Galaktisches Abenteuer der Extraklasse

Mass Effect ist der Beginn einer Trilogie, die auch möglicherweise nach dem dritten Teil nicht enden wird, denn das ist nur der Beginn eines Abenteuers, welches...

von Rupert_The_Bear am: 30.06.2010

Mass Effect ist der Beginn einer Trilogie, die auch möglicherweise nach dem dritten Teil nicht enden wird, denn das ist nur der Beginn eines Abenteuers, welches 'Per Anhalter durch die Galaxis' blass aussehen lässt.

Es war einmal vor langer Zeit...

...in einer nicht so weit entfernten Galaxis. Mass Effect spielt nämlich in der Milchstrasse.
Wir schreiben das Jahr 2183, wir sind natürlich nicht allein da draussen. Durch FTL-Geschwindigkeiten (Faster Than Light) wurden interstellare Reisen möglich und so hat man Kontakte zu anderen Rassen und Zivilisationen geknüpft. Die Menschheit hat aber den Status eines Neulings unter den anderen Bewohnern der Galaxis und man traut ihnen nicht so recht.
Das ändert sich recht bald, denn mit Hilfe von Commander Shepard muss die Milchstrasse und ihre Bewohner vor der Zerstörung bewahrt werden.
Was mit einer simplen Aufklärungsmission beginnt, endet in einem Kampf auf Leben und Tod, vielen Geheimnissen und nur recht wenigen Antworten. Doch die Menschheit beweist sich in diesem Kampf und zeigt den anderen Rassen ihren Wert, sodass sich das Bild komplett ändert. Bis dahin ist es aber ein langer und harter Weg.

Mit der Normandy auf Achse

Eden Prime, eine Kolonie am Rande des durch den Galactic Council geleiteten Teil der Milchstrasse macht einen bedeutenden Fund. Bei Ausgrabungen wird eine Sonde gefunden, die von den sog. Protheans stammen soll. Diese sind jedoch vor 50.000 Jahren ausgerottet worden und das besondere an der Sonde ist: Sie ist funktionstüchtig.
Die Aufgabe ist simpel. Hinfliegen, die Sonde abholen und sie dem Council übergeben.
Doch recht schnell wird klar, dass nichts im Leben einfach ist. Das Schiff, welches für diese Mission genutzt wird, ist die SSV Normandy, das fortschrittlichste Schiff aller Zeiten, ein Specter ist an Bord, eine Art Spezialagent und kurz vor der Ankuft bekommt man ein Video von Soldaten mitgeteilt, die auf Eden Prime kämpfen. Unter anderem ist auch ein riesiges Schiff darauf zu sehen. Noch weiß man damit nicht so recht was anzufangen, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte, die Shepard erlebt.
Natürlich geht die Mission schief, der Specter wurde verraten und erschossen, von einem anderen Specter, Saren. Um ihn und die Protheans geht es hauptsächlich in Mass Effect.
Anders als im zweiten Teil ist die Story auf die Geschehen fokusiert, nicht direkt auf die Charaktäre. Diese haben auch jeweils ihre Geschichte zu erzählen, sie stehen, ausser Shepard und Saren jedoch nicht im Mittelpunkt.

7 Mann Armee

Shepard ist natürlich nie allein auf seinen Missionen, doch das Team muss erstmal gefunden werden. Lt. Kaidan Alenko ist von Anfang an dabei, ein Biotic mit Migräne, verursacht durch die Implantate. Auf Eden Prime nimmt man Ashley Williams ins Team auf, da ihre Einheit eliminiert wurde und nur sie knapp entkommen konnte.
Nach Eden Prime wird man auf die Zitadelle berufen, der Council will Shepard sehen. Dort trifft man Wrex, einen Krogan Kopfgeldjäger, Garrus, einen C-Sec Ermittler und Tali, eine Quarian Dame, die wichtige Informationen über Shepards Feinde hat.
Nachdem man die drei für sein Team angeheuert hat, fehlt nur noch ein Mitglied. Doch sie muss erstmal gefunden werden und zwar nicht auf der Zitadelle, denn sie fühlt sich in Ansammlungen von Leuten unwohl. Dr. Liara T'Soni wird von Shepard gerettet und so ist das Team vollständig und bereit, das Universum zu retten.
Jedes Mitglied hat Stärken und Schwächen und besondere Fähigkeiten. Anders als in Teil 2 ist der Teil aber mehr auf RPG getrimmt, so gibt es mehr Punkte, die es zu verteilen gilt und ein Inventar, dass mit Waffen, Modifikationen, Munitionen und Rüstungen gefüllt wird und dann an die Leute verteilt.
Es ist zwar eine kleine Fuchtelei, alle immer auf dem neusten Stand der Technik ausgerüstet zu haben, aber es macht mehr Spass, als nur die Waffen zu modifizieren, wie in Teil 2. Rüstungen gibts da auch nur für Shepard. Hier ist die Vielfalt um ein vielfaches größer.

