Eher ein Interaktiver Film als ein Spiel

Der Anfang ist das Ende Es ist Nacht in Salem als man plötzlich Glas splittern hörte und ein Mann aus dem Dritten Stock auf den harten Asphalt...

von Maliko am: 07.06.2014

Der Anfang ist das Ende

Es ist Nacht in Salem als man plötzlich Glas splittern hörte und ein Mann aus dem Dritten Stock auf den harten Asphalt prallte. Anschließend hört man mehrere Schüsse. Was so klingt wie der Beginn eines 0815 Krimi-Plots ist genau dies aber überhaupt nicht. Denn die arme Sau, welche da aus dem dritten Stock fiel und dann auch noch anschließend erschossen wurde ist niemand geringeres als Ronan O'Connor, der Hauptcharakter von Murdered: Soul Suspect

Denn dieser beißt direkt schon in den ersten Minuten des Spieles ins Gras und darf sich fortan als Geist relativ frei durch das nächtliche Salem bewegen, um seinen eigenen Mord aufzuklären. Dabei hat er mit den klassischen Problemen eines Geistes zu kämpfen. Dinge berühren ist nicht drin und mit Personen sprechen kann man als Geist auch nicht besonders gut. Dafür kann man es sich aber im Körper von anderen gemütlich machen und ihre Gedanken lese, diese Manipulieren um an Informationen zu kommen oder auch durch Ihre Augen sehen um etwas zu lesen, was man sonst nicht erkennen könnte. Ein weiteres Problem sind Häuser. Man kann zwar durch so ziemlich jeden Gegenstand einfach durchlatschen, aber aus irgendeinem Grund ist in Salem jedes einzelne Haus gesegnet und dies bedeutet, das unser Held dieses nur betreten kann, wenn jemand eine Tür oder ein Fenster offen lässt.

Ich sehe tote Menschen

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt kann unser Protagonist nicht mit lebenden Menschen agieren. Obwohl das nicht so ganz stimmt, es gibt genau 2 Menschen, mit welchen Ronan sich unterhalten kann. Dafür sehen wir aber wiederum auch viele Geister mit denen wir uns sehr wohl unterhalten können und denen wir stellenweise auch helfen sollen. So will zum Beispiel ein Geist wissen ob ihr Freund sie ermordet hat um eine andere Frau zu heiraten. Dazu schlüpfen wir in den Körper des Kerles und lesen seine Gedanken. Anschließend machen wir das selbe auch noch mit der neuen Frau des Mannes. Mit diesen Informationen können wir schließlich über ein sehr einfaches Kombinationsrätsel den Fall lösen.

Leider basieren auf diesen Kombinationsrätseln auch fast alle anderen Rätsel im Spiel. Meist suchen wir nur einen Tatort nach Spuren ab um diese anschließend in einem Kombinationsrätsel so zu verwenden, das es die Lösung ergibt. Dabei gibt uns das Spiel sogar noch vor, wie viele Teile die Kombination hat. Dadurch wird das Spiel leider sehr einfach. In meinem Test saß ich an keinem einzigen Rätsel länger als 5 Minuten.

Ein Buch in Spielgestalt

Die große Stärke von Murdered: Soul Suspect ist aber sowieso die Story. Diese ist verdammt gut und man möchte eigentlich immer wissen wie es nun weitergeht. Es gibt so gut wie keine Unlogischen Momente und man kommt sich eher vor als würde man einen Interaktiven Roman spielen als ein normales Spiel. Das Spiel besteht zu einem sehr großen Teil aus Zwischensequenzen, welche auch gerne mal mehrere Minuten dauern können. Dabei sind diese allesamt voll vertont und das auch noch sehr gut. Auch die Deutsche Fassung ist durch die Bank weg sehr hochwertig Synchronisiert worden, was zusammen mit der stimmigen Musik für eine sehr dichte Atmosphäre sorgt.

Leider gibt es auch einen absoluten Minuspunkt. Und das sind die Dämonen. Aus irgendeinem Grund hat Entwickler Airtight Games sich gedacht das es eine gute Idee wäre Pseudokampfelemente in das Spiel zu implementieren und diese dann auch noch mit einem Quicktimeevent zu verknüpfen. Meiner Meinung nach ist dass das nervigste und Überflüssigste Feature des gesamten Spieles, welches jedes mal wenn diese Viecher auftauchen die komplette Atmosphäre zerstört. Die Begegnungen kann man sich zum Glück aber auch an etwas mehr als einer Hand abzählen.

Fazit

Murdered: Soul Suspect ist ein verflucht gutes Spiel, wenn man von ihm kein großartiges Gameplay erwartet. Dafür bietet es eine der besten und durchdachtesten Storys, welche ich in den letzten Jahren in einem Videospiel erleben durfte. Auch die Musikalische Untermalung und die Synchronisierung ist ohne Ausnahme sehr hochwertig und wirklich gut gelungen. Daher kann ich jedem der ein Spiel sucht, welches einen Fokus auf Erzählung hat und kein großartiges Gameplay braucht, nur empfehlen sich Murdered: Soul Suspect zu kaufen. Allen die ein umfangreiches Adventure erwarten, welches fordernd ist, sei von einem kauf abgeraten.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Treibende Story
  • Gut ausgearbeitete Charaktere
  • Überraschendes Ende
  • Großartige Atmosphäre
  • So gut wie keine Spielerische Herausforderungen
  • Zum Teil lange Laufwege
  • Credits lassen sich nicht überspringen
  • Nervige Dämonen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



Kommentare(4)

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