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12 Minutes: Ein viel zu oft genutztes Feature wird endlich mal sinnvoll eingesetzt

Sterben und wieder am Anfang starten? Diese Game-Design-Schlaufe ist beim Mystery-Thriller Twelve Minutes gar nicht so nervig wie sonst, der Story sei Dank.

von Peter Bathge,
08.06.2021 14:22 Uhr

In Twelve Minutes kämpft ihr um euer Überleben und das eurer Frau. Aber ihr werdet auf jeden Fall sterben. Also mindestens einmal. In Twelve Minutes kämpft ihr um euer Überleben und das eurer Frau. Aber ihr werdet auf jeden Fall sterben. Also mindestens einmal.

12 Minutes (oder: Twelve Minutes) gehört einem Genre an, das ich persönlich schon für ausgestorben hielt. Aber gleichzeitig nutzt das Spiel eine Mechanik, die heutzutage sehr populär ist. Wie passt das zusammen?

Bei einer Präsentation durch den alleinigen Entwickler Luis Antonio wurden mir Einblicke in diesen spannenden Mystery-Thriller gewährt - und in dieser Preview verrate ich euch, warum die außergewöhnliche Story von Twelve Minutes selbst Indie-Muffel begeistern könnte.

Der Autor
Peter Bathge ist seit 2018 Redakteur bei GameStar Plus. Sein allererstes Point-&-Click-Adventure war - natürlich! - The Secret of Monkey Island, das er damals noch von wabbelligen 5,25-Zoll-Disketten auf seinen MS-DOS-Pentium kopieren musste. [Anmerkung: Oh, verdammt, ich bin alt!] Obwohl er in seiner Karriere bestimmt über 100 Spiele getestet hat, war in 15 Jahren kein einziges klassisches Adventure dabei. Äh, Kollegen, darf ich 2021 dann bitte wenigstens Twelve Minutes testen?

Worum geht es in Twelve Minutes?

In Twelve Minutes kommt ihr nach Hause und eure Frau ist Daisy Ridley. Also, eure Frau wird in Twelve Minutes von Daisy Ridley (Rey in »Star Wars«) gesprochen, so fair müssen wir sein. Euer eigener Charakter hat die Stimme von James McAvoy (Professor X in den neuen »X-Men«-Filmen) und ihr seht ihn wie den Rest des Spiels immer nur von oben.

Denn Twelve Minutes ist quasi ein Theaterstück, bei dem Publikum und Spieler in der Decke statt vor der Bühne sitze. Aus der Vogelperspektive seht ihr das Apparment des Paares und ein paar andere Locations, mit der Maus oder dem Gamepad gebt ihr kontextbezogene Befehle - wie in diesen obskuren Point-&-Click-Adventures, die jüngere Spieler nur noch vom Hörensagen kennen. Ihr zeigt und klickt und der Mann holt ein Glas Wasser für seine Frau, er setzt sich aufs Sofa - oder nimmt ein Messer aus der Küche und versteckt sich im Badezimmer.

Twelve Minutes: Trailer zum interaktiven Thriller für die Xbox 0:59 Twelve Minutes: Trailer zum interaktiven Thriller für die Xbox

Denn die Idylle am Feierabend hält nicht lange, ein angeblicher Polizist verschafft sich Zugang zur Wohnung, ihn spielt der Schauspieler Willem Dafoe (Green Goblin in »Spider-Man«). Der Polizist will eure Frau festnehmen, schreckt aber auch vor Mord nicht zurück - und kaum seid ihr das erste Mal gestorben, fängt der Abend von neuem an. Denn in Twelve Minutes seid ihr in einer Zeitschleife gefangen, die eben genau zwölf Minuten dauert.

Das bedeutet aber nicht, das ihr Twelve Minutes in zwölf Minuten durchspielen werdet: Luis Antonio rechnet mit einer Spielzeit von sechs bis acht Stunden, manche Tester haben auch schon knapp 20 Stunden im Spiel verbracht, so viele benutzbare Objekte, Multiple-Choice-Dialoge und Varianten der Handlung gibt es. Letztere münden dann in ein »für Spiele untypisches Ende«, wie es der Entwickler beschreibt.

