Vom Haschaschinen zum Videospiel-Assassinen

Viel hüpfen, viel Springen viel Looten und doch kein Spielspaß. Eine detailreiche Welt mit wunderschönen Ausblicken auf das Paris des 18. Jahrhunderts verrät...

von VoidByte am: 25.04.2019

Wieso eigentlich Assassins Creed Unity im Jahre 2019 noch spielen?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Für die Nachwelt: Im April 2019 fing die Kirche "Notre Dame" in Frankreich Feuer.
Dabei verbrannte ein Großteil des Dachstuhls eines Turmes. In Reaktion auf dieses.. tragische.. Ereignis hat sich Ubisoft entschieden, Anteil zu nehmen und spendete 500.000 Dollar an "Ärzte ohne Grenzen" und die "Brot für die Welt".. nein Spaß. Sie spendeten 500.000 Dollar zur Reparatur des Gebäudes.

Außerdem entschied man sich dazu das .. tragische .. Ereignis als PR Aktion zu nutzen und stellte Assassins Creed Unity für einen kurzen Zeitraum kostenlos in den Uplay Store. Für mich endlich mal die Gelegenheit in einen AC Titel rein zu schauen, für den ich sonst niemals einen Cent bezahlt hätte. Also nutze ich die Gelegenheit und Berichte mal meine Erfahrung nach etwa 30 Stunden Spielzeit.

 

Ein echter Assassine sein.. so wie Agent 47 und Sam Fischer...

Jaaaa ..Nein. Also wer mit diesem Gedanken ins Spiel geht, der wird bitter Enttäuscht werden. Denn AC ist weder ein schleich Spiel noch muss man Zielpersonen ausfindig machen und diese dann möglichst subtil liquidieren.

Jedoch wird einem das von Beginn des Spiels an permanent suggeriert. Wir verstecken uns in den Schatten, wir fallen nicht auf. Wir sind leise wie eine Katze und tödlich wie eine Klinge im Nacken. .. So zumindest die "Lore".

Das was wir aber eigentlich machen ist: Wir rennen permanent durch die Gegend, ermorden irgendwelche völlig Gesichts/Namen-Lose Menschen auf dem Weg zur Mission (Da wir ja was zu tun brauchen, ein einfaches "Von A nach B laufen" wäre zu langweilig. Deswegen mischen sich unter die Bevölkerung immer wieder "Nationalisten" die uns gezielt anpöbeln damit wir sie töten.).

Die Nebenmissionen gestalten sich nahezu ausschließlich nach Ubi-Schema X.

  1. Finde die Person, die wir mit dem Grünen Symbol gekennzeichnet haben.
  2. Höre dir den unzusammenhängenden Text an den diese Person für dich hat.
  3. Gehe in das auf der Karte als "feindlich" markierte Gebiet.
  4. Töte alles und jeden der da rumrennt wenn du willst, aber beschaffe auf jeden Fall den Gegenstand oder die Information für die du da bist.

Und das macht man im Spiel ca. 200 - 300 mal so. Es gibt zwar eine übergreifende Story, also so etwas wie einen Plot, aber zu dem komme ich später. 

Also bitte nicht falsch verstehen. Die meisten Missionen haben so etwas wie eine "Zielperson" die es zu töten gilt. Aber das Spieldesign ist eben nicht für Präzision ausgelegt. Es gibt nicht "den einen Moment in dem die Falle zuschlägt". Es ist nicht HITMAN. Nur eine einzige Person zu töten und dabei unentdeckt zu bleiben entspricht etwa dem Zeitaufwand und der Fummelei eines GTA bei dem man versucht sich an die StVO zu halten. Es ist einfach nicht dafür konzipiert. Meist haben die Zielpersonen ganze Fußballmannschaften an Wachen die sie um Schritt und Tritt begleiten auf engstem Raum, sind überdurchschnittlich gute Kämpfer und werden auch noch von Scharfschützen überwacht. Man SOLL nicht gezielt töten sondern immer ein Massaker veranstalten.

 

Die einzige Ausnahme zu diesen Missionen bieten die Koop-Missionen (Nur theoretisch. Praktisch macht man aber das gleiche. Nur eben nicht alleine) und die Ermittlungen.

