Krawumm, Krawall und jede Menge Blei

Der Nahe Osten, unendliche Staubwüste...Nein wir befinden uns nicht in einem Endzeitszenario, welches mit Starship Troopers konkurieren möchte. Wir sitzen...

von Feldsturm am: 18.06.2009

Der Nahe Osten, unendliche Staubwüste...
Nein wir befinden uns nicht in einem Endzeitszenario, welches mit Starship Troopers konkurieren möchte. Wir sitzen mitten im Dreck. Vor uns ein grimmiger Terrorist, der mit fieser Visage den Untergang der westlichen Welt predigt und hinter uns eine tobende Meute, die selbstsicher und in Rage Kugeln aus ihren Ak47 schießt.
Wenige Augenblicke später durchsschlägt eine Kugel unsere Stirnhöhle und wir sehen Schwarz. Willkommen in Call of Duty 4 - Modern Warfare!

Seifentraining

Gestatten, 'Soap' MacTavish, SAS Spezialeinheit.
Ihr alter Ego startet das Spiel mit einer gelungenen Tutorialmission. Anders als bei den Vorgängern absolvieren Sie hier nicht nur das gewohnte Schießtraining, sondern lernen auch die unverzichtbare Gewissheit, dass Sie Melonen mit einem Kampfmesser mit einem Hieb aufschlitzen können.
Sie denken, die Erfahrung ist vielleicht im Haushalt hilfreich, doch nicht im Kriegseinsatz? Großer Fehler.
Weiter gehts in eine kleine Lagerhalle, in der Sie ihre zukünftigen Kollegen treffen, die CoD IV-typisch trockene Witze reißen und Sie anschließend in einen Trainingsparkours schicken.
Kurz darauf wird Ihr Ergebnis bewertet. Nicht Sie machen das, sondern vielmehr das Spiel selbst. Es schlägt Ihnen einen Schwierigkeitsgrad vor, den Sie entweder annehmen oder unbeirrt einen anderen wählen. Doch seien Sie gewiss, der Nahe Osten und die Hintermänner wissen, wie sie Schießen und Granaten werfen...

Spielmechanik und Atmosphäre

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Helikopter, der durch verlassenes Gelände fliegt. Ihre Teamkollegen sitzen entspannt neben Ihnen, Ihr Vorgesetzter raucht sogar Zigarre. Doch plötzlich - BAM - Ihr Heli wird von einer Stinger getroffen, Sie stürzen ab, finden sich in einer Häuserschlucht wieder, immernoch leicht benommen stehen Sie auf, zücken sofort ihr Gewehr, schon stürmen Terroristen auf Sie zu, decken die Straße in einen Kugelhagel ein, Sie flüchten sich hinter einen Müllcontainer, doch auf einmal rollt eine Granate vor Sie, während RPG-7 Raketenwerfer von den Dächern ihre tödliche Ladung auf ihr Versteck speien.
Sie nehmen die Granate, werfen sie zurück zum Absender, zielen auf die Typen auf den Dächern, nehmen sie durch gezielte Kopfschüsse raus, beugen sich um Ihren Müllcontainer rum, erledigen den Typen genau vor ihnen, der schon die Ak im Anschlag hatte. Als nächstes werfen Sie eine Blendgranate, neben Ihnen geht ein Kollege zu boden, Funksprüche dröhnen Ihnen im Ohr, Rauch verdeckt die Sicht.
Das ist der Krieg des Hier und Jetzt, das ist CoD 4.

Die Spielmachanik ist einfach gehalten - übersichtlich sehen Sie Ihre Missionsziele, schalten Gegner aus, müssen kleine Aufträge innerhalb der Mission vornehmen. Doch eintönig wird es keinesfalls. Neben 'Soap', der eher die Sneak-Missionen im tiefen Russland absolviert, spielen Sie auch den US Marine Jackson, der eben dieses Nahost Szenario erlebt. Zwischen den einzelnen Handlungsstationen versüßen Ihnen die wunderbar realisierten Ladefrequenzen die kurze Verschnaufpause, in denen Sie schon auf die Mission vorbereitet werden und dann direkt per rasanter Kamerafahrt in die Mission hineinschweben, das ganze ohne lustlose Atmosphärekiller.

