PC-Handhelds haben zwischen den Jahren 2022 und 2025 eine kleine Renaissance erlebt und waren auf dem besten Weg sich aus der Nische herauszukämpfen.
2026 haben die gestiegenen Hardware-Preise unerbittlich zugeschlagen und die tragbaren PCs wieder in die High-End-Nische vertrieben; es kommen kaum noch erschwingliche Neugeräte heraus.
Wer den Trend der letzten Jahre ausgesetzt hat, muss aber nicht zwingend einen vierstelligen Betrag für seinen oder ihren ersten Handheld ausgeben – auch bis zum Black Friday muss man nicht warten.
Die wahren Schnäppchen findet ihr beim Blick auf den Gebrauchtmarkt. Hier sind 3 ältere Handhelds, die sich Ende 2026 noch lohnen und die ihr für unter 500 Euro finden könnt.
Steam Deck LCD
Den Neukauf eines Steam Decks kann ich heute nicht mehr empfehlen. Die neuen Preise sind für die gebotene Leistung einfach viel zu hoch, vor allem beim direkten Vergleich mit ähnlich bepreisten Handhelds.
Beim Gebrauchtkauf sieht das anders aus. Vor allem das LCD-Modell findet ihr für Preise unter 400 Euro. Mit etwas Geduld findet ihr sogar ein Angebot für unter 300 Euro.
Technische Highlights:
- Dual-Trackpads: Das Steam Deck besitzt bis heute die beste Umsetzung von Trackpads auf Handhelds. Sie sind nicht nur sehr präzise, sondern bieten sogar haptisches Feedback. Wenn ihr gerne Strategiespiele, Point-and-Clicks oder andere mausgesteuerte Spiele spielt, werdet ihr das Feature lieben.
- Valve-Support: Obwohl das Steam Deck LCD inzwischen fast fünf Jahre alt ist, erhält es regelmäßig Updates von Valve, die sogar neue Features auf den Handheld bringen.
- SteamOS: Im Gegensatz zu Windows ist SteamOS fokussiert für Gaming und Controller-Steuerung entwickelt worden. In den letzten Jahren ist Linux zu einer erwachsenen Gaming-Alternative zu Windows geworden und inzwischen sind die meisten Spiele problemlos spielbar.
- Große Community und viel Zubehör: Für das Steam Deck gibt es unzähliges Zubehör, Modding-Komponenten und Software-Features aus der Community. Dazu kommt, dass viele Spielestudios ihre Spiele für das Steam Deck optimieren.
- Indie und Streaming: Das Steam Deck eignet sich hervorragend als Begleit-Handheld für euren PC. Ihr könnt darauf Indies spielen, einige ältere AAA-Titel oder alle eure Spiele von eurem PC auf das Steam Deck streamen.
Das solltet ihr vor dem Kauf wissen:
- Geringe Leistung: Die Leistung des Steam Decks war schon zu Release eher dürftig und das ist heute nicht anders. Wer brandaktuelle AAA-Spiele spielen möchte, muss auf Cloud-Gaming oder Remote-Play setzen - oder auf extrem niedrige Einstellungen, um überhaupt in die Nähe von 30 FPS zu kommen. Ein Negativ-Beispiel dafür ist etwa Monster Hunter Wilds, das auf dem Handheld aussieht wie ein Nintendo-3DS-Spiel und kaum eine spielbare Framerate erreicht.
- Verklebter Akku: Beim Steam-Deck-LCD-Modell gibt es vermehrt Berichte über aufgeblähte Akkus. Achtet beim Gebrauchtkauf unbedingt darauf, ob die Rückseite gewölbt aussieht. Ihr könnt zwar ganz einfach einen Ersatzakku kaufen, aber ihr müsst den alten sehr mühselig entfernen, da er verklebt ist.
- Keine Hall-Effekt-Sticks: Das Steam Deck hat keine Hall-Effekt-Sticks verbaut, die resistenter gegenüber Stick-Drift sind. Bei einem Gebrauchtgerät, das schon einige Jahre alt ist, könnte also ein Austausch nötig sein. Zum Glück müsst ihr dafür nicht löten, sondern intern nur drei Schrauben und ein Flachbandkabel lösen.
- Kurze Akkulaufzeit: 40 Wh sind in der heutigen Handheld-Landschaft echt wenig. Bei leistungshungrigen Spielen ist nach etwa zwei Stunden fernab der Steckdose Schluss.
Asus ROG Ally (Z1 Extreme)
Der allererste Asus-Handheld ist selbst Ende 2026 ein guter Kauf. Der Handheld bietet einige wichtige technische Vorteile gegenüber dem Steam Deck und ist ebenso für weniger als 400 Euro auffindbar.
Der Handheld bietet sogar eine höhere Gaming-Leistung als der neu erhältliche Asus ROG Xbox Ally (weiße Version), der für knapp 540 Euro erhältlich ist.
Wer viel Leistung in einem günstigen Paket sucht, wird hier fündig.