Tatsächlich war ich sogar sehr überrascht in einem Spiel, auf das offenbar wirklich nur der Grafiker bei Ubi Lust hatte, die Ermittlungsmissionen zu entdecken. Diese gestalten sich zwar auch immer gleich aber man muss niemanden umbringen. Man drückt V für "Superpowersicht" und klickt dann der Reihe nach alles an das Gelb leuchtet. Dann geht man zum nächsten Tatort und tut dort das selbe. Man KANN natürlich auch die Texte lesen, aber das ist so überflüssig wie Kommentare bei Influencern auf Youtube zu hinterlassen.
Danach beschuldigt man einfach alle anwesenden des Mordes bis man den richtigen gefunden hat.
Tatsächlich bekommt man am Ende der Mission weniger Geld, wenn man den Falschen beschuldigt. Aber das macht absolut nichts, denn Geld hat man permanent im Überfluss.

Aber macht das alles eigentlich Spaß? 
Nein.

 

Die Kernelemente des Spiels.. Assassins Creed in seiner endlos wiederkehrenden Iteration hat viel gelernt aus den Vorgängern oder?

Dieser Punkt ist ein ganz persönlicher Höhepunkt auf meiner Traumaskala der Enttäuschung. Daher möchte ich ihn unbedingt aufgreifen. Schließlich hat man selten solche Höhepunkte.

Traditionell geht es, trotz des Titels "Assassine" in AC nicht ums gezielte eliminieren von Personen. Sondern darum an Fassaden Hochzukraxeln die nicht mal ein Bergsteiger mit Seil bewerkstelligen könnte, an Fensterbrettern entlang zu schwingen die eigentlich einstürzen müssten bei der kinetischen Energie die auf sie Einwirkt und über Dächer zu flitzen die allesamt aus unzerbrechlichen Ziegeln gebaut sind.

Da AC Unity den achten Teil der immer gleichen Serie, bei denen sich einzig und allein das Szenario ändert, darstellt sollte man meinen das Ubisoft die Parkour-Mechanik perfektioniert habe.
Doch dem ist leider mitnichten so. 
Denn das Spiel lebt von genau 2 Elementen

  1. Einer Beispiellos ignoranten K.I.
  2. Einem Schwierigkeitsgrad der sich lediglich über die Probleme bei der Steuerung des Helden definiert.

 

Zu 1: Es sind rund 100 Menschen auf einem Platz. Darunter einer der mit Superpowersicht ROT markiert wurde. Also ein Feind. Wir gehen hin und töten ihn. 100 Zeugen, Aber es gibt nur ein wenig Geschrei und die Menge strebt beiseite. Mehr muss man nicht befürchten. Das gleiche gilt für die Gegner. Wenn man in ein Missionsgebiet kommt, will einen jeder Gegner direkt umbringen. Egal ob man nur aus versehen einen einzigen Schritt weit in die "Rote Zone" setzte oder nicht, die fangen gleich an aus allen Rohren zu ballern.
Daher ist es nicht unklug, etwas "subtiler" vor zu gehen. Man schleicht also über die unzerbrechlichen Dachpfannen an die rote Zone ran und versucht einen Gegner nach dem anderen zu töten. Ist einer Tot, besteht eine gute Chance das die anderen Spitzbuben die Leiche ihres Kumpanen finden. Doch statt einer groß angelegten Suchaktion und einem Alarm, gibt es lediglich ein "Seltsam.. aber was solls" und der Gegner dreht seine Runden als sei nie etwas passiert.

(Alternativ kann man sich aber auch einfach die beste Waffe im allgegenwärtigen Ausrüstung-Shop kaufen und einfach alle niedermetzeln. Das geht meist schneller und stellt auch für Anfänger oder besonders langsame keinerlei Schwierigkeiten da.)

Selbst wenn man in ein Wespennest sticht und merkt das einfach zu viele Gegner da sind, kann man schnell 2 Töten, um die nächste Ecke rennen und sich dort verstecken. Nach nicht einmal 30 Sekunden sind die Gegner wieder ganz gechilled als wäre nie was passiert. Passenderweise hat Ubi dazu extra überall Kabinen aufgebaut in denen man sich verstecken kann. Auch Beichtstühle, die stehen zum Beispiel in Tavernen oder in Hotelzimmern. 

