Rollenspiel des Jahrzehnts

Kurztest: KotoR Rollenspiel des JahrzehntsÜber ein fünf Jahre altes Spiel einen Test zu schreiben, ist quasi sinnlos, insbesondere, wenn es so bekannt ist wie...

von - Gast - am: 26.07.2008

Kurztest: KotoR Rollenspiel des Jahrzehnts

Über ein fünf Jahre altes Spiel einen Test zu schreiben, ist quasi sinnlos, insbesondere, wenn es so bekannt ist wie Star Wars: Knights of the old Republic (kurz: KotoR). Trotzdem konnte ich einfach nicht unterlassen diesen Meilenstein in diesen Lobpreis ähnlichem Kurztest zu huldigen. KotoR ist zwar natürlich (wie jedes andere Spiel auch) nicht perfekt; allerdings kann man seine Fehler wirklich an einer Hand abzählen, weshalb ich das auch gleich vorab mache. Zum einen wäre da natürlich die Grafik. KotoR war schon bei seinem Erscheinen trotz des Hardwarehungers keine optische Revolution, auch wenn es alles andere als schlecht aussah, kann man es ein halbes Jahrzehnt später im Prinzip nicht mehr anschauen. Ansonsten könnte nur noch das Fehlen einiger Standards. So reagieren die NPCs weder auf Diebstahl noch auf Waffenzücken und man kann sich auch nicht mit jedem x-beliebigen Passanten über Belanglosigkeiten unterhalten, sondern nur mit den Wichtigsten über das wichtigste, womit es aber immer noch mehr sehr viele Dialoge gibt.
Aber davon abgesehen überzeugt das Spiel auf voller Linie. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich umhauend, was neben der stimmungsvollen Musik in erster Linie an der unglaublichen Spieltiefe. Denn auch wenn im Prinzip jeder das Star Wars Universum von den Filmen her kennen wird, so wird man im Verlauf des Spiels viele Facetten finden, die es so im Spiel schlicht und ergreifend nicht gibt. Zusätzlich wischt KotoR in Sachen Charakteren mit den Filmen mühelos den Boden auf. Denn wenngleich alle wichtigen Personen von KotoR ohne schon sehr gut gelungen sind, so setzten die neun Partymitglieder des Helden Maßstäbe. Sie sind sowohl abwechslungsreich (vom gewaltliebenden Killerroboter bis hin zur Jedi „Streberin“ sind alle vertreten!) als auch extrem detailliert, da jeder Charakter seine eigene Vergangenheit hat, die man in ausführlichen Dialogen nach und nach auf faszinierende Weise nachvollziehen kann. Hat man genug über ein Partmitglied herausgefunden, so kann man spezielle Quest beginnen, die sich mit den ungelösten Problem der Vergangenheit dieses Charakters beschäftigt sind; für meinen Geschmack sind das die besten Missionen des ganzen Spiels, da diese eine persönlichen Aspekt haben.
Überhaupt sind die Dialoge auch ein gutes Stichwort. Denn obgleich man in vielen anderen Rollenspielen meisten nur zwei Dialogoptionen hat, bietet einige Dialoge von KotoR bis zu sieben, je nachdem ob man friedlich oder aggressiv reagieren, nachgeben oder überzeugen/bedrohen will. Insbesondere der Gut/Böse-Aspekt wird dadurch hervorgehoben.
Denn einfach nur gutes zu tun, weil das Spiel es so vorsieht, ist ziemlich langweilig. Wenn ich aber mit dem Hintergedanken, dass ich genauso ein Massaker veranstalten könnte, übertrieben große Gnade walten lasse, ist das ungleich befriedigender und man bekommt wirklich das Gefühl, ein Held zu sein. Auf der bösen Seite ist es natürlich genau so.

Da das Ganze noch durch einem klassischem, cleveren und taktischen Kampfsystem, unterhaltsame und abwechslungsreiche Minispiele, eine perfekte Balance (flache Lernkurve mit knackigen Bossgegnern, immer verstellbarer Schwierigkeitsgrad), sechs detaillierte, erkundbare Planeten und einer Story mit so vielen Höhepunkten, dass man korrekterweise eigentlich sagen müsste, sie besteht nur aus Höhenpunkten, kann ich abschließend nur betonen: WER SICH EINEN GAMER SCHIMPFT, MUSS DAS HIER GESPIELT HABEN!


Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(6)

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