Meine drei Serientipps zu Halloween mit kuriosen Fakten zur Technik

Obwohl ich kein Horrorfan bin, gefallen mir diese drei Serien sehr gut und kann sie euch nur wärmstens empfehlen – wenn ihr volljährig seid!

Meine drei Serientipps, die garantiert zu Halloween passen und bei denen das Besondere ist, dass sie oft ohne CGI und ähnliche Effekte auskommen. (Foto von cottonbro studiopexels) Meine drei Serientipps, die garantiert zu Halloween passen und bei denen das Besondere ist, dass sie oft ohne CGI und ähnliche Effekte auskommen. (Foto von cottonbro studio/pexels)

Streng genommen ist nicht alles bei diesen drei Serientipps von mir Horror, aber zur Kürbiszeit passen sie dennoch hervorragend und eine meiner Empfehlungen ist sogar ziemlich humorig.

Natürlich möchte ich euch nicht einfach bloß Serien empfehlen. Passend dazu habe ich zu den drei Titeln jeweils einen kuriosen oder einfach nur interessanten Fakt zu technischen Produktion aufgeschrieben. Bei manchen ist dabei das Erstaunlichste, dass vieles ohne virtuelle Effekte gedreht wurde.

Ich hoffe, ihr findet das genauso faszinierend wie ich und könnt unter den drei Tipps vielleicht sogar eine Serie finden, bei der ihr, so wie ich, direkt alle Folgen hintereinander wegatmet. Denn fesselnd sind sie alle auf ihre Art.

Nele Wobker
Nele Wobker

Nachdem ihre Eltern in den 80ern gemerkt haben, wie sehr Nele sich auf italienischen Arcade-Automaten in virtuellen Welten wie Pac-Land verlieren kann, bekam sie nie eine Videospielkonsole oder einen PC. Deshalb hat sie bei anderen Leuten zu Hause gezockt – meistens heimlich. Die Zeit holte sie dafür umso intensiver nach und verbrachte hunderte Stunden in Tamriel, Thedas und auf der SSV Normandy. Als Freelancerin widmete sie sich ab etwa 2014 professionell Spielen und der dazugehörigen Technik. Entsprechend kann sie auf über 10 Jahre Testerfahrung mit Gaming-Peripherie zurückblicken. Ihre Selbstständigkeit hat Nele nur zu gerne aufgegeben, um sich ab Juni 2024 offiziell dem GameStar-Tech-Team anzuschließen. Eine Formalität, denn dort macht sie, was sie auch schon in den vier Jahren davor für GS Tech gemacht hat: Testen, testen, testen und die entsprechenden Kaufberatungen pflegen.

Penny Dreadful: Echte Monster vor CGI-Hintergrund

Tragisch, düster und leidenschaftlich finden Interessierte mit Penny Dreadful klassischen Dark-Fantasy-Monster-Horror, angesiedelt im viktorianischen London. Es geht um Glauben, Sünden und den Teufel selbst. Selbstredend richtet sich die Serie an Erwachsene.

Bereits bekannte Gestalten wie Dracula, Frankenstein und Dorian Gray treten auf ein blutiges Parkett voller Geheimnisse, die besser im Verborgenen geblieben wären.

Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Vanessa Ives, die versucht, ihre Kindheitsfreundin aus den Fängen finsterer Wesen zu retten. Die Serie umfasst 3 Staffeln mit insgesamt 27 Folgen – perfekt, um sie an einem verregneten Wochenende zu bingewatchen.

Video starten 2:00 Penny Dreadful - Der erste Trailer zur Mystery-Serie - Der erste Trailer zur Mystery-Serie

Was die technische Produktion hier besonders macht, ist, dass nahezu alle Szenen vor CGI-Hintergründen nachbearbeitet wurden. Ganze Hintergrundwelten wurden auf diese Weise vor dem Greenscreen geschaffen.

Nur eines ist immer echt: die Monster. Dazu gehören Vampire, Werwölfe und andere übernatürliche Kreaturen.

Warum ist das so? Im offiziellen Penny Dreadful Production Blog erklärt der Creator und Executive Producer John Logan, dass das Team schon früh beschlossen habe, keine CG-Monster auf der Mattscheibe haben zu wollen.

Er ist davon überzeugt, dass das Publikum durchaus dazu in der Lage ist, zu erkennen, ob es sich um eine reine Animation oder einen echten Schauspieler handelt. Also wurde mithilfe von Masken und Perücken gearbeitet.

Eine der beteiligten Schauspielerinnen, Sarah Greene, stellt eine Hexe dar. Diese können sich in Penny Dreadful von einer Frau in ein nacktes, humanoides Wesen verwandeln, die mit Brandmalen übersät sind und einen kahlen Kopf haben. Reptilienartig und unnatürlich bewegen sich die Hexen durch ihre Szenen.

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Greene erklärte in einem Interview, dass das Make-up für ihre Figur und das der anderen Hexen aus mehreren unterschiedlichen Teilen bestand, deren Anbringung mehrere Stunden dauerte. Sie gab an, dass die Brüste und der Genitalbereich unecht sind und zu einer Prothese gehören. In der fertigen Szene ist praktisch nichts davon zu sehen.

