Ein Drogentrip ohne Drogen

Nach einigen Monaten gibt es mal wieder eine Rezension, diesmal zu einer GTA-Parodie, wie sie im Buch steht. Willkommen zur Rezension von Saints Row: The Third!

von Bakefish am: 08.03.2019

„Who BUYS a car?“, ruft mein Avatar, als ich die alte Dame aus ihrem Smart schmeiße und einsteige. Sofort ist mir die Polizei auf den Fersen. Nun muss die Karre schnellstmöglich zum Unterhändler.

Ich bin auf dem Highway angekommen, mindestens vier Polizeiautos auf den Fersen. „Hmm.“, sage ich. „Bei so ner Verfolgungsjagd fehlt doch die gute Mucke!“ Ich schalte das Radio ein.

Es läuft Wagners „Ritt der Walküre“.

Wagner trötet aus dem Radio, während ich mit Highspeed einen Smart über den Highway jage, verfolgend von zahllosen Polizeiwägen. Klang das abgedreht? Dann macht euch auf was gefasst, denn „Saints Row: The Third“ ist ein so dermaßen abgedrehtes Spiel, dass Momente wie der oben beschriebene noch zu weniger krassen Ereignissen ausarten. Was genau das Spiel zu solch einem Knüller macht und wo es dennoch Schwächen hat, lest ihr im folgenden Test.

Noch ein Hinweis: Da dies der erste Teil der Saints-Row-Reihe ist, den ich überhaupt spiele, kann ich keine Aussagen über frühere Titel treffen und demzufolge auch leider keine Vergleiche ziehen.

 

Steelporter wissen bald schon, wer der Babo ist

 

Die Saints sind zur bekanntesten Street Gang der Welt geworden und ich bin ihr Boss. Die Saints werden gehypt, sind Rockstars und machen Werbung für zahllose Produkte.

Doch an dem Tag, als der Boss und seine besten Kumpels in ihrer Heimatstadt Stilwater eine Bank ausrauben wollen, geht alles schief. Der Plan scheitert, die Saints werden eingeknastet und kurz darauf in einem Flugzeug einem Typen namens Phillipe Loren vorgestellt, der sich als Kopf einer Verbrecherorganisation namens „Syndikat“ vorstellt. Da die Saints eine Bedrohung für das Syndikat darstellen, schlägt Loren einen Deal vor. Die Saints lehnen ab und landen nach einem aberwitzigen Gemenge über den Wolken in einer Stadt namens Steelport. Ohne Kohle, Waffen und Fame müssen sich der Boss und seine Freunde nun gegen zahllose andere Gangs und deren verrückte Anführer zur Wehr setzen. Und auf dem Weg zur Spitze der Macht bekommen die Saints es nicht nur mit der Polizei und Gangs, sondern auch mit geklonten Supersoldaten, Zombies und einer hyperfuturistisch ausgerüsteten Militäreinheit zu tun…

Die Zwischensequenzen für das Spiel sind so absurd wie der ganze Rest. Und ja, das ist ein Penis-Schlagstock.

 

Man merkt es: „Abgefahren“ ist noch ein untertriebenes Wort, um den Plot von Saints Row zu beschreiben. Allein die Charaktere im Spiel sind eine Klasse für sich: Nehmen wir doch mal den martialischen Oleg mit 300 Kilogramm Muskelmasse. Wer würde denken, dass Oleg wahrscheinlich den höchsten Intellekt aller Charaktere aufweist und noch dazu begnadeter Schachspieler ist? Oder Zimos, den Zuhälter mit künstlichem Kehlkopf, der nie spricht, sondern singt und dadurch wie eine trällernde Maschine klingt? Dieses Charaktergespann, sowohl auf meiner als auch auf Gegnerseite, ist richtig gut umgesetzt. Keine Klischees, jeder Charakter ist eine Ansammlung witzigster Eigenschaften und hat seine eigene, irre Persönlichkeit.

Doch auch davon ab kann die Handlung des Spiels mehr als überzeugen. Seien es das extreme Erzähltempo, Plottwists im Minutentakt oder vollkommen aus der Luft gegriffene Schauplätze, „Saints Row: The Third“ erzählt eine abgefahrene und ständig überraschende Geschichte. Es gibt keine langweiligen Stellen, der Plot gibt nonstop Vollgas und beschleunigt im Laufe des Spiels immer weiter. Was auch bedeutet, dass die Absurdität der Handlung immer weiter zunimmt. Das kann nicht noch bescheuerter werden? Es wird noch bescheuerter!

