur schlechtere Ausrüstung an, als die Sachen die man Storybedingt im Verlauf des Spiels findet, was Gold, das man findet, vollkommen obsolet macht. Der Einzige Sinn im Händler bestand für mich darin mein Inventar zu leeren um mehr Zeug zu finden, von dem ich nicht wusste inwiefern es besser ist als meine jetztige Ausrüstung (Im ernst Leute, das macht mich Kirre!)

Ohne die Zwischensequenzen oder Dialoge zu überspringen, ist der Abspann nach nicht einmal 5 Stunden über meinen Bildschirm geflackert. Nach dem ersten mal durchspielen ist das meiner Meinung nach nicht nur mager für ein Action RPG, sondern schlicht und ergreifend Betrug am Konsumenten. Auf der anderen Seite war ich aber froh, dass das Spiel endlich vorbei war.

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • interessante Story
  • einfaches Kampfsystem
  • Wechsel der Charaktere möglich
  • coole Bosskämpfe
  • ...die grottig inszeniert ist
  • ...dass aber keinen Spielraum für taktische Entscheidungen lässt
  • Gold und Händler praktisch nutzlos
  • stark veraltete Technik
  • leblose Figuren
  • sehr kurz

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Weniger als 5 Stunden



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