Guter zweiter Teil ohne große Neuerungen

Rezension: „Chaos auf Deponia“ – Version 3.3.2351 – Plattform: Steam

von ModuGames am: 20.02.2022

Hinweis: Ich empfehle, dass Sie zuerst meine Rezension zum Vorgänger lesen.

Nicht einmal ein Jahr nach dem ersten Teil geht die Deponia-Reihe in die zweite Runde: Kann Chaos auf Deponia den Vorgänger übertreffen oder handelt es sich nur um einen lauen Aufguss?

Willkommen auf dem Schwimmenden Schwarzmarkt!

Die Handlung knüpft direkt an das Ende des ersten Teils an. Goal und ihr Verlobter Cletus reisen in einer Kapsel, die sie nach Elysium bringen soll. Rufus befindet sich unterdessen noch auf Deponia, arbeitet aber erneut an einer verrückten Konstruktion: Er schnallt sich an einem riesigen Sägeblatt fest und schießt sich in die Luft. Natürlich kracht Rufus kurz darauf auch schon in die Kapsel, in der sich Goal und Cletus befinden. Die Kapsel stürzt ab, Rufus und Goal landen im Meer, wo sie von ihren Freunden Bozo und Doc aufgelesen werden. Die Truppe legt am Schwimmenden Schwarzmarkt an, einer Stadt auf dem Meer. Goals Hirn-Implantat wurde jedoch beschädigt, gleichzeitig hält der böse Organon weiterhin an seinem Plan fest, Deponia sprengen zu wollen – es gibt viel zu tun für Rufus.

Der Marktplatz ist nur einer von vielen Bereichen des Schwimmenden Schwarzmarkts, den wir betreten können.

Eingangs hatte ich Bedenken, dass Chaos auf Deponia zu sehr auf der Stelle tritt, was seine Geschichte angeht. Diese Zweifel verflogen jedoch im Laufe des Spiels. Es passiert genug in Chaos auf Deponia, damit dieser Teil seine Daseinsberechtigung hat. Zumal die Entwickler in vielerlei Hinsicht noch einmal eine Schippe drauflegen konnten. Der Humor ist beispielsweise noch ruppiger und wagt etwas mehr als noch im Vorgänger, was mir gut gefallen hat. Chaos auf Deponia kontrastiert seine humorigen Einlagen allerdings auch oft mit erstaunlich ernsten Momenten.

Kleine Gameplay-Verbesserungen

Spielerisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel getan. Wir steuern Rufus nach wie vor in klassischer Point-and-Click-Art durch viele Bildschirme, wobei sich vor allem bei den Animationen das eher überschaubare Budget des Spiels zeigt. Die Rätsel unterscheiden sich grundsätzlich nicht allzu sehr von den Knobelaufgaben des ersten Teils, allerdings gibt es einige Ausnahmen, die mir sehr im Gedächtnis geblieben sind. An einer Stelle wird Rufus bei der Lösung eines Rätsels von der Musik des Spiels abgelenkt. Die Lösung besteht darin, dass wir in den Optionen die Musik ausstellen müssen. Clever! Besonders verrückt ist hingegen das Schnabeltier-Bataka. Hier muss Rufus in einem kleinen Kampf-Minispiel einen Gegner besiegen, während er als Schnabeltier verkleidet ist. Das ist so bekloppt, dass man es einfach lieben muss.

Perry, das Schnabeltier? Nein, Rufus, das Schnabeltier! 

Die regulären Rätsel sind ein bisschen nachvollziehbarer geworden als im Vorgänger – aber auch nur ein bisschen. An nicht wenigen Stellen musste ich erneut die Komplettlösung konsultieren. Das lag vor allem daran, dass Chaos auf Deponia etwas umfangreicher und komplexer ist als der erste Teil. Der Schwimmende Schwarzmarkt ist größer als Kuvaq aus dem ersten Teil, im letzten Spieldrittel dürfen wir sogar mehrere verschiedene Inseln besuchen. Unterm Strich kann man in diesem Spiel problemlos zehn Stunden oder mehr versenken.

Fazit

Insgesamt hatte ich mit Chaos auf Deponia mehr Spaß als mit dem Vorgänger, was vor allem an dem noch besseren Humor und seinen vielen erinnerungswürdigen Momenten lag. Allerdings ist das Rätseldesign nach wie vor meist zu unverständlich. Grundsätzlich gefällt mir allerdings, in welche Richtung sich die Serie entwickelt. Ich freue mich jedenfalls schon, den dritten Teil der Reihe, Goodbye Deponia, unter die Lupe zu nehmen – vielleicht reicht es dann auch endlich zu einer 80er Wertung.


Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



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