Dunkler Ritter in noch dunklerem Irrenhaus

  Bruce Wayne prügelt sich im ersten Teil der Arkham-Reihe durch Massen an wahnsinnigen Übeltätern, Superschurken, seinen eigenen Verstand...

von Company_5501 am: 05.05.2016

 

Bruce Wayne prügelt sich im ersten Teil der Arkham-Reihe durch Massen an wahnsinnigen Übeltätern, Superschurken, seinen eigenen Verstand und mehr. All diese Punkte ergeben ein grandioses Comic-Videospiel.

Warum nur 75 Punkte? - In Relation zu den nachfolgenden drei Teilen wollte ich die Wertung nicht zu hoch schrauben, da ich die nachfolgenden Teile (etwas) besser fand.

 

Mit der Skyline im Hintergrund durch die Anstalt

Gute Mischung

Man stelle sich vor: Einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich, Kaminfeuer und dazu einen Bourbon. Falsche Vorstellung für Arkham Asylum. Denn hier hat der dunkle Ritter alle Hände voll zu tun. Und Feierabend? Der ist nicht in Sichtweite. Nachdem sich der Joker schnappen ließ und sich von Batman in die Nervenheilanstalt für psychisch gestörte Superschurken bringen ließ um diese nach seiner Ankunft zu übernehmen. Das klappt alles nach Plan und der dunkle Ritter sieht sich mit allerlei wahnsinnigen Gestalten konfrontiert. Bei dem ganzen Theater bleibt Batman im Gegensatz zu seinem grünhaarigen Gegenspieler realtive Wortkarg, mehr als ein "Bleiben Sie hier" oder ein "Sie sind in Sicherheit" findet keinen Weg aus dem Sprachrohr. Dennoch kommt meist das Gefühl Batman ist all dem Überlegen auf, welches das Spiel zu dem Großartigem macht welches es ist.

Auch der leichte Comic-Look der Unreal-Engine kommt dem Spiel, welches mehr Bezug zu den Comics nimmt und die neuesten Filme von Christopher Nolan außer Acht lässt, gut entgegen.

Alles muss man selber machen

Man merkt schnell das sich alle auf Batman verlassen. So retten wir gefühlt 300 mal Gordon, 400 mal irgendwelche unwichtigen Doktoren (Obwohl für Batman niemand unwichtig ist), dabei ist nur ein Doktor story-relevant, aber es wär ja nicht Batman wenn man alle retten würde. Also retten wir auch jeden und kloppen uns mit allen möglichen Handlangern und Schurken und erlangen am Schluss wieder die Kontrolle über Arkham. War fast nicht abzusehen, nicht wahr? ;). Dennoch ist verliert sich der Spielspaß nicht, auch wenn wir zum fünften Mal den gleichen Aufzugsschacht hinunter- und hinaufklettern. Aufgrund der Hintergrundinformationen die man beim Sammeln der Riddler-Rätsel bekommt, hält der Spaß bis zur letzten Minute an.

Anspielungen am laufenden Band

Spätestens beim Suchen der "geliebten" Riddler-Rätsel fallen einem viele Easter-Eggs beziehungsweise Anspielungen auf. Beispielsweise soll man für eines der Rätsel einen Körper in der Leichenaufbewahrungshalle scannen. Wenn man genauer hinsieht, sieht man ein Schild am Körper des Toten mit der Aufschrift "Ra's al Ghul". Oder in einer vereisten Zelle kann immerhin nur ein Charakter sitzen... Mehrere Charaktere bekommen in diesem Teil Anspielungen und Erwähnungen, darunter der Pinguin, Two-Face wie auch der Gründer der Anstalt, Amadeus Arkham, über den und dessen Frau man vergleichsweise viel erfährt. Das Sammeln der Riddler-Rätsel ist allgemein keine Herausforderung, manche sind etwas blöd platziert aber sonst nicht schwer. Einen größeren Faktor spielt hier das nicht vorhandene Nachspawnen der Computergegner, was von der Realismus-Sparte aus gesehen, großartig ist, aber spielerisch dazu führt das man nur noch über die Insel läuft und überhaupt keine Herausforderung genießt. Man sollte auch bedenken dass Batman die Spitzbuben nur bewusstlos schlägt und nicht tötet. Also rein theoretisch sollten diese wieder aufwachen.

Herausforderung

Das Spiel beinhaltet drei Schwierigkeitsgrade: Einfach, Normal und Schwer.

Beim Durchspielen "Normal" ist es ein schönes Spielerlebnis, es ist nicht zu schwer, man hat genug Erfolgserlebnisse und wenig Frustmomente. Bosse teilen hier nicht zuviel aus stecken genug ein. In "Schwer" waren alle Bosse schwerer, jedoch immer noch fair. Der letzte Boss jedoch hat zwar genau wie alle anderen auch eine bestimmte Taktik, jedoch ist diese im Vergleich zum direkt vorhergegangen Boss zu simpel und lässt einen zwar erleichtert aufatmen wenn dieser endlich zu Boden geht, jedoch war dieser Kampf weder so fordernd, noch so belohnend wie die anderen Kämpf auf schwer. 

