Hat sich was getan?

Jetzt sind die Untoten von Valves Zombieshooter Left 4 Dead 2 ja schon eine gewisse Weile hinter den vier Überlebenden her. Seit Release Ende letztem Jahres ist...

von FaSii am: 27.04.2010

Jetzt sind die Untoten von Valves Zombieshooter Left 4 Dead 2 ja schon eine gewisse Weile hinter den vier Überlebenden her. Seit Release Ende letztem Jahres ist allerdings so einiges im Spiel geschehen, was hiermit zusammenfassend beschrieben werden soll.

Nach der Ankündigung des Mehrspieler-Shooters Left 4 Dead 2 gab es erst einmal einiges an Diskussionen darüber, ob es denn sinnvoll wäre ein Jahr nach Teil Eins ein neues Spiel auf den Markt zu werfen.
Wenn sie jetzt wissen möchtesn, ob sich die Befürchtungen bewahrheiten, oder sie doch zum Titel greifen sollten, lesen sie jetzt einfach weiter...

Die Hilfsmittel

Das Spiel behandelt wie bereits der erste Teil eine Gruppe von vier überlebenden, die gemeinsam versuchen sich von Schutzraum zu Schutzraum und von Level zu Level durch riesige Mengen an Zombies zu schnetzeln.
Sie verwenden dazu die unterschiedlichsten Waffen und Hilfsmittel wie z.B. eine AK-47 oder den zweckentfremdeten Baseballschläger. Ja, den Baseballschläger, denn es gibt, anders als in Spiel Nr.1 nun Nahkampfwaffen, die anstatt von Pistolen neben großen Waffen wie verschiedenen Schrotflinten oder Gewehren als Sekundärwaffen mitgeführt werden können.
Insgesamt gibt es über 20 neue Waffen gegenüber dem ersten Left 4 Dead. Allerdings sollte man nicht damit rechnen damit sein nur Schusswaffen gemeint, zu den neuen Inhalten zählen auch alle einige Gegenstände, mit denen man den Untoten den Tot so richtig versauen darf.

Die fantastischen Vier

Um auf die Protagonisten zurück zu kommen, die Vier sind nicht mehr die Altbekannten aus dem ersten Teil sondern komplett neue Leute. Außer neuem Aussehen, Stimmen und zum Teil urkomischen Sprüchen tragen sie allerdings nichts neues zum Spielgeschehen bei. Generell sind die Charaktere einer der Knackpunkte des Spiels, da man sie steuert wie einen Terroristen in Counterstrike Source. Identifizieren kann man sich z.B. mit dem korpulenten „Coach“ aber trotzdem aber dennoch. Mit ihnen gegen Unmengen an Pixeluntoten anzutreten macht trotzdem eine Riesenlaune.

das grafische Gerüst

Das Spiel hat noch etwas mit seinem „Bruder“ Counterstrike Source“ geminsam, und zwar die Grafikengine. Beide Spiele laufen mit der hauseigenen „Source-engine“, weshalb Left 4 Dead 2 schon leicht angegraut wirkt. Valve hat seinem Spiel allerdings einige dezente Verbesserungen der Grafik geschenkt, sowohl gegenüber CS:S als auch L4D. Da sich diese in Grenzen halten ist auch die Grafik ein Kritikpunkt am Koop-Shooter.
Die Infizierten haben für den zweiten Teil einige neue Skins erhalten, und wirken jetzt nicht mehr ganz so sehr geklont, wie vorher.

Um kurz auf den Sound zu kommen, der ist wirklich gut gelungen, und schafft eine schaurig schöne Atmosphäre(das richtige System vorausgesetzt).
Die Musik des Spiels ist wirklich schön an das sonnigere und hellere Szenario angepassst, und wird noch von gelegentlich antreffbaren 'Jukeboxen' untermalt.

Was sich alles wehrt

Bei den Gegnern gibt es einen Unterschied zwischen „gewöhnlichen“, „ungewöhnlichen-gewöhnlichen“ und Bosszombies.
Erstere stehen an jeder Ecke einer Map und sind schon mit wenigen Kugeln oder Schlägen in die lang ersehnte Ruhe zu schicken. Sie sind vom sogenannten „AI-Director“, also der KI gesteuert und machen nichts anderes als auf die Helden des Spiels los zu rennen. Außerdem werden sie alle paar Minuten in einer großen Welle losgeschickt, was ein perfekter Zeitpunkt für die Bosszombies ist, die Überlebenden ungeschützt und abgelenkt anzugreifen.

Die ungewöhnlicheren sind in etwa so wie ihre gewöhnlichen, naja, Freunde. Einzig in Sachen Kleidung unterscheiden sie sich. So gibt es bespielsweise einen Kerl im feuerfesten Schutzanzug, oder einen gepanzerten „Ordnungshüter“.