 

Zu Punkt 2: Da "Rennen" die einzige Fortbewegungsart in AC ist (man kann auch gehen, aber wozu sollte das gut sein) und AC ein Parkourspiel ist das VERSUCHT es dem Spieler so einfach wie möglich zu machen, ergeben sich massive Probleme die man als "Schwierigkeitsgrad" empfinden könnte. Denn das Wegrennen vor Gefahr oder das exakte und rasche vorgehen wird meist zur unfreiwilligen Komödie. So sind die meisten meiner in-game Tode nicht darauf zurück zu führen das die Gegner KI so präzise und hervorragend programmiert ist, nein wohl kaum. Sondern darauf, das ich wegrennen möchte und durch "auto-Hüpf-und-Spring"-Funktion ständig auf irgendwelchen Zäunen, Karren oder Fensterläden sitze obwohl WEGRENNEN eigentlich Sinn der Sachen war. Immer wieder klettert oder Hüpft man aus versehen auf irgendwelche Dinge.. Marktstände, Türen, Fässer etc.. Durch die erbarmungslose Konsolensteuerung kann das am PC mit Maus und Tastatur zur Qual werden. Spätestens wenn man schnell über den Sims eines Daches klettern, den Gegner ausschalten und sich wieder zurückziehen will, bemerkt man das meiste irgendwo hin springt, nur nicht dahin wo man will. Der den Spieler jagende Spieler schießt einen dann einfach tot.. auf dem Marktkarren, dem Vordach oder der Kiste voller Fisch.. auf denen man nicht sein wollte. 

Das "Schießen" ist in AC: Unity mitunter ebenfalls ein großer Bruch mit der Realität. Während geübte Soldaten im Reallife noch Probleme haben mit einem G36 und einem Visier einen Gegner zu treffen der in schneller Bewegung ist, Stellt das für die Pariser Garde des 18. Jahrhunderts kein Problem dar. Egal ob mit den ungenauen Musketen oder den noch viel ungenaueren Steinschlosspistolen.. alles Scharfschützen par Excellence. 

Was Ubi tatsächlich mitnimmt aus den Erfahrungen der Vorgänger ist offenbar die Erkenntnis, das sich ihre Zielgruppe gern verkleidet. Denn es gibt einige Wege, sich Kleidung frei zu schalten die lediglich einen kosmetischen Effekt hat. Und zwar so auszusehen wie die Helden aus den Vorgängerspielen.

 

Als Assassine möchte man nicht Arm sterben!

Weder Assassinen noch Ubisoft möchten Arm sterben. Denn im Spiel läuft das so: Man wird permanent mit Geld tot geschmissen. Jede Mission, die meistens nicht länger als 2-5 Minuten dauern bringt mindestens 1000 Lire. Meistens jedoch viel mehr. Davon kann man sich dann theoretisch Ausrüstung kaufen. 
Praktisch muss man aber erst einen gewissen Spielfortschritt erreichen um sich bestimmte Dinge kaufen zu können. So habe ich, nach 30 Stunden Spielzeit jetzt grade 589.000 Lire auf dem Konto, kann mir dafür aber rein gar nichts kaufen weil ich im Spiel noch nicht weit genug bin. 


Aber Ubi hat sich dafür einen kleveren Kniff einfallen lassen. HELIX Credits. Das entspricht einer Echtgeld-Währung. Diese kann man dann mit dem Bezahl-Service seines Vertrauens für 4,99€ bis hin zu 99,99€ kaufen. Dafür bekommt man dann Helix Credits. 
Mit diesen wiederum kann man dann jedes Item im Spiel einfach so kaufen, ungeachtet des Spielfortschritts.
Besonders Charmant finde ich, das man sich damit auch Zeit kaufen kann. Also man bekommt wichtige Dinge und tollen Loot auf der Karte markiert. Offenbar gab es wohl mal ein Bonus-System. Bei dem man mit extra-Credits (Ingame "Zusätzliche Belohnung" genannt) für den kauf eines größeren Pakets belohnt wird. Jedoch hat man das scheinbar im Gedenken an den Turm von Notre Dame aus dem Spiel entfernt.

Außerdem gibt es Creed Punkte. Diese bekommt man für "Assassinen Dinge". Sprich, das ermorden von Menschen.
Also nicht das einfache erschlagen mit dem man nonstop Beschäftigt ist, sondern Dinge wie "Gegner unter Drogen setzen damit sie ihre eigenen Leute ermorden" oder "Doppeltötungen" (Man ermordet zwei Menschen die nah beieinander stehen mit einer Taste) etc. 
Was man damit machen kann? Man kann damit seine Ausrüstung verbessern. Die Waffen z.B. machen mehr schaden. 
Aber das ist maximal unnötig. Denn wenn man sich stets die zum aktuellen Zeitpunkt besten Meinungsverstärker kauft, dann ist man sowieso so stark das die Gegner kein Land mehr sehen und kann sich durchmetzeln wie ein Mähdrescher.