Der Hordenmodus, hier Kampf-Herausforderungen, ist auch auf Normal sehr hart. Er vergibt kaum bis gar keine Fehler und ist, wenn man jeweils alle drei Sterne bekommen möchte, schnell frustierend. Bald kann man alle Sprüche des Jokers, der die Kämpfe einleitet, auswendig und spätestens nach der siebzehnten Runde mit wenig steigender Punktezahl beendet man frustiert und versucht sich möglicherweise später wieder daran. Oder man probiert den nächsten Teil.

Kampfsystem, Kamera und Level

Das Kampfsystem bedient sich eines einfachen Schlag-und-Konter-Systems, welches ziemlich gut funktioniert. Beim Spielen fielen manchmal Zielschwierigkeiten auf, welche die Kombo abbrechen ließen. Ist verschmerzbar, aber jedoch auch nervig, da bei einer bestimmten Combo-Punktezahl verschiedene Spezialattacken auslösen konnte, wie zum Beispiel einen Gegner sofort auszuschalten. Mithilfe dieser "Instant-Kills" werden Kämpfe schön flüssig und glaubhaft, weil bei dem Hünen Batman ist es mehr als glaubwürdig das er einen Gegner mit einem Schlag aus den Latschen haut. Kämpfe fühlen sich gut ausbalanciert und flüssig an. Verschiedene Gegnertypen machen die Gegner mit fortschreitender Spielzeit interessanter und sorgen dafür das die Schlägerein nicht langweilig werden. Die Kamera folgt unseren Bewegungen, trotz allem ist es möglich die Kamera manuell mit der Maus zu steuern. Während des Kampfes steht, Gott sein Dank, in der Mitte so dass wir Batman immer schön im Blick haben und mit der Maus die Kamera so bewegen können um auf unser nächstes Opfer "zielen". Wenn wir den letzten Gegner zu Boden geschickt haben, gleitet die Kamera so das Batman immer in der linken Bildschirmhälfte steht. Die Level sind nicht nur, wie man bei einer Irrenanstalt vermuten möchte, triste Zellenblocks, sondern Arkham Island beinhaltet mehrere Gebäude, welche sich alle von einander unterscheiden. Vorallem sieht man dass Joker die Anstalt übernommen hat: Überall liegen Wachen verletzt oder tot herum, die Räume finden sich verwüstet vor und überall lungern zwielichtige Gestalten herum. Wie oben erwähnt werden Batman-Fans mit zahlreichen Anspielungen und Easter-Eggs belohnt.

Womit nur kämpfen?

Gott sei Dank hat Batman viele Gadgets. Ein anstürmender Killer Croc bettelt förmlich darum mit einem schnellen Baterang aufgehalten zu werden und klatscht anschließend darauf wie ein Zementsack zurück ins Wasser. All diese Gadgets schließen aber nur auf eins zurück: Die Schurken einmal zum Mond und zurück zu prügeln. Im späteren Spielverlauf werden Gegner immer härter. Sie fangen an sich zu bewaffnen, tragen Elektrostäbe oder Messer. So müssen wir immer auf Gadgets oder Taktiken zurückgreifen. In den Stealth-Abschnitten funktionieren die Gadgets auch relativ gut. Wenn ein Gegner von einem Baterang getroffen wird, weiß dieser danach wo dieser herkommt, was manches mal schief gehen kann, da plötzlich alle wissen wo man sich befindet. Aber mit ein paar Schwingern zwischen den Wasserspeier sollten diese Gegner verwirrt genug sein um sie weiter zu jagen. Wenn wir die Herde genug ausgenug ausgedünnt haben haben, können wir wieder aus dem Schatten zuschlagen, und uns den letzten verblieben Gegner ausschalten, welcher bereits panisch um sich schießt, aber genau diese Panik lässt ihn Fehler machen weswegen wir danach von seinem bewusstlosen Körper wegmaschieren und uns neuen Gegner widmen.

Bedienung

 ... ist relativ unfreundlich. Änderungen an der Tastatureingabe sind nur ausserhalb des Spiels über ein externes Menü möglich, Mausgeschwindigkeit lässt sich überhaupt nicht einstellen, ist aber auch gar nicht so nötig. Speichern gibts nur über voreingestellte Punkte.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Free-Flow-Combo-System
  • passender Comic-Look
  • Vertonung
  • großartige Charaktere
  • Sammel-Erfolge machen trotz allem Spaß
  • gut 12 - 14 Stunden Story
  • Finaler Bosskampf selbst auf Schwer anspruchslos
  • eher nicht für Tastatur portiert
  • Ende ist sehr abrupt

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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