Vergleichsbilder in Spielen
Auf den Fotos weiter unten seht ihr links den Asus-Monitor und rechts ein in Tests gut bewertetes, aber schon älteres 4K-Modell von LG (27MU67-B). Beide verwenden ein IPS-Panel, der Hauptunterschied entsteht aber nicht durch das Alter oder Panel-Details, sondern durch die Hintergrundbeleuchtung.
Während der LG-Monitor wie über 95 Prozent der bei Geizhals gelisteten Monitore auf weiße LEDs in herkömmlicher Größe setzt, kommen beim Asus-TFT die vergleichsweise neuen Mini-LEDs zum Einsatz. Ihre hohe Leuchtstärke ist nicht der einzige große Vorteil, denn sie erlauben es durch ihre geringen Abmessungen auch, die Helligkeit von verschiedenen Bildbereichen deutlich feinteiliger zu regeln:
Der ProArt PA32UCG kommt bei einer Bildschirmgröße von 32 Zoll auf insgesamt immerhin 1.152 Zonen. Den von Monitoren mit weniger Zonen wie dem Asus ROG Swift PG27UQ bekannte Effekt, dass um helle Objekte herum ein gewisses Leuchten entsteht, habe ich hier daher nicht wahrgenommen, auch wenn die Zahl an Zonen für meinen Geschmack immer noch größer sein könnte.
Die folgenden Bilder sind in einem abgedunkelten Raum entstanden, um den Unterschied deutlicher hervortreten zu lassen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass er in einer helleren (und damit auch normaleren
Umgebung) weniger stark zutage tritt. Klar sichtbar ist er aber immer noch.
Resident Evil Village
RE Village gehört zu den Titeln, bei denen die SDR-Darstellung meinem Eindruck nach schlecht gelungen ist. In einer sehr dunklen Umgebung sticht das noch mehr ins Auge, wundert euch also nicht, dass das Bild unten grau und verwaschen aussieht.
Ich weiß, dass man auf den ersten Blick denkt, da wäre beim Fotografieren etwas schief gegangen - das Foto gibt aber tatsächlich das wieder, was ich mit meinen Augen bei Standardeinstellungen im Spiel gesehen habe. Ohne HDR ist der Asus-TFT davon genau so betroffen:
Schalten wir aber HDR ein, liegen auf einmal Welten zwischen den beiden Monitoren. Die unterschiedlich hellen Bereiche lassen das Bild nicht nur viel echter, sondern auch wesentlich tiefer erscheinen:
Cyberpunk 2077
Auch Cyberpunk 2077 profitiert sichtbar von dem ProArt-Monitor. Objekte heben sich durch die Kontraste besser voneinander ab, die dunkle Wand links von uns sieht eher schwarz statt grau aus und die Neonlichter strahlen uns deutlich intensiver an.
Watch Dogs Legion
In Watch Dogs Legion ist der tatsächliche Unterschied zwischen den Monitoren auf dem Foto am schlechtesten unter diesen drei Beispielen zu erkennen, erahnen kann man ihn aber dennoch. Während die Mauer an der Treppe rechts nach oben hin nur leicht heller wird und über einen Großteil ihrer Fläche sehr ähnlich aussieht, kann man links sehr gut erkennen, wo das helle Sonnenlicht von oben hinkommt und wo nicht.
Ich muss nochmal betonen, das Fotos den Wow-Effekt, den ich beim tatsächliche Blick auf den ProArt-Monitor hatte, nicht mal im Ansatz widerspiegeln können. Aber es gibt auch eine gute Nachricht.
Es muss kein Monitor für 5.000 Euro sein
Der Asus ProArt PA32UCG-K richtet sich trotz seiner 120 Hertz nicht an Spieler, sondern an Profis aus Bereichen wie der Bild- und Videobearbeitung. Ich habe Asus trotzdem um ein Testgerät gebeten, weil kaum ein PC-Monitor an seine Eigenschaften heranreicht. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass man so einen Bildschirm braucht, um auf dem PC tolles HDR erleben zu können.
Entscheidend ist dafür meiner Meinung nach, dass der Bildschirm in ausreichend fein aufgegliederten Zonen lokal gedimmt werden kann und dass die maximale Helligkeit möglichst hoch im Bereich von 1.000 cd/m² oder mehr liegt - und das können auch schon wesentlich günstigere Modelle wie der AOC Agon AG274QXM oder der Samsung Odyssey Neo G8 und der Odyssey Neo G9. Auch vom ProArt-Modell gibt es eine technisch ähnliche, aber günstigere (mit fast 3.000 Euro aber immer noch teure) Variante in Form des PA32UCX-PK.
Ich habe sie zwar noch nicht selbst getestet, sie dürften aber ebenfalls bereits eine klare Aufwertung des Spielerlebnisses in passenden Titeln mit HDR-Unterstützung bieten, selbst wenn der Asus-TFT noch ein gutes Stück vorne liegen dürfte. Damit kommen wir aber schon zum nächsten Haken:
HDR ist keine Allzweckwaffe
Wie stark sich HDR positiv bemerkbar macht, hängt nicht nur von Faktoren wie dem Monitor und den äußeren Rahmenbedingungen wie der Helligkeit im Raum ab, sondern auch und ganz besonders vom jeweiligen Spiel.
Es gibt zwar immer mehr Titel mit HDR-Unterstützung, selbstverständlich ist das aber immer noch nicht. Außerdem kann HDR auch weniger überzeugend umgesetzt sein. Ihr dürft euch also nicht darauf verlassen, auf dem PC immer in den Genuss einer guten HDR-Darstellung zu kommen.
All den Haken und Einschränkungen zum Trotz bin ich aber der festen Überzeugen, dass HDR das Zeug hat, unsere Spielerlebnisse auf eine Art und Weise zu verbessern, an die sonst vielleicht nur völlig simples, einrichtungs- und übelkeitsfreies Spielen mit einer VR-Brille herankommen kann.
Wie steht ihr zum Thema HDR auf dem PC? Gibt es noch immer zu wenig gute passende Monitore und Spiele? Habt ihr euch mit dem Thema noch nicht näher beschäftigt? Oder schwört ihr auch auf eurem Windows-Rechner auf das HDR-Erlebnis? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.