 

Der Plot und das Spiel! ..keine Bethesda Story

Ja der Plot. Also ich erwähnte weiter oben ja schon das es bei Ubisoft offenbar nur eine Person gab die bock auf das Spiel hatte. Und das waren ganz sicher weder die Texter noch die Story-Schreiber. 
Denn wie Arno (So heißt unsere Helden-Flitzpiepe) jetzt zum Assassinen wurde und vor allem mit welcher Motivation, das ist mir immer noch ein Rätsel. Also nicht im Sinne von "Ich weiß nicht was ich tat." Sondern ehr "Ich weiß nicht wieso ich es tat".

Kurz nach dem Eingangsevent als Kind, hab ich den Faden verloren. Denn plötzlich hieß es von meiner Partnerin "ich bin Templer, du Assassine" und ehe ich mich versehe, schließe ich mich denen auch an. Kein Wort der Erklärung WIESO ich plötzlich vom Straßenstrolch zum Massenmörder werde noch irgendwelches Zögern oder Hinterfragen. Die Story ist Flach und die Dialoge sind ausgesprochen schwer verdaulich wenn man es gewohnt ist korrekte Sätze nach dem Schema "Subjekt Prädikat Objekt" zu hören. Denn kein Gespräch wird irgendwie vertieft noch wird irgendwas hinterfragt. 
An Stellen wo Dinge wie "Aber ich könnte zurückkommen und wir könnten die Geschichte gemeinsam zu einem besseren Ende führen" gesagt werden, könnte man auch "Wenn ich Karotten esse bekomme ich keine roten Zähne, aber bei Blaubeeren ist das ganz anders" einfügen und es würde dem Tiefgang der Story nicht entwerten. Meistens sind die Antworten auf manche Sätze nicht mal Sinngemäß korrekt. 
Kommt das wem bekannt vor? Jemand Skyrim oder Bethesda-Fallout gespielt? Ja? Kommt noch besser:

Denn ich bin grade nicht weiter fähig dem Plot zu folgen. Für jene die bis hier hin gelesen haben und umher kamen zu bemerken das meine Meinung über das Spiel keine gute ist will ich das mal erklären: Die Map des Spiels ist so überlagert mit Symbolen und Zeichen das man niemals von A nach B laufen kann ohne dabei 10 Kisten, 10 komische runde Collectables zu Sammeln oder mindestens 30 belanglosen Nebenmissionen zu begegnen. An wortwörtlich jeder Hausecke gibt's irgendwas weswegen man "mal eben" drüber klettert, einbricht oder ein paar Morde begeht. Belohnt wird das ganze nahezu kaum. Denn was genau diese Collectables machen weiß ich garnicht. Ich glaube aber auch nicht das die Auflösung dieses Mysteriums meine Meinung maßgeblich verbessern würde.
Die unzähligen Kisten die überall rumstehen werfen alle kleine Klecker-Beträge Geld aus. Das ist so wenig das ich die Kisten komplett ignoriere. Ab und zu muss man wie bei fast allen Triple-A Ubi-Titeln auf ein hohes Gebäude krachseln um von dort aus den Kartenabschnitt frei zu schalten (sichtbar zu machen).
Was ich jetzt grade in der Hauptstory machen soll, das hingegen wird weder in der Minimap noch auf der großen Karte dargestellt. Keine Markierung keine Hinweise. Ich hab schon darüber nachgedacht ob ich die Story vielleicht schon aus versehen durchgespielt habe. So nach der 100sten immer gleichen Nebenquest die nur als Beschäftigungstherapie dienen vergisst man auch schnell mal das es auch einen Plot gibt. .. Wie bei Bethesda. Sicher nur Zufall.

Übrigens muss man sich um Geld keine Sorgen machen. Erwähnte ich das schon? 
Denn man kann Gebäude kaufen die einem einfach so absurde Summen Geld generieren. Man sollte sich lieber um das reale Geld sorgen machen wenn man es für AC: Unity ausgibt.

