Ungenutztes Potenzial hoch Zehn

Frontlines: Fuel Of War entstand bei Kaos Studios, bekannt durch die Mod für Battlefield 1942: Desert Conflict. Diese war super, doch das erste eigene Spiel...

von Rupert_The_Bear am: 15.01.2010

Frontlines: Fuel Of War entstand bei Kaos Studios, bekannt durch die Mod für Battlefield 1942: Desert Conflict. Diese war super, doch das erste eigene Spiel wäre vermutlich besser geworden, wenn es eine Mod für Battlefield geworden wäre.

Erste Begegnung

Frontlines ist nun seit fast 2 Jahren auf dem Markt und ich habe mir das Spiel mehrere Monate nach dem Release zugelegt, da es merklich günstiger war. Das ist normalerweise ein eher schlechtes Zeichen. Dies bedeutet in der Regel, dass sich das Produkt schlecht verkauft und deswegen schnell im Preis reduziert wird. Frontlines macht da leider keine Ausnahme und obwohl die Grundidee toll ist, humpelt die Umsetzung stark,dazu aber später mehr.

Die Story von Frontlines ist recht einfach, aber aktuell. In einer nahen Zukunft geht das Rohöl aus und somit auch das Benzin. Letzte Rohölquellen werden gefunden und sind sofort stark umkämpft, denn jede der zwei Parteien möchte Besitz davon ergreifen, denn Öl bedeutet Macht. Die Story schreibt das Leben selbst kann man fast schon sagen, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass es bereits heute so ist, wer mehr Öl hat, hat mehr Macht.Die Story wird in der Kampagne für Einzelspieler erzählt und diese setzt sich aus mehreren aneinandergereihten Missionen zusammen und ist nichts anderes als die Multiplayer Maps gegen Bots. Einen Skirmish gibt es hingegen nicht. Das ist schlecht, da nur die Kampagne als Training für den MP dient und man nicht schnell eine Runde gegen Bots spielen kann.

Im Team an die Front

Im Multiplayer stellt sich für Battlefield-Veteranen schnell ein vertrautes Gefühl ein. Eine Map, zwei Teams, Unmengen an Gerät und Flaggenpunkte, die man erobern muss, um zu gewinnen. Einziger Unterschied: Die Flaggen sind miteinander verbunden zu einer Frontlinie, die sich verschiebt, je nach dem welches Team welche Punkte erobert. Das soll dafür sorgen, dass die Kämpfe nicht auf der gesamten Map stattfinden, sondern sich an mehreren Punkten konzentrieren. Schön und gut, leider funktioniert das oft nicht, wie gedacht. Viele schleichen sich hinter die Frontlinien und veranstalten schon dort Kleinkriege und der Effekt ist eben der Gleiche, wie bei Battlefield. Nicht, dass das schlecht wäre, aber dann hätte man sich das mit den Frontlinien sparen können oder es ggf. so umsetzen, dass die Kämpfe wirklich nur an 3 - 4 Punkte fokusiert werden.

Zum Fuhrpark kann man sagen, dass er zwar kleiner ist, als in der Mod 'Desert Conflict' aber doch recht ansehnlich. Es gibt Jeeps, APCs,Flugabwehr,Panzer,Kampf- und Transporthubschrauber und Jets. Das Handling von Hubschraubern und Jets wurde so umgesetzt, wie bei BF42. Da Hubschrauber nicht vorgesehen waren, musste man die Schub-Taste gedrückt halten, damit er in der Luft blieb und dies wurde bei Frontlines übernommen, was ich schlecht finde, wenn man bedenkt, dass BF2 fast 3 Jahre älter ist, dort der Hubschrauber aber autonom in der Luft schweben kann. Jets hingegen fliegen sich besser, da sie aber in der Kampagne kein einziges Mal vorkommen muss man leider direkt im MP üben, mit ihnen um zu gehen.
Diese Punkte fallen mehr und mehr auf, je länger man spielt und so hat es immer mehr den Anschein, als wäre Frontlines eine Mod und kein selbstständiges Spiel.

