GTA auf Droge?

Saints Row The Third hab ich bei einem Steamdeal für etwa 10€ gekauft, und es nicht bereut. Warum ich so viel spaß mit diesem Spiel hatte erfahrt ihr in meinem...

von Vercetti III am: 29.06.2012

Saints Row The Third hab ich bei einem Steamdeal für etwa 10€ gekauft, und es nicht bereut. Warum ich so viel spaß mit diesem Spiel hatte erfahrt ihr in meinem Test:

Story
Die Saints - eine Mafia ähnliche Organisation - sind in ihrer Heimatstadt mittlerweile bekannt und beliebt. So beliebt, das sie bei einem ganz normalen Banküberfall schonmal Fotos mit sich machen lassen oder Autogramme geben müssen. Wenn man so beliebt ist, und so abgehärtet ist das einem selbst eine Horde schwer bewaffneter Polizisten nicht umbringen kann, sollte so ein Banküberfall doch ein Kinderspiel sein, oder? So einfach ist das dann aber doch nicht. Nicht nur, dass die Polizisten es - in dem besagten Banküberfall, welcher die erste Mission im Spiel ist - doch noch schaffen einen immerhin festzunehmen, die Bank gehörte einer noch weit größeren Gang aus der Stadt Steelport. Diese Gang holt einem aus dem Gefängnis, bringt einen in ein Flugzeug und macht einem das Angebot, mit ihnen - dem sogenannten Syndikat - zusammen zu arbeiten. Anstatt das Angebot anzunehmen, bricht man jedoch aus, springt aus dem Flugzeug und landet zusammen mit Freundin Shaundi in der Stadt Steelport, wo es nun gillt dem Syndikat den A**** aufzureißen!

Gameplay
Das Gameplay funktioniert wie in den GTA spielen: Man hat eine frei begehbare Stadt des 21. Jahrhunderts, in der man sich mit der Polizei oder anderen Gangs anlegen kann, sich ein Fahrzeug (Autos, Boote, Helis, Flugzeuge, Motorräder) klauen kann, um einen der vielen guten Radiosender zu hören und vieles mehr. Im übrigen ist das Fahrverhalten sehr Arcade-lastig. Natürlich gibt es auch massig Story-Missionen, welche die mit viel Humor versehene Geschichte vorantreiben, oder auch einfache Nebenmissionen, von denen mit der Zeit immer mehr in der Stadt auftauchen.

Das Gameplay ist dabei noch mit vielen humorvollen Kleinigkeiten versehen, so kann man bei einem Auto auch einfach durch die Windschutzscheibe springen, um sich reinzusetzen oder Passanten mit einem riesigen Dildo verprügeln. Vielleicht etwas, was nicht jeder lustig findet; das Spiel befindet sich an der Grenze des guten Geschmacks.

Die Nebenmissionen hingegen punkten mit ihrem 'Fun-Faktor'. So ist es vielleicht nicht sonderlich lustig oder logisch, dass man mit einem Panzer Amok fahren (sprich: So viel Schaden jeglicher Form anrichten wie nur geht) soll, aber durchaus spaßig und Stress reduzierend. Häufig waren mir bei den Missionen der Punktestand oder die Zeit, die mir noch blieb egal. Ich hatte einfach meinen spaß, und dabei Punkte und Zeit vergessen. Ausserdem bin ich sicherlich nicht der einzigste, der sowas im ernsteren GTA bereits nur aus spaß gemacht hat.

Die Story-Missionen haben zum einen sehr gute Film-Sequenzen, sind jedoch auch Gameplaytechnisch gelungen und heben sich durch mehr Skriptereignisse und einige originelle Einfälle vom Rest des Spiels ab. So muss man z.B. einen Computer-Freak in einem stark an 'Tron' erinnernden Online-Spiel - in welchem man zeitweilig auch als Toilette rumläuft - besiegen. So tauchen in dem Spiel auch immerwieder Parodien und auch der ein oder andere satirische Witz auf. Die Film-Sequenzen empfand ich deshalb als sehr gelunge, weil sie sehr gute Animationen boten und zu dem eine mehr als gelungene (englische) Sprachausgabe, leider jedoch auch teils fehlerhafte oder schlechte deutsche Untertitel.

Rollenspielelemente
Neben diesem weitgehend GTA-ähnlichen Gameplay, bietet das Saints Row 3 allerdings auch noch Rollenspielelemente; weit mehr als GTA San Andreas, welches ja ebenfalls einige RPG-Elemente (RPG=Rollenspiel) enthielt. Bis zum höchsten Level - 50 - schaltet man auf seinem IPhone-ähnlichem Handy immer weiter Verbesserungen frei, welche man sich nach dem Freischalten für In-Game-Geld kaufen kann, um seine Spielfigur Stärker und besser werden zu lassen. Zudem gibt es einen umfangreichen Charakter-Editor. Hier kann man sich entweder eine vollkomen absurde Figur (Beispiel: Dicke Frau mit kleinen Brüsten, Vollbart, blauen Haaren, so einer gesunden grünen Hautfarbe und der Stimme von einem Zombie - Ja, das kann man tatsächlich machen!) erstellen oder auch eine einfach nur gut aussehende Figur. In der Stadt kann man dann noch die verschiedenen Geschäfte durchstöbern um seiner Figur auch die passende Kleidung zu kaufen (wahlweise kann man auch nackt oder in Unterwäsche rumlaufen) und ein Tattoo stechen zu lassen. Ausserdem kann man sich jederzeit auch wieder umoperieren lassen, falls einem der Körper doch nicht so gut gefällt.

Grafik & Sound
Wie gesagt: Die Sprecher sind sehr gut, auch wenn es nur die englische Sprachausgabe gibt, und auch die Animationen in den Film-Sequenzen sind glungen. Und auch sonst sind die Animationen sehr gut, was man vom Rest der Grafik nicht behaupten kann. Die sieht zwar nicht schlecht aus, aber wirklich beeindruckend ist sie auch nicht. Sehen lassen kann sich Saints Row 3 also schon noch. Das gleiche gilt für den Sound bei Waffen und Fahrzeugen: Weder besonders gut, noch besonders schlecht. Ein Plus-Punkt in Sachen Sound dürften allerdings die vielen guten Songs auf den verschiedenen Radiosendern sein (u.a. auch Stücke von Kanye West, Don Omar und Pitbull).

Fazit
Saints Row The Third ist ein rundum gelungenes Spiel, welches dem Spieler viel Abwechslung und Humor bietet. Allerdings muss man auch sagen: In das Spiel wurde bei weitem nicht Aufwand gesteckt, den Rockstar Games in jeden Teil ihrer GTA-Reihe steckt. Das merkt man dem Spiel an der kurzen Spieldauer (ca 20 Stunden) und der schlechteren Grafik an. So mangelt es sowohl im technischen Bereich als auch beim Umfang an der Qualität eines GTA-Teils. Seinen spaß - vorrausgesetzt einem gefällt der Humor - kann man dennoch mit Saints Row The Third haben. Von mir gibts deshalb verdiente 84 Punkte.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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