Käpt'n Balu und seine tollkühne Crew...

(Noch vorweg: Sorry, ich wollte mich ja wirklich kurz fassen, aber ich wüsste nicht wo ich kürzen könnte, daher sind es jetzt doch fast 16000...

von badtaste21 am: 17.02.2016

(Noch vorweg: Sorry, ich wollte mich ja wirklich kurz fassen, aber ich wüsste nicht wo ich kürzen könnte, daher sind es jetzt doch fast 16000 Zeichen geworden. XD Zudem habe ich schon lange keinen Test mehr geschrieben und nach >50 Stunden Spielzeit ist es mit wenigen Zeilen einfach nicht getan. Ich hoffe es klappt diesmal mit dem Absenden -.-)

 

Kürzlich im Humble Bundle mit AC:Rogue dachte ich mir das man diese beiden Spiele doch mal mitnehmen kann für die 15€. Ich hatte natürlich die Tests zu The Crew schon gelesen und da das Spiel schon über ein Jahr alt ist auch das eine oder andere von den Spielern dazu gelesen. Trotzdem hatte es mich nie gereizt das Spiel zu einem höheren Preis anzuschaffen, auch weil die Meinungen dazu immer recht gespalten waren. Mehr oder weniger neutral bin ich daher an die Sache heran gegangen, zumal der Anschaffungspreis so keine Rolle gespielt hat. 

Nach nun etwas über 50 Stunden Spielzeit – Story durchgespielt, wobei viel Erkunden und Grinden, sowie ein bisschen PVP dazu geführt haben, nicht die Dauer der recht kurzen und allenfalls zweckmäßigen Story – kann ich nun mal ein Fazit in Form eines Tests ziehen. Warum ich von diesem Spiel begeistert, überwältigt, enttäuscht und verärgert zugleich bin versuche ich im Folgenden zu erklären.

 

Aller Anfang ist... leicht

Um den Spieler an das Geschehen heran zu führen wirft einen The Crew direkt ins kalte Wasser, ganz so als wären wir immer Alex Taylor gewesen (viel mehr verrate ich an der Stelle gar nicht, alles andere wären Spoiler, gerade bei der Kürze der Story). Das ist aber gar nicht weiter schlimm, die Cutscenes sehen durchweg gut aus und sind ausreichend mit Inhalten gefüllt, sodass wir gleich wissen welcher Typ wir etwa sein dürften. Rennfahrer, Straßenrennen, 510s. Leider unternimmt die Erzählung ab der Einführung keine bemerkenswerten Mühen mehr um dem Spieler eine lebendige Geschichte zu vermitteln, sodass die eigentlich inhaltlich und erzählerisch gute oder zumindest ordentliche Geschichte aufgrund der Abfolge und Inszenierung der Handlung zu einer rudimentären Farce verkommt die einen lediglich zweckmäßig durch die riesige Spielwelt zerrt. Das Missionsdesign ist dazu absolut repetitiv und stumpf, fahre möglichst schnell hierhin, dorthin, gewinne das Rennen, entkomme den Cops und schlage die Zeit oder sammle Kisten ein. Das Ganze mal auf der Straße oder durch Dreck und über Schotter. Dazwischen immer wieder nur Funkansagen unserer "Crew", außer in Cutscenes oder im eigenen Hauptquartier bekommt man diese aber nie zu Gesicht. 

Okay, was außer Fahren sollte man auch erwarten bei einem Rennspiel? Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn The Crew will alles mögliche sein, macht aber nichts davon wirklich gut – zu den Ausnahmen komme ich noch.

Da wäre zum Beispiel das Wichtigste, zumindest in einem Rennspiel: Die Fahrzeuge und deren Fahrverhalten.

 

Look at my horse, my horse is amazing...

