Genau so gut wie der Vorgänger

Auch wenn Star Wars Battlefront ein sehr gutes Spiel ist, hat es doch nicht alle Dinge perfekt gemacht. Die zwei wesentlichen Schwächen lagen in der...

von Bakefish am: 23.12.2013

Auch wenn Star Wars Battlefront ein sehr gutes Spiel ist, hat es doch nicht alle Dinge perfekt gemacht. Die zwei wesentlichen Schwächen lagen in der ziemlich unterbelichteten KI und den sich viel zu sehr gleichenden Spielmodi.

Und dann, als Teil 2 herauskam, setzte ich mich gleich mit einem Kumpel ran und los ging es schon. Und es hat tierischen Spaß gemacht, aber auch Teil 2 hat seine Schwächen.

 

Und erneut auf in die Schlacht!

 

Vom gesamten Grundprinzip her baut Star Wars Battlefront 2 auf seinem Vorgänger auf, erweitert dessen Spektrum aber gehörig. Auch in Teil 2 dürfen wir wieder zwischen den vier Klassen Republik, K.U.S., Imperium und Rebellen wählen und kämpfen auch wieder im Klon- bzw. galaktischen Bürgerkrieg , doch nun gibt es sechs statt fünf Klassen.

Auch gibt es nun deutlich mehr Schauplätze als noch in Teil 1. Das liegt unter anderem auch daran, dass Teil 1 herauskam, bevor Episode III veröffentlicht wurde. Aber jetzt, da diese erschienen ist, kloppen sich die Fraktionen auch auf Utapau, Mustafa und anderen Welten. Einige der Karten wurden von der Grundstruktur her beibehalten (jedoch nur wenige), andere nochmal komplett umgeändert. So sieht die Dschungelwelt Kashyyyks nicht mehr bunt und leuchtend aus, sondern schlammig und trübe. Aufgrund der neuen Karten kämpfen die Truppen nun auch auf noch abgefahreneren Biomen, wie der Dschungelwelt Felucias, im Weltall oder auf verwüsteten Industriewelten.

Apropos- Star Wars Battlefront 2 ergänzt die Schlachtfelder um einen gehörigen Teil, indem es auch noch Weltraumschlachten präsentiert. Dazu später mehr.

Nicht nur die Infanterie, sondern auch die Fahrzeuge sind in Teil 2 ordentlich erweitert worden. Zum einen sind viele neue Gefährte hinzugekommen, zum anderen verfügt so gut wie jedes jetzt über Sekundärattacken wie Raketenangriffe. Das peppt das Spielgefühl ordentlich auf!

 

Drei Modi, dreimal mehr komplex.

 

Im Spiel dürfen wir wieder zwischen Galaxiseroberung, Kampagne und Soforteinsatz wählen. LucasArts hat hier jedoch viele Dinge geändert, weswegen ich sie nochmal aufzähle.

Galaxiseroberung

In der Galaxiseroberung dürfen wir wieder eine der vier Fraktionen auswählen und nach und nach die Galaxie einnehmen. Dies ist jedoch komplexer gehandhabt als im Vorgänger: So starten wir mit nur einer Truppe, nämlich der Standardsturmtruppe. Auch nehmen wir jetzt nicht mehr einfach einen Planeten nach dem anderen ein. Wir starten an einem bestimmten Punkt der Galaxie mit einem Basisplaneten und müssen uns über verschiedene Wege zu den anderen Planeten „hinarbeiten“. Die Galaxie ist dabei als eine Art Strategiekarte zu verstehen, was auch cool aussieht. Wir müssen dabei unsere Flotte von einem Punkt zum nächsten bringen und dabei auch aufpassen, was die feindliche Flotte so treibt. Erreicht die feindliche Flotte einen Planeten, welcher sich unter unserer Kontrolle befindet, müssen wir diesen verteidigen. Im Gegensatz dazu müssen wir auf diese Art feindliche Planeten einnehmen. Treffen die beiden Flotten direkt aufeinander, führt das zu einer Raumschlacht.

Haben wir Planeten erfolgreich eingenommen bzw. verteidigt oder einfach eine feindliche Flotte zerstört, erhalten wir Credits als Belohnung. Mit diesen können wir dann neue Truppen kaufen (wobei bessere Truppen natürlich mehr Geld kosten) oder unsere Truppe mit Boni ausstatten, wie Gesundheitsregeneration, einfach mehr Truppen, höherer Gesundheit oder stärkeren Waffen. Stärkere Boni kosten natürlich mehr.

Alles in allem ist dieser Modus sehr gut geraten, doch eines hat mich frustriert: Die KI stellt sich mal wieder alles andere als klug an. Regelmäßig suchte sie offene Konfrontationen, die eigentlich sinnlos sind oder düst uns hirnlos hinterher. Was soll das denn?