 

Ein paar warme und kalte Worte zur Technik:

Die Grafik kann sich tatsächlich sehen lassen. Glücklicherweise hat man wenigstens hier etwas verbessert gegenüber den Konsolen.
Das ist dann aber eigentlich auch schon wieder alles. Denn das Spiel IST ein Konsolentitel. Das merkt man nicht nur an der fummeligen Steuerung oder daran das jede Taste 10Fach belegt ist (was man übrigens nicht ändern kann), damit man alles irgendwie in ein Gamepad quetschen kann. Nein das merkt man vor allem an den PC-Gamer-verachtenden Menüs. Bei denen hat man nicht einmal versucht diese für den PC anzupassen.
Dennoch, es ist einfach ein Augenschmaus und das Paris des 18. Jahrhunderts sieht erstklassig aus. Mit viel Liebe zum Detail.


Der Sound muss sich nicht verstecken. Die Stadt ist lebhaft bevölkert und die meisten Einwohner plärren auch irgendwelche Dinge. Egal ob man den Helden verjagen möchte oder für die Freiheit rum-krakhelt. Es ist immer was los und trotzdem hatte ich weder Sound-Fehler noch hörte sich irgendwas unpassend an. Ebenfalls machen die Sprecher einen guten Job. Und auch wenn die Dialoge fürchterlich farblos geschrieben sind, machen die Sprecher auf jeden Fall einen hervorragenden Job. Egal ob auf Deutsch oder auf Französisch (Ich kann bei letzterem jedoch nur die Tonqualität beurteilen da ich der Sprache nicht mächtig bin ;) ).

Ich hatte in der gesamten Spielzeit konstante Bildraten (60 FPS (Geforce GFX 970)) und bin keinerlei Bugs begegnet (Wenn man die Auto-Hüpf-Und-Spring Funktion als Feature betrachtet)

 

Im Multiplayer Koop ist das Spiel doch gut!

Glaube ich weniger. Aber das habe ich aber auch noch nicht getestet. Es ist zwar mit unglaublicher Redundanz darauf hingewiesen das man seine eigene Bruderschaft leiten kann und diese Kompetitiv mit anderen Bruderschaften führen kann. Aber am Ende muss man trotzdem nur endlose Leichen hinter sich stapeln. Sollte sich das wieder erwarten als Falsch herausstellen werde ich das nach dem testen hier herein schreiben:

!- Noch nicht getestet -!

 

Hat mich sonst noch etwas im Spiel geärgert?

ABER JA!!
Also mein Test ist jetzt schon in Überlänge, Aber ich könnte das endlos weiterführen. 

  • Da wäre zum Beispiel dieses vollkommen beschränkte Reaktions-Minigame beim Schloss knacken. Da braucht man Reflexe wie eine Katze um mal ein Schloss zu öffnen. Die hab ich mit meinen 35 Jahren nicht mehr. (Man kann die Schloss-knack-Fähigkeit auch steigern um es einfacher zu machen. Dafür muss man aber erst den Plot weiter verfolgen. Auf Level 1 ist es für mich jedenfalls fast unmöglich ein Schloss zu knacken.) 
  • Es gibt spezielle "Helix-Riss-Missionen" in denen man einfach nur einen Parkour ablaufen muss und "DNA-Daten" einsammeln muss die überall liegen, hängen oder sich bewegen(?!), ähnlich einem Super Mario Titel aus N64 Zeiten. Das ist nach dem zweiten mal schon super nervig und hätte ersatzlos gestrichen werden können.
  • Es gibt im Spiel einen Handlungsstrang der besagt das ich eigentlich einen Menschen der Moderne spiele der lediglich in den, in DNA-Erinnerungen gespeicherten, Charakter schlüpft und nacherlebt was dieser damals tat. Das hat aber weder Einfluss auf das Spiel noch ergibt das viel Sinn. Mir (der die Vorgänger nicht gespielt hat) kommt das wie aufgesetzter Kokolores vor.
  • Und wo wir grade von Aufgesetzt sprechen. Es gibt ein Level und Skill-System. Dieses hätte man sich ebenfalls sparen können. Aber dann könnte man ja nicht "Action Role Playing Game" auf die Packung schreiben. Sondern müsste ein schnödes "Action Adventure" akzeptieren.
  • Das Hideout (Die "Base") ist auch nur Schmuck. Wenn man die 5 Quests gemacht hat und später im Geld schwimmt, gibt es keinen Grund dort jemals wieder hin zu gehen.