Optisch machen die Fahrzeuge wirklich was her, da kann man mit maximalen Grafikeinstellungen wirklich nicht meckern, wobei es dennoch nicht mehr als zeitgemäß ist, die Kantenglättung im Spiel unbrauchbar ist und es durch Flimmern und Treppcheneffekte oft schwer ist herannahende Fahrzeuge aus der Ferne zu erkennen (spätestens wenn man 400 km/h Karossen hat wird das blöd). Das muss man ehrlicherweise so deutlich sagen, weil viele andere Rennspiele das ebenso gut oder sogar noch besser hinbekommen und dabei deutlich performanter sind. SMAA/SSAA gibt es bspw. gar nicht. Uninteressanter wird es da aber schon bei den Gestaltungsmöglichkeiten der eigentlich schicken Wagen. Bis auf wenige vorgefertige, komplette Anbauteile (Front, Heck, Spoiler, Felgen und Motorhaube) sowie Lacke, Innenraumfarben und teils unglaublich teure Aufkleber die man nicht anpassen darf, kann man äußerst selten wirklich mehr individualisieren. Das ist angesichts der meines Wissens nur 40 Fahrzeuge im Hauptspiel eigentlich ein Unding, besonders wenn einem keine der vorgefertigen Sets für sein Auto zusagt. Das Problem hatte ich persönlich nicht, für den Dodge Challenger gibt es durchaus ein paar schicke Anbauteile, die ich gar nicht viel anders haben wollte. Insgesamt wurde hier aber trotzdem kaum Arbeit reingesteckt respektive bei manchen Fahrzeugen mehr und bei anderen weniger. 

Kann man dann wenigstens die Leistung etwas feiner und umfangreicher tunen hatte ich mich direkt gefragt? Es stellte sich aber schnell heraus: Nein, man kann über das gesamte Spiel hinweg lediglich Performance Teile gewinnen je nachdem wie gut man in Tests und Missionen abschneidet. Richtig gelesen, man kann diese nur gewinnen, nicht kaufen, nicht verkaufen (es sei denn man gewinnt sie nochmal) und nicht – ohne zu Bezahlen obwohl man sie bereits gewonnen hat! – auf andere Fahrzeuge übertragen. Dabei sind die Teile ja gar nicht einzigartig. Das ist eines der Dinge die mich enttäuscht haben weil ich auf das mühsame Farmen von immergleichen Teilen für jedes einzelne meiner Fahrzeuge gut verzichten kann. Vor allem dann wenn man es schonmal  (bis zur Maximalstufe) gemacht hat für ein Fahrzeug. Immerhin kann man später ab Level 40 (Maximalstufe ist 50) seine neue gekauften Karossen direkt beim Tuninghändler mit Level 40 Kits ausstatten. Leider kratzen die trotzdem nur an der Maximalstufe und sind schlechter als etwa Stufe 35 Gold-Teile. Die Preise für Kits sind eigentlich auch recht okay, wenngleich es leider nicht möglich ist bspw. Stufe 10 Starterkit Autos noch mit Stufe 40 Kits aufzurüsten. Schade eigentlich.

 

That was my money, Tommy, MY MONEY!

Apropos Preise... eigentlich dachte ich mir im Verlauf des Spiels das ich doch langsam mal etwas mehr Geld verdienen müsste, immerhin steige ich zügig im Rang auf, werde immer wichtiger (zumindest mein Charakter) und sollte doch langsam auch entsprechende Autos fahren, wie es sich für einen Straßenkönig gehört? Aber nein, die Renngewinne steigen nur geringfügig an und wenn man einen der wirklich heißen Schlitten fahren will muss man schon mal mit Kaufpreisen von 1.000.000 $ rechnen. Das macht bei manchen Fahrzeugen Sinn (LaFerrari bspw.) bei anderen aber überhaupt nicht (Hummer H1). Leider bieten die Storymissionen aber nur Gewinne von etwa 1000-2500$, sodass diese zum Grinden – und ganz im Ernst, Grinden will ich in einem Rennspiel welches buy2play ist eigentlich nicht – schonmal nicht taugen würden, weil 10.000-20.000$ pro Spielstunde irgendwie etwas frustrierend sind in dem Fall.

