Grandiose Vorgeschichte zu den Filmen

Wer den Film 'Pitch Black' gesehen hat, hatte sich anfangs vielleicht gefragt, wie die Hintergründe zu der Verhaftung von Richard B. Riddick ausgesehen haben...

von - Gast - am: 06.01.2009

Wer den Film 'Pitch Black' gesehen hat, hatte sich anfangs vielleicht gefragt, wie die Hintergründe zu der Verhaftung von Richard B. Riddick ausgesehen haben mochten, denn das wurde in dem Streifen nur beiläufig erwähnt.
Im Jahre 2004 erschien dann das Actionspiel 'Escape from Butcher Bay', die den Werdegang des Verbrechers und Antihelden Riddick zumindest teilweise erzählt. Wer jetzt denkt, dass das Spiel nur ein schlechter Filmlizenzen-Aufguß ist, sollte eines besseren belehrt werden.

Beginn

Das Spiel startet in der Landezone des Gefängnisses von Butcher Bay, und obligatorisch wurde auch der Konflikt zwischen Johns und Riddick integriert. So geschehen hier schon die ersten Kämpfe, Johns legt sich mit dem Gefängnisboss an und Riddick kann in die Abwasserkanäle fliehen, wird aber später wieder eingefangen.
Hier zeigen sich schon die eindeutigen Stärken des Spiels, die Story wurde cineastisch hochwertig inszeniert und passt inhaltlich sehr gut ins Riddick-Universum. Das Ambiente von Butcher Bay wurde sehr gut eingefangen, die Wände sind dreckig, überall durchzieht sich Rost.
Besonderheit ist das Design, denn man hat fast komplett auf eine HUD-Darstellung verzichtet bis auf die Gesundheitsanzeige, Waffenauswahl und Hinweisschilder bei benutzbaren Gegenständen, die schnell wieder ausblenden - großes Plus für die Atmosphäre.

Erklärungen

Bald wird Riddick in den Knastalltag von Butcher Bay eingeführt, und da wir mit fast jedem NPC Gespräche führen können, entwickelt sich auch ein wenig Rollenspielfeeling. Jedoch bleibt dieser Aspekt eher rudimentär, auch wenn man verschiedene Aufgaben erledigen kann. So kann man sich z.B. in Faustkämpfen Geld verdienen.
Apropos Faustkämpfe, diese sind in der ersten Hälfte des Spiels ein wichtiger Aspekt und spielen sich entsprechend gut aus der Egoperspektive. Riddicks Bewegungs- und Interaktionsrepertoire ist nicht gerade winzig, er kann Kisten emporklettern, sich an Sprossen entlanghangeln oder auch durch Tastendruck angreifende Wachen mit ihren eigenen Waffen erledigen. Das sieht zwar brutal aus, ist aber unglaublich cool animiert, wenn Riddick sich die Waffe des Wärters schnappt und sie so dreht, dass sich der Wärter quasi selbst erschießt.
Bei den Waffen sei noch zu erwähnen, dass man die erst später im Spiel nutzen darf, da diese DNS-kodiert sind und nur vom Besitzer nutzbar sind. So muss Riddick zuerst den Computer umprogrammieren, bevor er sich die Wummen zunutze machen kann.

Dunkelheit

Butcher Bay ist alles andere als ein Ferienparadies, es ist eben ein Gefängnis mit verwegenen Gefangenen, korrupten Wärtern, ebenso wie diversem Viehzeug.
So hat man auch den Grafikstil entsprechend angepasst. Knackig scharfe Texturen zeigen eine düstere, verdreckte Welt, viele Schatten, Schmutzpartikel und vernarbte, detaillierte Gesichter verdichten die Atmosphäre. Beim Gameplay kann man sich für verschiedene Vorgehensweisen entscheiden, was Laune macht, Abschnitte öfter anzuspielen.
Eines der wichtigsten Elemente ist aber Riddicks Schleichfähigkeit. Wenn man in die Hocke geht, verfärbt sich der Bildschirm blau, wenn man nicht entdeckt wurde. So kann man Wachen öfter auschalten, ohne eine Waffe gebrauchen zu müssen. Gleichzeitig erhält unser Antiheld im Laufe des Spieles seine glänzenden Augen, mit denen man auf Knopfdruck dunkle Ecken prima ausleuchten kann, ohne enttarnt zu werden.
Diese Möglichkeiten spielen sich dabei sehr präzise ohne Tastaturgefummel.

Hör mal!

Da gute Grafik aber nicht das A und O eines guten Spiels ausmacht, muss auch der Sound stimmen, und der bekommt von mir noch ein Extralob.
WIchtigster Bestandteil ist natürlich die Synchronabteilung, die mit Originalstimmen wie Vin Diesel, Cole Hauser und auch Ron Perlman (Alien 4, Hellboy) bestens besetzt ist. Ein dickes Plus auch für den sehr guten Soundtrack, der sich übrigens je nach Spielweise dynamisch ändert, und die glasklar vernehmbaren Geräusche.
Ausserdem gibt es noch ein wenig mehr zu entdecken, denn man hat überall im Spiel Zigarettenschachteln versteckt, die beim Aufsammeln Extras freischalten und mit lustigen Sprüchen versehen sind. So ist die Motivation immer auf hohem Niveau und lädt zum mehrmaligen Durchspielen ein.

Das Ende?

Chronicles of Riddick: EFBB ist somit eine absolute Ausnahmeerscheinung im Gewühl von Filmumsetzungen, mit viel Liebe zum Detail entworfen und umgesetzt. Keine stumpfe Ballerorgie a la 'Doom', sondern durchaus komplex und trotz des minimalistischen Designs sehr stimmig. Größter Kritikpunkt mögen hier die sehr steril wirkenden Räume sein, was aber dem Spielspaß keinen Abbruch tut.
Definitiv die beste Filmumsetzung, die es je auf dem Spielemarkt zu kaufen gibt!

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Texturen, Effekte
  • Sound: Geräusche, Soundtrack, Originalsprecher
  • Balance: nie unfair, viele Möglichkeiten, fordernd
  • Atmosphäre: tolle Kinoatmosphäre, spannend
  • Bedienung: intuitiv, leicht zu lernen
  • Umfang: nicht zu kurz, Wiederspielwert
  • Leveldesign: übersichtlich, nicht linear
  • KI: fordernd, Soldaten verhalten sich klug
  • Waffen & Extras: Waffenarsenal ok, Extras freischaltbar
  • Handlung: kinoreife Story, toll erzählt
  • Grafik: -
  • Sound: -
  • Balance: -
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: für Anfänger ein wenig fummelig
  • Umfang: -
  • Leveldesign: teils steril und leer
  • KI: Monster und Roboter stürmen blind
  • Waffen & Extras: -
  • Handlung: -

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(6)

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