Nun herrscht Gewissheit für alle Fans des Online-Rollenspiels: New World: Aeternum wird am 31. Januar 2027 endgültig offline gehen. Dies gaben die Entwickler von Amazon Games in einem aktuellen Community-Post bekannt. Damit endet die Reise des MMOs, das 2021 mit riesigem Hype und fast einer Million gleichzeitiger Spieler startete.
Bereits seit gestern, dem 15. Januar 2026, ist das Spiel aus allen Stores verschwunden. Wer den Titel bereits in seiner Bibliothek hat, kann ihn noch knapp ein Jahr lang spielen. Doch es gibt einen potenziellen Rettungsversuch aus unerwarteter Richtung.
Der Fahrplan bis zum Server-Aus
Bevor wir auf das Millionen-Angebot eingehen, hier die harten Fakten für alle noch aktiven Spieler.
Die wichtigsten Termine im Überblick:
- 15. Januar 2026: Das Spiel wurde aus den Stores entfernt. Neuinstallationen für Besitzer sind weiterhin möglich.
- 20. Juli 2026: Der In-Game-Store wird geschlossen. Ab diesem Datum können keine Glücksmarken mehr gekauft werden. Eine Rückerstattung für bereits gekaufte Währung ist laut Amazon nicht geplant.
- 31. Januar 2027: Die Server werden weltweit auf allen Plattformen (PC, PS5, Xbox) abgeschaltet. Das Spiel ist danach de facto nicht mehr nutzbar.
25 Millionen Dollar für die Unsterblichkeit
Während Amazon den Stecker zieht, meldet sich Alistair McFarlane zu Wort. Er ist Chief Operations Officer bei Facepunch Studios, dem Team hinter dem extrem erfolgreichen Survival-Hit Rust. Auf der Plattform X reagierte er auf die Nachricht des Endes mit einem konkreten Angebot: Er bietet 25 Millionen US-Dollar, um New World zu retten.
Sein Plan unterscheidet sich dabei fundamental von der Strategie großer Publisher. McFarlane will das MMO nicht einfach weiterbetreiben, sondern die Kontrolle direkt an die Spieler übergeben:
Link zum Twitter-Inhalt
»Wie bei allem, was wir bei Facepunch tun, geht es darum, die Community zu stärken. Geben ihnen die Kontrolle, macht die Server öffentlich hostbar. Ein Spiel wird in den Händen einer engagierten Community für immer weiterleben.«
Ob Amazon Games überhaupt gesprächsbereit ist oder ob 25 Millionen Dollar für die Rechte an der Marke und der Technologie ausreichen würden, ist derzeit reine Spekulation.
Exklusiv: Das sagt Stop Killing Games dazu
Der Fall New World befeuert erneut die Debatte um den Besitz von digitalen Gütern und die Konservierung von Online-Spielen. Wir haben Ross Scott, den Initiator der Kampagne Stop Killing Games, um eine Einschätzung gebeten. Die Initiative kämpft weltweit auf politischer und juristischer Ebene gegen die Praxis, funktionierende Spiele unbrauchbar zu machen, sobald der Publisher den Support einstellt.
16:11
Stop Killing Games erklärt - Was will die Initiative wirklich, warum kämpfen Ubisoft und Co. dagegen?
Gegenüber GameStar ordnet Scott das 25-Millionen-Angebot differenziert ein. Zwar würde er sich freuen, wenn das Spiel nicht zerstört wird, hält die Gesamtsituation aber für absurd.
»25 Millionen Dollar klingen nach einem vernünftigen Angebot für die gesamten geistigen Eigentumsrechte an New World. Aber einen Publisher bestechen zu müssen, damit er Kunden erlaubt, das zu behalten, wofür sie bereits bezahlt haben, ist nach jedem Maßstab ein lächerlicher Standard.«
Scott weist darauf hin, dass derzeit in mehreren Ländern geprüft wird, ob Vorgehensweisen wie bei New World überhaupt rechtmäßig sind. Sollte dies als rechtswidrig eingestuft werden, könnte McFarlanes Angebot so interpretiert werden, dass man einen Publisher dafür bezahlt, nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.
»So oder so möchte ich nicht sehen, dass es zur Standardpraxis wird, dass Publisher Spiele gegen Lösegeld an bereits zahlende Spieler zurückverkaufen«
Zur Initiative selbst kündigte Scott an, dass in den kommenden ein bis zwei Monaten weitere Ankündigungen folgen werden. Es bewege sich derzeit viel im politischen und rechtlichen Bereich.
Für Amazon ist das Kapitel New World damit fast beendet: Dass ein Branchen-Veteran wie der Rust-COO öffentlich eine solche Summe bietet, um das Prinzip Community-Server durchzusetzen, zeigt zumindest, dass das Bewusstsein für Spiele-Erhaltung in der Industrie wächst.
Ob Amazon auf das Angebot eingeht, bleibt abzuwarten – auch wenn die Chancen realistisch betrachtet extrem gering sein dürften. Fans bleibt vorerst nur, die verbleibenden zwölf Monate in Aeternum zu genießen, bevor die Server am 31. Januar 2027 endgültig heruntergefahren werden.
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