Ich bin der alte Sack. Oder ist der alte Sack ich? Diese Metaebene! Und plastische Chirurgie ist wirklich was Feines!

 

Ja, ich habe die Geschichte von „Saints Row: The Third“ sehr genossen und wurde super unterhalten. Wer abgedrehte, rasante und witzige Geschichten mag, wird mit diesem Spiel auf jeden Fall seinen Spaß haben. Eine Handlung im Stil eines „Mass Effect“ oder gar „The Witcher“ sollte man jedoch nicht erwarten. Entscheidungsfreiheit gibt es, diese hat aber auf nur auf das Gameplay Einflüsse. Und mehr als zwei Enden gibt es auch nicht. Doch ganz ehrlich, das braucht es auch nicht. Der Plot fetzt einfach und weiß so oder so zu überzeugen.

 

Eine Ein-Gangster-Armee

 

Im Laufe des Spiels muss ich mein Gangsterempire natürlich immer weiter aufmotzen. Zwei Dinge sind dabei von Bedeutung: Geld und Respekt.

Geld brauche ich für so ziemlich alle Dinge im Spiel. Aufgemotzte Knarren oder Autos? Verbesserungen an mir selbst? Dicke neue Häuser? All das kostet viel Kohle. Diese kriege ich durch Neben- oder Minimissionen (dazu gleich mehr), abgeschlossene Quests oder durch Geldwäsche. Ja, richtig gehört. Mit einem gewissen Grundkapital bin ich in der Lage, Geschäfte oder Immobilien zu erwerben. Diese bringen mir anschließend in gewissen zeitlichen Abständen wieder Geld ein. Wenn ich im Spiel einige Zeit verbringe, erhalte ich also einige gewaschene Kohle und kann diese weiter auf den Kopf hauen. Oder ich reinvestiere sie und kaufe noch mehr Geschäfte. Übrigens erhalte ich in Geschäften, die ich besitze, stets einen Rabatt auf die entsprechenden Dienstleistungen.

Eine ganze Stadtübernahme als Upgrade? Kann man schon mal machen!

 

Ihr habt bestimmt von den „Verbesserungen an mir selbst“ gelesen. Was bedeutet das? Kaum etwas anderes als ein Upgradesystem! Und dafür brauche ich Respekt. Im Spiel selbst ist dieser Respekt lediglich ein Synonym für Erfahrungspunkte. Diese erhalte ich mit abgeschlossenen Missionen und zahlreichen Aktionen. Bei genügend Respekt steige ich im Level auf und erhalte Zugriff auf Upgrades, die ich kaufen kann. Anfangs sind es nur Schadensreduktionen oder mehr Munitionskapazität. Doch je weiter ich im Level aufsteige, desto mächtiger werden die Fähigkeiten, bis zur Unbesiegbarkeit. Unendlich viel Munition für Sturmgewehre? Immunität gegen Kugelschaden? Oh yeah. Doch bis man diese Upgrades freischalten kann, braucht man viel Respekt und noch viel mehr Geld.

Das Upgradesystem hat keine wirkliche Spezialisierung, ich kann jede Fähigkeit irgendwann erwerben. Dennoch weht so ein leiser Hauch von Rollenspiel in den Shooter. Da ich fast immer zu wenig Geld habe, muss ich überlegen, welches Upgrade ich auswähle. Lade ich Schrotflinten schneller nach oder gebe ich all meinen Homies einen Gesundheitsbonus? Meine Entscheidung.

So oder so, das Kaufen, Kohle machen und Upgraden machen unglaublich viel Spaß und motiviert enorm. Ich gerate in eine richtige Suchtspirale, will immer mehr Upgrades und Besitz. Durch diese konstante Progression verändert sich auch zunehmend das Spielgefühl. Anfangs noch der Kopf einer kleinen Gang, die sich zu behaupten hat, werde ich schon bald der Baron von Steelport. So gesehen leisten diese Upgrades also auch zur Metaebene des Spiels einen Beitrag. Ein cooles System!

 

Von Tigern und Versicherungen

 

Während meines Rachefeldzugs gegen das Syndikat reise ich quer durch Steelport. Die Stadt ist von Anfang an frei begehbar und in diverse Distrikte aufgeteilt. Das sind entweder Vororte, Industriebereiche oder die Wolkenkratzer des Stadtzentrums. Ein Wiedererkennungswert ist also vorhanden.