Umso lächerlicher daher das man beim freien Fahren durch Sprünge, Drifts und Zerstörung (empfand ich als unpassenden Unsinn) schneller Geld verdienen kann als durch Rennen in Missionen oder Tests. In kürzester Zeit hat man 500-1000$x2.0, d.h. 1000-2000$ zusammen. Macht man das den ganzen Tag kann man so wohl am schnellsten Geld verdienen. Wenn man nur genug Spaß daran hat über Stunden dasselbe zu machen jedenfalls. Bleiben noch die Fraktionsmissionen und PVP. Sonderlich viele Leute sind fürs PVP eigentlich nicht zu haben, da muss man doch mal Glück haben. Nicht mal zur besten Zeit um etwa 20 Uhr war richtig viel los und das obwohl es durch die Humble Bundle Verkäufe eigentlich nochmal einige neue Spieler geben müsste. Immerhin sind die PVP Missionen recht spaßig und man kann auch einigermaßen brauchbare Summen gewinnen, wenngleich das durch immense Lags auf allen Seiten immer wieder getrübt wird. Schwer nachvollziehbare Verbindungsprobleme inklusive, so habe ich schon rennen gewonnen weil meine Mitstreiter aus dem Spiel gegangen sind, da sie offenbar nicht dachten das es nochmal weiter geht.

Die Fraktionsmissionen kann man hingegen auch einzeln machen, wobei man seine Fraktion ohne jegliche Hintergrundinformationen zu dieser einfach willkürlich auswählen kann. Im übrigen hat diese nichts mit der Story zu tun. Man ist zwar eigentlich 510, aber kann sich bspw. den "Wölfen" anschließen. Emotionale Bindung = exakt 0,0... In diesen Fraktionen kann man im Rang aufsteigen, das beschert einem einen täglichen Gewinnanteil (ich bekomme momentan knapp 7000$ pro Tag etlichen Stunden Spielzeit, ein Witz, da Preise für Autos überhaupt erst bei 22k anfangen) der abgesehen vom eigenen Rang wie auch immer berechnet wird – keine Ahnung denn es wird ja nichts wirklich erklärt, wofür eine banale Nebenmission eigentlich schon ausgereicht hätte.

Diese Missionen, die fast wie eine ABM wirken wenn man sie mehrmals gespielt hat (allzu viele gibt es nicht wenn man die ein bis mehrstündigen wegrechnet), aber ich nenne es mal Endgamebeschäftigung aka Beiwerk, bringen immerhin 4000-8000$ für unter 10 Minuten dauernde Rennen und entsprechend mehr bis hin zu ich meine etwas über 170.000$ für Rennen die länger als eine Stunde dauern (teils sogar 2,5 Stunden!! - also nur für Mutige die viel Zeit haben – wenn das Spiel abstürzt oder eine Bodenwelle zum fatalen Unfall führt und man nicht mehr aufholen kann, dürfte das schnell frustrieren). Diese lohnen sich aber meines Erachtens nicht wirklich und man bekommt wie ich finde recht bald eine Ahnung woher der Wind weht.

 

Pecunia non olet.

Ivory Tower hat das Hauptspiel meiner Meinung nach absichtlich so gestaltet das es für jemanden der gerne alle Fahrzeuge freispielen und auf das Maximallevel tunen will unmöglich ist das zu schaffen, wenn man nicht unzählige Stunden Geld farmt oder Teile grindet ...tja, oder mit Echtgeld ingame Währung kauft um leichter an die Fahrzeuge zu kommen und diese tunen zu können. Denn rechnen wir doch einfach mal... Die noch am ehesten lohnenden 8000$ Missionen dauern bis zu 10 Minuten. Pro Stunde könnte man also auf diese Weise maximal etwa 48.000$ erwirtschaften. Mit schnellen Fahrzeugen evtl. 60.000$ oder sogar etwas mehr. Einige Sportwagen und Supersportwagen kosten jedoch bereits 500k oder 1 Mio. $ - Um auch nur eines dieser Fahrzeuge durch reine Spielzeit kaufen zu können müsste man so also rund 10-20 Stunden grinden. Erst die lange dauernden Missionen ab etwa einer Stunde lohnen sich halbwegs, 6-10 Stunden grinden entspricht das auf diese Weise aber immer noch.

Viele der Autos kann man aber ohnehin nur gegen Echtgeld, für Echtgeld erwerbbare ingame Währung oder über den Season Pass (der seinen Namen nicht verdient weil er nur Autos und keine Addons beeinhaltet) erwerben. Kurzum – das Hauptspiel wirkt auf mich wie ein bloßes Grundgerüst für DLCs (Wild Run kostet stolze 30€ und bietet Features die ins Hauptspiel gehört hätten) sowie als ein dreister Versuch abseits der Story wo es nur geht den ggf. gefrusteten Grinder zum Zücken seines Geldbeutels zu bewegen. The Crew ist damit näher an einem free2play Konzept, als an buy2play – und das obwohl es ja bekanntlich nach wie vor buy2play ist. Eine absolute Frechheit nach meinem Verständnis.