Von den Maskenbildnern hatten die Hexen-Darstellerinnen zuvor die Anweisung bekommen, keinen Alkohol vor dem Auftragen der Schminke zu trinken. Wenn dieser ausgeschwitzt wird, löst er nämlich den reichlich verwendeten Klebstoff. Greene jedoch vergaß die Anweisung.

Während eines Drehs passierte es dann: Ihre Brustplattenprothese löste sich und fiel ab. Darunter war sie dann tatsächlich nackt.

Kleinere Tiere wie Spinnen und Skorpione wurden übrigens künstlich erstellt.

Hannibal: Ästhetische Schlachtplatte

Die Serie Hannibal startet mit einer Neuinterpretation zu dem Roman Roter Drache, aber man muss das Buch weder kennen noch gelesen haben, um dem Geschehen folgen zu können. Dr. Hannibal Lecter ist auch in dieser Adaption ein Serienmörder und Kannibale. Allerdings ist das in diesem Setting den anderen Charakteren vorerst nicht bekannt.

Dr. Lecter ist ein weit gereister Mann mit Manieren und erlesenem Geschmack. Als der begeisterte und tatkräftige Gourmetkoch gebeten wird, dem FBI bei den Ermittlungen zu einigen Serienmorden zu helfen, ahnt also niemand, dass der Doktor selbst ein Mörder ist.

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Nervenzerreißend spannend müssen wir dabei zusehen, wie der introvertierte Profiler Will Graham dem Kannibalen emotional immer näher kommt.

In der Serie sehen wir Dr. Lecter immer wieder in seiner Luxusküche beim Kochen zu. Der erstaunliche technische Fakt hier ist, dass der Schauspieler Mads Mikkelsen sämtliche Kochszenen ohne Zuhilfenahme von visuellen Effekten vorgenommen hat.

Selbst sein berühmter Ei-Trick ist zu 100 Prozent echt. Dabei wirft er ein Hühnerei in die Luft und lässt es exakt auf eine Messerklinge fallen, die er in der anderen Hand hält. Die Eierschale zerbricht an der Klinge genau in der Mitte, sodass das Ei-Innere in die auf dem Herd stehende Pfanne plumpst, während die Schalenhälften links und rechts daneben landen.

Obwohl er dazu keine technischen Hilfsmittel benötigte, war er dennoch auf Unterstützung angewiesen. Die Essenskünstlerin Janice Poon trainierte ihn im Vorfeld.

Drei Staffeln mit insgesamt 39 Folgen wurden bisher gedreht. Falls ihr schon Fan seid, so wie ich, hat Kollege Sören potenziell grandiose Neuigkeiten für euch:

What We Do in the Shadows: Kein Geld für Special Effects

Okay, mitnichten kann man diese Serie als Horror bezeichnen. Aber zu Halloween passt sie dennoch. Es gibt Vampire, Werwölfe, Gargoyls und andere Spukgestalten.

Gedreht wurde die Serie, als würde es sich um eine Real-Life-Dokumentation handeln. Die Akteure vor und manchmal sogar hinter der Kamera sprechen direkt in diese hinein, als würden sie mit dem Publikum sprechen.

Interessant ist bei der Produktion von WWDITS, dass die Serie bislang komplett ohne Visual Effects und CGI auskam.

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Der Autor und Produzent Paul Simms sagte hierzu:

»Es gibt keine vollständig digitalen Charaktere oder ähnliches. Einer der Filme, über den wir viel gesprochen haben, als wir die Serie konzipierten, war Francis Ford Coppolas Dracula, in dem er wieder dazu überging, so viele Effekte wie möglich vor der Kamera zu machen und Wege zu finden, dies zu tun. Einer meiner liebsten übernatürlichen Momente ist komplett vor der Kamera entstanden:

Es ist der Moment, in dem Beanie Feldsteins Figur im Park spazieren geht und Nadja neben ihr erscheint. Das wurde alles auf ganz altmodische Weise gemacht: Natasia versteckte sich hinter einem Baum, die Kamera verfolgte sie und im richtigen Moment kam sie hinter dem Baum hervor. Ich glaube, diese altmodische Methode hat etwas, das die Dinge interessanter macht, als wenn man sieht, dass es digital und gummiartig und unecht aussieht.«

Selbst unter Prominenten findet die Unsterblichen-Wohngemeinschaft ihre Fans. So spielte nicht nur Mark Hamill spontan in einer Episode mit, sondern auch Wesley Snipes gönnte sich einen Gastauftritt als Daywalker, besser bekannt als Blade.

Passend zu WWDITS kann ich euch übrigens auch noch eine andere, weniger bekannte Serie empfehlen, die mit noch einfacheren Mitteln produziert wurde und im selben Multiversum spielt: Wellington Paranormal.

Ich hoffe, für den ein oder anderen von euch ist von meinen drei Serientipps zu Halloween etwas Passendes dabei. Schreibt mir gerne in die Kommentare, was für Serien ihr euch zum Kürbisfest anschaut und warum. Aber bitte nichts zu Gruseliges. Dann kann ich wieder nicht hinsehen. Ich wünsche euch eine schöne Zeit mit leckeren Kürbisgerichten.


Hinweis: Der vorangegangene Artikel war bereits zu einem früheren Zeitpunkt auf GameStar verfügbar. Wir haben ihn im Rahmen unserer aktuellen Horror-Themenwoche für euch überarbeitet und neu veröffentlicht.

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