50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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25 Jahre GameStar: Sascha Penzhorn - Dank verbaler Entgleisungen bei GameStar Plus

Seit bald einem Jahrzehnt ist Sascha freier Textsöldner für GameStar. Seine Methode war schon immer Mut zur Hässlichkeit.

Mein erster Artikel für die GameStar muss irgendwann um 2013 herum passiert sein. Da rief Trille bei mir an und fragte, ob ich Lust auf Final Fantasy 14: A Realm Reborn hatte. »Na klar!«, log ich, denn ich brauchte das Geld. Das Spiel fand ich doof, die Leser fanden im Gegenzug mich doof, 2014 durfte ich dann noch mal einen Test zu Star Trek Online schreiben, ansonsten war ich noch nicht wirklich regelmäßig zu sehen. Die Redaktion wollte einen Experten für MMOs, ich wollte von MMOs weg.

Aber der Kontakt war geknüpft, die Redaktion kannte mich, einige von ihnen sahen regelmäßig auf Facebook meine Absonderungen zu bestimmten, äh, Aussonderungen. Immerhin poste ich dort auch heute noch ab und zu lange Geschichten über mein Leben und alles, was um mich herum passiert. Nach einem ganz besonders durchwachsenen Tag führte das zu einem Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.

Tagebuch statt Bewerbung

Im Sommer 2018 war ich unterwegs als Community Manager eines mittelgroßen russischen Spieleentwicklers. Eigentlich nahm ich den Job überhaupt erst an, weil mir versichert wurde, dass ich alles daheim vom Rechner aus erledigen kann. Stattdessen musste ich nun auf irgendwelche Messen, mit Fans und Presse kommunizieren. Für mich als jemand, der selbst Lebensmittel online bestellt und Menschen und soziale Interaktionen meidet, ein absoluter Albtraum. Vielleicht war es der Stress, womöglich hatte ich mir auch nur irgendwas eingefangen, jedenfalls schlug mir die ganze Sache ordentlich auf die Eingeweide. Kurz vor meinem Flug nach Köln war ich die Guinness-Fabrik.

Sascha Penzhorn
Sascha Penzhorn

Abscheulicherweise hat Sascha Penzhorn niemals eine Ausgabe der GameStar gekauft und empfand sich selbst früher auch gar nicht als Teil der Zielgruppe. Das Magazin hatte keinen Ghost oder eine Space Rat als Maskottchen, die Redakteure schnitten unter den Tests mieser Spiele keine Grimassen, die Leser wurden gesiezt. Auf ihn wirkte das oft zu steril, sachlich und trocken. Heutzutage ist alles eine Spur lockerer. Vielleicht hat er einen klitzekleinen Teil dazu beigetragen, hofft er.

Halb so wild, Flughäfen haben bekanntlich Toiletten, wo ich dann auch einen beachtlichen Teil meines Aufenthalts verbrachte. Und das Mistding spülte nicht. Ich hinterließ ein Massaker und konnte es nicht beseitigen. Noch mehr Stress, Panik, dann akzeptierte ich mein Schicksal, öffnete die Kabinentür und hoffte, mich wenigstens ungesehen vom Tatort entfernen zu können.

Stattdessen  standen sie draußen bereits Schlange. Ein Herr mittleren Alters, Brille, Turban, beeindruckender Bart, schaute mich kurz an, betrat dann das von mir verlassene Klo, während ich vergeblich versuchte, mich irgendwie unsichtbar zu machen oder die Kunst der Teleportation zu meistern. Einfach nur schnellstmöglich raus hier!

Sascha redet am liebsten über sein Leben, seine Freundin und sich selbst. Sascha redet am liebsten über sein Leben, seine Freundin und sich selbst.

Eine halbe Stunde später nahm ich Platz im Flieger, saß dummerweise direkt am Gang und wenige Minuten später kam er dann auch wieder: Brille, Turban, die Mutter aller Bärte. Und er starrte mich an, als hätte ich gerade eine Box voller Hundewelpen mit der Dampfwalze bearbeitet. »Es war nicht meine Schuld! Die Spülung war kaputt! Ich habe alles versucht, ehrlich!«

Diese und andere Botschaften schrie ich ihm auf telepathischem Weg zu, doch er hörte mich nicht. Ich wollte mich in Luft auflösen. Immerhin: Als ich auf Facebook darüber berichtete, gab’s ein Like von Micha. Der fragte mich, ob ich Lust hätte, Artikel für GameStar Plus zu schreiben, als meine von vornherein zum Scheitern verurteilte Anstellung als Community Manager wenig später ihr vorzeitiges Ende fand.

Steter Tropfen

Seit gut vier Jahren seht ihr mich inzwischen fast jede Woche regelmäßig bei GameStar. Dort zermürbe ich die Kollegen beim Einbuchen und Korrekturlesen, indem ich gerne ein paar Kraftausdrücke extra in Texten unterbringe, in der Hoffnung, dass einer oder zwei unbemerkt durchwandern.

Video starten PLUS 13:34 Penzhorn am Abgrund (der Steam-Charts): Diese 7 Spiele »durfte« er spielen

Manchmal geben sie auch einfach auf oder lassen es mir durchgehen, wie Petra mit den Krabbeltieren der Venushügel von Warframe. Oder Micha mit meiner ersten Penzhorn Production. Eigentlich wollte er einfach nur ein Video von mir. Auf meine Idee, das Video maximal grottig und amateurhaft zu machen, folgte ein klares Nein.

Meine wunderschönen, in MS Paint erstellten Title Cards stimmten ihn dann doch noch um und über die Jahre gab es einige weitere Produktionen dieser Art. Im Grunde habe ich mich damit selbst verarscht, denn ich verabscheue Arbeit jeglicher Art und das Schneiden und Einsprechen von Videos finde ich extrem anstrengend.

Ganz besonders deshalb, weil ich sie wirklich bis heute allesamt in Windows Movie Maker erstelle, bei dem ich immer spätestens dann tricksen muss, wenn ich mehr als eine Tonspur brauche. Aber ich mache es ja gerne, um der GameStar meine ganz persönliche Note zu verleihen. In diesem Sinne wünsche ich der GameStar alles Gute und dass ich ihr noch für viele weitere Jahre erhalten bleibe.

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