Wie der Himmel, nach Oben offen...

Meine erste Rezension überhaupt, viel Spaß.   Remakes haben alle eines gemeinsam: Sie wecken Erwartungen. So auch XCOM: Enemy Unknown. Ein...

von Dalarus am: 21.10.2012

Meine erste Rezension überhaupt, viel Spaß.

 

Remakes haben alle eines gemeinsam: Sie wecken Erwartungen.

So auch XCOM: Enemy Unknown. Ein Remake  des 1994, in Deutschland unter dem Titel "UFO", veröffentlichten Originals.

In beiden Titeln  wird die Erde von  außerirdischen Invasoren bedroht und die Verteidigung des blauen Planeten übernimmt der Spieler  als Kommandant der XCOM Streitkräfte. Diese setzen sich aus Wissenschaftlern, Technikern und Soldaten aller Länder zusammen, deren Finanzierung der "Rat" übernimmt. Dem Spieler obliegt nun die Verantwortung über die Verwaltung der irdischen Ressourcen und Truppen, welche er zum Wohle der Menschheit im Allgemeinen und zur Beruhigung der einzelnen Ratsstaaten im Besonderen einsetzt. Ihm stehen  hierfür Forschung, Aufklärung und Waffengewalt zur Verfügung. Beide Spiele lassen sich grob in  zwei Schwerpunkte aufteilen:

 

1. Dem Management der eigenen Streitkräfte  (Forschung, Produktion, Basisbau, Ausbildung, Finanzen)

 

2. Dem Rundenbasierten Kampf gegen die Außerirdischen mit einer Fülle an taktischen Möglichkeiten

 

XCOM - Enemy Unkown bringt im ersten Schwerpunkt schon einige Änderungen zum Original. War es dort noch nötig eine stabile Verteidigung durch strategisch gut platzierte Stützpunkte zu gewährleisten, befindet sich in der Version von Firaxis nur noch  eine Basis im Besitz des Spielers. Diese kann man mit diversen Einrichtungen seinem Spielstil genehm  anpassen.  Hervorragend gelungen  sind die Möglichkeiten, sich seine Soldaten individuell  anzupassen.  Wer mit Mutter, Vater und Kind in die Schlacht ziehen möchte, kann dies im wahrsten Sinne des Wortes tun  und auch gleich noch Cousins oder den eigenen Trauzeugen mitnehmen.  Einer schwergepanzerten  Familie Meier steht nichts im  Wege, oder sollen es doch die Kumpels aus dem Fußballclub sein? Bemerkt werden sollte hier aber noch, dass der Tod der Soldaten bei XCOM: Enemy Unknown  dauerhaft ist.

 

Die Kämpfe wurden toll in Szene gesetzt. Die  Soldaten hechten hinter Fahrzeugen in Deckung, kommentieren erfolgreiche Abschüsse und treten Filmreif Türen  und Fenster ein. Die Kamera schwenkt unregelmäßig in andere Perspektiven um und sorgt damit für ein hohes Maß an Dynamik. Leider verzagt sie ein wenig, wenn man über mehrere Ebenen kämpft, ein festes, stufenartiges Einstellen wie im Original ist nicht möglich.  Die KI der Gegner ist heutigen Standards angemessen, überraschende Manöver oder gar knifflige Strategien  sollte man von  ihr allerdings nicht  erwarten. Die vier Schwierigkeitsgrade bringen hier keine Besserung, sie unterscheiden  sich lediglich durch die Treffenwahrscheinlichkeiten der Gegner wie auch der eigenen Soldaten, ein Manko,welches rasch behoben werden sollte.

 

Auch wenn  der Gegner nicht mehr so unbekannt ist wie  1994, greift XCOM: Enemy Unknown  doch dessen Stärken  auf und fesselt für Stunden vor den Monitor. Die Entschlackungen im Mikromanagement taten dem  Spiel sehr gut, es ist für Hobbyverwalter noch ausreichend zu tun. Gleiches gilt für die Unterteilung der Soldaten in Klassen. Deren  Schwerpunkte sind stichhaltig dargelegt und sie sind alle vernünftig miteinander kombinierbar.

Ich versuche in der Pro &  Contra  Liste für Einsteiger wie für Veteranen der Titel einige, meiner Meinung nach, wichtige und einige einfach informative Punkte anzubringen.

 

Unterm Strich hat Firaxis hier solide und Spaß bringende Arbeit abgeliefert, die leicht noch potenziert werden kann durch den ein oder anderen "Kosmetikpatch". Es gab in den letzten Jahren kaum einen weiteren Titel bei dem ich ohne Vorbehalt zum Kauf geraten hätte. Hier kann ich nur sagen: Zugreifen!


Wertung
Pro und Kontra
  • tolle Individualisierung der Soldaten
  • Kamerafahrten bei besonderen Aktionen sorgen für Stimmung
  • Gute Umsetzung des Spielgefühls des Originals
  • hoher Wiederspielwert
  • Basisbau durch begrenzten Platz spannender
  • RUNDENSTRATEGIE
  • Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich nur durch Trefferwahrscheinlichkeiten
  • "Normal" für erfahrene Strategiespieler zu einfach
  • "Klassisch" auch für Veteranen aufgrund nicht nachvollziehbarer Trefferchancen streckenweise reine Massaker
  • Umrüsten von "verletzten" Soldaten nicht möglich
  • im Vergleich zum Original zu kurze Spieldauer
  • Kameraführung über mehrere Ebenen ungenau und wackelig
  • Karten wiederholen sich zu oft
  • Missionsvielfalt könnte höher sein

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(6)

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