Der Startschuss für Rockstars Erfolgskonzept

Mit GTA III machte das Franchise den Schritt in die Dreidimensionalität und revolutionierte das Verständnis von Freiheit in Spielen.

von j0nnZ am: 13.09.2021

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich die riesige Spielwelt und die unendlichen Möglichkeiten damals geflasht haben. Ich hatte Freunde, die gaben sich damit zufrieden, einfach stundenlang unter Beachtung der Verkehrsregeln (!) durch Liberty City zu fahren. Warum? Weil es möglich war und das Spiel einem keine Vorgaben macht, was man zu tun hat. Genau das ist die Stärke dieses Spiels. Frei nach dem Motto: Hier hast du eine ganze Stadt, mach was du willst!

Dieses Baukastenprinzip führt Rockstar bis heute fort und es ist zweifelsohne ein einziges Erfolgskonzept. Der erste Teil der so genannten 3D-Trilogie wird oft dafür kritisiert, dass die Stadt leer wirkt und nicht viel bietet. Das würde ich so nicht bestätigen. Klar bieten die Nachfolger deutlich mehr Nebenaktivitäten, aber Liberty City wirkt trotzdem auch noch heute lebendig, abwechslungsreich und erkundenswert. Den Hauptmissionen aber fehlt es etwas an Abwechslung. Das macht Vice City schon deutlich besser.

Schade ist auch, dass viele Nebenmissionen nach einem gewissen Hauptmissionsfortschritt faktisch unspielbar werden, da einige Gebiete der Stadt durch die feindlich gesinnten Gangs unbefahrbar werden. Dies liegt auch daran, dass Autos in diesem Serienteil nur sehr wenig Schaden vertragen bis sie explodieren. Aber man sieht, dass Rockstar aus ihren Fehlern schnell gelernt hat. So wurde z. B. der Umstand, dass man mit seinem an jeder Ecke im Überfluss verdienten Geld im Grunde gar nichts anfangen kann, schon im Nachfolger sinnvoll angegangen.

Die Story ist natürlich sehr klischeehaft, aber trotzdem nett erzählt. Wie alle Serienteile strotzt das Spiel nur so vor popkulturellen Referenzen und Gesellschaftssatire. Schade ist, dass die Spielfigur Claude durch seine Stummheit farblos bleibt. Aber wenn wir ehrlich sind, ist der wahre Protagonist in diesem Spiel sowieso die Stadt. Auch in puncto Humor zünden die Nachfolger übrigens besser. Für die Steam-Version ist der Rückgriff auf die grundlegenden Community-Mods empfehlenswert (Grafik, Auflösung, Controller-Support).

Denjenigen, die nur die neueren Teile kennen, kann der GTA-Urvater also wärmstens empfohlen werden. Manch einer dürfte überrascht sein, wie rund das Spielprinzip schon damals war. Das typische GTA-Feeling ist in jedem Fall sofort spürbar!

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Wertung
Pro und Kontra
  • lebhafte, abwechslungsreiche Großstadt
  • große Freiheit in Chaos-Sandbox
  • Hauptmissionen etwas gleichförmig
  • Spielfortschritt blockt einige Missionen
  • im Gegensatz zu Nachfolgern blassere Charaktere, Welt, Story

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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