Kräftig auf die Ohren

Wenn man sich Call of Duty zulegt, so söllte man gleich darüber nachdenken seine alten 2.1 Lautsprecher zur nächsten Sonderdeponie zu schaffen und sich mindestens ein 5.1 System kaufen.
Ich spreche aus guter Erfahrung, denn ich habe beide Soundlösungen ausprobiert. Während im 2.1 die von links kommenden Russen fluchen und Sie denken, sie wären irgendwo vor ihnen, so packt Sie CoD im 5.1 Bereich deftig bei den Eiern. Hier entfaltet sich die pure Gewalt der Soundkulisse! So wirkt das Pfeifen einer Blendgranate so real, als hätten Sie wirklich einen Tinitus, das zischen der Raketenwerfer lässt Sie unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutschen und nach ein paar Granateinschlägen checken Sie lieber mal ihr Zimmer, denn die Geräuschkulisse sorgt dafür, dass Sie denken ihr Bett ging gerade vor Ihnen hoch oder in der Wand hinter Ihnen müsste nun ein Loch sein, durch das ein Abrahams tuckeln könnte.

Die Grafik - für geile Geldausgeber?

Kurzum: Ja und Nein
Die Engine von CoD ist sehr strapaziös.
Man kann die Details gut runterschrauben, um auch auf einem Mittelklasse-PC zu spielen, jedoch kann man sie auch hoch schrauben, die ordentlich Leistung erwartet, wobei die Engine an sich seeeeehr genügsam ist.
Die Lichteffekte wirken überzeugend, Schatten werden gut geworfen, die Texturen wirken nicht schwammig oder trist.
Die Grafik ist nicht vergleichbar mit der von Crysis oder gleichwertigen Neuheiten aber mal ganz ehrlich - wer hat Zeit sich die Begebenheiten der Straße anzugucken, wenn neben Ihnen ganze Häuserblocks in Schutt und Asche zerlegt werden?
Asche? Stimmt, da gabs ja noch den Rauch
Rauchgranaten, Explosionen, Blut an den Wänden, Unschärfe beim Zielen, Hitzeflimmern, Dampf, fliegende Partikel und Staub, umwirbelnde Straßenbrocken
CoD packt im oberen Grafikbereich ordentlich aus - somit wird die Atmosphäre noch realer und erschreckender.

Fazit: Ausm ganz hohen Regal

Ich spiele nun das Spiel zum zweiten mal durch und bin immernoch in einem immensen Adrenalinrausch.
Dieses Spiel ist wirklich gelungen, wenn man von kleinen Lichtfehlern, der KI und von klitzekleinen Kuriositäten absieht (wieso kann ich beim Sprinten nicht nachladen? Ich könnte mir beim Sprinten auch in der Nase bohren, WIESO nicht nachladen?)

Also rein in die Spieleabteilung, CoD 4 schnappen und dann kann der Milchmann lange klingeln. Nunja, zumindest ca. 10h, denn dann haben Sie das Spiel leider schon durchgespielt...
Tip: In jedem Level liegen hier und da mysteriösen Laptops. Sammeln Sie sie ein, denn dann warten lustige Gimmicks und Überraschungen. Vielleicht wollen Sie das Spiel ja mal mit unendlich Munition spielen oder Monochrom?


Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Sehr gelungenes Gesamterscheinunsbild
  • Sound: Realistisches Sounderlebnis, top
  • Balance: super Balance, sowohl Waffen wie Spielmechanik
  • Atmosphäre: Hautnah, Adrenalinschock garantiert
  • Bedienung: logische Befehle, super Steuerung
  • Umfang: SP, MP, Heftbeilage
  • Leveldesign: Cod-Typisch, atmosphärisch, gut
  • KI: gehen gut mit der Situation um
  • Waffen & Extras: Gute Waffenauswahl, Extras (NV, Clays...)
  • Handlung: realitätsnah, abwechslungsreich, durchdacht
  • Grafik: wenige Lichteffekt-Fehler
  • Sound: nichts
  • Balance: nichts
  • Atmosphäre: nichts
  • Bedienung: nichts
  • Umfang: auch hier keine zusätzlichen Gimmicks :(
  • Leveldesign: schlauchlevel, jedoch passabel
  • KI: hin und wieder derbe Aussetzer
  • Waffen & Extras: nichts
  • Handlung: nichts

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(2)

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