Überall in Steelport verteilt kann ich abseits der Handlung Nebenmissionen annehmen. Jede Mission hat dabei ein bestimmtes Ziel, das es in einer bestimmten Zeit zu erreichen gilt. Habe ich eine Mission erfolgreich absolviert, erhalte ich dafür dicke Boni.

Vandalen kommen in solchen Nebenmissionen voll auf ihre Kosten.

 

Wer jetzt denkt, dass das Spiel einem lediglich simple Sammel- und Abholaufträge entgegenwirft, irrt gewaltig. Wie wäre es beispielsweise, mit einem Panzer durch die Stadt zu gurken und in kurzer Zeit so viel Schaden anzurichten wie möglich? Oder mit Missionen, in denen ich mich vor Autos werfe, um Kohle von meiner Versicherung zu erschwindeln? Oder Missionen, in denen ich mit einem Tiger auf dem Beifahrsitz und hoher Geschwindigkeit durch die Stadt rasen und Tierrechtlern ausweichen muss? Fast alles Vorstellbare ist enthalten! Dabei gibt es jedes Minispiel mehrmals über Steelport verteilt in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Schmzerhaft, aber effektiv: Versicherungsbetrug.

 

Diese Missionen sind der absolute Knüller, denn sie machen unglaublichen Spaß und bringen enorme Abwechslung in das Spiel. Ein Manko ist dabei jedoch die Skalierung des Schwierigkeitsgrades: Während manche solcher Nebenmissionen selbst auf dem höchsten von drei Schwierigkeitsgraden problemlos bewerkstelligt werden können, sind manche bereits auf mittlerer Stufe kaum zu knacken. Das schmälert manchmal den Spielspaß. Insgesamt fetzen die Missionen aber und motivieren zum Abschluss mit viel Geld und Respekt.

 

Ich mache es für die lolz!

 

Abgesehen von den Nebenmissionen kann ich Miniaufträge aufnehmen. Das bedeutet, dass ich irgendein Auto stehlen und zum Schwarzmarkt fahren soll (verfolgt von Bullen oder anderen Gangs) oder ich werde zum Auftragsmörder und erledige bestimmte Personen. Anfangs sind diese Missionen ganz lustig, zumal es meistens einen bestimmten „Kniff“ dabei gibt (Zielpersonen tauchen meistens erst dann auf, wenn ich bestimmte Aktionen durchführe). Doch schon nach recht kurzer Zeit wird es schnell repetitiv und langweilig, da die Vorgehensweise im Grunde doch immer gleich ist. Das bisschen Kohle als Belohnung zum Missionsabschluss macht es leider nicht besser.

Ab zum Schwarz- äh, Mechaniker. Oder: "AUS DEM WEG!" (Unreal-Tournament-Kid)

 

Doch auch abseits der Nebenmissionen und Miniaufträge gibt es mehr als genug Beschäftigung in Steelport. Es gibt kleine Challenges, für deren Abschluss ich Geld bekomme. Das mögen so simple Aufgaben wie das Fahren einer bestimmten Distanz sein, doch manche dieser Challenges sind richtig hirnrissig. Wie wäre es mit Balancieren auf einem fahrenden Auto? Das Werfen von Menschen (ja, wortwörtlich)? Das punktgenaue Landen beim Fallschirmsprung? Oder einfach nackt durch die Gegend rennen und Leute belästigen? Das ist zwar sinnbefreit, aber gleichzeitig super abwechslungsreich und so spaßig, dass man schon gerne mal andere Aufträge links liegen lässt und einfach nur rumblödelt. Und ganz nebenbei bringt es noch Erfahrungspunkte oder Geld ein. Das Spiel legt keinen klaren Fokus auf diese Beschäftigungen, doch sie machen einigen Charme aus, weil sie ungemein zur absurden Atmosphäre des Spiels beitragen.

 

Von Blei umgeben

 

Doch egal, ob ich Nebenmissionen oder sonstige Aufträge absolviere, sehr häufig gerate ich mit anderen Gangs, der Polizei oder dem Militär aneinander. Und dann müssen die Waffen sprechen.

Ähnlich wie in GTA gibt es in „Saints Row: The Third“ ein Sternesystem. Gerate ich mit feindlichen Gangs oder der Exekutive aneinander, bekomme ich dafür Sterne. Je weiter die Auseinandersetzung geht und je mehr Feinde ich ausschalte, desto mehr Sterne gibt es und desto stärkere Feinde rücken an. Feindliche Infanterie macht dann schon gerne mal Scharfschützen in Helikoptern, SWAT-Einheiten, Panzern oder riesigen Klonsoldaten Platz.

