SC2: Hots - nicht Innovativ aber dennoch sehr gut

Testversion: Starcraft 2: Heart of the Swarm - Patch 2.1 Starcraft 2: Heart of the Swarm ist die erste Erweiterung zum zweiten Teil von Blizzards...

von Shadowman am: 16.02.2014

Testversion: Starcraft 2: Heart of the Swarm - Patch 2.1

Starcraft 2: Heart of the Swarm ist die erste Erweiterung zum zweiten Teil von Blizzards Strategieserie und behandelt, wie der Name bereits andeutet, die Rasse der Zergs als Hauptthema. Wie mancher sicherlich schon erahnen kann, ändert Blizzard nichts an den grundlegenden Strukturen der Serie, sondern erweitert sie "nur". Was also bietet das erste Addon zum Strategieklassiker, was einen Kauf rechtfertigen würde? Als erstes eine komplett neue Kampagne, die sich - nachdem in Wings of Liberty die Terranerfraktion behandelt wurde - um die Zergkönigin Kerrigan dreht. Hierbei schließt die Story an das Ende von Wings of Liberty an, was man aber nicht zwingend gespielt haben muss, um mit Heart of the Swarm Spaß zu haben.


Singleplayer

Der Einstieg in das Addon gestaltet sich recht einfach und funktioniert praktisch 1:1 wie in Wings of Liberty: Man startet die Kampagne und legt einfach los. Da die ersten Missionen der Kampagne praktisch als Tutorial dienen - innerhalb dessen die Steuerung, das Interface etc erklärt wird - brauchen auch SC2 Neueinsteiger keine Angst davor zu haben, vom Spiel überfordert zu werden. Veteranen hingegen dürften sich Anfangs etwas langweilen und sich mehr über die tollen Rendervideos und die Storyline, als die ersten paar Missionen, freuen.

Der Schwierigkeitsgrad ist vor jeder Mission frei wählbar, so das man das Spiel jederzeit an seine eigenen Fähigkeiten anpassen kann - das vermeidet Frust und Langeweile. SC2 Veteranen sollten aber direkt einen höheren Schwierigkeitsgrad auswählen, da sie sonst im Laufe der Kampagne chronisch unterfordert werden könnten.

Die Kampagne selbst umfasst 27 Missionen und dauert - je nach Spielstil und Schwierigkeitsgrad - zwischen 15 und 25 Stunden.  Da ich nichts von der Story spoilern will, werde ich nicht genauer auf die Kampagne eingehen. Was man aber sagen kannst ist, dass die Storyline innerhalb - und auch zwischen den Missionen - durchaus gut erzählt wird, auch wenn sie sicherlich keinen Innovationspreis gewinnen kann. Dazu ist die Kampagne praktisch durchgehend gescriptet und erlaubt nur wenige unterschiedliche Vorgehensweisen bzw Lösungswege. Einen richtigen Alternativweg die Story zu bestreiten, gibt es nicht.

Dazu sind 7 der 27 Missionen sogenannte "Evolutions-Missionen", innerhalb derer man sich bei einigen Einheitentypen entscheiden muss, welche Fähigkeiten die Einheiten in ihrer nächsten Entwicklungsstufe bekommen. So muss man sich zum Beispiel bei der Schaben-Einheit entscheiden, ob sie das Bewegungs- und Angriffstempo von gegnerischen Einheiten senkt sobald sie sie angreift, oder ob sie beim ableben des Gegners 2 kleine Schaben erscheinen ("Spawnen") lassen soll, die dann für den Spieler kämpfen. Diese Evolutionen sind aber rein auf den Singleplayer beschränkt und finden im normalen Multiplayerbetrieb keine Verwendung.

Etwas Abwechslung sorgt hier zusätzlich die Möglichkeit, der Heldin Kerrigan unterschiedliche Fähigkeit im Kampagnenverlauf beizubringen:

Bild: Kerrigan Entwicklung innerhalb der Kampagne

Die unterschiedlichen Fähigkeiten von Kerrigan, von der man sich immer für eine von zwei entscheiden muss, bringt etwas Variabilität in der Art und Weise wie man Kerrigan während des Spiels einsetzt - den Spielverlauf an sich verändern sie jedoch nicht. Dennoch ist es eine angenehme Möglichkeit, Kerrigan etwas auf den eigenen Spielstil anzupassen.

Ansonsten bietet das Addon noch mehrere neue Einheiten, die sich gut in das Spiel einfügen und einige neue Taktische Varianten erlauben. Erwähnen sollte man hierbei jedoch, dass viele der neuen Einheiten an ihre alten Kollegen aus dem Starcraft 1 Addon "Brood War" erinnern bzw ähnlich funktionieren...  Wer nun denkt Blizzard hätte einfach versucht Brood War zu kopieren, liegt sicherlich nicht ganz falsch - was aber nichts schlimmes sein muss. Im Multiplayer werden die neuen Einheiten rege genutzt und haben einige neue Strategien mit sich gebracht, sorgen jedoch immer wieder für Balancediskussionen.