 

How's my driving? 

Um hier aber mal einen Punkt zu machen möchte ich auf jeden Fall noch das Fahrverhalten und die Probleme mit dem Untergrund in der Spielwelt ansprechen. Grundsätzlich muss einem beim Kauf des Spiels natürlich klar sein das man einen Arcade Renner anschafft, der gar nicht erst versucht etwas zu simulieren. Wäre für mich kein Problem, ich bin da recht flexibel dank Lenkrad und Gamepad, nur leider schafft es die Fahrphysik in The Crew nicht gut genug zu sein um wirklich präzise, vorhersehbare Manöver zu timen und manchmal werden die Autos aufgrund kleinster Bodenwellen die nicht einmal sichtbar sind selbst auf gerader, ebener Strecke völlig unkontrollierbar. Passiert eher selten, kann einen aber den Sieg kosten und da man gegen die KI nichts bekommt wenn man nicht gewinnt auch schonmal 30 Minuten unnötige Spielzeit bedeuten. Im Allgemeinen würde ich die Steuerung und das Feedback als ziemlich schwammig bezeichnen. Ich empfand es zudem nicht wirklich als Vorteil das Lenkrad zu nutzen, denn obwohl ich damit deutlich präziser Lenken, Bremsen und Gas geben kann wie es sich ja auch gehört und zu erwarten war, habe ich nie ein Gefühl für die Fahrzeuge bekommen können oder das diese etwa ein Gewicht hätten und ausbrechende Fahrzeuge wurden unkontrollierbar bzw. brechen ohnehin zu schnell aus, sodass ich das Lenkrad schließlich nur einmal für ein paar Stunden aufgebaut habe. Driften fällt mir bei diesem Spiel selbst mit der Tastatur leichter, das liegt daran das kein Mensch so schnell das Lenkrad hin- und herreißen kann wie zwei Tasten zu berühren und das es nicht viel hilft mit dem Gaspedal zu dosieren bei diesen nervösen Fahrzeugen. Da ich mit realen Autos sehr wohl driften kann, wenn auch bei weitem nicht so halsbrecherisch wie im Spiel versteht sich :D, maße ich mir aber auch an es ein wenig beurteilen zu können wie es sein müsste. Und das ist im Spiel aus Lenkradsicht schlicht nicht gelungen, während es mit Gamepad und Tastatur durchaus klappt.

Das die Steuerung ein großes Manko darstellt geht so weit das man regelmäßig sieht wie selbst die KI, die eigentlich die Regeln der virtuellen Physik ständig bricht und üblicherweise egal auf welchem Untergrund und wie eng die Kurven werden wie auf Schienen fährt, immense Probleme hat mit den Lenkmanövern. Im Allgemeinen wäre es ja sogar lobenswert eine KI zu haben die auch mal Fehler macht, aber so oft wie die KI sich verhakt und dreht und auf den Verkehr auffährt, sich verkeilt und ab und zu sogar überschlägt oder gegen Bäume fährt ist es manchmal viel zu leicht zu gewinnen, während man auf anderen Strecken plötzlich mit einem 10-Sekunden Vorsprung in 2 Sekunden eingeholt wird. Selbst Platz 2 ist aber bereits blöd, denn dafür gibt es wie gesagt gar kein Geld oder Erfahrung, da ist das Spiel knallhart, wie die rammende Beton-KI auch. Der geneigte Rennspiel-Fan wird sich schon denken können das es sich demnach bei The Crew um eine unentschuldbare, sogenannte Gummiband-KI handelt, die für einzelne Gegner ab und an beschließt einfach mal die Maximalgeschwindigkeit zu verdoppeln und regelrecht an einem vorbei warped, sogar dann noch wenn man selbst eigentlich mehr Top Speed hat, dank mehrfach höherem Fahrzeuglevel. Das ist dumm, frustriert, ärgert mich und ist durch nichts zu rechtfertigen bei so einem Spiel und in der heutigen Zeit. Denn die KI von The Crew ist selbst für eine Gummiband-KI eher schlecht.

