Ein gelungenes Abschiedsgeschenk?

Nun ist es schon einen Monat her, seit Metal Gear Solid V: The Phantom Pain rausgekommen ist. In der Zeit konnte man sich eine Meinung über das Spiel...

von DanieD00 am: 03.10.2015

Nun ist es schon einen Monat her, seit Metal Gear Solid V: The Phantom Pain rausgekommen ist. In der Zeit konnte man sich eine Meinung über das Spiel machen. Die wichtigste Frage jedoch: Ist das Spiel etwa so spaßig wie eine fehlgeschlagene Infiltration oder ist es ein echtes Geschenk?

Schmerzhaftes Erwachen

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain fängt da an, wo Metal Gear Solid V: Ground Zeroes aufgehört hat. Wir erwachen als Snake/Big Boss in einem Krankenhaus auf Zypern. Uns wird gesagt, wir waren neun Jahre lang im Koma und zu allem Überfluss haben wir einen Arm weniger und einen unschönen Splitter im Schädel. Als wär das nicht schon genug, wird das Krankenhaus einige Tage später von einer feindlichen Truppe von Cipher gestürmt mit dem Ziel, uns umzubringen. Wir fliehen aus dem Krankenhaus und bauen eine neue Mother Base auf, um Cipher aufzuhalten und ihren Anführer Skull Face eine Kugel in den Kopf zu jagen. - Wer sich jetzt fragt: ,,Wer zum Teufel ist Cipher und Skull Face?...´´ Nun, für MGS V: TPP braucht man Hintergrundwissen, um so richtig bei der Story mitzukommen, denn das Spiel erklärt uns die Hintergrundgeschichte zu all dem nur über Kassetten, die wir während des Spiels freischalten. Neulinge von Metal Gear Solid werden mit der Geschichte leichte Probleme kriegen, was die Charaktere angeht. Ansonsten ist die Geschichte für ein Metal Gear Solid zwar gewohnt gut, doch leider wird sie erst recht spät wirklich spannend. Im Vergleich zu anderen Metal Gear Solids mit endlos langen Zwischensequenzen (Stichwort 68 Minuten) sind hier die Zwischensequenzen kürzer geworden.

Das Gameplay

Anders als in anderen Metal Gear Solids sind wir nun in offenen Gebieten unterwegs. Da wäre zum einen Afghanistan und Zentralafrika. Hier erledigen wir allerhand Aufgaben, bringen Soldaten,Fahrzeuge und Container zur Mother Base, unserem Stützpunkt, zu dem ich später komme oder holen Tiere raus. Was man dem Spiel besonders anerkennen muss, ist die Freiheit. Es gibt für so gut wie jede Basis immer! einen zweiten Weg ins innere. Wir dürfen stets entscheiden, wie wir vorgehen wollen. Ballern wir uns in eine Basis rein, schleichen wir uns vorsichtig und unentdeckt rein oder versuchen wir einen Mittelweg? Allerdings ist ein umso befriedigerendes Gefühl, aus einer schwer bewachten Basis unbemerkt zu entkommen. Die KI stellt sich oft sehr schlau an. Wenn sie wissen, das wir anwesend sind, dann werden sie alles durchsuchen, und gerne auch zwei mal vorbeikommen. Wenn sie uns umbringen will, dann wird sie es auch mit allen Mitteln tun, und uns z.B flankieren oder mit Mörser aus der Deckung locken. Wir dürfen außerdem immer einen Begleiter mitnehmen, der uns dann bei unserer Mission unterstützt, oder von der Mother Base Mörseranschläge anfordern oder sogar einen Helikopter ins Gebiet bringen, der uns unterstützt und aus dem Gebiet holt. So müssen wir zum Beispiel eine bestimmte Person rausholen oder um die Ecke bringen, mal Fahrzeuge sprengen oder bestimmte Daten finden und mitnehmen. Das klingt zwar anfangs ziemlich nach Standard, aber durch die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten bei einer Mission lohnt es sich, eine Mission noch einmal zu spielen.