Geschichten des Lebens

*SPOILER*
Wer das Spiel noch nicht gespielt hat und es noch vor hat, dem rate ich, dieses Kapitel zu überspringen.

Nachdem man das Team hat und Shepard zwar etwas widerwillig vom Council zum ersten menschlichen Specter ernannt wurde, hat man nun ein Ziel. Mit Talis Beweis glaubt der Council schließlich, dass Saren übergelaufen ist und widerruft seinen Specter-Status. Shepard soll ihn aufhalten, denn was Saren vorhat grenzt an Wahnsinn. Er arbeitet mit den Geth zusammen. Geth sind Maschinen, die von den Quarians erstellt worden sind, um ihnen zu helfen. Doch die Geth haben sich weiterentwickelt und zusammengeschlossen und rebellierten gegen ihre Schöpfer und drängten die Quarians von ihrem Heimatplaneten. Sie folgen nun Saren, da er die Reaper wiederbringen will. Reaper sind riesige Maschinen, die angeblich die Protheans vcor 50.000 Jahren ausgelöscht haben sollen. Das riesige Schiff auf Eden Prime ist eines dieser Reaper.
Und so beginnt eine Reise an den Rand der Milchstrasse und quer durch, um Saren zu fassen zu kriegen. Jeder Hinweis wird verfolgt und untersucht, der dazu führen könnte Saren ins Handwerk zu pfuschen.
Auf der Zitadelle kommt es zum Showdown zwischen Shepard,seinem Team und Saren mit den Maschinenkriegern. Wie es ausgeht, nun die Guten gewinnen immer, aber wie, das liegt ganz an ihnen.

Multiple Choise

Während des Spielverlaufs, kann man entscheiden, wie man was macht. Einige Aktionen sind nicht nur marginal unterschiedlich, sondern ändern den späteren Verlauf des Spiels und vor allem ändern sie den zweiten Teil enorm.
Entscheidet man sich, gewisse Charaktäre am Leben zu lassen, tauchen sie in ME2 wieder auf, bringt man sie um, klar dann nicht mehr, aber das hat wiederum andere Konsequenzen.
Zu all dem gibt es eine Moralanzeige, die in Paragon und Renegade aufgeteilt ist, Paragon sind gute, mutige und selbstlose Taten, Renegade können böse, fiese Taten sein oder auch schnippische Antworten gegenüber anderen Leuten. Wie Shepard sein soll und wie er später in ME2 sein wird, liegt ganz am Spielstil des Spielers.
Irgendwie kann man es auch als eine Art Psychotest sehen. Ich habe z.B. immer auf Paragon hinausgespielt und musste mich fast schon zwingen, Renegade Aktionen durchzuführen. Das sagt doch einiges über den Spieler aus, oder?

Bleihaltige Luft

Natürlich kommt man um Schiessereien nicht herum, von denen gibt es zwar genug, aber auch nur für den, der will. Wählt man sich eine Klasse aus, die eher auf biotische oder technische Fähigkeiten ausgelegt ist, kriegt man vielleicht nur eine Pistole in die Hand. Damit kann man nciht viel ausrichten, also bleibt auch hier die Qual der Wahl.
Nimmt man den Soldier, hat man eine Pistole, eine Shotgun, ein Gewehr und eine Sniper zur auswahl, zudem noch Granaten. Später besitzt man auch ein paar Fähigkeiten, die das Leben im All erleichtern.
Die Kämpfe selbst sind zwar packed und gut gemacht, oftmals aber auch sehr chaotisch und unübersichtlich. So kommt es vor, dass man von Hinten erschossen wird, weil Gegner sich zwischen die eigenen Leute buchsiert haben. Klar greifen die anderen Teammitglieder ein, aber man verliert die Gegner schnell und oft aus den Augen. Das hat Teil zwei wesentlich besser drauf.
Auch kommt es darauf an, wie lange das Spiel dauert. Will man jede noch so kleine Nebenmission erledigen, so kommt man auf ca. 30h Spielzeit, geht man den direkten Weg der Haupthandlung, sinds vielleicht 10-12h. Zugegeben, das ist nicht viel, aber selten wird man 10h besser verbringen.
Die Nebenmissionen ähneln sich alle leider etwas, aber alleine das durchforsten der Galaxis nach Missionen, Anomalien, Ressourcen und anderen Gegenständen macht Spass und das Herumdüsen auf fremden Planeten mit dem Mako Panzer bereitet viel Freude. Man kriegt in der Zeit eine ganze Menge zu sehen, denn jeder Planet ist anders.

