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Amazon hat ein Studio gedrängt, ein KI-Spiel zu entwickeln, aber am Ende wurden eh alle gefeuert

Ende 2025 begrub Amazon seine großen Gaming-Ambitionen und strich 14.000 Arbeitsplätze. Dabei wurde offenbar auch ein Spiel eingestellt, dessen Entwickler Amazon zunächst zur Verwendung von mehr KI gedrängt hatte.

Ursprünglich sollte Project Trident mal an Shadow of the Colossus erinnern, dann wollten die Amazon-Bosse ein KI-Spiel daraus machen. Ursprünglich sollte Project Trident mal an Shadow of the Colossus erinnern, dann wollten die Amazon-Bosse ein KI-Spiel daraus machen.

Ende 2025 baute Amazon weltweit 14.000 Arbeitsplätze ab und beendete einen Großteil seiner internen Spieleentwicklung. Das MMO New World traf es ebenso wie viele andere Teams. Einem neuen Bericht von Eurogamer zufolge beerdigte der Konzern dabei auch das vielversprechende »Project Trident«.

Die Geschichte dieses Titels verdeutlicht eindrucksvoll die chaotische Strategie der Amazon-Chefetage für die hauseigene Gaming-Sparte und das zerstörerische Potenzial großer KI-Ambitionen.

Firmenweites KI-Mandat

Ursprünglich entwickelte das Amazon Games Team aus San Diego ein düsteres Koop-Actionspiel. Im Stil von Shadow of the Colossus kletterten die Spieler mit Greifhaken auf riesige nordische Monster und suchten nach Schwachstellen. Das Team liebte den Prototyp. Doch Mitte 2024 erteilte Amazon plötzlich ein firmenweites »KI-Mandat«; alle Teams sollten in ihren Projekten plötzlich KI-Innovationen einbauen.

Für das Trident-Team kam die Anordnung zur Unzeit: Die Entwickler standen kurz vor ihrem finalen Projekt-Pitch (einer internen Präsentation vor dem Management) und hatten nur noch eine Wahl: Entweder sie integrieren generative KI irgendwie in das Spiel, oder Amazon macht das Studio dicht. Gleichzeitig drängte die Studio-Führung auf einen unrealistischen Releasetermin in nur 18 Monaten.

Das Team warf seine ursprüngliche Vision also notgedrungen über Bord. Zunächst bastelten die Entwickler einen schnellen Koop-Shooter im Stil von Helldivers. Später kippte die Studio-Führung die knappe Deadline und das Team schwenkte auf ein lineares Action-Abenteuer mit starkem Comedy-Fokus um.

Video starten 21:10 New World: Aeternum - Der Neustart zieht ein gewaltiges Problem hinter sich her

KI-gesteuerte NPCs als Innovation

In der letzten spielbaren Version von Project Trident heuerten Spieler bei der fiktiven Parodie-Firma »Valhalla Ventures« an. Der Clou: Ein KI-Sprachmodell (LLM) steuerte die Interaktionen mit NPCs. Laut Eurogamer, die sich auf Gameplay dieser Version von Project Trident berufen, konnten Spieler einem Charakter namens Thor per Mikrofon oder Textfeld konkrete Befehle erteilen. Die KI verstand die Eingaben und Thor löste so etwa Umgebungsrätsel oder führte Spezialangriffe aus.

Zudem bot das Spiel eine ungewöhnliche Rekrutierungsmechanik: Spieler konnten gefangene Feinde durch eigene, frei getippte Argumente überzeugen, die Seiten zu wechseln. Die KI analysierte die Eingaben des Spielers und entschied je nach Persönlichkeit des Feindes, ob dieser überläuft oder nicht. Die Story, Musik und das Kern-Gameplay stammten jedoch weiterhin von echten Menschen und waren nicht KI-gemacht.

Das bittere Ende

Als Ende 2025 die große Entlassungswelle bei Amazon Game Studios bekannt gegeben wurde, stand das Team offenbar kurz davor, eine Demofassung fertigzustellen, die Anfang 2026 hätte vorgestellt werden sollen. Doch dazu sollte es nie kommen: Amazon feuerte das gesamte Team und die jahrelange Arbeit landete im Papierkorb.

Schlussendlich stellte sich der Ansatz, ein authentisches und unterhaltsames Videospiel mithilfe von KI zu entwickeln, als Fehler heraus. Zwar habe man bei der Entwicklung durchaus Fortschritte im Umgang mit künstlicher Intelligenz gemacht, allerdings hab sich das Ergebnis auch billig und austauschbar angefühlt, heißt es in dem Eurogamer-Bericht.

Für das Team in San Diego kamen die Kündigungen wohl zumindest nicht ganz überraschend. Intern seien die Probleme von New World, zu der Zeit Amazons Cashcow, schon länger bekannt gewesen; eine große Umstrukturierung hatte sich abgezeichnet. Dass der Kahlschlag allerdings so radikal werden würde, damit hatte niemand gerechnet. Insgesamt verloren rund 14.000 Menschen bei Amazon ihren Job.

Nach der radikalen Schrumpfkur konzentriert sich Amazon Games nun vor allem auf externe Partnerschaften und seine Rolle als Publisher. Der Konzern finanziert unter anderem das nächste Tomb Raider von Crystal Dynamics, das laut den Machern trotz weiterer Entlassungen beim zuständigen Entwicklerstudio weiter im Zeitplan liegt.

Offiziell arbeitet Amazon zudem weiter an einem Herr-der-Ringe-MMO. Insiderberichte zweifeln das jedoch stark an und behaupten, Amazon habe das Tolkien-Projekt intern längst komplett eingestampft. Was nun stimmt, muss wohl erst die Zeit zeigen. In KI-Spielen scheint Amazons Zukunft wohl zumindest nicht zu liegen, so viel scheint aktuell klar.

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