Technische Highlights:
- Immer noch zeitgemäße Leistung: Der verbaute AMD Ryzen Z1 Extreme ist selbst 2026 noch immer schnell genug für die meisten Spiele in Full-HD-Auflösung und niedrigen Einstellungen. Für besonders anspruchsvolle Titel ist die Nutzung von Upscaling-Technologien aber ein Muss.
- Guter Bildschirm: Der 7-Zoll-Bildschirm ist zwar nicht die OLED-Offenbarung des neuen Asus ROG Xbox Ally X20, aber immer noch sehr ordentlich. Ihr erhaltet eine scharfe 1080p-Auflösung und sogar eine variable Bildwiederholrate bis maximal 120 Hz.
- SteamOS-kompatibel: Wer nicht mit dem vorinstallierten Windows spielen möchte, kann in wenigen Schritten SteamOS installieren. Wer auf Windows bleibt, profitiert von einer verbesserten Spiele-Kompatibilität und kann auch Titel spielen, die auf Linux blockiert werden (wie etwa Apex Legends).
Das solltet ihr vor dem Kauf wissen:
- Keine Hall-Effekt-Sticks: Wie beim Steam Deck kann es beim ROG Ally nach vielen Jahren Nutzung zu Stick Drift kommen. Der Austausch ist aber auch ohne Löten möglich.
- Defekte Kartenleser: Einige Besitzer und Besitzerinnen des ersten Asus ROG Ally haben über defekte microSD-Kartenleser geklagt – eine Freundin von mir hatte das Problem auch. Achtet beim Gebrauchtkauf deswegen auf die Angaben des Verkäufers oder testet den Slot vorher, wenn ihr ihn nutzen wollt.
- Kurze Akkulaufzeit: Auch der Asus ROG Ally hatte nur einen 40-Wh-Akku verbaut. Im Leistungsmodus ist nach etwa 90 bis 120 Minuten Schluss. Es gibt allerdings die Möglichkeit den Handheld mit einem 80-Wh-Akku aufzurüsten.
Zotac Zone
Zotac ist 2024 mit einem Paukenschlag in die Handheldwelt eingetreten. Ihr erster Handheld – und bis dato einziger – überzeugte mit einem exzellenten Bildschirm und einem ausgezeichneten Controller.
Leider ist der angekündigte Nachfolger, Zotac Zone Pro, bis heute nicht erschienen und an die Wahrscheinlichkeit, dass er überhaupt noch erscheint, glaube ich nicht mehr.
Dafür erhaltet ihr den ersten Zone für Preise unter 500 Euro und das ist auf jeden Fall einen Blick wert.
Technische Highlights:
- OLED: Der Zotac Zone ist mit einem exzellenten 7-Zoll-OLED-Bildschirm ausgestattet, der überragenden Kontrast bietet und bis zu 120 Hz unterstützt. Für so einen Preis erhaltet ihr keinen anderen PC-Handheld mit einem so guten Bildschirm
- Einer der besten Controller: Zotac hat in den Handheld Features gesteckt, die man von Premium-Controllern kennt. Dazu zählen Hall-Effekt-Sticks, Instant-Trigger, Dual Trackpads, Makrotasten und sogar ein D-Pad mit klickenden Schaltern.
- Hohe Leistung: Im Inneren steckt der AMD Ryzen 8840U. Dieser ähnelt dem AMD Ryzen Z1 Extreme des Asus ROG Ally (sie haben dieselbe Radeon 780M-GPU); somit ist die Leistung auf einem sehr ähnlichen Niveau.
- 2280-SSD: Ihr könnt NVMe-SSDs im weit verbreiteten 2280-Format verbauen, anstatt auf die kleinen 2230-SSDs ausweichen zu müssen, die für ein Speicherupgrade beim Steam Deck oder dem ROG Ally nötig sind.
- Anschluss schneller Peripherie: Es gibt gleich zwei USB4-Anschlüsse, über die ihr schnelle SSDs oder sogar eine externe GPU anschließen könnt.
Das solltet ihr vor dem Kauf wissen:
- Weniger Angebote: Der Zotac Zone war weit weniger beliebt als das Steam Deck oder der Asus ROG Ally. Gebrauchtangebote sind daher rar gesät, aber Angebote unter 500 Euro tauchen immer wieder auf.
- Sehr rudimentäre Software: Auf dem Handheld läuft standardmäßig Windows 11 mit dem hauseigenen Launcher von Zotac. Dieser ist sehr rudimentär aufgebaut und bietet nicht viele Features und Einstellungsmöglichkeiten. Updates gibt es auch kaum noch. Viele Community-Mitglieder sind deswegen auf Linux-Distributionen ausgewichen und haben diese stattdessen installiert.
- Kurze Akkulaufzeit: Der Akku ist mit 48,5 Wh zwar etwas größer als beim Steam Deck und dem ROG Ally, aber in der Praxis kommt dieser Handheld auch nur auf etwa zwei Stunden bei leistungshungrigen Titeln.
Besitzt ihr einen dieser Handhelds und seid ihr immer noch zufrieden? Oder benutzt ihr einen anderen, zu dem ihr eure Erfahrungen teilen möchtet? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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