Sci-Fi Film zum selberspielen.

Crysis hat mittlerweile fast 3 Jahre auf dem Buckel und bisher hat es kein Spiel geschafft es in Punkto Grafik zu schlagen. Doch hinter der Technik verbirgt...

von Rupert_The_Bear am: 01.03.2010

Crysis hat mittlerweile fast 3 Jahre auf dem Buckel und bisher hat es kein Spiel geschafft es in Punkto Grafik zu schlagen. Doch hinter der Technik verbirgt sich ein sehr guter FPS, weswegen man sich das Spiel nicht entgehen lassen sollte.

First things first

Obwohl Grafik (zumindest für mich) nicht das wichtigste an einem Spiel ist, so fangen wir dieses Mal damit an, denn hauptsächlich deswegen ist Crysis so berühmt.
Es ist immer noch das Vorzeigespiel, wenn es um Grafik und Physik geht. Nicht zu unrecht, denn selbst neue Spiele mit DX11, wie AvP kommen an Crysis nicht ran. Dieses unterstützt zwar 'nur' DX9 und 10, aber das reicht vollkommen. Auf DX9 sieht es schon sehr beeindruckend aus, es fehlen aber viele Effekte, die erst mit DX10 sichtbar werden. Die gehen dann allerdings auf die Hardware. Während Crysis auf DX9 selbst mit einem schwächeren DualCore,2GB Ram und einer Geforce 7900GT und allen Optionen auf Hoch (Höchst geht nur bei DX10) recht flüßig spielbar ist, geht auf DX10 und allen Optionen auf Maximum bis heute den meisten PCs die Puste aus. Was man dann zu sehen kriegt, hätte man vor 10 Jahren nicht mal in Benchmark-Videos qualitativ erreichen können.
Eine wunderschöne tropische Insel mit Flora und Fauna,Palmen wehen im Wind, Meeresrauschen, Krabben am Strand und kleine Holzhütten. Das Leben in Crysis könnte so schön sein - könnte, tut es aber nicht. Denn man fängt in einem Militärflugzeug an, kriegt eine Waffe in die Hand und direkt nach der Landung auf der Insel sieht man schwerbewaffnete Hubschrauber vorbeifliegen. Alles ist absolut realistisch dargestellt und die Details sind unfassbar. Guckt man z.B. auf den Mond oder die aufgehende Sonne, so sieht man die Schimmer und die Schatten, hervorgerufen durch die Palmenblätter. Wunderschön.
Das Wasser bildet physikalisch korrekte Wellen, wenn man mit einem Boot durchfährt, es färbt sich Rot, wenn ein Gegner getroffen hineinfällt. Bäume kann man fast schon Scheibchenweise zerstückeln oder weit unten direkt fällen, die Blätter der Pflanzen werden durch den Spieler zur Seite gedrückt, wenn man durch die Büsche geht.
Andere wunderbare Effekte sind z.B. Explosionen und Feuer. Ach, man könnte stundenlang so schwärmen, Fakt bleibt jedoch, dass Crysis nicht mal die allerneuste Technologie (inzwischen) ausnutzt und es trotzdem besser aussieht, als alles, was in den letzten 3 Jahren erschienen ist. Crysis 2 dürfte also für offene Münder und rausfallende Augäpfel sorgen.

Strandurlaub oder Lost?

Nun aber zum Spiel selbst. Wie bereits angesprochen, ist man auf der Insel nicht in den Urlaub geschickt worden, sondern auf eine geheime Mission. Die Insel wird mysteriöserweise von koreanischen Truppen fast schon überrannt und ein Team um einen Archeologen verschwindet. Man ist als Teil einer Spezialeinheit damit beauftragt worden, das Team zu finden und zu ergründen, warum die Koreaner die Insel gestürmt haben.
Es stellt sich heraus, dass im Inneren der Insel ein UFO ist, welches vor langer Zeit dort abgestürzt ist. Schnell stellt sich heraus, dass die Aliens auch keinen Urlaub machen und man verliert direkt nach dem Beginn ein Mitglied des Teams.
Die Story geht jedenfalls sehr spannend weiter, das waren nur die Basics, aber soviel sei gesagt. Die Story, obwohl recht wenig originell ist sehr gut und spannend erzählt und hält einige Überraschungen bereit. Leider ist das Ende des Spiels nach vielleicht 5-6 längeren Sitzungen schon erreicht, da es recht kurz ist und das Ende enttäuscht auch, da es leider mehr aus Effekten besteht, als aus allem anderen. Trotzdem ist Crysis es wert, dass man es auf mehreren Schwierigkeitsstufen durchspielt, auf Schwer wird es lustig, da die Koreaner auf Koreanisch miteinander reden und nicht mehr auf Deutsch oder Englisch und man deswegen nicht weiß, was sie vorhaben. Ausserdem werden Granaten nicht mehr angezeigt auf dem Hud und man kann sehr leicht umkommen. Allerdings muss noch dazugesagt werden, das Spiel ist auf Grund einiger unfairer Stellen und Bugs schon schwer genug, dazu aber gleich mehr.

