Gelungenes Remake, aber nicht perfekt

Ich gestehe - es gab eine Zeit, da spielte ich die alten XCOM games in einer Intensität, die im Nachhinein bedenklich einzustufen ist. Ich habe Terror from...

von ArtsyDartsyNBG am: 07.12.2012

Ich gestehe - es gab eine Zeit, da spielte ich die alten XCOM games in einer Intensität, die im Nachhinein bedenklich einzustufen ist. Ich habe Terror from the Deep zweimal auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchgezockt, das hätte mich beinahe ein Jahr meines Studiums gekostet. Heute würde ich mich als geheilten Spielsüchtigen bezeichnen, aber das jetzt tatsächlich ein Remake von Enemy Unknown erschienen ist, noch dazu von Firaxis, hat mich sogar dazu bewogen, mich extra für diese Review neu zu registrieren (war hier schonmal angemeldet).

Doch nun genug der einleitenden Worte, ab zum Review:

1. Das Spiel & seine Story

Kurzfassung: Erde wird von fiesen Außerirdischen angegriffen, hilflose Menschen terrorisiert und entführt. Eine multinationale Eingreiftruppe mit eigenem Forschungs- und Produktionsressort wird gegründet, die XCOM - und der SPieler übernimmt die Kontrolle über diese.
Gameplaytechnisch bedeutet dies eine spannende Mischung aus Wirtschaft, Forschung und Produktion, die Einsätze gegen die Invasoren werden als rundenbasierte Echtzeit-Taktik ausgespielt. Das Hochleveln der Soldaten sorgt zudem für eine nicht zu unterschätzende Rollenspielkomponente.

2. Die Technik

Die Grafik mag nicht unbedingt supersexy aussehen, aber es ist dennoch ein hübsch gestyltes neues Gewand für den alten Klassiker. Das Art Design ist über jeden Zweifel erhaben, allerdings muss man anmerken, dass die Varianz im Vergleich zum Original nachgelasen hat - zu oft bekämpft man in gleich aussehenden Karten die gleich aussehenden Gegner, etwas mehr Abwechslung würde hier gut tun. Dass das Spiel relativ contentarm ausgeliefert wurde und erst mit kostenpflichtigen DLCs aufgepeppt werden kann hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Stabilität, Ressourcenhunger und technische Kompatibilität sind allerdings wieder Firaxis-typisch erstklassig optimiert.

3. Spielspaß & Motivation

Hier schlägt die Suchtfalle wieder gnadenlos zu: Sowohl der Forschungspart als auch die Einsätze sind hoch motivierend und gnadenlos gut designed. Man erwischt sich des öfteren um 3 Uhr morgens selbst bei dem Gedanken "Einen einzigen Einsatz noch, aber dann ist wirklich Schluss!" - und kommt dann doch um 9 Uhr mit tiefschwarzen Augenringen zur Arbeit - ohne Schlaf, aber mit dem befriedigenden Gefühl, ein Artefakt eingesammelt zu haben, dass die eigene Technologie um Jahrzehnte nach vorne katapulieren wird.

Die Soldaten wachsen ebenso ans Herz wie im Original, bei jedem Schuss aus einer feindlichen Waffe, der sie trifft, zuckt man unwillkürlich mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Ebenso neigt man nach jedem verlustlosen Einsatz dazu, laut aufzujubeln - was für befremdliche Blicke des Eheweibs führt. Meine Soldaten sind wie meine Kinder: Man hegt sie, pflegt sie, entwickelt sie weiter - zu jenen Helden, die die Erde braucht, um im Finale diese retten zu können.

Dieses gerät dann leider etwas konfus und unspektakulär, von dem Adrenalinrausch eines "CYDONIA ODER TOD!" des Originalgames sind wir da leider weit entfernt.

Fazit:

XCOM ist eine würdige Neuauflage des Originals, und Fans der alten Reihe können beinahe bedenklos zuschlagen. Ebenso gewiefte Rundenstrategie bzw. Rundentaktikfans, denen ich ebenso wie XCOm Veteranen eindeutig den Ironman Modus empfehle. Allen anderen Spielern bietet es sich als "Schau es dir mal an" Alternative an, als ein sehr gutes, aber eben doch nicht restlos geniales Game.


Wertung
Pro und Kontra
  • Hübsch designed
  • Fesselndes Gameplay
  • Würdiges Remake
  • Toller Tech-Tree
  • Hoher Wiederspielwert
  • Zuwenig Abwechslung
  • Technisch nicht ganz up-to-date
  • Immer noch zu leicht im Vergleich zu TFTD
  • Eher maues Finale

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(2)

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