 

Going West

Erfreulich ist dagegen die wirklich riesige Spielwelt, die im Groben tatsächlich die einigermaßen maßstabsgetreu nachgebaute USA darstellt. Atmosphärisch ist The Crew wirklich sehr und gerade in der Dämmerung, in der Nacht, bei Regen, im Morgengrauen oder wenn die Straße vom Regen trocknet (dynamisches Wetter, sehr gelungen!) glaubt man manchmal den Geruch der nassen, trocknenden Straße riechen zu können. Genau deswegen ist es so unfassbar ernüchternd das den Entwicklern für diese einzigartige, riesige, atmosphärische und neue Maßstäbe setzende Spielwelt nicht mehr eingefallen ist als die immergleichen "Tests" an unterschiedlichen Orten wie Streusel auf einem Apfelkuchen zu verteilen. Ob ich einen "Tempotest" in Florida oder in der Mojave Wüste mache ist nunmal ziemlich egal, besonders nach häufiger Wiederholung. Was dem Spiel fehlt ist die Möglichkeit Community Rennen zu erstellen und mehr Abwechslung bei den Rennen, aber auch generell einfach mehr Spieler. Wo sind die legalen Rennen für die ganzen Rundkurse die es gibt? Rennen nach Leistungsstufen beschränkt? Mit ausschließlich Serienfahrzeugen? Warum gibt es Drag und Driftcars, Motorräder sowie Monster Trucks nur im 30€ Addon, obwohl Street, Performance und Rennspecs eigentlich ziemlich austauschbar sind im Hauptspiel, ebenso wie Gelände- und Rallyefahrzeuge? Das ist normalerweise Standardrepertoire! (außer Monstertrucks und Motorräder vielleicht, deren Händler dreist auf der Karte angezeigt wird obwohl man ohne Addon doch nicht ran kommt) Wo sind die Oldtimerrennen? Wo die Muscle Car Events? Warum darf ich nicht selbst entscheiden ob ich ein besonders geländegängiges Fahrzeug will oder lieber mehr Geschwindigkeit auf Schotter? Wieso kann es in so einer großen Welt nicht zufällige Missionen geben? Bspw. überführe ein zufälliges Fahrzeug von A nach B unbeschadet in dieser Zeit. Oder Rennen in denen mehrmals die Fahrzeuge wechseln. Ein Rennen gegen einen Zug, ein Rennen gegen ein Flugzeug. Da hätte auf einfache Weise so viel mehr Abwechslung hinein gebracht werden können, aber so war es wohl einfacher und bequemer und man hat schon was um DLCs anzupreisen.

 

Sounds of Silence...

Zum Schluss noch eine Kleinigkeit zum Sound. Der ist sehr durchwachsen. Während sich mein Dodge Challenger nach nichts anhört egal in welcher Ausstattung, blubbert der Chevy Impala im Stand halbwegs ordentlich vor sich hin, beim Fahren ist jedoch Schluss mit richtigem V8 Sound. Im Großen und Ganzen sind die Fahrzeugsounds also wirklich lasch, daran ändert sich auch durch Tuning und andere Endrohre nichts. Kurios: In den Cutscenes bekommt man einen deutlich besseren und glaubwürdigen V8 Sound zu hören. Sobald dem Spieler wieder das Steuer überlassen wird hört man wieder Nähmaschinengeräusche um das mal zu überspitzen. Die Vertonung der deutschen Sprecher ist hingegen sehr gut, wie ich weiter oben schon erwähnt hatte

 

