Ein Schritt in die richtige Richtung

Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich mir das Spiel holen soll, da die Vorgänger mich bereits mehr als enttäuscht hatten. Die Serie, welche ich einst mal Tag und...

von MALI3U am: 05.01.2021

Optik: Kommen wir zunächst zum offensichtlichsten und damit der Optik des Spiels. Diese ist im Vergleich zu den Vorgängern deutlich aufgehübscht. Endlich gibt es echtes Raytracing und teilweise sehr hübsche Texturen. Hierzu muss ich noch sagen, dass ich auf der Series X in 4K gespielt habe. Insgesamt für mich das hübscheste Call of Duty bisher und zumindest auf der Series X extrem stabil auf 60 FPS. Hier scheint man echt hart gearbeitet zu haben.

 

Kampagne: Als ich mir das Spiel dann doch gekauft habe, tat ich dies primär für den Multiplayer, da mich die Kampagne von CoD bereits seit Advanced Warfare einfach nicht mehr interessiert hat. Immer wieder das selbe und immer wieder die gleiche Art zu spielen. In einem Korridor ohne wirkliche Entscheidungsfreiheit. Alles wurde dem Spieler vorgekaut. Aber da ich nicht einfach 1/3 des Spiels unangetastet lassen wollte, wagte ich mich dann doch mal an die Kampagne und siehe da, die Hausaufgaben wurden gemacht. Zur Story kann ich sagen, dass diese zwar an der alten Call of Duty Formel festhält, und wer hätte es gedacht im kalten Krieg (Cold War) den Russen als Bösewicht präsentiert, aber diese nun zunehmend sehr viel besser erzählt wird. Es gibt wieder Parallelen zu Black Ops 1. Besonders gefallen hat mir dabei der gewisse Geheimagenten-Flair, welcher versprüht wurde. So können wir in Hauptmissionen Hinweise finden, welche wir entschlüsseln können, um so in optionalen Nebenmissionen dem Bösewichts-Ring den Gar auszumachen. Und das Ganze wird dann je nach Erfolg dann sogar am Ende anhand einer kleinen Szene honoriert oder eben nicht. Zusätzlich gibt es teilweise richtige Schleichmissionen. Also wirkliche Schleichmissionen. Ich kann das teilweise garnicht genug betonen. Das Spiel wirft einen in eine Karte mit einem Problem. Für das Problem gibt es dann verschiedene Lösungsansätze und sollte man mal entdeckt werden, ist die Mission nicht gleich vorbei, sondern nur eben sehr sehr viel schwieriger zu bewerkstelligen. Diese Art von Mission kommt zwar nicht häufig vor, aber alleine die Tatsache, dass der Mut mal aufgegriffen wurde, muss an dieser Stelle honoriert werden. Am Ende bietet das Spiel dann auch noch 3 Arten zu enden. Eine Version hat mich dabei besonders überrascht, da diese auch sehr viel Mut erfordert. Insgesamt haben wir hier wohl einer der besten Call of Duty Kampagnen und bestimmt die beste Kampagne seit circa 10 Jahren. Wenn die Entwickler jetzt auf diesem Konzept aufbauen, dann könnten zukünftige Spiele eine echt grandiose Kampagne mit viel Entscheidungsfreiheit und weniger Bombast setzten. Denn eins ist klar. Wenn ich in jeder Mission ein Hochhaus explodieren lasse, dann schockt mich das als Spieler nicht mehr. Doch wenn diese Aktionen eine Seltenheit sind oder Einmalig, dann bleiben diese dafür besser im Gedächtnis. Ich würde mir das Geheimagenten-Szenario auf jeden Fall auch für zukünftige CoDs wünschen.

