Ich muss zugeben: Ich bin kein sehr geduldiger Mensch. Feinmotorische Aufgaben bringen mich rasch zur Weißglut; an der Ampel und im Aufzug drücke ich oft mehrfach auf den Knopf, weil ich mir einbilde, dass es dann schneller geht. Auch bei Game of Thrones habe ich das Warten damals gehasst.
Denn dank der wöchentlichen Veröffentlichung neuer Folgen musste ich jeweils sieben Tage warten, bevor ich erfahren konnte, wie es mit meinen Lieblingscharakteren weitergeht. Diese Neigung zur Ungeduld hat sich bei mir bis heute auch nicht großartig verändert – mit dem Unterschied, dass ich mittlerweile Entertainment-Journalist bin und so manchmal Spiele und Serien vor allen anderen sehe, um Artikel und Rezensionen vorbereiten zu können.
Mit A Knight of the Seven Kingdoms ist es jetzt wieder an der Zeit, in die Fantasywelt von George R.R. Martin abzutauchen. Ich habe alle sechs Folgen bereits vorab für euch gesehen und dabei ist mir eines ganz deutlich aufgefallen: A Knight of the Seven Kingdoms schaut man am besten an einem Stück. Lasst mich erklären, wieso.
Ein dankbares Setting
Aber wie kannst du es wagen?
, höre ich jetzt schon einige von euch rufen. Das Netz ist dunkel und voller Spoiler. Ich kann es mir doch gar nicht leisten, abzuwarten.
Im speziellen Fall von A Knight of the Seven Kingdoms kann ich euch aber beruhigen. Denn schon mit seinem Setting macht das neue Spin-off deutlich, dass hier einiges anders läuft als bei Game of Thrones.
Im Gegensatz zu House of the Dragon und der großen Mutterserie geht es in A Knight of the Seven Kingdoms nämlich ausnahmsweise mal nicht um die großen Häuser und ihre Intrigen, sondern um die kleinen Leute von Westeros. Hinterhalte, Giftmorde und riesige Schlachten sucht ihr hier vergebens.
Deswegen lauft auch nicht ständig Gefahr, Events wie die berüchtigte Rote Hochzeit
auf dem Schulweg gespoilert zu bekommen – ja, unserem Autor ist das damals exakt so passiert. Ereignisse von dieser Tragweite gibt es in A Knight of the Seven Kingdoms schlichtweg nicht, also immer mit der Ruhe.
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Was erwartet euch in A Knight of the Seven Kingdoms? Neuer Trailer gibt einen Ausblick auf die nächsten Wochen
Eine Frage des Preises
Auch die Markteinführung des neuen Streaming-Dienstes HBO Max spielt bei meiner Empfehlung eine Rolle. Denn im Gegensatz zu House of the Dragon und Game of Thrones könnt ihr A Knight of the Seven Kingdoms nicht mehr wie gewohnt bei Sky und Wow sehen, sondern benötigt ein weiteres Streaming-Abo.
Das schlägt in seiner billigsten Variante mit rund sechs Euro zu Buche – mit Werbung wohlgemerkt. Wollt ihr das Ganze ohne Werbung und in UHD sehen, benötigt ihr allerdings das Premium-Abo für stolze 17 Euro. Da die Serie über zwei Monate hinweg verteilt erscheint, kommt ihr so schon auf rund 35 Euro, die ihr zusätzlich zu euren anderen Abos wie Prime, Netflix und Spotify bezahlt. Und wenn ihr die Kündigung danach vergesst, wird's nochmal mehr.
Da ist es doch viel klüger, einfach ein paar Wochen zu warten und dann alle Folgen innerhalb eines Monats zu schauen. Am besten sogar direkt an einem oder zwei Abenden, denn die Episoden haben dafür die perfekte Länge.
Kurzweilig, aber hochspannend
Wo GoT und House of the Dragon euch jede Woche einen Brecher von über 50 Minuten vorgesetzt haben, kommen die Abenteuer von Ser Duncan und seinem Knappen Egg nun im herrlich handlichen Umfang von 35 Minuten daher.
Wieso ich mich darüber freue, obwohl ich dann insgesamt weniger Zeit in Westeros habe? Weil das kürzere Format hervorragend zum lockeren, komödiantisch angehauchten Ton der Serie passt. Die kurzweiligen Episoden eignen sich zudem bestens, um mal eben eine davon nach der Arbeit anzuschauen. Allerdings enden sie ab der zweiten Folge alle mit einem derart spannungsgeladenen Cliffhanger, dass man unweigerlich weiterschauen will.
Ich zum Beispiel wollte an einem Dienstagabend eigentlich nur die ersten beiden Folgen anschauen und dann meine Wohnung aufräumen. Dann habe ich mit einem Blick auf die Uhr festgestellt, dass ich mir ganz bequem auch noch den Rest der Serie reinziehen kann. Und so ist es dann auch geschehen.
Meine Empfehlung lautet also: Wartet die zwei Monate ab, bis alle Folgen draußen sind, bestellt euch eine Pizza und seht euch A Knight of the Seven Kingdoms dann an einem Stück rein. So taucht ihr am besten ins neue Westeros-Spin-off ein.
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