Was die Bosszombies angeht, so haben sich in Left 4 Dead 2 drei neue Kerle der falschen Seite angeschlossen. Diese bieten eine willkommene Abwechslung, ändern aber nicht viel am Spielablauf. Diese Art wird entweder komplett von Menschenhand gesteuert(Versus-Modus), oder im Singleplayer-Modus ebenfalls von der KI und tritt zeitgleich mit höchstens vier „Personen“ an.
Im Gegensatz zu ihren Kontrahenten unterscheiden sich die sieben in der Spielweise extrem. Alle haben ihre eigene Art den vier Amerikanern das Vorankommen zu erschweren, und machen deshalb auch einen Heidenspaß. Nachdem man als Untoter das Zeitliche gesegnet hat, spawnt man binnen weniger Sekunden als zufällig gewählter Obertoter erneut.
Als negativen Punkt würde ich hier noch anmerken, dass das abschießen etc. aller Untoten sich anfühlt, als würde man auf interessant bemalte 3D-Pappkameraden schießen. Was vor allem in USK-Fassung des Titels übel aufstößt.

Die Modi und Kürzungen

Das Spiel bietet insgesamt 5 Kampagnen mit jeweils drei bis vier Maps, die innerhalb einer Runde nacheinander durchzuspielen sind. Valve hat erst vor Kurzem mit dem DLC „The Passing“ für Nachschub gesorgt und gezeigt, dass sie zumindest auf dem PC für guten, kostenlosen Support sorgen können.
Die Kampagnen sind aufgebaut wie ein Film, indem es gilt das Finale und den darauf folgenden Abspann zu erreichen. Man kann sie sechs verschiedenen Modi durchspielen, oder mit einer der neuen „Mutationen“, also kleinen, wöchentlich wechselnden Abänderungen an den schon gekannten Modi spielen.
Die Abwechslung und den Wiederspielwert den das Spiel dabei erreicht, sind bisher nahezu unerreicht, und sorgen für stundenlangen Spaß.
Wer den ersten Teil gespielt hat sollte sich wohl an die meisten Punkte erinnern, was eben wiederum ein Problem der Fortsetzung ist, denn sie vereint ein bereits erlebtes, geniales Spielprinzip, mit einem nicht enden wollenden Gefühl, dass das ja irgendwo doch nur Left 4 Dead 1.5 ist.

Die Fassung des Spiels, die in Deutschland gekauft werden kann, ist im Gegensatz zum sonstigen Zustand, stark geschnitten. So können den Infizierten beispielsweise keine sichtbaren Verletztungen zugefügt werden, noch verstärkt durch den Effekt, dass die Körper der Gefallenen KI-Einheiten sofort verschwinden. Ebenso wurde die Ragdoll-Phyik und mehrere Bluteffekte gestrichen.
All diese Änderungen mindern den Spielspaß des Programmes enorm. Es ist einfach nur langweilig und fast schon lächerlich, wie sehr die USK das Spiel geschnitten hat. Zugegeben, das eigentliche Spiel ist schon überdurchschnittlich brutal, allerdings ist es ja eben ein ZOMBIE-Spiel, und man hätte es mit den Kürzungen nicht so übertreiben müssen (Man schaue nur Mal auf Dead Space).

Fazit

Das Spiel macht trotz Kritikpunkten in Sachen Grafik, Charakteren und Spielgefühl einen Riesenspaß. Es spielt sich flott, ist gnadenlos auf Teamwork ausgelegt und spricht sowohl diejenigen an, die lieber in der Gemeinschaft gegen die KI spielt(Koop) als auch jene, die lieber echten Kontrahenten das Pixelblut entreißen möchten. Auf alle Fälle sollte man ihm eine Chance geben, nicht zuletzt wegen des Entwicklers, der in Sachen Support wirklich erste Sahne ist. Und das möchte man doch wohl unterstützen, oder?

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: hübsche Charakterdesigns, Interface
  • Sound: Kulisse, Musik, Sprecher, Einfluss auf das Spiel
  • Balance: fast perfekte Balance der beiden Teams
  • Atmosphäre: Infizierte, Wetter, Design
  • Bedienung: Mausteuerung, eingängig
  • Umfang: Support(DLCs...) viele Karten und Modi
  • Leveldesign: handgebaut, spannend, Endzeitstimmung
  • Teamwork: ...ist ein Muss, wird gefördert
  • Waffen & Extras: viele Waffen, gut platziert, Neuerungen
  • Multiplayer-Modi: unterschiedliche Modi, wöchtentliche Updates
  • Grafik: angegraut, Baukasten-Look
  • Sound: Wiederholungen in Musik und Kommentaren
  • Balance: Abschnitte zum Teil unausbalanciert
  • Atmosphäre: Routine stellt sich ein, austauschbare Infizierte
  • Bedienung: Ungenauigkeit
  • Umfang: nutzen sich mit der Zeit ab
  • Leveldesign: steril, Wiederholungen
  • Teamwork: teilweise schwierig
  • Waffen & Extras: spielen sich zum Teil gleich
  • Multiplayer-Modi: mit der Zeit langweilig

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(1)

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