Das Monsterkloppen geht weiter

Ob es ein gutes Zeichen für ein Spiel ist, wenn ich die Hauptgeschichte kein einziges Mal durchgespielt habe?Sicherlich ist es bei vielen Spielen eine...

von KalimoTests am: 12.03.2013

Ob es ein gutes Zeichen für ein Spiel ist, wenn ich die Hauptgeschichte kein einziges Mal durchgespielt habe?
Sicherlich ist es bei vielen Spielen eine Todsünde, doch bei Sacred 2 stört es mich nicht, denn ich habe auch ohne die Credits gesehen zu haben, echt viel Spass in Ancaria gehabt.


Sacred 2 spielt 2000 Jahre vor dem ersten Sacred und erzählt logischerweise eine andere Geschichte.
Eine Meisterleistung der Erzählkunst wie bei The Witcher (1+2) dürfen wir hier aber nicht erwarten.
Auch wenn die Story um die mysteriöse T-Energie recht interessant anmutet, wird sie durch genretypische Aufgaben vorangebracht.
Deshalb ist es auch nicht weiter schlimm, wenn man die Story links liegen lässt und einfach die riesige Spielwelt erkundet.


Wie schon im ersten Teil, stehen in Sacred 2 sechs komplett unterschiedliche Charaktere zur Verfügung.
Im Addon "Ice and Blood" kommt dann auch noch einer hinzu.
Der Schattenkrieger ist so etwas wie der Gladiator aus "Sacred 1" und kümmert sich im Nahkampf um seine Gegner, kann aber auch Geisterkrieger an seine Seite rufen.
Der Tempelwächter ist eine Maschine und nutzt die T-Energie für seine Angriffe, außerdem kann er einen seiner Arme zu einer speziellen Waffe formen.
Die Hochelfin ist die typische Magierin. Sprich: hält wenig aus, doch kann starke Zauber wirken
Die Dryade verkörpert auch eine Rollenspiel-typische Charakterklasse. Den Fernkämpfer.
Hierfür nutzt die Dryade, Bögen und Blasrohre. Zudem schwächt sie Gegner mit Voodoo-Zaubern.
Bereits aus dem ersten Teil bekannt ist
die Seraphim, wobei ihre Fähigkeiten sich nicht verändert haben. Allrounder mit himmlischer Magie.
Der Inquisitor nutzt schwarze Magie, oder wie ich sie gern nenne "Nahkampfmagie".
Flächenschaden und Schaden über Dauer richtet der "nette" Zeitgenosse an.
Im Addon kam
der Drachenmagier dazu und bietet Feuerzauber und starke Nahkampfangriffe, durch Verwandlung in einen Drachen.

Anders als im ersten Sacred dürfen wir jetzt sogar unsere Gesinnung auswählen.
Retten wir auf der Seite des Lichts Ancaria, oder stürzen wir es auf der Seite des Schattens in den Untergang?
Das dürfen wir frei entscheiden.
Lediglich bei der Seraphim und dem Inquisitor sind die Pfade bereits vorgegeben. (Seraphim=Licht, Inquisitor=Schatten)
Durch diese Freiheit ändern sich die Hauptstory und einige Nebenquests enden anders.
Das wiederum erhöht den Wiederspielwert wenn man, nicht wie ich, das Spiel durchspielen kann.

Wie in jeden Action Rollenspiel müssen wir uns durch Horden von Gegnern metzeln.
Das sieht in Sacred 2, dank effektreichen Zaubern und geschmeidigen animationen echt klasse aus.
Es gibt eine Vielzahl an Gekrösel, dass wir auf unserer Reise durch Ancaria zertsückeln, allerdings sonderlich einzigartig sind die Viecher nicht.
Da helfen die auf der Karte verteilten Boss-Monster für willkommene Abwechslung.
Ein Bosskampf kann zwischen 5 und 10 Minuten dauern und wenn man nach nervenaufreibenden Kämpfen dann den Koboldfürsten oder ein anderes großes Wesen über den Jordan geschickt hat, fühlt man sich gleich eine Stufe besser.
(Ist vielleicht etwas übertrieben....)

Apropros Stufe.
Ebenfalls Genretypisch sammeln wir durch erledigte Gegner Erfahrungspunkte und wenn wir eine bestimmte Anzahl an Punkten zusammen haben steigen wir eine Stufe auf (Das Maximal Level liegt bei 215.) und dürfen wir unseren Charakter skillen.
Wir haben immer einen Punkt für unsere Atribute und bis zu vier für unsere frei wählbaren Fertigkeiten.
So kann man ganz einfach seinen Lieblings-Helden erstellen.

