Rückkehr eines Klassikers

Als Battleforge erschien war es seiner Zeit locker 5 Jahre voraus. Und bis heute gab und gibt es nichts Vergleichbares. Ein Deck mit Karten aus denen Einheiten...

von Tsabotavoc am: 17.03.2019

Zu Electronic Arts verbindet mich ein Hass der über das menschlich gesunde Maß hinausgeht. EA hat zwei meiner absoluten Lieblingsspiele erschaffen und beiden den Stecker gezogen. Eines davon war Battleforge. Umso mehr freut es mich dass es nun seit geraumer Zeit auf einem sehr guten Privatserver wieder zum Leben erweckt wurde.

Battleforge war, als ich es im Laden sah, Liebe auf den ersten Blick. Eine Liebe die mich nie losgelassen hat. Es war revolutionär und brach Genregrenzen auf. Es war ambitioniert. Und all das ging auf wunderbare Art und Weise auf!

 

Streitkräfte eines Naturspielers halten eine Mauer gegen den Ansturm eines Feuerspielers. Zugegeben: So laufen PVP-Matches in der Regel nicht ab. Aber dafür hat man ja das PVE!

Die Welt von Nyn


Aber beginnen wir am Anfang! Wir sind ein sogenannter Himmelsfürst. Nyn ist vom sogenannten Zwielichtsfluch befallen der, aus Versehen, von den Göttern über die Welt gebracht wurde. Hier beginnt unsere Geschichte. Als Himmelsfürst haben wir entschieden nicht mehr nur passive Zuschauer zu sein. Wir haben beschlossen dass das Leiden und Sterben der Menschen ein Ende haben muss. 

Das Zwielicht hat diese Dörfer korrumpiert und dämonische Kreaturen strömen aus den Behausungen. Mit einem Frostdeck wird hier gut dagegen gehalten...


Denn uns stehen die Kräfte der Schmiede der Schöpfung zur Verfügung! Wir können Armeen von Schützen mit Fingerschnipsen erschaffen, Stürme beschwören die unbedarften Feinden die Haut vom Körper fetzen, riesige Festungen aus dem nichts herbeirufen und Kreaturen beschwören die selbst die größten Monumente von Nyn noch überragen... Aber wir sind an Regeln gebunden. Wir können nur beschwören was von einem Menschen früher erträumt oder erdacht wurde. Oder simpel gesagt: Wir stellen uns aus den Karten die wir besitzen ein Deck zusammen mit dem wir unsere Schlachten austragen.

Sehen wir uns so eine Karte doch einfach mal im Detail an.

Sieht aus wie ein bisschen bei Magic oder?


Denn Battleforge ist nicht nur ein Echtzeitstrategiespiel! Es ist auch ein vollwertiges, digitales Trading Card Game. Das hier ist die Karte des Ernters. Der Ernter kostet, wenn ich ihn in der Schlacht einsetzen will 300 Energie die ich nach und nach aus den Energiequellen auf der Karte generiere. Ich brauche zwei Schattenorbs, die ich auf der Karte an vorgegebenen Stellen errichten kann.

Dafür erhalte ich dann ein wahres Powerpaket denn der Ernter ist die am schnellsten erreichbare XL-Einheit im Spiel. XL-Einheiten sind riesige, alles dominierende Maschinen der Vernichtungskünste und zusätzlich zu seinem dicken HP-Polster und dem massiven Schaden den er anrichten kann, kann der Ernter die Lebensenergie aus gefallenen Kriegern ziehen und sie als Skelettarmee unter deiner Kontrolle wiederbeleben. Unbesiegbar macht ihn das aber trotzdem nicht. 

Für 300 Energie kann man ihm eine Menge Deepfreeze-Zauber und Lichtklingen entgegenwerfen die mehr als würdige Gegner für den fiesen Kerl sind. Und hier ist er auch schon in Aktion:

Sunstrider Bogenschützen nehmen einen Harvester aufs Korn

Die Karte oben ist ein typisches Beispiel dafür wie komplex Battleforge sein kann. Fast jede Einheit hat irgendein Special das sie aktivieren kann, eine Nische die sie füllt. Und hier kommen wir zu den Farben...

Aufgeteilt gibt es in Battleforge folgende Kräfte: Grün für die Natur. Einige der besten Fernkampfeinheiten sind hier enthalten. Viele Fähigkeiten zur Schlachtfeldkontrolle und Heilung runden das Paket ab. Blau ist die Farbe des Eises. Klassische Ritter und sehr viel Infanterie, unterstützt von Konstrukten ist hier am Ruder. Die Zauber konzentrieren sich darauf Gegner bewegungsunfähig zu machen und ihre Gebäude zu härten. Blau hat mit die meisten Verteidigungsgebäude und wann immer man sich auf einer PVE Karte verschanzen will ist Blau eine gute Wahl dafür. Violett steht für den Schatten. Ihre Einheiten sind, verglichen mit anderen Einheiten durch die Bank unterlegen machen das aber durch fiese Tricks wett. Allen voran die Raserei bei der die Einheiten extrem viel Schaden anrichten aber nach Ablauf auf jeden Fall sterben. Schatten opfert seine eigenen Einheiten um dem Gegner noch mehr weh zu tun als sich selbst. Es ist die "Es ist mir egal ob ich hier drin schwitze solange du nur verbrennst"-Kategorie. Die meisten ihrer Zauber sind Verstärkungszauber der besonders fiesen Art. Rot ist die Kraft des Feuers und der puren Zerstörung. Die meisten Einheiten und Zauber zielen geradlinig darauf ab dem Gegner eins in die Pfeife zu drücken. Mit dem Behemoth und dem Feuerdrachen steht Rotspielern zudem zwei der härtesten XL-Einheiten im Spiel zur Verfügung. Wobei mir hier Viele widersprechen würden aber glaubt diesen Häretikern nicht.