Nanu? Ein Nano.

Crysis bietet viel Spieltiefe und eine eigentlich freibegehebare Welt ohne wirkliche Grenzen, aber an vielen Stellen gibt es nur ein, zwei Wege um ans Ziel zu kommen. Die dezente Freiheit gefällt jedoch, weil man das Spiel seinem Stil zu Spielen anpassen kann. Spielt jemand gern mehr, wie Sam Fisher, kann er gern Schleichen und alles mit Schalldämpfer erledigen. Macht man aber lieber einen auf Rambo und knallt mit dem Raketenwerfer durch den Vordereingang rein, um alles in Schutt und Asche zu legen, kann man dies ebenfalls so machen, das wird allerdings erschwert, weil durch ausgelösten Alarm mehr Truppen zur Verstärkung kommen, um einen das Leben schwer zu machen. Die Levels sind super gemacht, sodass für jeden was dabei sein sollte. Offene Schlachten,Häuserkampf, Fahrzeuglevel, Überraschungsangriffe und mehr.
Der Trick zu all dem: Der Nanosuit. Ein hoch technisierter,moderner Anzug, der an Funktionalität kaum zu überbieten ist. Man kann verschiedene Modi wählen: Stealth, eine Art Cloak, wie beim Predator. Dadurch wird man für kurze Zeit unsichtbar. Die Energie des Anzungs geht zu Neige, je nach dem wieviel man sich bewegt. Armour: Der Anzug wird praktisch kugelsicher, natürlich nur so lange, wie er Energie hat und die schwindet, sobald man getroffen wird. Speed, man rast, wie angezündet durch die Botanik. Strenght ist Chuck Norris-Mode. Damit kann man mit einer Faust seine Feinde erledigen, hoch Springen oder gar ganze Holzhäuschen zum Einsturz bringen mit nur einer Attacke. Die letzte Option ist die Modifizierung der Waffen. Man kann jeder Zeit seine Waffe der Situation und dem eigenen Vorgehen umgestalten, z.B Schalldämpfer draufschrauben, mehere verschiedene Visire auswählen, Laserzielgeräte,Granatwerfer oder Betäubungspfeile unter das Gewehr montieren. Durch diese Funktionen und das Leveldesign kann man Crysis so oder so spielen: Bist du Chuck Norris oder Altair? Du hast die Wahl.

Alienware

Im Laufe des Spiels kommen auch noch die Aliens der Action hinzu, die sind eine Ecke härter, als die Koreaner und machen einem den Urlaub auf der Insel kaputt, da sie die Fähigkeit haben alles einzufrieren und deswegen schneit es dort. Man kommt aber auch in den Besitz der Alienwaffe. Ein hübsches Teil, mit dem man Eiskristalle herumschleudert und damit die Feinde aufs Korn nimmt. Der Vorteil davon, die Munition regeneriert sich und muss nicht aufgesammelt werden, allerdings geht sie schnell zu Ende und das Gewehr macht auch nur recht wenig Schaden. Trotzdem ein sehr praktisches Gerät, wenn die Patronen mal knapp sein sollten.
Man kommt auch ins Innere des UFOs, wo die Physik, wie wir sie kennen ausgeschaltet wird. Sir Isaac Newton hat dort nie existiert. Die Gravitation ist ausgesetzt und man schwebt herum. Dazu gibt es noch Ströme, die einen schnell von A nach B transportieren. Die Orientierung lässt zeitweise etwas zu Wünschen übrig, das macht aber auch den Reiz dieses Teils des Spiels aus, denn es vergeht einige Zeit, bis man wieder herauskommt und merkt, dass nichts auf der Insel so ist, wie es war und man findet heraus, was die Aliesn wollen.
Allerdings nimmt man danach die Beine unter die Arme und verschwindet von der Insel, aber das ist noch nicht das Ende.

The End?

Das Ende findet auf dem Flugzeugträger der Amerikaner statt, welcher vor der Insel ist.
Man sieht, wie die Insel mit Kernwaffen angegriffen wird und denkt sich, dass das Schlimmste vorbei wäre. Aber mal wieder wird auf die intelligenten Menschen nicht gehört. Die Militärs kennen nur Waffengewalt und mal wieder ist es der Spieler, der allen den Hintern retten muss. Die Atomwaffen haben die Aliens nicht geschwächt, sondern stärker gemacht und sie greifen nun die Flotte an.
Das Ende ist ein typischer Showdown und von den Effekten her sehr schön umgesetzt worden, nur leider geht dabei durch einige Ungereimtheiten die bisher markellose Atmosphäre flöten. Man bekommt ein Gewehr, welches endlos Atomgranaten schiessen kann und der Kampf mit dem 'Boss' artet in einer fast schon arcadeförmigen Schlacht aus, ähnlich wie bei Half-Life 2 mit dem Boot und dem Hubschrauber, den man 10 Minuten mit Kugeln vollpumpen muss und er dabei zig Bomben schmeisst. Oldschool schön und gut, aber beides passt nicht wirklich in die Spiele , weder die Szene mit dem Hubschrauber bei HL2, noch die Endschlacht bei Crysis.
Allerdings ist das Ende offen, denn trotz der besiegten Aliens, entkommt man vom Flugzeugträger und man ist sich nicht sicher, ist es nun vorbei oder hat man den Boss nur verwundet auf die Bretter geschickt und er kommt irgendwann wieder.