 

Grafik

Im Bereich der Rendervideos (11 an der Zahl), liefert Blizzard eine gewohnt gute Qualität ab, die sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Um einen Eindruck der Qualität der Rendervideos zu bekommen, kann man sich das Intro auf Youtube anschauen.

Ganz anders sieht es hingegen bei der Grafik aus: Sie ist zwar stimmig, man sieht der Engine aber durchaus an, dass sie nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dies ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, das Blizzard seine Titel auf der einen Seite für die breite Casualgamer Masse, auf der anderen Seite aber auch auf den ESport Bereich ausrichtet. Trotzdem lässt die Grafik sich - für ein Strategiespiel - noch sehen, auch wenn mancher anderer Titel da bereits gezeigt hat das es durchaus noch weit besser geht. Etwas höhere Texturen hätten dem Game aber sicherlich nicht geschadet.

Bild: Grafikeinstellungen in Starcaft 2: Heart of the Swarm

 

Multiplayer

Was uns zum Multiplayer, der traditionell bei Blizzard Spielen schon immer eine sehr wichtige Rolle spielt, bringt: Im Vergleich zu Wings of Liberty hat sich in Blizzards Hauseigener Plattform, dem Battle.net, einiges getan. Die von vielen Spielern lange geforderten Chats sind - im gegensatz zum Start von Wings of Liberty - vorhanden, genauso wie Möglichkeiten zur Clangründung, dem Einbau eines Clanlogos (was "Ingame" angezeigt wird), Freundeslisten, Ladderligen inkl Matchmakingsystem, Trainingsmissionen und einen Arcademode, in dem es eine breite Auswahl an unterschiedlichen Maps gibt, die das Spielgefühl teilweise massiv ändern.

Bild: Arcademode im Multiplayer

Die Mod-/Mapdesign Community ist auch in Heart of the Swarm weiterhin sehr aktiv und hat bereits sehr viele Maps herausgebracht, die zum Beispiel einen stärkeren Fokus auf Rollenspielkomponenten oder sogenannte "Fun-Games" legt, die mit dem normalen "Laddern" (Ranglistenspiele) oder der Singleplaykampagne nicht viel gemein hat. Mal macht man mit einer Einheit ein Wettrennen, dann einen Tippwettbewerb bei dem der gewinnt, der am schnellsten den von der CPU "gesprochenen" Satz fehlerfrei abtippt oder man spielt einfach eine runde Tower-Defense. Wer sich die alten SC1: Brood War Einheiten zurückwünscht, kann sich auf den Modmaps "SC2BW" austoben, bei denen das Spiel (Wobei hier einstellbar ist, auf welche Komfortfunktionen von SC2 man verzichten will) inkl der Einheiten denen von Brood War gleicht. Für Langzeitmotivation ist also gesorgt und für jeden ist etwas dabei.

 

Fazit

Blizzard liefert mit Heart of the Swarm ein sehr gutes und unterhaltsames Addon ab, was seine Stärken bzw seinen Fokus aber klar auf den Mutliplayerpart ausrichtet. Wer - nach dem durchspielen der Kampagne - sich online gerne mit anderen Spielern misst oder einfach nur Lust auf spaßige Maps hat, macht hier nichts falsch und kann sich auf mehrere hundert Stunden Spaß freuen. Für reine Singleplayer Spieler ist der Titel nur eingschränkt empfehlenswert, da der Wiederspielwert der Kampgane zu gering ist als das man sich länger als die genannten 15-25 Spielstunden damit beschäftigen könnte. Dennoch erweitert Blizzard Starcraft 2 mit dem Addon um einige sinnvolle (Komfort-)Funktionen und bedient alle Fans des Hauptspiels mit genau den Dingen, die sie wollten. Wer ein ganz anderes Spiel erwartet oder massig Innovationen sucht, wird jedoch ebenfalls enttäuscht werden - wer also mit Starcraft 2 nicht warm geworden ist, wird es mit dem Addon wohl auch nicht.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Stimmige Grafik...
  • Gut gestaltete Singleplaykampagne
  • Sehr gute Bedienung in den Menüs wie auch im Spiel selbst
  • Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade die sich an Neueinsteiger wie auch an Veteranen richten
  • Kerrigan Entwicklung erlaubt etwas Individualisierung
  • Sehr umfangreicher Multiplayer mit einer hohen Langzeitmotivation
  • Viele Mods bzw Maps im Multiplayer die teilweise ein ganz anderes Spielgefühl vermitteln, als das Originalspiel
  • ...die aber nicht mehr auf dem Stand der aktuellen Technik ist
  • niedriger/kein Wiederspielwert im Singeplayer
  • Evolutionsmissionen sind in dem Sinne keine richtigen Missionen, da man dort nichts macht außer sich für eine Entwicklungsstufe der jeweiligen Einheit zu entscheiden

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(1)

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