Mein Fazit

Trotz allem augenscheinlich überwiegend Negativem hat es The Crew geschafft mich für etwa 50 Stunden sehr gut zu unterhalten. Neben vielen frustrierenden Momenten, bspw. den Verfolgungsmissionen - dank Gummiband-KI einfach unfair, vor allem aber unbefriedigend wenn man sogar das schnellere Auto hat – dem Fahrverhalten, der wirklich dreisten Ingame Money und Echtgeldökonomie und vielen kleinen Glitches (auch zwei, drei Freezes, deswegen rate ich von den langen Fraktionsmissionen ab, da wird leider nichts gespeichert im Zweifel, dümmstenfalls 2 Spielstunden für die Katz) war ich überwältigt von der Spielwelt, die so atmosphärisch und lebendig inszeniert ist wie noch in keinem anderen Rennspiel bis dato. Die Weitläufigkeit, die Freiheit die dieses Spiel anbietet ist unglaublich und die Story war zwar schwach umgesetzt, aber für mich durchaus okay. Letztendlich ist es tatsächlich die Spielwelt und die Atmosphäre, aber auch die zahlreichen Möglichkeiten die man beim Freien Fahren hat die das Spiel davon bewahren eine nur durchschnittliche und dafür gerade noch gute oder zumindest überdurchschnittliche Wertung zu erhalten.

 

An offer you can refuse...

Würde ich es weiterempfehlen? Wenn man aktuell mal wieder gerne ein Rennspiel hätte, gerne Spielwelten erkundet und über grobe Macken hinwegsehen kann, die manchmal einen schmalen Grat zu game-breaking entlang wandern, dann auf jeden Fall - besonders wenn man es so günstig bekommen kann wie im Humble Bundle kürzlich. Ansonsten könnte es sich lohnen die weitere Entwicklung und ggf. eine Komplettedition abzuwarten. Betrachtet man das große Ganze ist The Crew sicher ein besseres Spiel insgesamt genommen, als er der reine Rennspielteil allein vermuten lässt. 

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Wertung
Pro und Kontra
  • ungezwungenes Erkunden macht viel Spaß
  • atmosphärische, riesige Spielwelt mit tollen Lichtstimmungen
  • zeitgemäße Grafik...
  • interessante Story, wenngleich in manchmal kuriosen Missionen umgesetzt
  • filmreife Cutscenes von denen es im Spielverlauf leider so gut wie keine mehr gibt
  • schöne Cockpitansichten, die für meinen Geschmack aber gerne etwas weiter hinten liegen dürfte
  • Performance Tuning ist spürbar und verbessert deutlich die Fahreigenschaften, treibt einen an immer bessere Teile zu finden
  • unterschiedliche Regionen sowie ikonische Sehenswürdigkeiten und Orte
  • Spielwelt wirkt lebendig, hier und da rennen Tiere über die Straße, Verkehr wird in der Stadt dichter
  • eher ein neutraler Punkt: die Performance des Spiels könnte besser sein, seltene Abstürze/Freezes
  • etwas unvorhersehbare, schwammige Steuerung, dadurch schneller Wechsel von Untersteuern zu Übersteuern (Lenkrad lohnte sich meines Erachtens daher nur bedingt)
  • Gummiband-KI für die man sich schämen sollte, weil selbst eine solche KI besser umsetzbar ist
  • ...aber viel Baukastenprinzip als Lückenfüller, teils matschige Texturen und nutzloses AA
  • unsichtbare Bodenwellen, Hindernisse und teils fragwürdige Fahrzeugphysik - teils sehr abhängig vom Fahrzeug und zu sehr von der Ausstattung
  • generell wenig spielerische Abwechslung, trotz unzähliger Events und Missionen
  • meines Erachtens schäbige Auslegung der ingame Ökonomie auf ingame Shop und DLC Käufe, dadurch zu geringe Geldgewinne bei den meisten Rennen
  • je nach Fahrzeug recht wenige Möglichkeiten zum optischen Tuning, Lackierungen und Aufkleber oft teurer als der Rest
  • rudimentäres Leistungstuning, artet bis zur Maximalstufe in in Grinden aus und muss für jede Ausstattung erneut gemacht werden
  • bereits erspielte Tuningteile kosten Geld wenn man sie in andere Fahrzeuge einbauen will
  • viele Funktionen des Addons Wild Run werden einem unter die Nase gerieben, aber man kann sie nicht nutzen, wenige neue Tests nur mit Addon Fahrzeugen machbar
  • namensgebende Crews sind kaum zu finden, PVP könnte zeitweise gerne stärker besucht sein
  • nicht vorhandenes Matchmaking im PVP, "Kleine" fahren gegen "Große"
  • generell kein MMO feeling
  • durchwachsener Fahrzeugsound

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(1)

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