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Inhaltsverzeichnis
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Der dreckige Kampf um Aeon Must Die! geht in die nächste Runde

Zwölf Entwickler litten monatelang unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Nun kämpfen sie um Wiedergutmachung, ihre berufliche Existenz — und um ihr Herzensprojekt Aeon Must Die!.

von Dom Schott,
15.08.2020 05:00 Uhr

Für das neue Spiel Aeon Must Die! gingen die Entwickler durch die Hölle - doch jetzt stehen sie vor existenziellen Aus. Die ganze Skandalgeschichte lest ihr bei GameStar Plus - wir haben mit den Beteiligten gesprochen. Für das neue Spiel Aeon Must Die! gingen die Entwickler durch die Hölle - doch jetzt stehen sie vor existenziellen Aus. Die ganze Skandalgeschichte lest ihr bei GameStar Plus - wir haben mit den Beteiligten gesprochen.

21 Minuten nach Beginn von Sonys State of Play 2020 nahm eine Tragödie ihren Lauf, von der die Hunderttausenden Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch nichts ahnen konnten: Mit beeindruckenden Cyberpunk-Ruinen, wummernden Elektro-Klängen und wuchtigen Nahkämpfen debütierte der neonfarbene Brawler Aeon Must Die!, der unter all den anderen Spielen aufzufallen vermochte. Ein Hingucker, der in Erinnerung bleiben würde.

Für das kleine Entwicklerteam Limestone Entertainment aus Estland sollte die Enthüllung ihres Spiel auf der riesigen Weltbühne eigentlich ein Moment des Triumphes sein - stattdessen aber flossen in der Hauptstadt Tallinn Tränen der Verbitterung, Verzweiflung und Angst. »Es war, als wäre ein Strick um meinen Hals gelegt worden, der sich jetzt langsam zuzog.«

Mit diesen Worten beschreibt die Projektmanagerin Evgenia Russyian den Moment, als sie mit den anderen Entwicklern von Limestone Entertainment das Debüt ihres Spiels mitansehen mussten, das eigentlich gar nicht hätte stattfinden dürfen. Es war die Schlussszene einer Tragödie, die vor drei Jahren ihren Anfang genommen hatte und sich um Missbrauch, Mobbing und ein streikendes Entwicklerteam drehte, das so nicht mehr weitermachen wollte.

GameStar hat mit den betroffenen Entwicklern gesprochen, um diese Geschichte in Gänze nachzeichnen zu können, die die Gesundheit und berufliche Existenz von einem Dutzend Menschen in Gefahr gebracht hat.

GameStar konnte für diese Reportage mit dem Studiogründer, Aleksei Nehoroshkin, sowie einigen anderen Ex-Mitarbeitern von Limestone Entertainment ausführlich sprechen. Weder der Publisher Focus Home Interactive noch die Geschäftsführung des estländischen Studios reagierten bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels auf unsere Interview-Anfragen. Der Artikel kann somit nur die Perspektive der Ex-Mitarbeiter beleuchten, unterstützt von den öffentlich einsehbaren Text- und Tondokumenten.

Mobbing, Belästigung und Urlaubsverbote

22. Juni 2020, eineinhalb Monate vor Sonys State of Play: Zwölf Mitarbeiter von Limestone Entertainment schicken unter der Führung des Studiogründers Aleksei Nehoroshkin eine Mail an ihren französischen Publisher Focus Home Interactive. In der Betreffzeile steht einfach nur: »Help«

Es ist in der Tat ein Hilferuf, mit dem die Gruppe auf die furchtbaren Umstände aufmerksam machen will, unter denen sie während der Arbeit an Aeon Must Die! leiden mussten. Insgesamt 35 teils schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung von Limestone Entertainment listen sie auf: von ausbleibenden Gehaltszahlungen über erzwungene Überstunden bis hin zu Mobbing und inkompetenter Teamführung.