Solche Schlägertypen stecken einigen Schaden ein. Hier muss man flink sein.

 

Zum Glück verfüge ich über eine Vielzahl an Waffen. Maschinenpistolen, Schrotflinten, Sturmgewehre, alles ist mit dabei. Die Knarren kann ich vorher im Waffengeschäft aufmöbeln und damit noch effektiver umlegen. Ich kann auch immer eine Spezialwaffe mitführen, das kann ein Luftschlag oder ein mächtiges Gewehr sein. Die Auswahl ist also recht groß, eine wirkliche Spezialisierung auf Waffen gibt es jedoch nicht.

Auf Wunsch kann ich per Handy meine Kumpels zur Verstärkung herbeirufen oder durch gute Beziehungen Sterne verschwinden lassen. Oder ich verstecke mich einfach in einem Geschäft, das ich besitze und sofort gehen sämtliche Sterne verloren. Streckenweise ist das etwas zu einfach, da ich so einfach immer fix in das nächste Modegeschäft rennen kann, wenns brenzlig wird und dann geht es mir wieder gut. Stichwort gutgehen: Bei niedriger Gesundheit muss ich nur kurz hinter Deckung laufen und kurz darauf geht es mir wieder gut. Es gibt also automatische Gesundheitsregeneration.

Solche Action fetzt ungemein. Wirklich gefährlich werden die Gegner aber nur in solchen Massen.

 

Das Ballern selbst ist ziemlich arcadig. Sobald ich Feinde töte, ploppen am rechten Bildschirmrand diverse Kombozähler auf, die beispielsweise die Anzahl an getöteten Gegnern oder auch an Kopfschüssen mitzählen. Je höher der Kombostand geht, desto mehr Erfahrungspunkte oder Geld gibts am Ende. Demzufolge ist das Ballern sehr flott, actiongeladen und intensiv. Das Schießen und Zielen geht gut von der Hand und steuert sich prima.

Einen Nachteil gibt es bei der ganzen Sache aber: Typisch für arcadige Shooter werden Gegner nur in der Masse gefährlich. Doch die Blödheit der KI in „Saints Row: The Third“ setzt Maßstäbe; Gegner und Kumpels stürmen munter vor, rennen ziellos in mein Dauerfeuer, bleiben bei Beschuss einfach stehen. Und auch die Zivilisten verhalten sich extrem blöde. Dass sie regelmäßig vor fahrende Autos laufen, ist ja schon schlimm genug. Doch wie häufig ein paar NPCs ohne mein Zutun kolossale Unfälle bauen, geht auf keine Kappe. Dass man nicht erwarten darf, hunderte taktisch hochausgebildete Einheiten zu bekämpfen, ist klar. Doch hier hätte Volition nichtsdestotrotz nachbessern müssen.

 

Die Metropole der sinnlosen Sünde

 

„Saints Row: The Third“ ist irre noch und nöcher. Das Spiel macht auch keinen Hehl daraus. Sieht man des Nachts die riesige Animation der Stripperin an einer der Wolkenkratzerwände, hört man die lächerlichen Durchsagen der Radiomoderatoren oder steigt man in einen fetten Truck mit Markennamen „Compensator“, wird klar: Dieses Spiel ist ein herrlicher Trip und nimmt nichts ernst, sich selbst eingeschlossen. Steelport ist eine absurde Abenteuerlandschaft und ich bin mittendrin.

Ja, ich sitze in einem Panzer und ja, ich fliege und ja, ich kämpfe gegen andere Panzer. Der A-Team-Film kann einpacken!

 

Stichwort Musik: Die vielen Radiosender im Spiel bieten unterschiedlichste akustische Verköstigung. Klassische Musik? Hip-Hop? 80s-Pop? Oder doch Death Metal? Für jeden ist was dabei, auf Wunsch kann ich mir auch einfach meine eigene Playlist basteln. Und wenn ich mit meiner aufgemotzten Karre und viel Kohle im Gepäck über die Freeways der Stadt brause und mal wieder irgendeinen Smart aus dem Weg schmeiße (ja, das ist eine Challenge), ist das einfach ein cooles Gefühl. Ich bin der Boss dieser Stadt, ich erlebe Dinge, die nicht einmal ein Drogentrip liefern könnte. Ich scheiße auf das Gesetz, Steelport ist mein Spielplatz und ich kann darin herumtollen, wie es mir passt.