Das Allzweckgerät: Der iDroid


Während einer Mission oder in unserem Helikopter können wir über dem iDroid Missionen anwählen oder weiter Kleinigkeiten ändern. Was hier jedoch besonders interessant ist: Über dem iDroid können wir die Mother Base ausbauen, Waffen und Ausrüstung für uns selbst oder einen Begleiter entwickeln oder unser Personal verwalten. Der Ausbau der Mother Base ist essenziell, um im Spiel weiterzukommen, und macht obendrein auch Spaß. Denn mit einer größeren Basis können wir mehr Personal unterbringen, wodurch wir bessere Waffen entwickeln, oder kleine Trupps auf Aufträge schicken, die uns dann Geld bringen, welches wir ebenfalls für so gut wie alles brauchen. Wichtig ist es sowieso, das Personal zu verwalten, da wir besonders zu Anfang des Spiels nicht alle Teams haben. Eventuell kann es dann vorkommen, dass das Spiel Personal beispielsweise ins Entwicklungsteam stellt, obwohl dieses Personal besser für das Basisentwicklungsteam ist. Außerdem dürfen wir später im Spiel FOBs bauen, die wie eine zweite Mother Base gelten, aber dafür von Spielern ausgeraubt werden können. Ebenso können wir über dem iDroid Kassetten anhören, die die Hintergrundgeschichte erzählen, oder Musikkassetten laufen lassen, die wir in der Welt finden können. Wer wollte den noch nicht mit der Intromusik von MGS 3 per Helikopter infiltrieren?

Technisch beeindruckend?

Positiv überrascht hat mich vor allem die Technik des Spiels. Die FOX-Engine ist sehr gut für den PC optimiert und das Spiel lief stets flüssig. Auf einem System mit einer GTX 750 Ti, 16 GB Arbeitsspeicher und einer FX-8350 lief das Spiel auf hohen Einstellungen mit 50 FPS. Auch soundtechnisch gibt es nichts zu meckern. Die Synchronsprecher machen einen guten Job, auch wenn David Hayter Kiefer Sutherland als Big Boss weichen musste. Schön ist auch, das z.B ein feindliches Hauptquartier reagiert, wenn ein Soldat nicht mehr antwortet. Außerdem passt die Musik jederzeit und wird auch bedrohlich, wenn wir eine Schießerei anzetteln. Aber:
Wenn man von einem Ort zum anderen kommen will, weil man evt noch keine Schnellreise freigeschaltet hat, dann hab ich nach vermeintlichen Abkürzungen über die Berge gesucht. Tatsächlich gibt es einige Stellen in der Welt, wo man eigentlich hochklettern kann, Big Boss aber keine Lust dazu hat. Warum?

Fazit


Metal Gear Solid V: The Phantom Pain war zugegebenerweise ein Spiel, von dem ich nichts erwartet habe. Darum bin ich umso mehr froh, das es ein tolles Spiel geworden ist, welches die Metal Gear Solid Reihe gut abschließt. Die Geschichte unterhaltet für 30 Stunden und es gibt zusätzlich dazu eine Menge Nebenmissionen, die nochmal 100 Stunden drauftun. Das Spiel ist definitiv sein Geld wert. Neulinge werden trotzdem mit der Geschichte leicht Probleme haben. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der sollte jetzt aufhören, die Rezension zu lesen und endlich los gehen und das Spiel kaufen.


Immer noch da? Los jetzt!

Jetzt eigenen Artikel veröffentlichen

Schreib Deinen eigenen Artikel auf GameStar und tausche Dich mit anderen Lesern aus.

Eigenen Artikel schreiben

Wertung
Pro und Kontra
  • Handlung: Interessante Handlung...
  • Handlung: Interessante Charaktere
  • Gameplay: Mother Base motiviert
  • Gameplay: Große spielerische Freiheit
  • Steuerung: Leicht erlernt, sowohl mit Controller als auch mit Tastatur
  • KI: Sehr gute KI
  • Atmosphäre: Leichte Prise Kojima Humor
  • Atmosphäre: Stets atmosphärisch, besonders bei Nacht und Regen
  • Umfang: 50 Hauptmissionen = 30 Stunden Geschichte
  • Umfang: Über 150 Nebenmissionen...
  • Umfang: Über 100 Stunden Umfang
  • Technik: Gut optimiert
  • Technik: Detaillierte Charaktere, Waffen und Areale
  • Sound: Gute Sprecher
  • Sound: Stets passende Musik
  • Handlung:... die aber erst gegen Ende des Spiels in Fahrt kommt
  • KI: Manchmal nicht nachvollziehbare Entdeckungen
  • Umfang: ...auch wenn sie sich schnell wiederholen
  • Gameplay: Gelegentlich nicht nachvollziehbare Wege (wie Klippen etc)

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(6)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.