Fazit:

Zugegeben.. ich weiß schon wieso ich Spiele nicht mag die davon leben den Spieler zu verschaukeln. Der Titel "Assassine" ist hier nur eine Worthülse für Terroristischer-Massenmörder.
Welcher übrigens auch nach dem x-tausendsten Mord noch denkt er würde damit irgendetwas für die Rettung des Volkes tun. .. Das hat in Deutschland auch mal jemand so dargestellt und der Fakt das diese Logik (die es einfach in zu vielen Videospielen gibt) nie von Gamestar und Co. kritisiert wurde hat wiederum hat einen seltsamen Beigeschmack. Nehmen wir das heute einfach so hin das wir tausende Menschen töten für Freiheit und Frieden?!

  • Dabei greift es die Ursprünge des Machtkampfes zwischen den für Frieden durch Freiheit kämpfenden Assassinen und den Templern, die den Frieden nur durch ein hierarchisches System gegeben sehen, auf. -Quelle: Wikipedia

 

Der allgegenwärtige Distraction-Faktor funktioniert bei mir eigentlich nicht. Also ich bin eigentlich sehr fokussiert beim Spielen und renne nicht jedem Collectable hinterher. Auch sind mir Nebenquests vollkommen gleich wenn ich merke das diese nur dazu dienen mir Zeit zu stehlen und auf die Verpackung "200 Stunden Spielzeit" schreiben zu können. Dennoch schafft es dieses Spiel mich konstant daran zu hindern die Story zu verfolgen. Das hat vorher weder Skyrim noch Bethesda-Fallout geschafft. Aber da die Geschichte des Spiels ohnehin auf einen Bierdeckel passt ist das auch vollkommen egal.

Der Schwierigkeitsgrad ist abgesehen von der Steuerung nicht implementiert worden. Die Kämpfe bestehen aus "Gegner-Tot-Klicken" und erfordern weder Taktik noch Strategie. Ab und zu muss man mal parieren, aber wer sich stets den dicksten Prügel kauft kommt selten in diese Verlegenheit.

Meines achtens hätte das Spiel gerne auf der Konsole bleiben können. Denn ich finde, da passt es auch hin. Viel Action, kein Tiefgang, Gamepad-Steuerung und so wenig nachhaltig das man ein Jahr Später schon das Sequel raus bringen kann. Die kosmetische Hirn-Umschmeichelei um nach einem Arbeitstag ab zu schalten.

Alles in allem spielt sich das Spiel generell wie ein RTL Nachmittagsprogramm. Man wird theoretisch unterhalten aber wehe man schaltet das Hirn an, schon bröckelt die gesamte Show und man kommt sich fürchterlich auf den Arm genommen vor. 

 

Mein Rat: Solltet ihr das GRATIS Spiel verpasst haben und wollt ein Action RPG das mit einer bombastischen Storyline, großartigen Nebenquests und fantastischen Grafik daher kommt, kauft lieber "The Witcher 3". AS Unity führt euch nur an der Nase herum und blendet mit endlosen timesinks über schlechtes Gamedesign hinweg. 

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • Tolle Grafik
  • Sprecher machen einen guten Job
  • Klangkulisse ist sehr immersiv
  • Konsolen / Gamepad Steuerung nicht an PC Angepasst
  • Plot/Story haben keinen Tiefgang
  • Zusammenhanglose Dialoge
  • Grauenvolle Steuerung
  • Ingame Menüs sind eine Beleidigung
  • Das völlig sinnlose ermorden von Menschen wird vom Spiel gefördert und belohnt.
  • Das Spiel ist ein lupenreiner Grafik-Blender
  • Nebenquests sind meist völlig identisch und inhaltsloser Zeitvertreib
  • Collectables
  • Minigames
  • Schleichen und überlegtes Vorgehen wird vom Spiel in keiner weise unterstüzt oder belohnt
  • Schwierigkeitsgrad viel zu niedrig
  • Die K.I, ist Ignorant und zu Zaghaft (Beim aufklären und verfolgen des Spielers)
  • Das gesamte Spiel besteht fast ausschließlich aus unnötigen Ablenkungen und Zeitschindereien
  • Karte überladen mit zumeist nutzlosen Nebensächlichkeiten
  • Ingame Shop für Echtgeld

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

zu leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(1)

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