Kampagne

Diese spielt sich um einiges anders als die beiden vorherigen des ersten Teils. Einerseits gibt es nun nur noch eine Kampagne, und wir spielen nur auf Seiten der Republik bzw. des Imperiums. Diese Kampagne ist allerdings länger als die beiden alten zusammen, und wir ballern nicht mehr nur stupide. Nun ja, größtenteils doch, aber es mehr taktische Elemente enthalten. So haben wir für einige Missionen nur einen begrenzten Zeitraum, müssen manchmal irgendwelche Gegenstände aufnehmen oder müssen irgendwelche Posten eine bestimmte Zeit lang verteidigen. Dabei verfügen wir immer nur über eine bestimmte Anzahl an Truppen, der Gegner jedoch über eine unbegrenzte Menge. Schnelligkeit ist also geboten. Handlungsmäßige Tiefe kann man allerdings auch in dieser Kampagne nicht erwarten, abgesehen von Zwischensequenzen fühlt man sich nicht im Geringsten in die Star-Wars-Geschichte ein.

Soforteinsatz

Bei diesem gibt es jede Menge Neuerungen. Suchen wir eine Karte bei diesem aus, müssen wir entscheiden, ob wir der typischen Eroberung oder Capture the Flag spielen wollen, einige Karten bieten auch den Jagd-Modus an. Ersterer Modus spielt sich genauso wie in Teil 1: Im Spiel gibt es Kommandoposten, welche anfangs entweder neutral sind oder bereits einer Fraktion gehört. Das Ziel ist es nun, so viele Kommandoposten einzunehmen als möglich, um die gegnerische Fraktion zu schwächen bzw. ganz zu eliminieren. Wie ich schon zu Teil 1 sagte, kann man dieses System gut mit dem Flaggenmodus aus Battlefield vergleichen.

Der CTF-Modus dagegen spielt sich eben ganz CTF-typisch: In die gegnerische Basis rennen, Flagge holen, in die eigene bringen. Vor allem bei Star Wars Battlefront 2 spielt sich das auf einigen Karten ziemlich gut.

Im Jagd-Modus (welchen wir nur auf bestimmten Welten spielen können) kämpft eine der vier Fraktionen immer gegen die Ureinwohner des jeweiligen Planeten, beispielsweise kämpfen die K.U.S. auf Naboo gegen Gunganer. Dieser Modus ist eher klein gehandhabt, macht aber trotzdem Spaß.

In den Raumschlachten dagegen können wir auch wieder zwischen Angriff und CTF entscheiden. Angriff bedeutet, dass es ein Punktelimit gibt. Die Seite, welche dies zuerst erreicht, hat gewonnen. Punkte erhält man beispielsweise dadurch, dass man Teile des feindlichen Schiffes zerstört oder feindliche Raumschiffe abschießt. Der CTF-Modus spielt sich vom System her genauso wie auf Planeten.

 

Das Getümmel wird dichter

 

Im Soforteinsatz merkt man am schnellsten, was es alles für Neuerungen gibt.

Die wesentlichste Neuerung dürfte im Punktesystem liegen. Haben wir beispielsweise einen Gegner ausgeschaltet, gibt es einen Punkt. Im Laufe einer Runde sammeln wir immer mehr dieser Punkte, welche wir benötigen, um die zwei Spezialklassen jeder Fraktion spielen zu können. Gleichzeitig ist dieses Punktesystem mit einem Medaillensystem verknüpft. Im Laufe einer Runde können wir uns mehrere Auszeichnungen sichern, welche uns meistens mit einer besseren Waffe belohnen. Töten wir in einem Leben beispielsweise 12 feindliche Soldaten, erhalten wir die Auszeichnung „Raserei“ und ein verbessertes Sturmgewehr. Das Gleiche gibt es natürlich auch für die anderen drei Standardklassen (Scharfschütze, Techniker, Raketenschütze), halt nur in etwas abgewandelter Form.

Ansonsten wurde das Spiel von der Dynamik her verbessert- unsere Truppen können jetzt sprinten, was begrenzte Ausdauer verbraucht. Auch Rollen verbrauchen nun Ausdauer. Auch Fahrzeuge können für kurze Zeit ihre Geschwindigkeit hochsetzen.

Des Weiteren ist es nun auch möglich, dass wir an einem Kommandoposten unsere Klasse wechseln können, je nachdem, wie der Kampf es gerade von uns verlangt.

Eine weitere coole Fähigkeit ist nun, dass man auch einen der Helden bzw. Schurken der Filmreihe direkt spielen kann, wie beispielsweise Meister Yoda, Obi-Wan Kenobi, Darth Vader oder General Grievous. Diese Helden beherrschen hauptsächlich den Kampf mit dem Laserschwert, haben aber noch Attacken wie Würgegriff, Schwertwurf oder Umwerfen drauf.

