Immer noch ein Hingucker

Es jährt sich zum 5. Mal, da erfuhr die Spielewelt, dass Inseln schön sind. Jeder Dom.Rep.-Urlauber wird jetzt sicherlich die Nase rümpfen, aber in der...

von - Gast - am: 28.01.2009

Es jährt sich zum 5. Mal, da erfuhr die Spielewelt, dass Inseln schön sind. Jeder Dom.Rep.-Urlauber wird jetzt sicherlich die Nase rümpfen, aber in der Spielewelt ist das nichts Selbstverständliches - und da der Release von Far Cry ziemlich genau 5 Jahre her ist, möchte ich hier noch einmal ein wenig zurückblicken und mir die Vorstellung gönnen, an einem Karibikstrand einen Cocktail zu schlürfen - wären da nur nicht diese Mutanten...

Rote Hemden

Jack Carver ist ein Glückspilz, denn er chauffiert per Boot in der Karibik eine hübsche Frau. Und dass des Nachts sein Boot aus dem Nichts beschossen wird, und er danach in einer dunklen Höhle aufwacht, zeugt zwar nicht von Glück für ihn. Eher für uns, denn dort beginnen wir unseren Inseltrip.
Schon wenige Minuten später erfahren wir über ein PDA von einem gewissen Doyle, wer uns die Suppe eingebrockt hat - Söldner sind auf der ganzen Insel verstreut und bewachen die Einrichtungen eines Dr. Krieger, der anscheinend fragwürdige Experimente durchführt. Also haben wir ein paar Probleme: Söldner, einen verrückten Doktor, aber auch unser rotes Hawaiihemd, das wir erst mal mit Kampfausrüstung überdecken müssen. Danach können wir aber endlich hinaus ins Freie.
Und hier entspinnt sich eine eher mittelmäßige Geschichte um ein grandioses Spielerlebnis.

Böse Söldner

Bis etwa zur Hälfte des Spiels wird der Spieler ausschließlich mit Söldnern konfrontiert werden, was sich aber als äußerst fordernd herausstellt. Nicht nur, dass die Jungs unheimlich clever agieren, auch die Umstände wie feste Speicherpunkte (kein freies Speichern!) machen unser Vorhaben um einiges schwieriger und bescherte mir den ein oder anderen Frustmoment. Ansonsten sind diese Punkte aber in vielen Fällen fair gesetzt.
Carver bekommt aber auch unverhofft Hilfe zur Seite gestellt. Valerie, die hübsche Passagierin des zerschossenen Bootes entpuppt sich als Geheimagentin. Mit und ohne ihr versuchen wir weitere Einzelheiten von Kriegers Plänen herauszufinden und stossen bald auf seine Brut, die Trigenen. Diese sind mutierte Lebewesen, äußerst widerstandsfähig und vor allem schlecht gelaunt, denn bald übernehmen sie die ganze Insel und wir müssen uns noch mehr wie sonst vorsehen (und die Frustmomente werden häufiger).

Miese Kreaturen

Die Gegnerfülle reicht vom einfachen Söldner bis hin zum Megaraketentrigenen. Durch ihre ausgefeilte KI sind alle Abschnitte des Spiels durchweg schwierig zu bewältigen, Shooterneulinge würden hier schnell die Flinte ins Korn werfen, wenn man schon zu Beginn einen Söldnerstützpunkt einnehmen muss, um an einen Buggy zu geraten. Die Soldaten kreisen uns ein, geben Sperrfeuer und rennen nicht blindlings in ihr Verderben. Bei den Trigenen verhält sich es ähnlich, nur sind diese durch ihre Boshaftigkeit noch ein Schippchen schwerer zu bezwingen, teilweise auch schneller.
So ist Far Cry auch auf leichtem Schwierigkeitsgrad kein Zuckerschlecken, teils auch schon zu schwer. Beispielsweise bliebt mir sehr die Passage im Gedächtnis kleben, wenn Jack Carver schließlich (genretypisch) erwischt wird und seine Waffen verliert, um danach nach einem Sturz von einem Wasserfall sich durch ein Flußbett voll mit Mutanten kämpfen muss...

Schöne Welt

Far Cry ist auch heute noch ein Augenschmaus in jeder erdenklichen Hinsicht. Die Grafik besticht heute noch durch dichte Vegetation, tolle Effekte und scharfe Texturen, während der Sound klar ist und allgemein gut gelungen.
Hervorzuheben ist sicherlich die Steuerung, die geht locker von der Hand und enthält noch einige nette Features wie das Fernglas, das entdeckte Gegner markiert und von dann an auf dem Radar anzeigt.
Das Leveldesign ist hingegen hochklassig, denn die Inseln sind zwar linear aufgebaut, aber bieten viele Möglichkeiten, während man gleichzeitig auch auf klaustrophobische enge Gänge trifft und so die Spannung variiert - klasse!

Letzte Worte

So ist auch nach 5 Jahren ein Spiel geblieben, das innovativ, wunderschön, spannend und unheimlich fordernd ist - und dazu noch aus deutschen Landen.
Sicherlich ist die Hintergrundgeschichte nicht so tiefgründig geraten wie bei der Konkurrenz von Valve, aber es entschädigt alleine schon durch das Gameplay, das um einiges variabler ist als Half-Life. Hätte man sich aber für freies Speichern éntschieden gehabt, wäre mein Prädikat noch enthusiastischer ausgefallen, so bleibt mein Fazit aber: Knapp vorbei, aber nah dran an der Shooterkrone.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Landschaften, Effekte, Texturen
  • Sound: Geräusche, gute Sprecher
  • Balance: guter Einstieg, Handling einfach
  • Atmosphäre: toller Mix Insel-/Horror-Atmosphäre
  • Bedienung: hervorragend
  • Umfang: nicht zu kurz, viele Levels, Wiederspielwert
  • Leveldesign: tolle, freie Levels, auch enge Gänge
  • KI / Teamwork: selten war eine KI so knackig schlau
  • Waffe: Viele Waffen, gut zu bedienen
  • Handlung / Multiplayer-Modi: Multiplayer gut spielbar
  • Grafik: -
  • Sound: Musik etwas sporadisch
  • Balance: steile Lernkurve, teils zu schwer
  • Atmosphäre: Storyschwächen
  • Bedienung: -
  • Umfang: -
  • Leveldesign: Levelbegrenzungen
  • KI / Teamwork: kleine Aussetzer
  • Waffe: nur vier Waffen gleichzeitig
  • Handlung / Multiplayer-Modi: schwache Story

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(5)

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