"Aber ich will nicht nur rot spielen!", höre ich euch nun sagen. "Ich will meine Feuerdrachen auch heilen können!" Nun... Niemand in der Welt hindert euch daran Mehrfarbendecks zu machen oder? Warum nicht z.B Schamanen verwenden um Steinsplitter-Einheiten zu unterstützen? Die Steinsplittereinheiten sind grün/blaue Mischkarten die hervorragende Verteidigungsfähigkeiten haben und, unterstützt von den Heilzaubern der Schamanen, nur schwer klein zu kriegen sind.

Und es wird NOCH progressiver!

Das Spiel verfügt über eine recht umfangreiche Einzelspielerkampagne. 9 Einzelspielerszenarien wollen gemeistert werden. Die dienen aber vor allem für Eines: Die Mehrspielermissionen! Wenn ihr zB. die Mehrspielerkarte "Das Zwergenrätsel" spielen wollt, müsst ihr es zuerst über die Einzelspielermission "Die Schatzflotte" schaffen. Ein sinnvolles Konzept denn so wird sichergestellt, dass in den Mehrspielermissionen jeder Spieler sein eigenes Gewicht tragen kann. Jede Mission steht zudem in drei Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto besser natürlich auch die Belohnungen!

Es war auch eine Mehrspielermission in der ich meine Liebe zum Harvester entdeckte. Den Mitspieler dabei zuzusehen wie er mit einem riesigen untoten Monster zuerst einige Trupps von Zwielichtkreaturen zerfetzt und sie dann als Skelettarmee wiederbelebt und gegen ihre ehemaligen Verbündeten hetzt... Es war Liebe auf den ersten Blick! Aber an coolen Einheiten mangelt es nicht. Eine andere Einheit die ich liebe? Und die etwas erschwinglicher ist als der Ernter? Der Korsar!

Ein Korsaren-Piratenschiff greift eine Banditenstellung an. Der Abwehrturm und die Verteidigungstruppen sind kein Gegner für die massiven Bordgeschütze und ihre extreme Feuerkraft.

Nicht nur ist der Korsar ein fliegendes Piratenschlachtschiff, was per Definition schon der Epidom der Coolness ist, es verfügt gleich über eine ganze Wagenladung toller Fähigkeiten.

Nicht nur, dass das Schlachtschiff über normale Bordgeschütze verfügt die es gegen Luft- und Bodenziele gleichermaßen zum Einsatz bringen kann. Nein er verfügt auch noch über ein Hauptgeschütz mit dem er im Alleingang ganze Horden von Bodentruppen auslöschen kann. Sollte das noch immer nicht reichen können sich aus dem Bauch des Schiffes Kommando-Einheiten abseilen und dem Schiff vom Boden aus Unterstützung gegen etwaige Lufteinheiten geben. Merkt man es? Ich liebe den Korsaren!

 

Wenn Battleforge so toll ist... warum wurde es dann von EA eingestellt?

Eine schmerzhafte Frage. Battleforge war von Anfang an auf ein massives Bezahlsystem ausgerichtet. Wer nicht regelmäßig Euros in das Spiel steckte bekam, vor allem im PvP, kein Bein auf den Boden. Zudem ist das Spiel recht schwer und viele Spieler gaben wohl frustriert von der mehr als nur fordernden Einzelspielerkampagne auf. Updates kamen viel zu selten und waren oft nicht wirklich auf den Kern eines Balanceproblems gerichtet.   

Dazu kam das PvP lange Zeit unter massiver Imbalance litt die zwar in späteren Erweiterungen teils ausgehobelt wurden aber nie ganz weg waren. Das EA Battleforge den Stecker gezogen hat habe ich EA nie verziehen.

Den Battleforge hat ein cooles Konzept, eine extrem coole Welt und es erzählte eine Geschichte. Eine Geschichte die sich zwar primär im Buch abspielt das man nach und nach freispielt aber eine erzählenswerte.

Eine Geschichte die nun, Privatserver hin oder her, niemals würdig abgeschlossen wird. 

 

Warum sollte ich nun auf einem Privatserver spielen?

Weil es Sinn macht. Die größten Probleme die Battleforge hatte kann man darauf reduzieren dass es unmöglich war für normale Menschen das Spiel ohne Geld zu spielen. Darüber muss man sich auf einem Privatserver keine Gedanken mehr machen. Gold, Battleforgepoints und Boosterpackungen erhält man durch das Erfüllen von täglichen Quests. Naturgemäß kommen natürlich viel mehr Booster rum als es je der Fall war denn... die Entwickler hinter dem Server wollen ja kein Geld von euch sondern nur das ihr spielt und das es Leute gibt mit denen man dieses einzigartige Spiel genießen kann.

Man sollte Battleforge zumindest einmal im Leben gespielt haben. Denn es gab und gibt nichts Vergleichbares am Markt. Ihr mögt Hearthstone? Seht euch Battleforge mal an. Spielt ein paar Booster frei. Baut eure eigenen Decks. Spielt einmal die Böse Ernte oder ein anderes der Mehrspielerszenarien. 

Der Erste der mich übrigens im Spiel kontaktiert bekommt eine für alle PVE-Einstiegsdecks nützliche Karte als kleines Willkommensgeschenk von mir :) Wer ich bin? Ihr seht es an einem der Screenshots! Wie der Server heißt?

Sucht nach Skylords Reborn.

In diesem Sinne: Man sieht sich in Nyn. Ich freue mich gemeinsam mit euch die Welt erneut vom Zwielicht zu befreien!

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(24)

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