Auch wird die Gesundheit unserer Feinde und Freunde nun am oberen Bildschirmrand angezeigt, wodurch der Angriff bzw. die Vorgehensweise besser geplant werden kann. Dies wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass sowohl Infanterie als auch Fahrzeuge nun Schwachstellen aufweisen, durch welche sie bei Beschuss mehr Schaden nehmen als an anderen Stellen. Während dies bei Infanterie- logischerweise- hauptsächlich der Kopf ist, liegen die Schwachstellen bei Fahrzeugen an den unterschiedlichsten Stellen.

Alles in allem wurde das Gameplay an einigen Stellen abgerundet, doch einige Änderungen wurden vorgenommen, die mir persönlich nicht unbedingt gefallen haben. Beispielsweise wurde die Möglichkeit, sich hinzulegen, aus dem Spiel entfernt, was vor allem Scharfschützen zugute kam. Auch sind die Spezialklassen teilweise nur schlecht balanciert. So schießt die Magna-Wache der K.U.S. mit einem Maschinen(!!!)-Raketenwerfer durch die Gegend, während ihr Gegenstück, der Klon-Commander, mit seiner schwachen Minigun hingegen insgesamt auch eher schwach ausfällt. Daher hatte ich es, wenn ich auf Seiten der Republik gespielt hatte, manchmal deutlich schwerer als auf Seiten der K.U.S. Vielleicht war das auch nur so en Gefühl, aber das Verhältnis Magna-Wache/ Droideka zu Klon-Commander/Klon-Jettruppe beispielsweise stimmt irgendwie nicht.

In den Menüs kann man nun, wenn man den Soforteinsatz spielt, seine Kämpfe individueller einstellen, so kann man beispielsweise einstellen, wie viele KI-Einheiten das Feld besetzen oder wie viele Punkte man in Raumschlachten ergattern muss, um die Runde zu gewinnen. Das ist vor allem praktisch, wenn man seine Lieblingskarte einfach mal länger spielen will.

Die KI wurde insgesamt kaum verbessert. Zwar ist die Gruppe in der Lage, auf Befehle zu reagieren und eigenständig zu agieren, doch in Gefechten schießt sie weiterhin eher schlecht, steht doof in der Gegend herum oder reagiert gar nicht erst auf Beschuss. Vor allem letzteres fiel mir immer wieder auf. Schade, dass gerade in diesem Punkt kaum etwas getan wurde.

Insgesamt gesehen integriert Star Wars Battlefront 2 den Spieler noch besser ins Schlachtgetümmel als sein Vorgänger. Die Kämpfe fallen mal wieder sehr hitzig aus, auch dadurch verbessert, dass sich unsere Kumpane nun noch mehr Befehle/ Kommentare zurufen und mehr Klassen drin sind. Die Action wird so wieder hervorragend simuliert.

 

Noch mehr Action im Mehrspieler

 

Dazu muss ich nicht viel sagen. Auch in Star Wars Battlefront 2 ist es wieder möglich, via LAN oder Online-Modus mit oder gegen seine Freunde anzutreten, welche dann automatisch die KI ersetzen. Das ist auf jeden Fall spaßig und sorgt für noch mehr Action.

 

Auch alt… die Technik.

 

Auch Star Wars Battlefront 2 leidet unter stark veralteter Technik. Zwar sind die Schlachtfelder an sich recht groß und einige Effekte recht hübsch, doch leidet das Spiel unter Matschtexturen, Polygon- und Detailarmut, welche selbst für 2005 nicht mehr besonders gut ausfielen. Nun gut, zum Glück gewöhnt man sich dran, die Grafik hat mich sowieso nicht allzu sehr gestört.

 

Fazit

 

Star Wars Battlefront 2 ist ein hervorragendes Spiel, schafft es aber nicht wirklich, seinen Vorgänger deutlich zu überholen. Zwar sind die verschiedenen Modi voneinander viel unterschiedlicher, dafür hat LucasArts allerdings an anderen Stellen gepatzt. Die Steuerung wurde abgespeckt, die Klassen sind nicht besonders gut ausbalanciert, und die KI ist nicht viel besser als im ersten Teil. Doch das Spiel macht diese Negativpunkte durch die erweiterten Schlachten, Raumkämpfe, noch genialere Action und spielbaren Helden locker wieder wett. 90 Punkte ist es mir immerhin wert, und eine Kaufempfehlung!

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Wertung
Pro und Kontra
  • hervorragende Action
  • viele Fahrzeuge und Truppen
  • mehr Spielmodi, diese sind verschiedener
  • etliche Schauplätze
  • taktische Möglichkeiten und Teamwork
  • blöde KI
  • teilweise unbalanciert

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(2)

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