Je nachdem wie ihr euch verhaltet, ändert sich die Abfolge der Ereignisse. Schafft ihr es, die Zukunft zu verändern? Je nachdem wie ihr euch verhaltet, ändert sich die Abfolge der Ereignisse. Schafft ihr es, die Zukunft zu verändern?

Ursprünglich hatte der Entwickler geplant, dass ihr im Spiel 24 Stunden erlebt - aber dann gemerkt, dass es bei jedem Game-over »eine echte Qual« war, wieder zurück an den Anfang zu gehen und große Teile des Spiels noch einmal exakt wie zuvor zu spielen. Schließlich kam er bei zwölf Minuten raus.

Die populäre Mechanik, die ich anfangs erwähnt habe, ist natürlich das Sterben-und-wieder-Anfangen, wie man es aus zahllosen Rogue-likes kennt. Aber in Twelve Minutes wird das Ganze mit einer Zeitschleifen-Story im Stil von »Und täglich grüßt das Murmeltier« begründet. Zwar ist euer Fortschritt bei jedem Neustart weg (etwa wenn eure Frau stirbt), aber ihr (und die Spielfigur!) behaltet natürlich euer gesammeltes Wissen und könnt es beim nächsten »Run« hoffentlich besser machen.

Ruhige und anrührende Momente sollen das Paar glaubhaft machen. Ruhige und anrührende Momente sollen das Paar glaubhaft machen.

Für wen ist Twelve Minutes interessant?

Super einfache Frage, ganz klare Antwort: Story-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten! Was das Gameplay angeht, wird Twelve Minutes nicht übermäßig komplex - zeigen und klicken, ihr erinnert euch? Action-Sequenzen wie die mit dem Küchenmesser laufen automatisch ab. Seine Faszination zieht der Titel vor allem aus der Handlung, die von den Hollywood-Schauspielern gut rübergebracht wird.

So ist der Protagonist erst ziemlich verwirrt, warum der Abend immer wieder von neuem startet, und als er das seiner Frau zu erklären versucht, wird es ulkig. Aber das Lachen vergeht uns schnell wieder, weil das dunkle Geheimnis im Herzen von Twelve Minutes wenig Raum für Heiterkeit lässt. Wir sind geschockt über die plötzliche Gewalt des Polizisten, ratlos ob der Gründe für die Existenz der Zeitschleife, gespannt darauf, was unsere Frau für einen Dreck am Stecken hat - und wollen unbedingt aus dem temporalen Gefängnis ausbrechen.

Was sich dabei für Szenen in diesem von oben beobachteten Wohnungs-Aquarium abspielen, darauf gibt euch unsere Bildergalerie einen Ausblick:

Twelve Minutes - Screenshots ansehen

Was gefällt uns? Was bleibt unklar?

Was gefällt uns bisher?

  • Das Setting ist ungewöhnlich gewöhnlich: Ein ganz normaler Abend eines Paares mit Fokus auf viele kleine Szenen, vom gemeinsamen Tanzen über das Dinner zu zweit. Sowas gibt's in Spielen eher selten.
  • Die Zeitschleifen-Mechanik lässt uns viel Raum für Experimente. Wir können unbegrenzt oft neu anfangen und andere Objekte anklicken oder das Gespräch mit der Frau in eine andere Richtung lenken, um neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Was gefällt uns nicht?

  • Die Animationen sind eher rudimentär und werden es bis zum Release auch bleiben. Grafisch kann der kleine Indie-Titel nicht mit größeren Produktionen mithalten, lediglich die Lichteffekte sind nett.

Was bleibt bislang unklar?

  • Bleibt die Geschichte so spannend wie der Einstieg?

Twelve Minutes erscheint am 19. August 2021. Besitzer des Xbox Game Pass können risikolos ausprobieren, ob das Zeitexperiment glückt: Twelve Minutes ist für Besitzer des Microsoft-Abos ab Tag eins kostenlos zum Download erhältlich.

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