 

Multiplayer: Und hier kommen wir wohl zum eher unspäktakuläreren Teil des Spiels. Der Muliyplayer ist sehr solide. Ich hatte bereits mal einen Kommentar zum Skill-Based-Matchmaking geschrieben, jedoch hat die Gamestar diesen ohne Kommentar nicht freigegeben. Ich weiß selbst nicht warum. Kurz gefasst. Ich halte SBM für keine schlechte Sache und für wahrscheinlich 80% der Spieler macht SBM auch Sinn. Für mich persönlich auch. Ich habe zwar früher mal DeSBL gespielt, jedoch tue ich dies bereits seit Black Ops 2 nicht mehr und aufgrund von Arbeit und anderen Hobbys, kann ich eben nicht mehr die Zeit aufbringen um richtig gut zu werden. Eine Partie gegen Leute die ständig spielen und daher einfach sehr viel besser sind, macht für mich deshalb dann auch einfach keinen Spaß. Zum Multiplayer selbst kann man halt einfach nicht viel sagen. Er ist teilweise sehr viel besser als die Vorgänger, da die wenigen Karten die es gibt eben besser auf das Gameplay ausgerichtet sind und vor allem weil das Gameplay wieder mehr dem Ursprung entspricht. Killstreaks gibt es immer noch, doch sind diese jetzt zugänglicher denn je. Diese fallen erst bei einer bestimmten Punktezahl an und gehen beim Tot auch nicht verloren. So wird es vor allem auch Einsteigern ermöglicht eine gewisse Pointstreak mal zu erreichen. Dabei habe ich auch zumindest das Gefühl, dass diese nicht mehr so stark sind wie zuvor. Eine gut platzierte Predator richtet immer noch gut schaden an, aber ein Helikopter ist dann teilweise sehr schnell vom Himmel. Während des Spielens ist mir zumindest nicht aufgefallen, dass mein Helikopter sehr viele Kills machen würde oder andersrum. Für mich eine gute Sache, da ich generell das Gameplay auf dem Boden priorisieren würde und übertriebene Killstreaks noch nie gut fand. Zu den größeren „Schlachten“ mit Fahrzeugen kann ich leider nichts sagen, da ich hier noch keine Erfahrung habe. Oft werden die wenigen vorhandenen Maps und die wenigen Waffen kritisiert. Hierzu muss ich aber auch erwähnen, dass es zumindest für mich nicht auf die Anzahl der Waffen ankommt. Titanfall kam mit nur einer Handvoll Waffen aus. Die ersten Call of Dutys ebenfalls (in Cod 2 waren es insgesamt 14). Es ist garnicht relevant wie viele Waffen man hat. Lieber hab ich vllt. 12 oder 20 Waffen, welche aber vom Prinzip anders funktionieren als 50 Waffen, welche alle gleich sind. Und genau das hatten wir die letzten Jahre. Zwar unterschieden sich die Waffen in Cold War auch nicht so gravierend, aber es ist ein guter Schritt.

 

Zombies: Den Modus hab ich ebenfalls bisher noch nicht gespielt, da ich gesehen habe, dass dieser es erfordert online zu spielen. Als mein System nicht schnell eine Lobby gefunden hat, habe ich es einfach gelassen. Vllt. probier ich mich nochmal, jedoch ist für mich der Zombiemodus immer nur ein kleiner Zeitvertreib gewesen und hat mich eigentlich seit BO3 nicht mehr gereizt. 

 

Zusammenfassend haben wir hier ein wirklich gutes und phasenweise ein sehr gutes Spiel. Wie ich bereits angemerkt habe, ist Cold War wohl einer der besten Call of Dutys seit Jahren, da endlich Probleme wie die zu starken Killstreaks, die einfach teilweisen komplett bescheuerten Maps und vor allem dieses Rumgespringe entfernt wurden. Im Singelplayer gab man dem Spieler mehr Entscheidungsfreiheit und eine besser erzählte Story. Cold War ist ein ambitioniertes Spiel und das gaben die Entwickler auch offen zu. Am Ende der Kampagne bedankten sie sich für die vielen Ideen und Verbesserungsvorschläge. Das kann man nur hoch anrechnen, wenn ein Entwickler sinnvoll mit Kritik umgeht und dann noch höher, wenn diese dann auch noch umgesetzt wird. Cold War ist sicherlich nicht perfekt oder das Call of Duty schlechthin, jedoch ist es für mich ein großer Schritt in die richtige Richtung. Bitte weite so.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Sehr schöne Präsentation
  • Gut erzählte Story
  • Entscheidungsfreiheiten (teilweise)
  • solider Multiplayer
  • Potential wird nicht voll ausgeschöpft
  • An machen Stellen fällt das Spiel in alte Raster zurück

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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