Head Up Display

Angeblich soll Frontlines die Unreal Engine 3 benutzen, zu sehen gibt es davon allerdings nichts. Schlecht sieht es nicht aus, aber wenn man andere Spiele mit dieser Engine vergleicht, oder wenigstens mit Spielen von 2008/2009 so siedelt es sich eher in der Mitte an.
Leider gibt es viele Kleinigkeiten, die den 'Nicht Schlecht' Eindruck heruntermachen. An vielen Stellen sieht es so aus, als wäre den Entwicklern die Lust am Projekt vergangen.
Z.B. wenn man das optische Visier des Gewehrs benutzt, sieht man keinerlei Okular oder sonst etwas. Man kriegt nur das Fadenkreuz mit etwas Zoom und alles andere wird einfach schwarz drumherum und man sieht den typischen Kreis des Zielfernrohrs. Das sieht wenig professionell aus und wirkt unrealistisch. Ragdoll und Physik sind leider auch kaum vorhanden, springende Panzerwracks und 'tanzende' erledigte Gegner mauern das fest. Schwebende Objekte, wie Kisten,Bäume und 'Leichen' verstärken den amateurhaften Eindruck des Spiels noch.
Dabei hat das Spiel auch einige nette Ideen zu bieten, zum Beispiel die Drohnen.
Man hat eine PSP-Artige Fernbedienung und steuert damit kleine Drohnen entweder bewaffnet oder nur zur Erkundung. Man kann sie nur in einem bestimmten Radius von der Position der Ferbedienung,also des Spielers benutzen, damit werden sie auch nicht überstark.
Mehr solcher Ideen und vor allem mehr Feinschliff am Rest hätten aus Frontlines eine echte Konkurrenz zu Battlefield machen können.

Käferplage

Bei der Grafik wurde schlichtweg geschlampt, doch da gibt es noch die Kategorie der nervtötenden Bugs, die das Spiel komplett ruinieren können. Frontlines hat zwei gewaltige davon.
Erstens: In Relation mit der Qualität der Grafik, sind die schier immensen Anforderungen auf Grund von schlechter Optimierung. Die Foren sind voll von Leuten, die sich darüber beschweren, dass das Spiel selbst unter minimalen Einstellungen sich weigert flüssig zu laufen. Kann ich bestätigen.
Zweitens: Die Stabilität lässt stark zu wünschen übrig. Kann ich ebenfalls bestätigen. Das zweite, wovon die Foren voll sind, Beschwerden über dauernde Abstürze und/oder Bluescreens. Schon lange kommt kein Patch mehr weswegen der Multiplayer inzwischen total leer ist. Im Dezember haben grade mal 30 Leute weltweit Online gespielt, zum Vergleich: Battlefield 2 kam 2005 raus und wird immer noch von mehr als 20.000 Leuten gespielt.
Kleinere Bugs, wie Grafikfehler,Knistern beim Sound, Bugs beim Nachladen und andere waren zwar auch ab und an vorhanden, fallen aber nicht mehr so viel ins Gewicht.

Fazit

So sehr mir die Idee von Frontlines gefällt und so sehr mir auch die Mod für Battlefield 1942 gefällt, so ist dieses Spiel einfach nur ein Armutszeugnis. Ich glaube die Modder bekamen zu schnell zu viel und wurden für ihr Fanprojekt in den Himmel gelobt, doch als es dazu kam ein eigenes Spiel zu machen wurde schnell sichtbar, dass das keine professionellen Spielemacher sind, sondern Amateure mit Potenzial und Engagement, doch sie müssen noch viel lernen. Hoffen wir,dass sie aus den Fehlern gelernt haben und das Homefront,ihr neustes Projekt, kein zweites Frontlines:Fuel Of War wird.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Schöne Animationen,Fahrzeuge,Waffen
  • Sound: Schöne Waffengeräusche, Fahrzeuge klingen brummig
  • Balance: SP einfach, Kann als Training genutzt werden
  • Atmosphäre: Battlefield-Atmosphäre...
  • Bedienung: Shooter-Standard,Frei Konfigurierbar
  • Umfang: Guter MP...
  • Leveldesign: Offene Maps,Städte und Dörfer, Abwechslung
  • KI: Bots können taktisch vorgehen, Nutzen Deckung
  • Waffen: Viele verschiedene,Fahrzeuge,Drohnen,Alle nützlich
  • Handlung: Denkbares Szenario, In Sequenzen näher gebracht
  • Grafik: Schatten,Umgebung,Patzer und Schlampereien
  • Sound: Wenig Funk,Kaum Umgebungsgeräusche
  • Balance: MP schwer wegen des fehlenden Skirmish
  • Atmosphäre: ...leider nicht so viel davon.
  • Bedienung: Heli-Lenkung primitiv, Jets schwer zu fliegen
  • Umfang: ...der Heute leer ist,SP Kurz,Kein Skirmish
  • Leveldesign: Wenig begehbare Gebäude, Recycling hier und da
  • KI: Oft aber strohdoof,Masse statt Klasse
  • Waffen: Keine Unlocks,Keine Modifikationen der Waffen
  • Handlung: In den Missionen nicht spürbar

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



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