Das Endergebnis ist eine richtig gut gelungene Mischung aus Freiheit, Sandbox, viel Action und vor allem einer Menge an Lachern. Das Spiel vermittelt richtig viel gute Laune, ein cooles Gangsta-Feeling und lädt immer wieder zum Experimentieren ein. So muss eine GTA-Parodie aussehen!

 

Das Moloch der maroden Technik

 

Getestet wurde das Spiel mit folgender Hardware:

i7-6700k ohne Übertaktung, 16 GB DDR4-2133-RAM, KFA2 GTX 1070

Zuerst zur Steuerung: Sowohl zu Fuß als auch in Fahr- oder Flugzeugen macht das Spiel eine ganz gute Figur. Das Lenken und Bewegen fühlt sich sowohl per pedes als auch im Gefährt flüssig und präzise an. Allgemein steuern sich Fahr- und Flugzeuge recht arcadig und flott. Teilweise machte das Steuern einer Karre oder eines Jets so viel Spaß, dass ich gerne mal einfach ohne Anlass mit den Teilen durch Steelport jagte und meinen Spaß hatte.

Die Grafik selbst ist insgesamt okay. Texturen, Licht-, Schatten- und Partikeleffekte sowie Animationen reißen zwar keine Bäume aus, können aber größtenteils überzeugen, zumal auch die Auslastung meiner Hardware praktisch nicht vorhanden war. Die Charaktermodelle wirken jedoch sehr grob aufgelöst, auch die Mimik der Personen ist undetailliert wirkend. Am Nervigsten sind aber immer noch die Spawns von Personen und Fahrzeugen. Teilweise fahre ich irgendwo auf dem Freeway entlang und keine 100 Meter entfernt ploppt plötzlich eine Fahrzeugbarrikade auf, manchmal sieht man auch aus weiterer Entfernung eine große Masse an Menschen, die dann aber keine 50 Meter entfernt plötzlich verschwindet.

Grafisch reißt es keine Bäume aus, aber des Nachts gibt es noch den einen oder anderen coolen Blick.

 

Allgemein wirkt das Spiel an recht vielen Stellen unsauber programmiert. Sei es die fehlerbehaftete KI, seien es die schlechten Spawns, die hinter undurchdringlichen Barrikaden platzierten Zielpunkte, die nicht auftauchenden Zielpersonen oder einfach die Spielabstürze: Regelmäßig wurde ich von solchen Fehlern geplagt und das vermieste mir ein ums andere Mal die gute Laune am Spiel. Das Spiel ist letztendlich nicht so verbuggt wie beispielsweise ein „Fallout: New Vegas“, aber es hat mich ein ums andere Mal gestört und daher werde ich an dieser Stelle auch eine Abwertung vergeben.

 

Fazit

 

Zweimal habe ich „Saints Row: The Third“ nun durchgespielt, jeder Durchlauf hat etwa 35 Stunden Zeit in Anspruch genommen.  Und über all diese Stunden hinweg hatte ich richtig viel Spaß. Das Spiel ist herrlich, es ist absurd, lächerlich, bescheuert, aberwitzig und wahnsinnig zugleich. Die Saints erleben eine famos erzählte und richtig coole Handlung. Die riesige Stadt, die herrlich blödsinnigen und abwechslungsreichen Nebenmissionen, krachende Action, motivierende Upgrades, der Soundtrack und immer eine gehörige Portion Unerwartetes: Das Spiel fetzt einfach. Und dass es sich selbst kein bisschen ernst nimmt, macht alles noch besser.

Eigentlich ist es ganz simpel beschrieben: Man nehme GTA, erlaube ALLE Cheats und Hacks, füge noch Zombies, die Matrix und Star Wars hinzu und voila, man hat „Saints Row: The Third“ erschaffen. Klingt das gut? Dann werdet ihr ein geniales und humorvolles Abenteuer erleben, bei dem euch höchstens ein paar Bugs, technische Unsauberheiten und unbalancierte Nebenmissionen den Spielspaß trüben werden!

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Wertung
Pro und Kontra
  • Coole Geschichte voller unerwarteter Wendungen und irrer Charaktere
  • Fetzige und abgefahrene Nebenmissionen
  • Fette Action mit coolen Gegnern
  • Frei begehbare und wiedererkennbare Stadt
  • Motivierendes Upgradesystem
  • Soundtrack des Spiels
  • Gut umgesetzte, saubere Steuerung
  • KI sämtlicher NPCs
  • Viele Bugs, an manchen Stellen unsaubere Programmierung
  • Unausgegorener Schwierigkeitsgrad der Nebenmissionen
  • Sternesystem lässt sich zu leicht austricksen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Oft, regelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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