Technik, die begeistert

Leider kann man das von den Bunkern und Gebäuden, die man auf den Nebenmissionen findet nicht sagen. Diese sind im Layout eigentlich immer gleich und sind nur durch anders angeordnete Objekte unterschiedlich, trotzdem alle zu ähnlich. Über die Orte auf den Hauptmissionen kann man nicht meckern, die Zitadelle ist einfach nur gewaltig, Noveria ist kalt, Feros zerstört, Vermire wunderschön.
Auch die Normandy ist voll mit schmucken Details und selbst da gibt es viel zu entdecken.
Die Charaktäre bewegen sich natürlich durch die Räume, die Mimik und Gestik ist sehr glaubwürdig, allein die 'Ruckler' in den Dialogen stören etwas. Wenn eine Person einen Abschnitt des Dialogs beendet hat, macht sie eine kurze Pause und dann redet sie weiter, dazwischen ist aber ein Sprung in der Mimik zu sehen, was nicht so schön aussieht.
Schön ist auch die Tatsache, dass bei sehr vielen Charaktären, mit denen man reden kann, es keine zwei gleichen gibt. Die Leute, die z.B. auf der Zitadelle gehen und stehen werden sich irgendwann gleichen, da es aber so viele verschiedene Rassen und dann wieder Variationen der Aliens und Menschen gibt, das fällt nicht auf.
Grafisch ist das Spiel nach wie vor auf Höhe der Zeit, da fällt die eine oder andere schwammige Textur eigentlich nicht mehr ins Gewicht.
Soundtechnisch kann man ebenfalls höchstens ein Manko aufzählen. Pro Waffenklasse gibt es eigentlich nur einen Sound, wechselt man ein Gewehr vom Typ aus, so klingt es genau gleich, wie das Gewehr, dass man vorher hatte.
Die Musik ist klasse, die Stimmen ebenfalls, sie klingen sehr natürlich und die Umgebungsgeräusche sind je nach Ort unterschiedlich und überzeugen auf ganzer Linie.

Fazit

Mass Effect ist ein Spiel der Superlative. Es bietet viele Stunden Spielspass, Unterhaltung, besitzt Charaktäre, an die man sich vermutlich in 30 Jahren noch erinnern wird, hat eine super Story mit vielen Wende und Schockmomenten und einem klasse Ende.
Sieht man die Credits, sollte man sofort mit Mass Effect 2 weitermachen, denn die Serie begeistert und das immer wieder.
Man kriegt Mass Effect schon für 10 - 15€, wer noch nicht hat und Sci-Fi mag, der sollte umbedingt zugreifen.
Wer RPGs nicht mag, der soll sich ebenfalls nicht abschrecken lassen und sich das Spiel einfach mal ausleihen und auf sich wirken lassen.

Uneingeschränkt empfehlenswert.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Klasse Orte, Charaktere, Schöne Effekte
  • Sound: Tolle Musik, Tolle Sprecher, Generell guter Sound
  • Balance: Genügend Schwierigkeitsgrade,Nie Unfair
  • Atmosphäre: Je nach Ort anders, Toll in Kämpfen, Normandy
  • Bedienung: Leichtgängig, Konfigurierbar, Hotkeys
  • Umfang: 30h Spielspass, Viele Items,Orte,Charaktere
  • Quests/Handlung: Missionen spannend, Hauptmissionen alle anders
  • Charaktere: Tolle Charaktere mit Tiefgang, Persönliche Stories
  • Kampfsystem: Waffen,Fähigkeiten, Deckung, Teammitglieder
  • Items: Waffen, Mods,Munitionen,Rüstungen,Upgrades
  • Grafik: Recycling gewisser Orte
  • Sound: Waffen klingen gut, aber gleich
  • Balance: Gegen Ende zu leicht
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: Im Vergleich zu Teil 2 etwas hackeliger
  • Umfang: -
  • Quests/Handlung: Nebenmissionen ähneln sich teilweise stark
  • Charaktere: -
  • Kampfsystem: Kämpfe öfters chaotisch
  • Items: Inventar übersichtlich aber fummelig

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(1)

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