Flecken auf der Weste des Kaisers

Leider bleibt Crysis trotz der tollen Technik, der super Story und des wirklich sehr angenehmen Gameplays nicht von einigen Schnitzern und Käfern verschont. Besonders das Ende ist sehr verbuggt. Mir ist sehr oft passiert, dass das Alien auf dem Deck einfach verschwunden ist oder im Boden eingesunken. Ebenfalls nervig ist das Durchfallen durch den Aufzug oder durch den Boden generell, weil man danach tot ist und Laden muss, immer und immer wieder, das wird auf Dauer nervtötend. Das ist allerdings überraschend zu gleich, da das Spiel bis zu dem letzten Level nur von kleineren Ragdoll oder Physik Aussetzern ziemlich bugfrei war.
Es gibt auch eine, zwei Stellen, egal auf welchem Schwierigkeitsgrad gespielt, die unfair sind.
Beim Zusammenfassen der Bugs fällt (mir) auf, dass sie sich eigentlich immer um die Aliens drehen, sowohl die meisten auffälligen Bugs, als auch die unfairen Punkte haben de facto mit den Ausserirdischen zu tun, komischerweise sieht man davon aber Nichts im Inneren des Schiffs. Ob den Entwicklern am Ende einer auf die Finger geklopft hat, damit das Spiel fertig wird oder ob ihnen gar die Lust vergangen ist? Durch Patches wurden die meisten Fehler beseitigt, alle aber nicht und der Support ist auch sehr sporadisch. Vor allem der MP wird noch von Lags geplagt und bietet nicht so viel, wie der SP. Im Multiplayer kann Crysis sehr wohl Spass machen, leider sind die Server größtenteils leer und es ist nicht mehr so viel los, aber die verschiedenen Modi und Maps sind sehr schön und vor allem macht der Modus mit Fahrzeugen viel Spass, da er etwas an Battlefield erinnert (Fahrzeuge, Flaggen erobern, zwei Hautbasen). Der Unterschied zu BF ist jedoch, dass man sich die Fahrzeuge und Waffen kaufen muss für die Punkte, die man fürs Erobern der Punkte oder durch das Eliminieren der Gegner bekommt.
Leider ist nicht mehr viel los, aber der MP wurde von vielen als der Schwachpunkt von Crysis gesehen und wirkte in Augen vieler unausgereift oder vernachlässigt. Klar ist, dass Crysis sich auf den SP konzentriert und da kann (obwohl es nicht sein sollte) der MP schwächer ausfallen.

Fazit

Fakt ist, ein schöneres Spiel gibts nach wie vor nicht und in der Maximum Edition zusammen mit Crysis Warhead und Crysis Wars in einem stylischen Steelbook ist es immer noch ein gutes Angebot, denn man kriegt viel Spiel für sein Geld (15-20€ für Crysis allein,30-45€ für die Maximum Edition).
Wer einen PC hat, der das Spiel stemmt und Sci-Fi Filme und Spiele mag, dem ist es uneingeschränkt zu empfehlen.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Landschaften,Gesichter,Effekte,Aliens
  • Sound: Funk, Umgebungsgeräusche,Motorensounds
  • Balance: Für Anfänger zu schaffen,4 Schwierigkeitsgrade
  • Atmosphäre: Kinofilm-Mäßig, Bedrohlich, Permanent vorhanden
  • Bedienung: FPS-Standard,Konfigurierbar,Leichtgängig
  • Umfang: Toller SP,Editor, Guter MP,Großer Wiederspielwert
  • Leveldesign: Abwechslung,Für jeden Stil offen,Mehere Wege,UFO
  • KI: Agiert Taktisch,Spricht sich untereinander ab
  • Waffen / Extras: Recht große Auswahl,Modifizierbar,Nanosuit
  • Handlung: Spannend,Fesselnd,Überraschungen,insgesamt gut
  • Grafik: Hardwarehunger (Qualität hat ihren Preis ;)
  • Sound: Gelegentliches Knistern,Waffen klingen fast gleich
  • Balance: Unfaire Stellen
  • Atmosphäre: Am Ende lässt sie nach
  • Bedienung: -
  • Umfang: MP schwächer als der SP,Kampagne etwas kurz
  • Leveldesign: Unfaire Punkte
  • KI: Aliens Masse statt Klasse, Aussetzer
  • Waffen / Extras: Munition für einige Waffen sehr knapp
  • Handlung: Grundidee wenig originell

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(1)

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