Das gute Kampfkunstsystem bei dem man erst Runen einlesen musste um die Kampfkunst nutzen zu können, hält auch in Sacred 2 Einzug.
Doch Ascaron hat sich eine interessante Neuerung einfallen lassen.
Man kann in Sacred 2 seine Kampfkünste individualisieren, indem man einen bestimmten Aspekt skillt.
Hier mal ein kleines Beispiel:
Die Hochelfe hat drei Aspekte. (Inferno, Sturm und Arkan)
Man entscheidet sich dafür ausschließlich Arkan und Inferno-Zauber zu nutzen und skillt dementsprechend "Infernokunde/fokus" und "Arkanfokus/kunde".
Nach einer bestimmten Anzahl an vergebenen Skillpunkten, levelt quasi der gesamte Aspekt auf und man darf sich eine Kampfkunst aussuchen, die man modifizieren will.
Man kann sich in drei Stufen zwischen je zwei Möglichkeiten entscheiden.
Ob der Feuerball nun mehr Schaden anrichten soll, oder lieber ein weiterer Feuerball enstehen soll, liegt allein in unserer Hand.
Dadurch werden die Helden anders und man kann sich mehr in die Skillung des Charakters einbringen.
Gute Aktion Ascaron.

Bereits im ersten Dorf zauberte mir Sacred 2 ein Lächeln ins Gesicht.
Wer Sacred gespielt hat wird sich sicherlich an den Wachsoldaten erinnern, der einem vor den Gefahren auf der anderen Brückenseite warnt.
Ascaron hat im Norden von Schlehenfurt wieder einen Soldaten an eine Brücke gestellt und er sagt genau das gleiche wie in Teil eins.

Dennoch stellt eine Questreihe alle anderen aus Sacred 2 in den Schatten.
In der Stadt Weitblick bittet uns ein gewisser Hansi darum, dass wir doch bitte die Instrumente sowie das Mikrofon seiner Band wieder beschaffen sollen.
Alleine die Texte in dieser Quest sind irre witzig, doch das ist noch nicht das Beste.
Nachdem wir alle Instrumente zusammengesammelt haben, lädt uns Hansi ein, das Abschlusskonzert seiner Band live zu sehen.
Was dann folgt ist das coolste, was ich als Belohnung für eine Nebenquest gesehen habe.
Ein Ingame-Konzert der recht bekannten deutschen Metalband Blind Guardian.
Im Anschluss an das wirklich geniale Konzert bekommen wir dann noch die Instrumente geschenkt und können diese auch als Waffen verwenden.

Um noch ein paar Worte über die Karte zu verlieren muss ich sagen, dass sie wirklich extrem groß ist.
Ascaron hat die Karte außerdem gut in verschiedene Areale, die sich teils stark voneinander unterscheiden, unterteilt.
Man läuft durch Wüsten, Dschungelruinen, Sümpfe, Eisgegenden, Lavainseln.
Alles finde ich grafisch echt passend und beeindruckt mich ab und zu heute noch.
Wenn es beispielsweise im Sumpf anfängt zu regnen und in jeder Pfütze die Tropfen aufkommen, bleib ich doch gerne stehen und schaue da längere Zeit zu.

Was ist eigentlich mit der Hauptstory?
Über die verliere ich hier besser keine Worte.
Zum einen weil ich sie, wie eingangs gesagt, nicht durchgespielt habe und zum anderen, weil sie nicht weiter relevant ist und das Genre nicht neu erfindet.
Ich kann nur sagen, dass T-Ernergie böse ist.
T-Energie könnte man gut mit der heutigen Kernenergie vergleichen, denn die Hochelfen betreiben mit ihr Maschinen, Laternen etc. und kümmern sich nicht um die Umwelt, welche durch die T-Energie verdirbt und grässliche Mutanten hervorbringt.

Dummerweise kann man diesen Mutanten seit einigen Monaten nur noch im Singleplayer die Rübe einschlagen.
Änlich wie in Sacred sind vor kurzen auch in Sacred 2 die offiziellen Server geschlossen worden.
Open-Server gibt es zwar auch welche, aber nur wenige.
Aber mir macht Sacred 2 auch alleine tierischen Spass.

Ich habe jetzt sicherlich nicht alle Aspekte des Spiels beleuchtet und eventuell war ich hier
viel zu nett.
Doch ich kann abschließend sagen, dass ich es nicht bereue, die Story nicht durchgespielt zu haben.
Vielleicht hole ich das nochmal nach...

Für eventuelle Schreibfehler entschuldige ich mich hier.
Ich habe ein Testvideo auf meinem Youtubekanal erstellt.
Schaut es euch gerne an und gebt mir Feedback.
Testvideo: http://www.youtube.com/watch?v=8LPcxTNEPHs



Wertung
Pro und Kontra
  • Riesige, abwechslungsreiche Spielwelt
  • Sechs unterschiedliche Charaktere (+1 im Addon)
  • Lustige Quests
  • Liebevoll gestaltet
  • Blind Guardian Ingame Konzert!!!
  • Individuelle Skillung
  • Einzigartige Mounts (Im Test nicht näher beschrieben)
  • Runensystem
  • Wählbare Gesinnung
  • Stundenlanger Spielspaß
  • Öde Hauptstory
  • Leichte Bugs
  • Kein Offizieller Multiplayer mehr
  • (Ascaron hat sich zuviel Vorgenommen)

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(2)

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