Nicht viel neues in Venice

Oh nein, ein Veteran! Nach meiner ersten Rezension zu Europa Universalis IV kommen wir nun zu Rise of Venice und zu einer Serie, die mir dieses mal seit langem...

von mooneh am: 04.01.2014

Oh nein, ein Veteran!

Nach meiner ersten Rezension zu Europa Universalis IV kommen wir nun zu Rise of Venice und zu einer Serie, die mir dieses mal seit langem bekannt ist. Ich habe sämtliche Vorgänger und Ableger wie Patrizier und Port Royal gespielt, teilweise inkl. Betas und/oder Add-Ons.

 

Das Setting

Wir befinden uns im Mittelmeerraum. Wow super und was heißt das? Nicht viel. Es gibt zwei Fraktionen -  Genua & Venedig - jede besitzt ein paar Häfen beim einen sind Lizenzen teurer als beim anderen blablabla. Alles vollkommen unspektakulär, uninspiriert um nicht sagen zu müssen - einfallslos. Die enormen Optionen oder erschreckenden Auswirkungen gegenüber der Fraktionen bleiben eher aus.  Meiner Meinung nach hat dieses Spiel vieles gebraucht, aber kein neues Setting. Nord- & Ostsee war für mich genauso okay wie die Karibik. Man kann nun von der Karte direkt in die Städte zoomen und muss sie nicht mehr anklicken. WOW!


Der Aufstieg

Wie gehabt steigen wir nach und nach im Rang auf. Die Kriterien sind ähnlich wie in den Vorgängern (X Schiffe, X Arbeiter und X Guthaben) nur, dass wir eine Abstimmung im Rat für den Aufstieg gewinnen müssen, um den nächsten Rang auch zu bekommen. Dafür müssen wir die Jungs mit Ratssitz bestechen oder betüddeln, damit Sie uns lieb haben. Das stellt eigentlich überhaupt keine Herausforderung dar, sondern ist auf Dauer nur nervig, aber nicht schwer. Effektiv gibt es auch mehr Ränge, was das ganze auch nicht spannender macht, sondern nur zäher.

Der Handel

Meiner Informationen nach sollte das Spiel auch dadurch interessanter werden, weil Auto-Routen-Funktionen entfernt wurden, die das Spiel zu leicht gemacht haben. Das heißt ich stelle das Gehoppse nun von Hand ein und habe genauso leichtes Spiel wie in den Vorgängern, jedoch mehr Rumklickerei in dem immer noch antiquirierten Routenmenü (das meiner Meinung nach schlechter zu bedienen ist, als in den Vorgängern). Neues zu entdecken gibt es wenig. Die Warenketten wurden etwas verändert und an das Settting angepasst, aber wo ergibt sich da der Mehrwert für den Spieler?  Die Warenketten sind nach wie vor so simpel, dass es völlig egal ist wofür ich das Holz nun brauch - es hindert micht doch sowieso nichts daran es zu bekommen.
Den entfernten Funktionen gegenüber stehen kaum neue Komfortfunktionen. Es gibt weder einen "alles ausladen"-Button an Schiffen noch weitere Genre-übliche Hilfefunktionen.  Solche Funktionen verbessern nun wirklich nur den Komfort und ändern nichts an dem Schwierigkeitsgrad, aber vermutlich hätte man sonst noch weniger zu tun.

Ansonsten ist der Rest schnell erklärt, da ein alter Schuh - Arbeit mit hier mehreren Zentrallagern und ordnungsgemäßer Verteilung und Versorgung führt zu unbändigem Reichtum und realtiv kurzfristig zu Langeweile. Es folgt expansion, Expansion, Expansion immer nach Schema F und dann? Zeit schlafen zu gehen, da so langsam die Augen zufallen...

Die Wertung und der Test von Gamestar

Ist meiner Meinung nach deutlich zu hoch ausgefallen. Klar ist Rise of Venice ein gutes Spiel. Wer die Vorgänger nicht oder nur wenig gespielt hat wird mit Sicherheit vorrübergehend seine Freude haben, aber lassen wir doch mal bitte die Kirche im Dorf - gut mehr nicht. 82 sollte alleine wegen der Innovationsverweigerungshaltung unerreichbar für dieses Spiel sein.

Die Komplexität ist da, aber überschaubar - das Warenhandelssystem existiert so seit Jahren und ist keine bahnbrechende neue Erfindung. Die Routenplanung ist mittelmässig - die Aufträge zu 90% nach dem Muster "Hole/Kaufe oder Suche A und bringe es nach B" - wie halt schon seit Jahren.

Das Spiel ist nach wie vor viel zu einfach selbst auf höheren Schwierigkeitsgraden, was das ganze einfach sehr schnell Langweilig werden lässt.

Eine Art Endgame ist immer noch nicht vorhanden - wie bei den Vorgängern auch - man kann immer nur noch mehr von dem machen, was man schon die ganze Zeit macht und noch reicher werden und noch reicher werden und sonst nix.  Unter dem Strich versucht Kalypso das Spiel zäher zu machen und so für Langzeitmotivation zu sorgen, aber hat eigentlich keine neuen Ideen hat um einen Handelsraum langfristig interessant zu gestalten. Daher muss ich ganz ehrlich gestehen, dass mich Patrizier II länger gefesselt hat, als Rise of Venice. Da hatten man wenigstens noch ein wenig mit den Lehensherren zu tun.

Für mich wäre es ein besserer Ansatz gewesen Port Royal III weiter zu entwickeln und Diplomatie & Krieg zwischen den Fraktionen zu erweitern und so das Spiel mit einem fordernden Endgame auszustatten.

Das Fazit

Für Wi-Sim Veteranen zu leichte Kost. Selbst bei der "Kampagne" denkt man immer wieder "Irgendwie hast du vieles schonmal gemacht, oder?".  Effektiv habe ich das Gefühl, dass die Ideen für die Serie - so Schade ich das finde - bei Kalypso so langsam ausgehen. Eine Weiterentwickling sehe ich in dem Spiel nicht - von der Technik mag diese vorhanden sein, aber von der Komplexität, dem Spielfluss und der Langzeitmotivation ist das hier eher ein Rückschritt. Dennoch erhält man eine gute Wi-Sim(wie vorher auch), die wie viele andere Spiele auch ein paar Bugs hat, aber nichts weltbewegendes, so dass man beim Kauf nicht viel falsch macht, aber auch nichts elementares verpasst, wenn man es nicht gespielt hat.

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Wertung
Pro und Kontra
  • neues Setting...
  • Neue Kartenansicht
  • Zoombare Stadtansicht ohne Loadingscreen
  • einige wenige neue (teilweise nützliche) Gimmicks
  • ...alter Hut
  • fehlende Komfortfunktionen
  • Grafik solala
  • für Kenner der Serie wenig neues
  • generell viel zu einfach
  • eintönig
  • kein Endgame - wohin mit dem vielen Geld?

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

zu leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



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